ᐅ Austausch Öl-Heizung gegen Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und Holz-Heizung
Erstellt am: 02.06.22 13:21
E
Ebedi22
Hallo, wir haben vor, das Untergeschoss unseres Hauses zu sanieren, aktueller Zustand:
Zusätzlich überlege ich noch, eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung in Eigenleistung einzubauen (Raumklima, Feuchtigkeit), und eine Holzheizung für den Winter (evtl. Holzvergaser oder den alten ineffizienten Kamin im Wohnzimmer durch was Effizientes zu ersetzen), an Stückholz kommen wir quasi kostenlos (müssen es nur "machen" und herschaffen).
Ich konnte zu dieser Thematik unter anderem hier im Forum einiges in Erfahrung bringen, es haben sich für mich aber auch neue Fragen ergeben:
- zweistöckiges Haus (Wohnfläche ca. 243m², BJ 1977) mit Flachdach (Dach vor ein paar Jahren erneuert und gedämmt)
- im EG Fußbodenheizung (von Anfang an), im UG Heizkörper
- das Untergeschoss liegt halb im Hang, davon wird bisher nur ein Raum als Büro aktiv genutzt, dieser wird dafür unter der Woche geheizt, der Rest ist unbeheizt
- Heizung und Warmwassererzeugung durch Öl (Jahresverbrauch ca. 2000l/Jahr; der Energieberater hat unabhängig davon einen Endenergieverbrauch 39.500 kWh/a bzw. Primärenergiebedarf 191 kWh/(m²a) berechnet)
- im EG wurden schon fast alle Fenster in den vergangenen Jahren nach und nach ausgetauscht
- Dämmung Außenwand inklusive neuer Fenster im UG (evtl Innendämmung der Wand, die im Hang liegt)
- Dämmung Boden UG, Austausch der Heizkörper durch eine Fußbodenheizung
- Austausch der Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
- das führt laut Energieberater zu: Flächenbezogener Primärenergiebedarf 49 kWh/(m²a), erwarteter Endenergieverbrauch 9.700 kWh/a
Zusätzlich überlege ich noch, eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung in Eigenleistung einzubauen (Raumklima, Feuchtigkeit), und eine Holzheizung für den Winter (evtl. Holzvergaser oder den alten ineffizienten Kamin im Wohnzimmer durch was Effizientes zu ersetzen), an Stückholz kommen wir quasi kostenlos (müssen es nur "machen" und herschaffen).
Ich konnte zu dieser Thematik unter anderem hier im Forum einiges in Erfahrung bringen, es haben sich für mich aber auch neue Fragen ergeben:
- Ich lese hier immer wieder, dass eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung am besten ohne Speicher betrieben werden sollte. Die Gründe dafür sind für mich plausibel, allerdings stellt sich mir die Frage nach der konkreten Umsetzung. In meinen Angeboten der Heizis sind Speicher mit drin (wird wohl vom jeweiligen Wärmepumpe-Hersteller so vorgegeben). Da ich nicht vom Fach bin und da keine Installation gegen die Angaben der Hersteller druchdrücken kann/will (falls mal was ist, könnte das auf mich zurcükfallen), stellt sich mir die Frage, gibt es Wärmepumpe-Hersteller, die keinen Speicher vorschreiben? Oder generell, wie machen das die "Kein-Speicher-Verfechter" bei sich zuhause?
- Ein Heizi hat großzügig eine 18kW-Wärmepumpe angeboten, ein anderer 12kW. Mit dem bisherigen Verbrauch von 2000l Heizöl sollten ja aber irgendwas im Bereich von 8kW ausreichend sein, vor allem in Verbindung mit der Holzheizung, oder?
- Die "alte" Fußbodenheizung im EG hat relativ große Verlegeabstände (man spürt warme und kalte Stellen). Die neu zu verlegende Fußbodenheizung im UG soll natürlich enger verlegt werden (bessere Wärmeübertragung -> niedrigere Vorlauf-Temperaturen). Die beheizten Bodenflächen sind etwa gleich groß. Können sich daraus Probleme ergeben, zum Beispiel mit Drücken, Durchflüssen, oder dass die alte Fußbodenheizung die Vorlauf-Temperatur unnötig in die Höhe treibt? Falls ja, was wären geeignete Maßnahmen?
