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ᐅ Lösungsansätze nach unverheirateter Trennung.

Erstellt am: 28.07.20 16:19
S
Svala87
Einen Wunderschönen wünsche ich!

Ich habe mich mal in diesem Forum angemeldet, da ich mit meiner Partnerin vor einem großen Haufen Mist stehe, dessen wir nun Herr der Lage werden müssen. Kurzum gesagt: "Das Bauchgefühl kam zu spät"...

Zu uns: Unverheiratet, 32 und 31 Jahre jung, Seit dem 01.05.2020 Besitzer eines freistehenden Einfamilienhaus. Sie hat nach ein paar Monaten für sich entschieden, dass ich doch nicht der richtige Partner bin. Im Grundbuch sind wir beide eingetragen: 75%/25% (Ich/Sie), das Annuitätendarlehen haben wir beide unterschrieben.
Eigenkapital lediglich 8000,- € und eine Wohnung meiner Eltern mit 100.000,- € im Grundbuch als Sicherheit zzgl. zum Haus, eingetragen mit 293.000,- €.
Kaufpreis 345.000,- € zzgl. Sanierungsmaßnahmen etc. mit insgesamt 393.000,- € als Gesamtdarlehen. Tilgung round about 1400,- €/Monat (3%) bei 1,3% Zinsen über 20 Jahre. Tilgungswechsel ist zulässig, aber nur nach oben.

Sie möchte raus, wir möchten beide, dass es nicht zum Verkauf der Bude oder zur Zwangsversteigerung kommt bzw. die Wohnung meiner Eltern darunter leidet. Ich weiß, dass die Stimmung immer die Richtung wechseln kann, aber momentan ziehen wir beide an einem Strang und möchten da höchstens mit blauen Flecken durchkommen. Geplant ist, wenn ich das Haus halten kann, dass ich mir zwei Mitbewohner dazuhole (Mieteinnahmen würden bei ca. 900-1000,-€ warm liegen).

Folgende Ideen haben wir bisher gesammelt:
  • Ich übernehme den Kredit direkt, Vorfälligkeitsentschädigung zur Zeit ca. 30-35.000,- € plus Notarkosten (und Grunderwerbsteuer für die 25%?).
  • Ich ermittel gerade mit meinem Kreditvermittler, ob ich diesen alleine bedienen kann (Jahres Brutto ca. 70k).
    Vorteil: Wir haben eine saubere Trennung.
    Nachteil: Wir müssen noch mehr Kredite (auch wenn die privater Natur sein werden) abzahlen.

  • Ich übernehme den Kredit in 2-5 Jahren, Vorfälligkeitsentschädigung dann ca. 20-25.000,- € plus Notarkosten (und Grunderwerbsteuer für die 25%?)
  • Vorteil: wir haben ausreichend Geld gespart und müssen uns nicht bei der Familie Geld leihen.
    1. Nachteil: Sie bekommt in der Zeit keinen neuen Kredit (sei es für ein Auto oder was auch immer).
    2. Nachteil: Sie kann nach 5 Jahren sagen: mir gehören 25%, zahle mich aus!
    Frage dazu: Was sagt die Bank dazu, wenn Sie sich ummeldet? Müssen wir der Bank das mitteilen?

  • Das Haus für mind. 430 - 440.000,- € verkaufen (der Markt müsste das hergeben) und hoffen, dass die Kohle reicht, um alles auf einen Schlag zu bezahlen. Bei dem ganzen Schweiß und Blut, der dort rein geflossen ist und mich Jahres meines Lebens gekostet hat und kosten wird, mal ganz abgesehen...
  • Ihr seid gefragt. Was gibt es noch für Möglichkeiten. Muss ich Steuern zahlen, wenn Sie mir Ihre 25% überschreibt? Kann ich bei der Bank "WG Mitbewohner" bzw. Mieteinnahmen als "Sicherheit" angeben (keine getrennten Mieteinheiten)? Die Bude ist für zwei Personen schon zu groß, geplant war ja auch eigentlich die Gründung einer Familie... Außerdem kommt Sie nicht aus der Gegend und wir mussten noch ein zusätzliches Gästezimmer haben. Ich habe jeglichen monetären Einsatz erbracht, Sie hatte nichts oder wollte nichts dazusteuern.
Das ganze klingt nach der klassischen Geschichte, wie es NICHT geht, das ist mir bewusst. Aber vielleicht hat ja eine/-r bereits ähnliche Erfahrungen gesammelt und hat noch eine Idee, die wir nicht betrachtet haben. Mal davon abgesehen, dass die Bank mir eine derart hohe Summe zutrauen muss...

Vielen lieben Dank vorab, falls ihr bis hier hin gelesen habt und evtl. hilfreiche Praxistipps habt.

Viele Grüße,

Jan
H
HilfeHilfe
30.07.20 11:43
Altai schrieb:

Warum sollte sie denn etwas ausgezahlt bekommen? Eigenkapital war nicht eingebracht, und es ist ja auch kaum noch was getilgt. Im Moment steht die 100% Finanzierung gegen das Haus, Vermögen Null.

Einem Freund von mir ist (vor langer Zeit) ähnliches passiert. Mit Partnerin Haus gekauft, danach war noch einiges zu sanieren - noch vor dem Einzug war die Beziehung zu Ende. Er hat dann ihre Hälfte abgekauft, noch einmal die Grunderwerbsteuer auf diese Hälfte gezahlt. Wie das mit dem Kredit geregelt war, weiß ich aber nicht.

