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ᐅ Kredit von privat - was muss man beachten?


Erstellt am: 16.03.23 13:27

familie_s16.03.23 16:09
leschaf schrieb:

Das FA setzt einen marktüblichen Zins (ich glaube 5.5%) an. Alles, was ihr an Zinsen weniger zahlt, gilt als Schenkung. Wenn die Zinsersparnis den steuerlichen Freibetrag übersteigt, zahlt ihr Schenkungssteuer.

Wir hatten das mal durchgerechnet und meine ich etwas in die Richtung 100k Kredit zinsfrei = 20k Schenkung ermittelt.
Das Klingt gut, und geht von der Größenordnung in die Richtung, die wir uns vorgestellt haben.

Gerechnet hab ich jetzt mal so:
Angenommen man müsse 600k aufnehmen, dann wären das bei 4% Zinsen und 2% Tilgung über die Gesamtlauftzeit 390398€ Zinsen

Wenn ich eben nur 500k zu 4% und 100k zu 1% aufnehme und die gesparte Rate für die Abzahlung des Privatdarlehns verwenden würde, käme ich auf eine Gesamt-Ersparnis von ca. 55k.

Selbst wenn dann doch der Erbfall für die Restschuld eintreten sollte, ist die Erbschaftssteuer ja geringer.

Oder habe ich hier einen Denkfehler?

Rein rechnerisch scheint mir das eine gute Lösung, die familiär/emotionale Komponente mal außen vor 🙂
xMisterDx16.03.23 18:44
guckuck2 schrieb:

Außerdem solltest du beachten, dass der Onkel merken könnte, dass er mittlerweile über 3% risikolos für Festgeld erhalten könnte. Ggf. zieht er sein Angebot dann zurück oder korrigiert seinen Vorstellung was den Zinssatz angeht.
Ich würde es auch nur machen, wenn man den Onkel nicht andauernd sieht. Er wird jede größere Ausgabe eurerseits kritisch beäugen, man hätte ja stattdessen auch das (billige) Darlehen tilgen können. Leider im Freundeskreis schon häufig miterlebt, egal welche Vorsätze und Abmachungen vorher bestanden. Privatleute verhalten sich leider ausgesprochen unprofessionell, wenn es um Geld oder Geschäfte geht.

Ist ne Typfrage. Meine Frau würde das stark belasten, ich würde entgegnen "Du hast mir den Schotter doch geliehen, was ich damit mache ist mein Problem." Und damit es nicht knallt, wenn der Wind sich dreht, macht man ja einen Vertrag.

Man darf alle 10 Jahre einen Freibetrag von 20.000 EUR steuerfrei geschenkt bekommen, Ausnahme sind Ehepartner, Kinder und Enkel. Und wenn sich alle daran halten würden, hätte der Bundeshaushalt den doppelten Umfang und die Bundesrepublik wäre schuldenfrei.
Was man daraus macht, muss jeder selbst wissen 😉

Allein, dass das Finanzamt 5,5% Zins ansetzt. Völlig absurd... muss ich dann eigentlich auch nen Privatkredit teilweise als Schenkung versteuern, weil ich dort aktuell 3,5% kriege?
KarstenausNRW17.03.23 08:55
Zunächst einmal gilt alles, was ich schreibe, unter der Annahme, dass alles auch dem FA gemeldet wird - wovon ich erst einmal nicht ausgehe, da total unüblich. Das macht man innerhalb der Familie nicht ;-)
familie_s schrieb:

Gerechnet hab ich jetzt mal so:
Angenommen man müsse 600k aufnehmen, dann wären das bei 4% Zinsen und 2% Tilgung über die Gesamtlauftzeit 390398€ Zinsen

Wenn ich eben nur 500k zu 4% und 100k zu 1% aufnehme und die gesparte Rate für die Abzahlung des Privatdarlehns verwenden würde, käme ich auf eine Gesamt-Ersparnis von ca. 55k.
Dann zahlst Du zu wenig Zinsen und das FA nimmt eine Schenkung an, da mit marktüblichen Zinsen gerechnet werden muss.
xMisterDx schrieb:

Allein, dass das Finanzamt 5,5% Zins ansetzt.
Ja, ist absurd. Denn diese Regelung gibt es nicht. Die 5,5% werden nur dann angesetzt, wenn beim Privatdarlehen gar kein Zins vereinbart wird.
Wenn Du heute also einen Kredit für 3,8% für 5 Jahre vom Onkel bekommst, ist das marktüblich und das FA winkt den Vertrag durch.

Ach ja, bitte beim Darlehensgeber dran denken, dass die Zinseinnahmen auch versteuert werden MÜSSEN. Also als Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben. Grundsätzlich kann der Darlehensnehmer die Zinsen auch als Werbungskosten absetzen (falls im Einzelfall überhaupt Werbungskosten geltend gemacht werden wie bei Gewerbe/Vermietung).

ICH würde mir über diese Themen gar keine Gedanken machen. Vertrag aufsetzen, damit der Darlehensgeber eine gewisse Sicherheit hat. Geld verleihen bzw. ausgeben. Zurückzahlen und fertig. Das geht sonst niemanden etwas an. Legal? Nö. Aber pragmatisch und üblich.
Grundaus17.03.23 09:11
KarstenausNRW schrieb:

Zunächst einmal gilt alles, was ich schreibe, unter der Annahme, dass alles auch dem FA gemeldet wird - wovon ich erst einmal nicht ausgehe, da total unüblich. Das macht man innerhalb der Familie nicht ;-)
wie willst du denn 100000.--€ übertragen? wenn das komplett am FA vorbei gehen soll, bedarf es einer sorgfältigen Planung. Da ist es einfacher den Vertrag auf ein älteres Datum auszustellen als die Zinsen noch bei 1% waren
Alex12417.03.23 09:25
Als Freund von einfachen Lösungen würde ich vereinbaren die Rechnungen von ein paar Gewerken an den netten Onkel zu senden. Der zahlt sie und fertig.
So, jetzt dürfen die Überkorrekten kommen... ;-)
Tolentino17.03.23 09:59
Wollte auch eben fragen, denn Überweisungen über 10k müssen die Banken doch melden oder?
Aber ja am einfachsten ist wohl einfach Rechnungen bezahlen zu lassen...
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