ᐅ Optimierung der Heizungsanlage nach Hydraulischem Ausgleich möglich?
Erstellt am: 13.05.21 15:19
K
kati1337
Moin zusammen!
Ich stoße an Themengebiete in denen ich noch sehr wenig Wissen aufgebaut habe, aber mich nun damit beschäftigen muss.
Grundlegend: Wir haben eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Tecalor THZ 504) und eine Fußbodenheizung.
Unser Heizungsbauer hat vor Hausübergabe einen "hydraulischen Abgleich" gemacht, da gibt es auch Unterlagen dazu und das war wohl auch relevant für die KFW.
Daher meinte der Berater des Sanitär auch mal zu uns, dass wir selbst an der Heizungsanlage eigentlich nichts ändern sollten / dürften (?), weil das ja Grundlage für die KFW Förderung war.
Nun leben wir ja aber in diesem Haus und haben in der Praxis ein paar kleinere Wehwehchen mit der Heizung.
Insgesamt war in den kalten Monaten die Temperatur im Haus angenehm. Seit es ins Frühjahr geht ist es mir im Haus leicht zu warm. Soweit ich weiß muss man da etwas an der "Kurve" einstellen. Einfach die Temperatur runterzuregeln wäre glaube ich nicht sinnvoll weil die Wärmepumpe anhand der Außentemperatur die Raumtemperatur steuert, und wenn sie im Winter okay war gehe ich eher davon aus, dass etwas in diesem Verhältnis nicht passt. Wenn ich jetzt die Temperatur selbst runterregele, dann muss ich sie wenn's Kälter wird auch wieder hochdrehen, irgendwie scheint mir das nicht sinnig.
Ferner ist es uns im OG im Bad dauernd zu kalt (deutlich), und im Schlafzimmer zu warm (ein bisschen).
Das hängt damit zusammen, dass wir die Raumthermostate nach Absprache mit dem Heizungsbauer immer voll aufdrehen (alles andere wäre Energieverschwendung, sagte man uns auch hier im Forum), außerdem klicken die Dinger sonst ständig und das nervt (vor allem Nachts). Im Bad kommt selbst voll aufgedreht einfach nicht genug wärme an für mein Gefühl. Im Schlafzimmer wird's schnell zu warm, wir schlafen eh lieber eher kühl.
Gibt es eine Möglichkeit wie wir das anpassen können, dass es im Bad wärmer und im Schlafzimmer nicht mehr so warm wird, ohne an den Thermostaten zumzudrehen? Also das an der Verteilung zu verändern?
Und dürfen wir das machen trotz, dass der hydraulische Abgleich durchgeführt wurde? (ich weiß gar nicht so wirklich was das bedeutet).
Ich habe auch in der Dokumentation die ich vor kurzem bekommen habe einen Planungshinweis der ausführenden Firma für die Fußbodenheizung gefunden wo steht " Minderleistung" für's Bad von 49W, für die zusätzliche Heizflächen nötig seien. :/ Diese haben wir allerdings nicht. Wir haben in der Bemusterung den Handtuchheizkörper aussortiert, mit der Begründung, dass der eh nicht richtig warm wird bei oft unter 30°C Vorlauftemperatur.
Was wir dabei nicht bedacht und gewusst haben war, dass der uns vermutlich geholfen hätte das Bad insgesamt weiter hoch zu heizen.
Ich stoße an Themengebiete in denen ich noch sehr wenig Wissen aufgebaut habe, aber mich nun damit beschäftigen muss.
Grundlegend: Wir haben eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Tecalor THZ 504) und eine Fußbodenheizung.
Unser Heizungsbauer hat vor Hausübergabe einen "hydraulischen Abgleich" gemacht, da gibt es auch Unterlagen dazu und das war wohl auch relevant für die KFW.
Daher meinte der Berater des Sanitär auch mal zu uns, dass wir selbst an der Heizungsanlage eigentlich nichts ändern sollten / dürften (?), weil das ja Grundlage für die KFW Förderung war.
Nun leben wir ja aber in diesem Haus und haben in der Praxis ein paar kleinere Wehwehchen mit der Heizung.
Insgesamt war in den kalten Monaten die Temperatur im Haus angenehm. Seit es ins Frühjahr geht ist es mir im Haus leicht zu warm. Soweit ich weiß muss man da etwas an der "Kurve" einstellen. Einfach die Temperatur runterzuregeln wäre glaube ich nicht sinnvoll weil die Wärmepumpe anhand der Außentemperatur die Raumtemperatur steuert, und wenn sie im Winter okay war gehe ich eher davon aus, dass etwas in diesem Verhältnis nicht passt. Wenn ich jetzt die Temperatur selbst runterregele, dann muss ich sie wenn's Kälter wird auch wieder hochdrehen, irgendwie scheint mir das nicht sinnig.
