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ᐅ Altbau 1956 - Was für ein Estrich? Schadstoffe?


Erstellt am: 09.01.16 13:01

P
pascal910
09.01.16 13:01
Hallo,

vielleicht kann mir jemand helfen, wir sind bei der Renovierung eines Altbaus von 1956 und müssen uns noch überlegen, wie wir mit dem vorhandenen Estrich vorgehen.
Da ein Kamin entfernt wurde und in 2 Etagen jetzt entsprechend etwa 1m² fehlt (jetzt nur noch Betonboden), müssen wir überlegen, ob und wie wir den vorhandenen Estrich irgendwie weiter nutzen können.
An sich würden wir das auch gerne tun, allerdings müssten wir dazu erst einmal wissen, um was für einen Fußbodenaufbau es sich handelt.

Beschreibung des Aufbaus von oben nach unten:
- ~1mm rötliche dünne Schicht, sieht aus wir Epoxidharz (sieht man auf den Fotos nicht - liegt unterm PVC)
- 10mm schwarze feste Schicht
- 10mm schwarze Schicht, die sich etwas nachgibt - irgendwie etwas weicher. Es bröselt schon bei leichter Berührung (siehe erstes Foto)
- Sandschicht

Meinen Recherchen nach könnte es Gussasphalt sein, aber ich frage mich, um was es sich bei dieser bröseligen weicheren Schicht handeln könnte?
Weiß außerdem jemand etwas über den PAK-Gehalt von solchen Böden? Hat das noch was mit dem Teergehalt zu tun? Ließe sich dieser "versiegeln" und weiterverwenden?
Es riecht überhaupt nicht nach Teer und in Verbindung mit einem Lösungsmittel (Spiritus) ergibt sich keine "braune Suppe"
(diesen Tipp zur Feststellung hat mir der hiesige Entsorgungsbetrieb gegeben).


Nahaufnahme einer schmutzigen Betonstufe mit schwarzer Ablagerung und Staub.



Nahaufnahme einer Spalte zwischen Betonboden und Holzoberfläche mit Staub und dunkler Dichtung.


Verbrannter schwarzer Block aus Stein/Backstein vor einer rauen Steinwand, rußig und staubig.


Für Ideen oder Antworten bin ich sehr dankbar
Y
ypg
09.01.16 22:04
Hallo, ich kann mit Handy leider nicht verlinken, aber schau doch mal in der gleichen Forumskategorie einen Beitrag/Thema unter Dir - dort ist der gleiche Belag abgehandelt
W
wpic
09.01.16 22:54
Aufbau und Schichtdicke lassen mich eher an einen Steinholz- bzw. Magnesiaestrich denken. Bis in die 50er Jahre wurde der Estrich meist zweischichtig als Nutzestrich eingebaut. Er bestand aus einer unteren Füllschicht – bestehend aus Magnesia ("Sorelzement") mit organischen Füllstoffen (Sägespäne, Sägemehl, Korkmehl) – und einer Nutzschicht im Verbund, meist ca. 1 cm dick, aus Magnesia mit anorganischen (z.B. Sand) oder nur geringen organischen Anteilen. Die Nutzschicht wurde meist eingefärbt und anschließend behandelt, z.B. mit Bohnerwachs. Dieser prinzipielle Aufbau ähnelt dem, den Deine Fotos zeigen.

Der Steinholzestrich ist im Grunde eine schöne Sache: er ist sehr leicht, fußwarm und hat nur eine geringe Aufbauhöhe. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, das er auf Grund seiner chemischen Zusammensetzung in Verbindung mit Feuchtigkeit stark korrosiv wirkt und viele Metalle angreift. Durch den hohen Anteil organischer Zuschlagstoffe quillt er bei einem Feuchteeintrag stark auf.

Bei einer Sanierung muß deshalb das Eindringen von Feuchtigkeit -auch durch die Beschichtungsmasse- durch eine vorbeugende Beschichtung z.B. ein Epoxidharz geschützt werden. Wie sehr wahrscheinlich in Deinem Fall.

Wenn es ein Steinholzestrich ist, er einen guten Verbund mit dem Untergrund hat und weitestgehend eben ist, könnte er verbleiben. Sollte er saniert und mit einem anderen Bodenbelag versehen werden, ist erst einmal eine Voruntersuchung notwendig, um passende Materialien und eine geeignete Vorgehensweise zu finden. Fachbetriebe, die solche Estriche einschätzen und bearbeiten können, sind ziemlich rar. Ich rate auf jeden Fall davon ab, ohne diese Voruntersuchungen mit einer wir auch immer gearteten Selbst-Sanierung nach einem spontanen Sanierungskonzept, mit Baumarktmaterialien zu beginnen. Sonst: siehe Folgeschäden.
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