Wenn sie aus dem Kreditvertrag raus wollte, müsste man den kündigen, oder wieso wäre die Vorfälligkeitsentschädigung fällig?

Es ist auf jeden Fall eine richtig böse Situation, und ich drücke euch die Daumen, dass ihr eine Lösung findet.

Erstmal Grundbuch regeln (mit entsprechenden Kosten für Grunderwerbsteuer und Notar) und bei der Bank erstmal die Füße still halten (du zahlst die Raten alleine) war ja offensichtlich keine Option, weil sie in der Mithaftung für die Bedienung des Kredits bleibt.

grundsätzlich ist das so ne sache mit kündigen. Die Bank muss niemanden aus der Schuldhaft entlassen, auch nicht gegen Zahlung einer VVE.

So einfach Kündigen geht nicht.

Es gibt nur 2 Optionen:
* Verkauf und ablösung samt Zahlung VVE
*Verkauf und Pfandtausch inkl. Schuldhaftentlassung ( muss Bank zustimmen)
*Nur Schuldhaftentlassung ist wohl ausgeschieden
A
Altai
30.07.20 15:41
@HilfeHilfe Danke für die Klarstellung. Mir fiel kein Grund für eine Kündigung ein, außer dem Verkauf des Hauses. Und offensichtlich ist es ja auch so, es gibt weiter keinen. Es liegt wohl an der Bank, irgendeine Art von Entgegenkommen zu zeigen.

Am Ende ist die einzig definitiv funktionierende Lösung der Hausverkauf. Dann kann der Kredit gekündigt werden, natürlich wird dann VVE fällig. Alles andere scheint doch goodwill seitens der Bank zu sein.
S
Svala87
30.07.20 16:41
Tassimat schrieb:

Kannst du dir neben den 1400€ Kredit noch weitere 22.500€ Schulden leisten? Vorteil wäre, du kannst den neuen Kredit vielleicht mit weniger Tilgungsrate abschließen. Interessant wäre auch, wie hoch der neue Zinssatz wäre.
Da das Haus groß genug ist, könnte ich zwei Mieter reinholen, die würden sogar, Stand jetzt, mehr dazugeben, als meine Partnerin es getan hätte. Meine Partnerin hat einen Rentenfond, den Sie auflösen könnte (bedeutet natürlich auch viel Verlust für Sie aufgrund von hoher Steuerbelastung). Ich habe einen Bausparvertrag über 33.000 €, der aber erst in 2,5-3 Jahren Zuteilungsreif ist.
Altai schrieb:

Wenn sie aus dem Kreditvertrag raus wollte, müsste man den kündigen, oder wieso wäre die Vorfälligkeitsentschädigung fällig?
Richtig, da die Bank keine Schuldhaftentlassung zulässt.

In dem Vertrag steht der Passus VE drin, dass dieser möglich ist und wie der berechnet wird. Ich warte jetzt erstmal ab, was mein Finanzmakler zu meiner Bonität sagt und dann schaue ich weiter. Ich danke vielmals für die ganzen Ideen, Anregungen und das Mitgefühl

Ich hänge sehr doll an dem Haus und werde weiter berichten
N
nordanney
30.07.20 17:44
Svala87 schrieb:

Ich hänge sehr doll an dem Haus und werde weiter berichten
Kann ich verstehen. Ist aber falsch, sich daran zu klammern.
Und dann eine WG aufmachen, um es zu halten? Ist schon Irrsinn, ein Haus zu bauen und dann auf den Status einer Studenten-WG zurückzufallen. Fremde Leute in meinem Haus? In meiner Küche? Auf meiner Couch? Kacken in mein Klo?
Never!
P
pagoni2020
30.07.20 17:50
nordanney schrieb:

Kann ich verstehen. Ist aber falsch, sich daran zu klammern.
Und dann eine WG aufmachen, um es zu halten? Ist schon Irrsinn, ein Haus zu bauen und dann auf den Status einer Studenten-WG zurückzufallen. Fremde Leute in meinem Haus? In meiner Küche? Auf meiner Couch? Kacken in mein Klo?
Never!
Ich hatte es ähnlich und die Hauptwohnung ein paar Jahre lang als Ferienwohnung vermietet, was unvorstellbarer Weise wunderbar funktionierte....aber mit viel Arbeit !
Am Ende habe ich es verkauft.
Ich glaube auch, dass man nur etwas hinausschiebt.
K1300S31.07.20 07:27
Tja, blöde Sache das.

Ich würde mal vermuten, dass bei 70.000 EUR brutto das Darlehen auch (knapp) allein zu tragen wäre, aber Deine Ex wäre halt weiterhin im Vertrag, und Du würdest ihr Viertel mit bezahlen. Das müsste also mindestens mal geregelt werden, damit sie nicht hinterher "ihr" Geld verlangt.

Bei Nachbarn von uns (allerdings verheiratet) ist er auch kurz nach Fertigstellung ausgezogen. Seit dem vermietet sie wohl ein Zimmer über Airbnb (was öfters mal zu Schwierigkeiten mit den Nachbarn wegen übergriffiger Gäste führt, aber das ist ein anderes Thema). Finanziell läuft es wohl so, aber das muss man wollen. Ich denke allerdings, dass so mehr rauszuholen ist als über eine klassische Vermietung - dafür natürlich auch mehr Arbeit.
vveschuldhaftentlassungzahlungvertrag