- Bis die Kinder alt genug sind, um ins UG zu ziehen, wird die nächsten Jahre dort weiterhin nur das Büro geheizt werden müssen. Ist es aus Energiespargründen sinnvoll/möglich, die Heizung erst einmal hydraulisch/thermisch so abzugleichen, dass es im UG (eventuell mit Ausnamhme des Büros) etwas kühler ist und wenn die Kinder dann unten wohnen, einen erneuten Abgleich zu machen (der dann auch mit zukünftigen energetischen Maßnahmen im EG zusammenfallen kann)?
- Besteht Gefahr für die Wärmepumpe, wenn die alte Fußbodenheizung direkt angeschlossen wird (Korrosion, irgendwelche Materialien, die heute nicht mehr verwendet werden etc.)?
- Das Bad im EG hat Fußbodenheizung, wird dadurch aber nicht warm genug, wenn die Kinder baden. Bisher bekommen wir das hin, indem wir dafür den Handtuchhalter rechtzeitig vorher aufdrehen, der ist an den Hochtemperaturheizkreis im UG angeschlossen. Dieser fällt aber dann ja weg. Kann der Handtuchhalter dafür an den Warmwasserkessel angeschlossen werden (natürlich entsprechend dimensionniert, evtl als Kombikessel, wollen sowieso eine Frischwasserstation o.Ä. für Wamwasser). Ist sowas soinnvoll oder überhaupt zulässig? Hätte den Vorteil, dass die Wärmepumpe für das "normale" Heizen effizienter laufen könnte und nur für den Sonderfall Kinder Baden kurzzeitig ein höheres Temperaturniveau bereitstellen muss. Falls nicht, andere Ideen?
- Welche (Stückholz-) Heizung ist in diesem Fall empfehlenswert? Holzvergaser im Keller oder ein neuer Ofen im Wohnzimmer? So wie ich das sehe:
- Vorteile Holzvergaser: Wärme kann über Heizung oder für Warmwasser im ganzen Haus genutzt und eventuell Förderung möglich
- Vorteile Ofen im Wohnzimmer: günstiger in der Anschaffung, funktioniert auch bei Stromausfall, hat den "Gemütlichkeitsfaktor".
- Nachteil Wohnzimmerofen: Wärme nur lokal verfügbar und nicht für (mit Wärmepumpe) weniger effiziente Warmwasser-Erzeugung -> ist hier im Winter überhaupt mit einem spürbaren (Strom-) Einspareffekt zu rechnen, oder verpufft der, weil ich das restliche Haus und das Warmwasser ja weiterhin mit der Wärmepumpe heizen muss und es nur im Wohnzimmer dann etwas wärmer ist?
D
Deliverer02.07.22 08:49Das ist einfach: Die klassischen Luft-Luft-Wärmepumpen ("Klimaanlagen") sind quasi immer zu groß. Da kann man nichts machen, weil es einfach nicht unter 2 kW geht. Und selbst im unsanierten Altbau hat höchstens ein riesiges Wohnzimmer 2 kW Wärme- oder Kühlleistungsbedarf.
Zum Thema Heiz-Kühllast: Theoretisch sind die gleich. Aber nur, wenn delta T gleich wäre. Und in Deutschland sind im Winter halt 30° Unterschied zwischen draußen und drinnen und im Sommer 15. Nur zum Kühlen könnte man also noch kleiner dimensionieren. Gibts nur nicht.
Deine Vermutung ist übrigens richtig: Mehrere Einzelgeräte (Singlesplit) sind günstiger, effizienter und redundanter als ein Multisplit-Gerät. Der einzige Nachteil ist die höhere Zahl an Außengeräten.
Wenn Du damit heizen willst, solltest du darauf achten, dass die Geräte auch wirklich bis -15 oder -20° runter kommen. Da gibt es oft spezielle "arctic"-Versionen der Hersteller. Außerdem sind Truhengeräte beim Heizen leiser, da sie die Warme Luft am Boden auslassen und sie daher nicht erst nach unten pusten müssen. Dafür haben sie halt beim Kühlen Komfortnachteile.
Zum Thema Heiz-Kühllast: Theoretisch sind die gleich. Aber nur, wenn delta T gleich wäre. Und in Deutschland sind im Winter halt 30° Unterschied zwischen draußen und drinnen und im Sommer 15. Nur zum Kühlen könnte man also noch kleiner dimensionieren. Gibts nur nicht.
