ᐅ Sanierung Beton-Außentreppe aus 1910 sinnvoll?
Erstellt am: 18.08.25 21:22
Hallo,
wir haben eine Außentreppe aus 1910 (siehe Foto) mit 17 Stufen und einem Podest nach der 10. Stufe. Die gesamte Treppe ist desolat. 3 Treppen gebrochen und die Wange an der Außenseite bröselt ab. Ein Betonsanierer sagt auf den ersten Blick abreißen und neu bauen. Sanieren könnte er nur versuchen nach vorheriger Prüfung der Beschaffenheit/des Zustands des Betons. Der Baumeister meint Abriss und Neubau ist zu aufwendig und man sollte sie sanieren, auch weil die Optik nicht mehr so nachbaubar ist (Florentiner Profil).
Wir sind ratlos was hier der richtige Schritt ist. Totalabriss und Neubau scheint sehr aufwendig, auch weil die Stufen an das alte Haus angeschlossen sind und vermutlich auf einer Ziegelreihe aufliegen. Sanieren scheint auch schwierig, da man die Oberfläche nicht mehr homogen/schön kriegt und es nach Flickwerk aussieht.
Hat da jemand Erfahrungen/Empfehlungen?
Danke!

wir haben eine Außentreppe aus 1910 (siehe Foto) mit 17 Stufen und einem Podest nach der 10. Stufe. Die gesamte Treppe ist desolat. 3 Treppen gebrochen und die Wange an der Außenseite bröselt ab. Ein Betonsanierer sagt auf den ersten Blick abreißen und neu bauen. Sanieren könnte er nur versuchen nach vorheriger Prüfung der Beschaffenheit/des Zustands des Betons. Der Baumeister meint Abriss und Neubau ist zu aufwendig und man sollte sie sanieren, auch weil die Optik nicht mehr so nachbaubar ist (Florentiner Profil).
Wir sind ratlos was hier der richtige Schritt ist. Totalabriss und Neubau scheint sehr aufwendig, auch weil die Stufen an das alte Haus angeschlossen sind und vermutlich auf einer Ziegelreihe aufliegen. Sanieren scheint auch schwierig, da man die Oberfläche nicht mehr homogen/schön kriegt und es nach Flickwerk aussieht.
Hat da jemand Erfahrungen/Empfehlungen?
Danke!
Hi Sabine,
deine geschilderte Situation mit der alten Florentiner Treppe lässt sich tatsächlich nicht so einfach lösen, gerade wenn du auch die Optik erhalten willst. Beide Aussagen – Totalabriss oder Sanierung – haben ihre Berechtigung, aber am Ende führt die Entscheidung hauptsächlich über den Zustand des Betons und die Substanz unterhalb der Oberfläche. Das klassische „Abreißen ist billiger und schneller“ zieht bei bauhistorisch interessanten oder wertvollen Details selten, mit Betonsanierern bekommst du in der Regel nur technische Lösungen, nie ästhetische. Hat dir einer der beiden Betriebe denn schon mal eine genaue Analyse zur Statik und dem noch tragfähigen Bestand gemacht, zum Beispiel durch eine Freilegung oder Ultraschallmessung? Ohne das hätte niemand von denen eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Was die Sanierung betrifft, steht und fällt alles mit der Frage, wie viel Profil und Form noch zu retten ist, bevor der Mini-Gußauftrag die Florentinermuster endgültig „glatt” macht. Würdet ihr einen spezialisierten Handwerker für historische Betontreppen überhaupt finden, der euch ein Angebot zur teilweisen Rekonstruktion und Teil-Neubau machen könnte? Gerade wenn euch die stilistischen Details so wichtig sind, wäre das zumindest nochmal eine Anfrage wert – oder wünscht ihr euch im Zweifel ohnehin eine eher technische Lösung mit neuer Optik, weil die alte am Ende eh kaum zu halten ist?
