ᐅ Horizontale Abdichtung Bodenplatte
Erstellt am: 26.01.2017 20:54
joho78 26.01.2017 20:54
Hallo!
Jetzt hätte mich wieder mal eure Meinung interessiert.
In ca. 1 Woche kommt die Schüttung für den Estrich (Installateure und Elektriker sind gerade fleissig). Jetzt ist folgendes Thema aufgekommen:
- Wir haben keine horizontale Abdichtung auf der Bodenplatte (kein Keller) und der Estrichleger hat uns nun darauf hingewiesen, dass dies anscheinend nicht der Norm entspricht
- Wir haben keine horizontale Abdichtung, da der Baumeister gemeint hat, dass dies nicht notwendig ist, da wir ja eine kapillarbrechende Sperrschicht von 40 cm haben (Geocell Schaumglasschotter). Dies wurde so auch im Vergabeprotokoll und in den Baubesprechungsprotokollen festgehalten
- Die Nicht-Notwendigkeit wurde auch vom Architekten mit einer bauphysikalischen Berechnung bestätigt, was auch in den Baubesprechungsprotokollen dokumentiert ist
=> unser Thema ist halt nun, was z.B. die Versicherung bei einem Rohrbruch sagt. Kann sich diese auf die Norm beziehen und z.B. bei einem Schaden weniger zahlen, obwohl uns die Nicht-Notwendigkeit von unseren Professionisten bestätigt wurde?
Hier noch mal der Aufbau (wie gesagt, ohne Keller, also direkt auf der Erde):
200 mm Kies
400 mm Schaumglasschotter (kapillarbrechend)
200 mm Beton
110 mm EPS Granulat
70 mm Zementestrich
10 mm Fliesen
Was denkt ihr? Unbedingt noch abdichten?
Lg
Jochen
Jetzt hätte mich wieder mal eure Meinung interessiert.
In ca. 1 Woche kommt die Schüttung für den Estrich (Installateure und Elektriker sind gerade fleissig). Jetzt ist folgendes Thema aufgekommen:
- Wir haben keine horizontale Abdichtung auf der Bodenplatte (kein Keller) und der Estrichleger hat uns nun darauf hingewiesen, dass dies anscheinend nicht der Norm entspricht
- Wir haben keine horizontale Abdichtung, da der Baumeister gemeint hat, dass dies nicht notwendig ist, da wir ja eine kapillarbrechende Sperrschicht von 40 cm haben (Geocell Schaumglasschotter). Dies wurde so auch im Vergabeprotokoll und in den Baubesprechungsprotokollen festgehalten
- Die Nicht-Notwendigkeit wurde auch vom Architekten mit einer bauphysikalischen Berechnung bestätigt, was auch in den Baubesprechungsprotokollen dokumentiert ist
=> unser Thema ist halt nun, was z.B. die Versicherung bei einem Rohrbruch sagt. Kann sich diese auf die Norm beziehen und z.B. bei einem Schaden weniger zahlen, obwohl uns die Nicht-Notwendigkeit von unseren Professionisten bestätigt wurde?
Hier noch mal der Aufbau (wie gesagt, ohne Keller, also direkt auf der Erde):
200 mm Kies
400 mm Schaumglasschotter (kapillarbrechend)
200 mm Beton
110 mm EPS Granulat
70 mm Zementestrich
10 mm Fliesen
Was denkt ihr? Unbedingt noch abdichten?
Lg
Jochen
Knallkörper 26.01.2017 21:30
Hallo,
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit funktioniert es ohne die Schweißbahn auf der Bodenplatte. Die Versicherung wird sich immer auf die anerkannten Regeln der Technik beziehen, also könnte es da ein Problem geben. Mir fehlt aber die Fantasie für einen solchen Versicherungsfall. Rohrbruch unter der Bodenplatte? Ich weiß ja nicht...
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit funktioniert es ohne die Schweißbahn auf der Bodenplatte. Die Versicherung wird sich immer auf die anerkannten Regeln der Technik beziehen, also könnte es da ein Problem geben. Mir fehlt aber die Fantasie für einen solchen Versicherungsfall. Rohrbruch unter der Bodenplatte? Ich weiß ja nicht...
joho78 26.01.2017 21:54
Meine Fantasie geht manchmal mit mir durch
Es wäre ja jetzt nur noch ein Spritzbitumenbelag von ca. 3 mm möglich und dieser kommt ja auf alle Leitungen darauf. Dichtet der dann nicht gegenüber dem Bodenaufbau etwas ab?
Es wäre ja jetzt nur noch ein Spritzbitumenbelag von ca. 3 mm möglich und dieser kommt ja auf alle Leitungen darauf. Dichtet der dann nicht gegenüber dem Bodenaufbau etwas ab?
