Hallo zusammen,
es handelt sich um ein Haus mit Baujahr 1965, bei dem wir bislang im Erdgeschoss in einem Zimmer einen Laminatboden entfernt haben. Darunter kam dann ein vermeintlicher Vinyl-/PVC-Bodenbelag zum Vorschein. Da wir das Haus gerne auf Fußbodenheizung umrüsten möchten, soll dieser Bodenbelag ebenfalls entfernt werden.
Ein Handwerker hatte uns im Vorfeld gesagt (jedoch ohne genauere Begutachtung), dass der Bodenbelag nicht asbesthaltig wäre. In diesem Vertrauen haben wir den Bodenbelag daher bereits an einer Ecke angehoben und vom darunterliegenden Estrich abgelöst (blauäugig und dummerweise ohne jegliche Schutzausrüstung). Aufgrund des Aufbaus des Bodenbelags sind wir dann aber doch skeptisch geworden, ob hier nicht Asbest enthalten sein könnte.
Um es vorwegzunehmen, wir haben bereits ein Testkit für eine Laboranalyse bestellt. Bis dieses geliefert, die Probe eingesendet und das Laborergebnis verfügbar ist, wird es jedoch noch einige Tage dauern. Aufgrund der möglichen Faserfreisetzung sind wir nun leider sehr besorgt bzgl. unserer Gesundheit und den Konsequenzen für unser Sanierungsvorhaben, daher wären wir für eine erste fachliche Einschätzung sehr dankbar.
Wir haben leider keine Bilder gemacht und trauen uns aktuell auch nicht mehr ins Haus, daher versuche ich, die Situation möglichst genau zu beschreiben:
Der vermeintliche Vinyl-/PVC-Bodenbelag besteht aus zwei Schichten, einer geschäumten Dekorschicht in Holzoptik (ähnlich Mosaikparkett-Nachbildung) sowie einer dünnen, weißen Trägerschicht. Uns liegen hierzu leider keine sicheren Angaben vor, aber der Bodenbelag wurde vermutlich (nicht zwingend) mit dem Bau des Gebäudes im Jahr 1965 verlegt. Der Bodenbelag wurde als eine „große, durchgehende Bahn“ über den kompletten Raum (ca. 4 x 4 m) verlegt.
Es handelt sich um einen flexiblen Bodenbelag, der sich, ohne zu brechen, über die Gehebene zurückschlagen bzw. biegen lässt. Auch beim Abziehen des Bodenbelags vom Klebstoff sind keinerlei Stücke aus der Rückseite herausgebrochen und am Klebstoff haften geblieben. Die Rückseite besitzt auch keine papier-/pappartige oder spröde Struktur, sondern eine eher glatte Oberfläche. Beim Abziehen der Ecke ist der Bodenbelag durch die Haftung am Klebstoff von der Kante ausgehend ein Stück eingerissen (er lässt sich also einreißen, aber nicht brechen).
Weiterhin befindet sich ein Aufdruck auf der Rückseite, vermutlich der Herstellername bzw. das -logo. Da der Bodenbelag nur ein Stück abgelöst wurde, lässt es sich leider nicht richtig erkennen. Was jedoch klar zu lesen ist, ist das aufgedruckte Wort „Garantie“ in verschiedenen Sprachen.
Der Bodenbelag ist mit einem hellbraunen Klebstoff recht fest auf dem darunterliegenden Estrich verklebt. Es ist ein ziemlicher Kraftaufwand erforderlich, um den Bodenbelag abzulösen. Der Klebstoff ist tendenziell matt und ebenfalls nicht brüchig bzw. spröde. Er riecht leicht nach Lösungsmittel (soweit ich das beurteilen kann) und klebt noch ganz minimal an den Schuhen, wenn man darauf steht. Es ist jedoch weniger, als wenn man z.B. durch getrocknete Limonade auf dem Boden läuft (wer Kinder hat, kennt das vermutlich.
Aufgrund der Empfehlung aus anderen Threads würden wir uns speziell sehr über eine fachliche Einschätzung von @KlaRa freuen.
Vielen Dank und beste Grüße
es handelt sich um ein Haus mit Baujahr 1965, bei dem wir bislang im Erdgeschoss in einem Zimmer einen Laminatboden entfernt haben. Darunter kam dann ein vermeintlicher Vinyl-/PVC-Bodenbelag zum Vorschein. Da wir das Haus gerne auf Fußbodenheizung umrüsten möchten, soll dieser Bodenbelag ebenfalls entfernt werden.
Ein Handwerker hatte uns im Vorfeld gesagt (jedoch ohne genauere Begutachtung), dass der Bodenbelag nicht asbesthaltig wäre. In diesem Vertrauen haben wir den Bodenbelag daher bereits an einer Ecke angehoben und vom darunterliegenden Estrich abgelöst (blauäugig und dummerweise ohne jegliche Schutzausrüstung). Aufgrund des Aufbaus des Bodenbelags sind wir dann aber doch skeptisch geworden, ob hier nicht Asbest enthalten sein könnte.