Deine Vermutung ist übrigens richtig: Mehrere Einzelgeräte (Singlesplit) sind günstiger, effizienter und redundanter als ein Multisplit-Gerät. Der einzige Nachteil ist die höhere Zahl an Außengeräten.
Wenn Du damit heizen willst, solltest du darauf achten, dass die Geräte auch wirklich bis -15 oder -20° runter kommen. Da gibt es oft spezielle "arctic"-Versionen der Hersteller. Außerdem sind Truhengeräte beim Heizen leiser, da sie die Warme Luft am Boden auslassen und sie daher nicht erst nach unten pusten müssen. Dafür haben sie halt beim Kühlen Komfortnachteile.
So, der Sanitär hat jetzt gemeint, die alte Fußbodenheizung (OG) kann nicht direkt an die Wärmepumpe angeschlossen werden, es besteht die Gefahr, dass die Pumpe dabei Schaden nimmt. Wenn ich es recht verstanden habe, müsste das dann über einen Wärmetauscher angeschlossen werden. Finde ich nicht optimal, weil da ja auch ein gewisser Temperaturunterschied auf der Strecke bleibt, aber da ich ja auch nicht riskieren will, dass die Wärmepumpe dadurch Schaden nimmt, würde ich da in den sauren Apfel beißen...oben kann ich mit einer geringeren Vorlauftemperatur auch eher leben, weil noch andere Heizmöglichkeiten und solare Errträge zur Verfügung stehen.
Die Frage, die mich mehr beschäftigt ist: was bedeutete das für das restliche System? Wäre es dann trotzdem noch möglich, die neue Fußbodenheizung (UG) und den Wärmetauscher direkt an die Wärmepumpe zu hängen, ohne Pufferspeicher (bzw. maximal einen kleinen im Rücklauf) und somit zumindest diesen Teil effizient zu betreiben? Oder sprechen da hydraulische oder sonstige Gründe dagegen (ich hab keine Ahnung, wie sich so ein Wärmetauscher auf das Gesamtsystem auswirken würde)?
Die Frage, die mich mehr beschäftigt ist: was bedeutete das für das restliche System? Wäre es dann trotzdem noch möglich, die neue Fußbodenheizung (UG) und den Wärmetauscher direkt an die Wärmepumpe zu hängen, ohne Pufferspeicher (bzw. maximal einen kleinen im Rücklauf) und somit zumindest diesen Teil effizient zu betreiben? Oder sprechen da hydraulische oder sonstige Gründe dagegen (ich hab keine Ahnung, wie sich so ein Wärmetauscher auf das Gesamtsystem auswirken würde)?
Was hat er denn genau als Begründung genannt? Es kann durchaus sein, dass es ohne weitere Maßnahmen Probleme geben kann. Dann wird es aber meiner laienhaften Auffassung nach zu Problemen mit der Effizienz und evtl der minimalen Fördermenge.
Ich kenne noch die Möglichkeit der Installation von Microblasenabscheider und einen Schlammabscheider. Und zwar im Rücklauf, sodass die Wärmepumpe geschützt ist. Ob das reicht kann ich nicht beurteilen und würde das wahrscheinlich in einem auf Haustechnik spezialisierten Forum klären.
Ich kenne noch die Möglichkeit der Installation von Microblasenabscheider und einen Schlammabscheider. Und zwar im Rücklauf, sodass die Wärmepumpe geschützt ist. Ob das reicht kann ich nicht beurteilen und würde das wahrscheinlich in einem auf Haustechnik spezialisierten Forum klären.
S
SaniererNRW12321.08.22 12:55Joedreck schrieb:
Was hat er denn genau als Begründung genannt? Es kann durchaus sein, dass es ohne weitere Maßnahmen Probleme geben kann. Dann wird es aber meiner laienhaften Auffassung nach zu Problemen mit der Effizienz und evtl der minimalen Fördermenge.
Ich kenne noch die Möglichkeit der Installation von Microblasenabscheider und einen Schlammabscheider. Und zwar im Rücklauf, sodass die Wärmepumpe geschützt ist. Ob das reicht kann ich nicht beurteilen und würde das wahrscheinlich in einem auf Haustechnik spezialisierten Forum klären.Besser hätte man es nicht sagen können. Die Erklärung des Heizis stellt nicht zufrieden, weil eine Begründung fehlt.Ähnliche Themen