KlaRa 26.01.2017 22:42
Bodenplatten, welche erdberührt eingebaut wurden und worüber Räume mit übergeordneter Nutzung erwartet werden (das sind Wohnräume) müssen gegen aufsteigende Duechtigkeit abgedichtet werden!
Kapillarbrechende Schichten wie Schotter und Schaumglasschotter (letzterer im Übrigen eine hervorragende Wärmedämmung) verhindern nicht den Wasserdampftransport durch den Beton.
Beton kann zwar als WU-Beton eingebaut werden, das hat mit der Wasserdampfdiffusion aber nichts zu tun!
Wasserdampf wird immer den physikalischen Regeln des Dampfdruckgefälles folgen. Unter erdberührten Bodenplatten gehen wir immer empirisch von einer hohen Luftfeuchtigkeit aus. In den Räumen darüber wird immer (!) ein geringerer Wasserdampfdruck herrschen.
Also "marschiert" der Wasserdampf durch den Beton in den Wohnraum und versucht, den physikalischen Regeln folgend, die geringere Luftfeuchte gegen höhere auszugleichen.
Das bedeutet:
Unabhängig davon, ob nun Schotter oder nicht unter der Bodenplatte liegt wird die Luftfeuchtigkeit in den Räumen immer hoch sein und Schimmelbildung ohne jede Möglichkeit, diese zukünftig einzuschränken, gemeinsamer, unliebsamer Partner im Hause sein.
Ich bin kein Freund des "Ängste schüren"! Auch die Schimmelproblematik sehe ich eher emotionslos. Aber bei dem geplanten Aufbau der Bodenplatte ohne Abdichtung ist mir klar, was hier in Kürze für Euch zu erwarten ist.
Mein Vorschlag:
Schriftlich Bedenken anmelden und auf einer Abdichtung auf der Bodenplatte bestehen, Fotos von den Baufortschritten als Beweismittel machen.
-----------------------------------
Gruß: KlaRa
Kapillarbrechende Schichten wie Schotter und Schaumglasschotter (letzterer im Übrigen eine hervorragende Wärmedämmung) verhindern nicht den Wasserdampftransport durch den Beton.
Beton kann zwar als WU-Beton eingebaut werden, das hat mit der Wasserdampfdiffusion aber nichts zu tun!
Wasserdampf wird immer den physikalischen Regeln des Dampfdruckgefälles folgen. Unter erdberührten Bodenplatten gehen wir immer empirisch von einer hohen Luftfeuchtigkeit aus. In den Räumen darüber wird immer (!) ein geringerer Wasserdampfdruck herrschen.
Also "marschiert" der Wasserdampf durch den Beton in den Wohnraum und versucht, den physikalischen Regeln folgend, die geringere Luftfeuchte gegen höhere auszugleichen.
Das bedeutet:
Unabhängig davon, ob nun Schotter oder nicht unter der Bodenplatte liegt wird die Luftfeuchtigkeit in den Räumen immer hoch sein und Schimmelbildung ohne jede Möglichkeit, diese zukünftig einzuschränken, gemeinsamer, unliebsamer Partner im Hause sein.
Ich bin kein Freund des "Ängste schüren"! Auch die Schimmelproblematik sehe ich eher emotionslos. Aber bei dem geplanten Aufbau der Bodenplatte ohne Abdichtung ist mir klar, was hier in Kürze für Euch zu erwarten ist.
Mein Vorschlag:
Schriftlich Bedenken anmelden und auf einer Abdichtung auf der Bodenplatte bestehen, Fotos von den Baufortschritten als Beweismittel machen.
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Gruß: KlaRa
joho78 27.01.2017 13:15
Danke für deine ausführliche und verständliche Erklärung. Es dürfte wirklich auch eher um das Dampfthema gegen und nicht um z.B. einen möglichen Rohrbruch. In einem anderem Forum, hat auch jemand das Thema Radonbelastung aufgeworfen. Wir sind hier aber in der Radonpotentialklasse 1.
joho78 27.01.2017 19:56
Mir ist die ganze Sache zu heiss und ich möchte hier nichts riskieren. Am Schluss haben wir ja dann das Problem und die Auswirkung wäre doch relativ groß, im Vergleich zu den Kosten. Wir werden daher nun so eine Spritzabdichtung auf die Bodenplatte und die Verlegen Rohre aufbringen, bevor die Schüttung kommt. Sicher ist sicher!
Danke jedenfalls für eure Inputs!
Lg
Danke jedenfalls für eure Inputs!
Lg
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