Ferner ist es uns im OG im Bad dauernd zu kalt (deutlich), und im Schlafzimmer zu warm (ein bisschen).
Das hängt damit zusammen, dass wir die Raumthermostate nach Absprache mit dem Heizungsbauer immer voll aufdrehen (alles andere wäre Energieverschwendung, sagte man uns auch hier im Forum), außerdem klicken die Dinger sonst ständig und das nervt (vor allem Nachts). Im Bad kommt selbst voll aufgedreht einfach nicht genug wärme an für mein Gefühl. Im Schlafzimmer wird's schnell zu warm, wir schlafen eh lieber eher kühl.
Gibt es eine Möglichkeit wie wir das anpassen können, dass es im Bad wärmer und im Schlafzimmer nicht mehr so warm wird, ohne an den Thermostaten zumzudrehen? Also das an der Verteilung zu verändern?
Und dürfen wir das machen trotz, dass der hydraulische Abgleich durchgeführt wurde? (ich weiß gar nicht so wirklich was das bedeutet).
Ich habe auch in der Dokumentation die ich vor kurzem bekommen habe einen Planungshinweis der ausführenden Firma für die Fußbodenheizung gefunden wo steht " Minderleistung" für's Bad von 49W, für die zusätzliche Heizflächen nötig seien. :/ Diese haben wir allerdings nicht. Wir haben in der Bemusterung den Handtuchheizkörper aussortiert, mit der Begründung, dass der eh nicht richtig warm wird bei oft unter 30°C Vorlauftemperatur.
Was wir dabei nicht bedacht und gewusst haben war, dass der uns vermutlich geholfen hätte das Bad insgesamt weiter hoch zu heizen.
T
T_im_Norden15.05.21 14:07Die Verschiebung wäre ja nur für die Übergangszeit, wenn es wieder kälter wird stellst du das zurück.
Die 20 Grad der Wärmepumpe ist ein fiktiver Wert da Sie die Temperatur in den Räumen nicht kennt.
Dieser Wert wird von der Wärmepumpe intern benutzt um die Vorlauftemperatur bzw. die Rücklauftemperatur
Im Verhältnis zur Außentemperatur anzupassen.
Sind die L/M Angaben am Verteiler abgelesen oder aus den Dokumenten ?
„Ich weiß aber nicht wie das erreicht werden soll, da wir eine einzige Temperatur eingestellt haben an der Wärmepumpe (die steht aktuell auf 20°C).“
Die unterschiedlichen Temperaturen für Räume werden bei gleichbleibenden Vorlauftemperatur durch die Menge des durchlaufenden Wasser erreicht.
Räume die wärmer werden soll brauchen mehr Wasser, andere weniger.
Die Temperatur an der Wärmepumpe ist nicht die zu erwartende Raumtemperatur (siehe oben).
https://www.hausbau-forum.de/threads/zentraler-raumtemperaturregler-fuer-err-der-fbh.35503/page-7#post-417306
Die 20 Grad der Wärmepumpe ist ein fiktiver Wert da Sie die Temperatur in den Räumen nicht kennt.
Dieser Wert wird von der Wärmepumpe intern benutzt um die Vorlauftemperatur bzw. die Rücklauftemperatur
Im Verhältnis zur Außentemperatur anzupassen.
Sind die L/M Angaben am Verteiler abgelesen oder aus den Dokumenten ?
„Ich weiß aber nicht wie das erreicht werden soll, da wir eine einzige Temperatur eingestellt haben an der Wärmepumpe (die steht aktuell auf 20°C).“
Die unterschiedlichen Temperaturen für Räume werden bei gleichbleibenden Vorlauftemperatur durch die Menge des durchlaufenden Wasser erreicht.
Räume die wärmer werden soll brauchen mehr Wasser, andere weniger.
Die Temperatur an der Wärmepumpe ist nicht die zu erwartende Raumtemperatur (siehe oben).
https://www.hausbau-forum.de/threads/zentraler-raumtemperaturregler-fuer-err-der-fbh.35503/page-7#post-417306
D
Daniel-Sp15.05.21 14:12Dann mach mal bitte ein Bild vom Heizkreisverteiler.
Unterschiedliche Temperaturen in den Zimmern erreichst du durch unterschiedliche Durchflüsse.
Du kannst die Durchflüsse auch am Heizkreisverteiler einstellen. Reduzier den Durchfluss am HKV für das Schlafzimmer, dann kannst du den Raumfühler weiter auf max. stehen lassen.
