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ᐅ Belüftung mit Wärmerückgewinnung?


Erstellt am: 03.10.2010 09:26

insgruene 03.10.2010 09:26
Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage zu dem System, wie es Schwörerhaus anbietet (auch auf deren HP beschrieben):

So wie ich das verstehe wird in Küche, Bad und WC die Luft abgesaugt, und im Wohn-und Schlafzimmer frische , durch die Abluft + Heizdrähte angewärmte Luft eingebracht.

Warme Luft kommt von oben.

Funktioniert das wirklich dass trotzdem die Küche und das Bad warm sind im Winter? Anscheinend wird dort ja keine warme Luft zugeführt, jedenfalls nicht direkt.

Und eigentlich dachte ich dass es am besten wäre wenn warme Luft von unten aus zugeführt wird, da kalte Luft ja am Boden bleibt.

Ist das die Gesamt- Umwälzung der Luft so gut dass das funktioniert?

Insgesamt scheint das System nur Luft-Luft-Wärmeübertragung zu nutzen, in Kombination mit elektrischer Heizung (die Differenz die noch nach dem Wärmetauscher gebraucht wird). Kann man den Anteil an Strombedarf nicht noch viel stärker durch eine Grundwasser-Wärmepumpe reduzieren, oder lohnt sich das in diesen Bereichen nicht mehr?

Ist dieses System eine Art Standard, oder werden in anderen Passivhäusern ganz andere Methoden eingesetzt?

Vielen Dank
insgruene

€uro 03.10.2010 14:41
Hallo,
insgruene schrieb:
..So wie ich das verstehe wird in Küche, Bad und WC die Luft abgesaugt, und im Wohn-und Schlafzimmer frische , durch die Abluft + Heizdrähte angewärmte Luft eingebracht.
Diese Querlüftung mit Überströmbereichen wird überwiegend bei Kontrollierte-Wohnraumlüftung verwendet. Der Unterschied hier jedoch: die gesamte Heizleistung wird über die Lüftung übertragen. Räume mit unterschiedlichem Temperaturniveau sind somit nur bedingt realisierbar. Zudem ist Luft eine schlechter "Energiebevorrater" bzw. "Transporteur". Das Ganze setzt entsprechend niedrige Heizlasten und eine sehr gute Planung/Dimensionierung voraus.
insgruene schrieb:
..Funktioniert das wirklich dass trotzdem die Küche und das Bad warm sind im Winter? Anscheinend wird dort ja keine warme Luft zugeführt, jedenfalls nicht direkt.
Die warme Luft kommt aus den Überströmbereichen. Ich plane bei solchen Anwendungen allerdings stets ZU- und Abluft pro Raum und keine Überströmbereiche!
insgruene schrieb:
..Und eigentlich dachte ich dass es am besten wäre wenn warme Luft von unten aus zugeführt wird, da kalte Luft ja am Boden bleibt.
Bei richtiger Planung des Gebäudes sind die Temperaturgradienten unerheblich, denn es ist ja kein Altbau mit schlecht gedämmten Fußböden, Wänden und Decken sowie Raumhöhen >>2,5 m.
insgruene schrieb:
..Ist das die Gesamt- Umwälzung der Luft so gut dass das funktioniert?
Bei richtiger Planung kann das funktionieren. Bei Fehlern wird es dagegen sehr unangenehm!
insgruene schrieb:
..Kann man den Anteil an Strombedarf nicht noch viel stärker durch eine Grundwasser-Wärmepumpe reduzieren, oder lohnt sich das in diesen Bereichen nicht mehr?
Kann man, ob sich der Aufwand lohnt, ist eher fraglich. Das lässt sich aber über den tatsächlichen Energiebedarf berechnen.
Warmwasser-Bereitung nicht vergessen!

v.g.

insgruene 03.10.2010 18:21
Vielen Dank!

Das klingt aber jetzt nicht so als ob dieses Konzept vertrauenswürdig wäre...

Wie funktioniert das denn bei anderen Passivhäusern?

In irgendeiner Art und Weise muss ich ja im Winter Energie zuführen. Was gibt es noch für Möglichkeiten und wer bietet da etwas Robustes an, das auch in Jahrhundertwintern nicht gleich zu massiven Stromrechnungen führt?

Viele Grüße
insgruene

€uro 03.10.2010 20:06
Hallo,
insgruene schrieb:
...Das klingt aber jetzt nicht so als ob dieses Konzept vertrauenswürdig wäre...
Mit Zu- u. Abluft pro Raum sowie exakter Planung ist das Grundprinzip durchaus realisierbar.
insgruene schrieb:
...
In irgendeiner Art und Weise muss ich ja im Winter Energie zuführen. Was gibt es noch für Möglichkeiten und wer bietet da etwas Robustes an, das auch in Jahrhundertwintern nicht gleich zu massiven Stromrechnungen führt?
Also das Haus oder den Anbieter würde ich mir nicht nur nach der Haustechnik aussuchen. Man kann auch ein traditionelles wassergeführtes Heizungssystem (Fußbodenheizung) in Verbindung mit einer Luftwärmepumpe verwenden. Es hängt alles von den konkreten Zahlen, z.B. der Heizlast ab. Im Übrigen wird hier die Leistungsanforderung der Warmwasser-Bereitung über der Heizlast liegen.
Im Zweifelsfall könnte man die Unterlagen/Berechnungen des Anbieters durch einen Fachmann überprüfen lassen ;-)

v.g.

insgruene 03.10.2010 21:35
Nur nach der Haustechnik nicht, aber schon auch 🙂

Ich wundere mich nur dass das dann Passivhaus heißt, da verstehe ich dann eigentlich etwas anderes drunter.

Bei Town & Country bieten sie Fußbodenheizung mit Grundwasser Wärmepumpe und Sonnenkollektoren auf dem Dach an, das geht dann schon eher in Richtung "passiv", zumindest nach meinem Verständnis.

Vielen Dank für deine Erklärungen!
insgruene

€uro 04.10.2010 12:09
insgruene schrieb:
...Ich wundere mich nur dass das dann Passivhaus heißt, da verstehe ich dann eigentlich etwas anderes drunter.
PH bedeutet eigentlich nur, dass wenig Primärenergie verbraucht wird. Zudem ist Primär- und Endenergie, die vom Verbraucher bezahlt werden muß, ein erheblicher Unterschied. 😉
insgruene schrieb:
..
Bei Town & Country bieten sie Fußbodenheizung mit Grundwasser Wärmepumpe und Sonnenkollektoren auf dem Dach an, das geht dann schon eher in Richtung "passiv", zumindest nach meinem Verständnis.
Vermutlich hat Town & Country weniger den Geldbeutel des Bauherren, als den eigenen im Fokus 😀

v.g.
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