Übrigens: Wurden die Schäden durch Tausalze oder eindringendes Wasser verursacht? Das wäre wichtig, bevor ihr überhaupt an Weiterverwendung denkt.
deine geschilderte Situation mit der alten Florentiner Treppe lässt sich tatsächlich nicht so einfach lösen, gerade wenn du auch die Optik erhalten willst. Beide Aussagen – Totalabriss oder Sanierung – haben ihre Berechtigung, aber am Ende führt die Entscheidung hauptsächlich über den Zustand des Betons und die Substanz unterhalb der Oberfläche. Das klassische „Abreißen ist billiger und schneller“ zieht bei bauhistorisch interessanten oder wertvollen Details selten, mit Betonsanierern bekommst du in der Regel nur technische Lösungen, nie ästhetische. Hat dir einer der beiden Betriebe denn schon mal eine genaue Analyse zur Statik und dem noch tragfähigen Bestand gemacht, zum Beispiel durch eine Freilegung oder Ultraschallmessung? Ohne das hätte niemand von denen eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Was die Sanierung betrifft, steht und fällt alles mit der Frage, wie viel Profil und Form noch zu retten ist, bevor der Mini-Gußauftrag die Florentinermuster endgültig „glatt” macht. Würdet ihr einen spezialisierten Handwerker für historische Betontreppen überhaupt finden, der euch ein Angebot zur teilweisen Rekonstruktion und Teil-Neubau machen könnte? Gerade wenn euch die stilistischen Details so wichtig sind, wäre das zumindest nochmal eine Anfrage wert – oder wünscht ihr euch im Zweifel ohnehin eine eher technische Lösung mit neuer Optik, weil die alte am Ende eh kaum zu halten ist?
Übrigens: Wurden die Schäden durch Tausalze oder eindringendes Wasser verursacht? Das wäre wichtig, bevor ihr überhaupt an Weiterverwendung denkt.
Danke für die ausführliche Antwort.
Mit einem Restaurator haben wir gesprochen. Er meinte er könnte es "restaurieren" um viel Geld... Nachdem wir aber bei einem alten Schloss eine restaurierte ähnliche Treppe gesehen haben, wollen wir das auch nicht, weil es doch deutlich zu erkennen ist wo die Stufen aufgestemmt und neuer Beton hineingegossen wurde. Die versuchen offenbar eine ähnliche Betonbeschaffenheit und Farbe hinzubekommen und flicken dann wo nötig.
Zu deinen Fragen:
Bei den gebrochenen Stufen handelt es sich um die letzten beiden Stufen vor der Wiese. Ich würde schätzen dass sich hier etwas gesetzt hat und die deshalb zu Bruch gegangen sind. Die dritte gebrochene Stufe ist unter dem Vordach. Auch hier vermute ich, dass der Schaden nicht durch eindringendes Wasser verursacht wurde.
Freilegung ´bzw. Ultraschall Messung hat keine stattgefunden. Allerdings sieht man gut hin auf die Unterseite der Stufen und die sieht rein optisch noch ziemlich gut aus.
Es gibt fertige Florentiner-Stufen einzeln zu kaufen, ich weiß allerdings nicht ob man die für eine Treppe mit so vielen Stufen verwenden kann oder ob die nicht nur für eine 3-stufige-Gartentreppe oder so sind... Außerdem müsste man eine Unterkonstruktion bauen und diese fertigen Stufen dann irgendwie aufsetzen. Keine Ahnung ob sowas überhaupt geht.
Mit einem Restaurator haben wir gesprochen. Er meinte er könnte es "restaurieren" um viel Geld... Nachdem wir aber bei einem alten Schloss eine restaurierte ähnliche Treppe gesehen haben, wollen wir das auch nicht, weil es doch deutlich zu erkennen ist wo die Stufen aufgestemmt und neuer Beton hineingegossen wurde. Die versuchen offenbar eine ähnliche Betonbeschaffenheit und Farbe hinzubekommen und flicken dann wo nötig.
Zu deinen Fragen:
Bei den gebrochenen Stufen handelt es sich um die letzten beiden Stufen vor der Wiese. Ich würde schätzen dass sich hier etwas gesetzt hat und die deshalb zu Bruch gegangen sind. Die dritte gebrochene Stufe ist unter dem Vordach. Auch hier vermute ich, dass der Schaden nicht durch eindringendes Wasser verursacht wurde.
Freilegung ´bzw. Ultraschall Messung hat keine stattgefunden. Allerdings sieht man gut hin auf die Unterseite der Stufen und die sieht rein optisch noch ziemlich gut aus.
Es gibt fertige Florentiner-Stufen einzeln zu kaufen, ich weiß allerdings nicht ob man die für eine Treppe mit so vielen Stufen verwenden kann oder ob die nicht nur für eine 3-stufige-Gartentreppe oder so sind... Außerdem müsste man eine Unterkonstruktion bauen und diese fertigen Stufen dann irgendwie aufsetzen. Keine Ahnung ob sowas überhaupt geht.
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