Um es vorwegzunehmen, wir haben bereits ein Testkit für eine Laboranalyse bestellt. Bis dieses geliefert, die Probe eingesendet und das Laborergebnis verfügbar ist, wird es jedoch noch einige Tage dauern. Aufgrund der möglichen Faserfreisetzung sind wir nun leider sehr besorgt bzgl. unserer Gesundheit und den Konsequenzen für unser Sanierungsvorhaben, daher wären wir für eine erste fachliche Einschätzung sehr dankbar.
Wir haben leider keine Bilder gemacht und trauen uns aktuell auch nicht mehr ins Haus, daher versuche ich, die Situation möglichst genau zu beschreiben:
Der vermeintliche Vinyl-/PVC-Bodenbelag besteht aus zwei Schichten, einer geschäumten Dekorschicht in Holzoptik (ähnlich Mosaikparkett-Nachbildung) sowie einer dünnen, weißen Trägerschicht. Uns liegen hierzu leider keine sicheren Angaben vor, aber der Bodenbelag wurde vermutlich (nicht zwingend) mit dem Bau des Gebäudes im Jahr 1965 verlegt. Der Bodenbelag wurde als eine „große, durchgehende Bahn“ über den kompletten Raum (ca. 4 x 4 m) verlegt.
Es handelt sich um einen flexiblen Bodenbelag, der sich, ohne zu brechen, über die Gehebene zurückschlagen bzw. biegen lässt. Auch beim Abziehen des Bodenbelags vom Klebstoff sind keinerlei Stücke aus der Rückseite herausgebrochen und am Klebstoff haften geblieben. Die Rückseite besitzt auch keine papier-/pappartige oder spröde Struktur, sondern eine eher glatte Oberfläche. Beim Abziehen der Ecke ist der Bodenbelag durch die Haftung am Klebstoff von der Kante ausgehend ein Stück eingerissen (er lässt sich also einreißen, aber nicht brechen).
Weiterhin befindet sich ein Aufdruck auf der Rückseite, vermutlich der Herstellername bzw. das -logo. Da der Bodenbelag nur ein Stück abgelöst wurde, lässt es sich leider nicht richtig erkennen. Was jedoch klar zu lesen ist, ist das aufgedruckte Wort „Garantie“ in verschiedenen Sprachen.
Der Bodenbelag ist mit einem hellbraunen Klebstoff recht fest auf dem darunterliegenden Estrich verklebt. Es ist ein ziemlicher Kraftaufwand erforderlich, um den Bodenbelag abzulösen. Der Klebstoff ist tendenziell matt und ebenfalls nicht brüchig bzw. spröde. Er riecht leicht nach Lösungsmittel (soweit ich das beurteilen kann) und klebt noch ganz minimal an den Schuhen, wenn man darauf steht. Es ist jedoch weniger, als wenn man z.B. durch getrocknete Limonade auf dem Boden läuft (wer Kinder hat, kennt das vermutlich.
Aufgrund der Empfehlung aus anderen Threads würden wir uns speziell sehr über eine fachliche Einschätzung von @KlaRa freuen.
Vielen Dank und beste Grüße
A
Allthewayup12.07.25 21:55In den 70er Fertighäuser war in den Vinyls häufig chrysotil (weißasbest) im Trägermaterial zu finden, so auch bei uns was eine Laborprobe bestätigte. Der Kleber sieht zu bräunlich aus. Asbest im Klebstoff würde ich in diesem Fall für eher unwahrscheinlich halten. Im Vinyl ist es durchaus denkbar. Warte die Probe ab und dann entscheide was du machst. Wegen der bisherigen Faserfreisetzung schließe ich mich Asbestosteron an. In jedem Kubikmeter Raumluft der uns umgibt lassen sich Fasern nachweisen bedingt durch menschliche Aktivität.
ypg schrieb:
Ich hoffe doch, dass Ihr sie fachgerecht entsorgt habt!
Dann wartet erst einmal ab, was das Labor Euch sagt. Wie lange soll das dauern?Wir sind mittlerweile ja recht tief in die Materie eingearbeitet und befolgen selbstverständlich auch die Vorgaben zur Entsorgung.
Ich werde die Probe am Montag an das Labor schicken, die Bearbeitungszeit nach Probeneingang soll dann normalerweise 2-3 Werktage betragen. Mit etwas Glück erhalten wir das Ergebnis also bis Ende nächster Woche. Solange müssen wir wohl noch zittern.
Im Zuge meiner Recherche bin ich zwischenzeitlich noch auf die Bauschadstoff-Dokumentation „Polludoc“ gestoßen. Dort findet sich unter „Einschichtige Bodenbeläge (in Bahnen)“ auch eine beispielhafte Abbildung von einem PVC-Bodenbelag, der unserem zum Verwechseln ähnlich sieht, mit der Beschreibung: „Faserarmierter PVC-Bodenbelag ohne Asbest“
Auch interessant ist die Information: „Auch Kleber die nicht auf Bitumen basieren (die also nicht schwarz sind), können Asbest enthalten, wenn auch viel seltener als bei Bitumenklebern.“
Ich denke, das gibt uns und hoffentlich auch allen Leidensgenossen erst einmal die ersehnte „leichte Entwarnung“. 🙂
Vielen Dank für eure Unterstützung und beste Grüße
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