Vielleicht kannst du auch ein bisschen mehr Fluss im Bad über den HKV geben.
Dann bist du aber schon mitten im thermischen Abgleich. Die ideale Zeit hierfür ist eigentlich vorbei, aber ein bisschen Regulierung im Schlafzimmer geht trotzdem noch.
Unterschiedliche Temperaturen in den Zimmern erreichst du durch unterschiedliche Durchflüsse.
Du kannst die Durchflüsse auch am Heizkreisverteiler einstellen. Reduzier den Durchfluss am HKV für das Schlafzimmer, dann kannst du den Raumfühler weiter auf max. stehen lassen.
Vielleicht kannst du auch ein bisschen mehr Fluss im Bad über den HKV geben.
Dann bist du aber schon mitten im thermischen Abgleich. Die ideale Zeit hierfür ist eigentlich vorbei, aber ein bisschen Regulierung im Schlafzimmer geht trotzdem noch.
kati1337 schrieb:
Ich habe auch in der Dokumentation die ich vor kurzem bekommen habe einen Planungshinweis der ausführenden Firma für die Fußbodenheizung gefunden wo steht " Minderleistung" für's Bad von 49W, für die zusätzliche Heizflächen nötig seien. :/ Diese haben wir allerdings nicht. Wir haben in der Bemusterung den Handtuchheizkörper aussortiert, mit der Begründung, dass der eh nicht richtig warm wird bei oft unter 30°C Vorlauftemperatur.
Was wir dabei nicht bedacht und gewusst haben war, dass der uns vermutlich geholfen hätte das Bad insgesamt weiter hoch zu heizen.Das stimmt. Ich habe auch schon häufig gelesen, dass Bäder Probleme bereiten, da unter Wanne und Dusche schon keine Fußbodenheizung verläuft und somit die heizende Fläche für das Raumvolumen sehr klein ist. Teils (so auch bei mir) gibt es noch Luftabzugsvorrichtungen, die natürlich die kühlere Luft der angrenzenden Räume ins Bad zieht.
Aber der 1,8 m hohe Handtuchheizkörper ohne aktive Heizpatrone bringt bei uns selbst bei vergleichsweise etwas höherer Vorlauftemperatur gefühlt kaum etwas. Der angenehmste Effekt entsteht erst durch die uns empfohlene und mit beauftragte Heizpatrone (600 W). Klar, das kostet dann fast 0,2 € pro Stunde (mit fühlbarem Effekt nach 10-15 Minuten), während die nötige Vorlauftemperatur für ein ähnlich angenehm temperiertes Bad auch etwas kosten würde.
D
Deliverer20.05.21 12:29Wenn Dir in der Übergangszeit zu warm ist, musst Du, wie weiter oben erwähnt, die Heizkurve steiler einstellen.
Die Kurve zeigt unten links die geringste Vorlauftemperatur bei der höchsten Außentemperatur (AT) (bevor die Heizung abschaltet). Und oben rechts zeigt die Kurve die höchste Vorlauftemperatur. bei geringster Außentemperatur (NAT).
Um das jetzt steiler zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Je nach Wärmepumpe kannst Du alle oder nur manche Werte verändern:
1: Du kannst Die Sockeltemperatur herabsetzen. Die Vorlauftemperatur, bei der die Heizung anfängt zu heizen. Vorher: 18° AT = 25° Vorlauftemperatur, nachher: 18° AT = 23° Vorlauftemperatur
(Ggf. kannst Du auch die Start-AT verringern. D.h. die Heizung heizt erst bei kälteren Temperaturen. Bleibt die Vorlauftemperatur gleich, wird auch dadurch die Kurve steiler)
2: Du kannst gleich die "Steilheit" deiner Kurve einstellen. Beim Neubau liegt der Wert irgendwo um 0,6. Das stellst Du dann halt erstmal auf 0,7. Da dadurch aber meistens die Endtemperaturen geändert werden, musst Du im Anschluss eine Parallelverschiebung nach unten durchführen. Wahrscheinlich durch das herabsetzen der Vorlauftemperatur bei Start und End-AT. Manchmal gibt es auch offsets, die Du verändern kannst.
(Ich bin kein Fachmann und habe das selber erst zweimal gemacht. Wenn ich irgendwo die Vorzeichen vertauscht habe oder falsche Begriffe verwende, korrigiert mich bitte!)
Zum Bad: Das ist immer so ne Sache. Die 49 Watt Unterdeckung sind kein Problem, da ja mit einer höheren Raumtemperatur gerechnet wurde, als für die anderen Räume. Auch damit sollte - nach erfolgreichem Abgleich - die Temperatur im Bad spürbar über der der anderen Räume liegen. Wenn das nicht so ist, zuerst sicherstellen, dass das Bad den maximalen Durchfluss kriegt. ERR am besten abschrauben und von Hand im Verteilerkasten maximalen Durchfluss aufs Bad geben.
