Grundstück kauf finanzieren oder lieber lassen?

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Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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TroyRoy

Ihr müsst einfach mal ausrechnen, was für euch die maximale Rate wären und dass in einen Zinssatz umrechnen. Und dann einfach mal die Wahrscheinlichkeit durchspielen, ob die Zinsen bis dahin steigen könnten
Ich glaub ich steh gerade auf dem Schlauch. Meinst du damit dass die Zinsen so hoch steigen würden das wir quasi nur noch die monatlichen Zinsen zahlen könnten? Also das beispielsweise bei 60.000€ Darlehen und einer Rate von 600€ (7.200€ jährlich) die Zinsen auf 12% steigen würden?

Ich glaub unser Problem ist eher die Entscheidung zwischen Zinssicherheit und dem Gefühl Glücksspiel zu betreiben.
Das wir uns die Raten auch bei sehr stark steigenden Zinsen nicht mehr leisten könnten sehe ich jetzt eher nicht. Wir wollen nur einfach versuchen so wenig wie möglich Zinsen zu zahlen um dann mehr Eigenkapital für den Hausbau zu haben.


Ist denn der Unterschied auf 5 Jahre so hoch? Rechnet mal mit dem variablen und dem festen Zinssatz und was das an Zinsdifferenz bedeutet.
Mit den beiden oben genannten Zinssätzen (4.5% und 3,75%) läge der Unterschied am Ende des ersten Jahres bei ca. 550€ Zinsen bei 600€ Rate. Da wir ja aber in beiden Varianten Sondertilgungen zusätzlich zu unserer normalen Rate vornehmen würden, wird der Unterschied geringer je mehr getilgt wird. Gleiches gilt wenn die Rate höher wird. Eine genaue Zinsdifferenz über 5 Jahre bekomme ich daher nicht berechnet. Zumal ich auch nicht davon ausgehe, dass bei dem variablen Darlehen die Zinsen 5 Jahre lang gleich bleiben.
Hab ich das so richtig interpretiert oder war das anders gemeint?
 
mayglow

mayglow

Zukunftsaussagen über den Zins kann halt keiner so richtig fest machen. Meine persönliche Glaskugel sagt sowas wie "ich vermute langfristig (5J-10J) geht's schon wieder runter, kurzfristig denke ich dass es volatil bleibt und durchaus auch weiter steigen könnte". Aber a) was weiß ich denn schon und b) hilft euch das vermutlich auch nicht riesig bei eurer Entscheidung... Variabel hat den Vorteil, dass ihr idR recht unproblematisch spontan sondertilgen könnt (lasst euch das ggf erklären) bei Zinsbindung hat man da oft eher 1x pro Jahr die Gelegenheit. Ansonsten ist für mich die Situation hier auch noch ne andere als wenn es um die gesamte Haussumme oder ähnliches geht.

Werdet ihr euch denn mehr ärgern, wenn die Zinsen jetzt auf 5-6% steigen und ihr variabel finanziert habt oder wenn sie auf 2% fallen und ihr fest finanziert habt? Macht das für die 5 Jahre und die Zinsbindung so einen massiven Unterschied? Womit schlaft ihr besser? Wie wahrscheinlich ist auch, dass ihr nicht doch schon eher anfangt ein Haus zu planen?
 
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xMisterDx

Ich glaube es liegt daran, dass ihr nur ein Grundstück finanzieren wollt. Das Risiko für die Bank ist da wesentlich höher, denn die Zeit der steigenden Grundstückspreise dürfte, bis auf sehr gute Lagen, vorbei sein.
Neubauten hingegen können gar nicht günstiger werden. Wenn der Markt also nach unten korrigiert, dann vor allem über die Grundstückspreise. Denn die haben ja die Preisexplosionen federführend verursacht. Das Haus kostet in München vielleicht 20% mehr als in Brandenburg, aber das Grundstück kostet eben das 10fache.

Sicherlich spielt da auch die recht kleine Kreditsumme noch eine Rolle, denn der Aufwand für die Bank ist derselbe, ob sie 10.000 oder 1.000.000 EUR verleiht.

Mit Sondertilgungen fest zu rechnen ist gefährlich. Ihr wollt Kinder und sicherlich zeitnah ein Haus aufs Grundstück bauen. Da kommt noch so viel an Kosten auch euch zu...
 
kati1337

kati1337

Ich finde die Idee, das Grundstück separat zu finanzieren generell recht unglücklich. Ich kenne das eher aus Situationen, wo Leute das Grundstück cash bezahlen können. Dann ist es euch als Eigenkapital anzurechnen und ihr seid fein raus.
Wenn ihr jetzt aber das Grundstück alleine finanziert, dann gibt es ja nur diese Outcomes:
a) ihr baut drauf wenn ihr das fertig abbezahlt habt, was ja recht lange dauert - wer weiß ob das dann noch euer Wunsch ist, und/oder nicht schon 3 Jahre früher
b) ihr baut da drauf bevor ihr das fertig abbezahlt habt, dann seid ihr entweder abhängig von eurer Grundstück finanzierenden Bank, welche euch einen Zinsaufschlag aufs Auge drücken wird, oder angewiesen auf Banken die bereit sind in den zweiten Rang zu gehen, was idR auch Zinsaufschlag kostet. Das hilft euch nicht, wenn ihr Stand heute schon überlegt, ob ihr euch den Bau überhaupt leisten könnt.
c) ihr baut nicht darauf und verkauft das gesicherte Grundstück wieder - dann ist stand heute recht ungewiss, ob ihr das ohne größere Verluste wieder los werdet - dabei auch die Zinsen nicht vergessen, die ihr für die Finanzierung aufbringen müsstet.

Mein Bauchgefühl sagt daher: Entweder jetzt in die Vollen - also Grundstück + Bauvorhaben zusammen finanzieren und starten, oder alternativ sein lassen.
 
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xMisterDx

Kann sein, muss aber nicht. Die Zinsen können in ein paar Jahren schon wieder deutlich niedriger sein. Oder höher. Oder gleich.
Ne seriöse Prognose kann derzeit keiner abgeben, dazu müsste man vorhersagen können, wie sich der Ukraine-Krieg in Frühjahr/Sommer entwickelt oder wie bzw. wann der sich schon länger abzeichnende Konflikt zwischen den USA und China, um Taiwan, eskaliert.
 
mayglow

mayglow

Ich kenne das eher aus Situationen, wo Leute das Grundstück cash bezahlen können.
Ich glaube so ungewöhnlich ist das auch wieder nicht. Also oft dann schon zeitlich näher, aber dass wer variabel das Grundstück finanziert und danach erst die Planung soweit finalisiert, dass er weiß, was für ne Gesamtsumme er braucht, liest man schon ab und an mal hier. Nur ist vermutlich da oft der "wie lange mach ich variabel" Zeitraum eher so bei nem halben bis ganzen Jahr, und eher nicht so bei fünf... Aber wir kommen auch gerade von Jahrzehnten, wo großteils 6 Monate früher oder später jetzt auch nicht die Wahnsinnsunterschiede im Zins gemacht haben, aber wenn man sich das letzte Jahr so anschaut, puh
 
Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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