Hat das Bad schon maximalen Durchfluss, gibt es nur einen sauren Apfel: Dann muss die Heizkurve insgesamt angehoben werden. Und gleichzeitig ALLE anderen Räume leicht (von Hand am Verteilerkasten) eingedrosselt werden, bis da die Temperaturen wieder stimmen.
Aber du betreibst dann deine Wärmepumpe einige Prozentpunkte ineffizienter (da wärmer), verbrauchst also ordentlich mehr Strom, nur, damit Du für 30 Minuten am Tag etwas mehr Kuschelgefühl hast. Würde ich also nicht machen. Das Nachrüsten von einem kleinen Infrarotstrahler, der nur bei Nutzung des Bades eingeschaltet wird, wäre sinnvoller.
Was mir noch einfällt: Wird das Bad vielleicht stärker gelüftet? Durch eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung, oder häufiges Kippfenster? Oder steht die Tür immer offen? Beides senkt natürlich die Temperatur auch dann, wenn die Heizung eigentlich richtig eingestellt ist...
Noch was: Da Du die ERR nicht nutzt (was gut ist) würde ich sie stromlos schalten oder gleich ganz demontieren.
Die Kurve zeigt unten links die geringste Vorlauftemperatur bei der höchsten Außentemperatur (AT) (bevor die Heizung abschaltet). Und oben rechts zeigt die Kurve die höchste Vorlauftemperatur. bei geringster Außentemperatur (NAT).
Um das jetzt steiler zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Je nach Wärmepumpe kannst Du alle oder nur manche Werte verändern:
1: Du kannst Die Sockeltemperatur herabsetzen. Die Vorlauftemperatur, bei der die Heizung anfängt zu heizen. Vorher: 18° AT = 25° Vorlauftemperatur, nachher: 18° AT = 23° Vorlauftemperatur
(Ggf. kannst Du auch die Start-AT verringern. D.h. die Heizung heizt erst bei kälteren Temperaturen. Bleibt die Vorlauftemperatur gleich, wird auch dadurch die Kurve steiler)
2: Du kannst gleich die "Steilheit" deiner Kurve einstellen. Beim Neubau liegt der Wert irgendwo um 0,6. Das stellst Du dann halt erstmal auf 0,7. Da dadurch aber meistens die Endtemperaturen geändert werden, musst Du im Anschluss eine Parallelverschiebung nach unten durchführen. Wahrscheinlich durch das herabsetzen der Vorlauftemperatur bei Start und End-AT. Manchmal gibt es auch offsets, die Du verändern kannst.
(Ich bin kein Fachmann und habe das selber erst zweimal gemacht. Wenn ich irgendwo die Vorzeichen vertauscht habe oder falsche Begriffe verwende, korrigiert mich bitte!)
Zum Bad: Das ist immer so ne Sache. Die 49 Watt Unterdeckung sind kein Problem, da ja mit einer höheren Raumtemperatur gerechnet wurde, als für die anderen Räume. Auch damit sollte - nach erfolgreichem Abgleich - die Temperatur im Bad spürbar über der der anderen Räume liegen. Wenn das nicht so ist, zuerst sicherstellen, dass das Bad den maximalen Durchfluss kriegt. ERR am besten abschrauben und von Hand im Verteilerkasten maximalen Durchfluss aufs Bad geben.
Hat das Bad schon maximalen Durchfluss, gibt es nur einen sauren Apfel: Dann muss die Heizkurve insgesamt angehoben werden. Und gleichzeitig ALLE anderen Räume leicht (von Hand am Verteilerkasten) eingedrosselt werden, bis da die Temperaturen wieder stimmen.
Aber du betreibst dann deine Wärmepumpe einige Prozentpunkte ineffizienter (da wärmer), verbrauchst also ordentlich mehr Strom, nur, damit Du für 30 Minuten am Tag etwas mehr Kuschelgefühl hast. Würde ich also nicht machen. Das Nachrüsten von einem kleinen Infrarotstrahler, der nur bei Nutzung des Bades eingeschaltet wird, wäre sinnvoller.
Was mir noch einfällt: Wird das Bad vielleicht stärker gelüftet? Durch eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung, oder häufiges Kippfenster? Oder steht die Tür immer offen? Beides senkt natürlich die Temperatur auch dann, wenn die Heizung eigentlich richtig eingestellt ist...
Noch was: Da Du die ERR nicht nutzt (was gut ist) würde ich sie stromlos schalten oder gleich ganz demontieren.
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