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ᐅ Weg von fossilen Brennstoffen - Haus aus 1999

Erstellt am: 19.12.21 11:15
P
Pianist
Schönen guten Tag!

Ich bin so gestrickt, dass ich Dinge gerne anpacke und löse, bevor sie zu einem Problem werden. Daher überlege ich, ob es einen vernünftigen Weg gibt, mich vom Heizöl zu verabschieden, ohne dabei aber auf Erdgas umzusteigen. Kann man aus einigen Eckdaten grob sagen, was da möglich ist?

Die Gesamtnutzfläche des Hauses beträgt 300 Quadratmeter, davon 178 Quadratmeter Wohnfläche. Die Differenz sind im Wesentlichen die Kellerräume, die ich zum Teil für meine freiberufliche Tätigkeit nutze. Es wohnen zwei Erwachsene und ein Kind im Haus, beide Erwachsenen arbeiten auch in dem Haus. Wir vertanken etwa 3.000 Liter Heizöl im Jahr (also 10 Liter pro Quadratmeter einschließlich Warmwasser) und verbrauchen etwa 8.000 kWh Strom, da wir auch zwei Elektroautos laden.

Das Haus besteht aus 24 cm starken Liapor-Massivelementen, die sehr gut puffern: Im Sommer bleibt es noch lange kühl, im Herbst noch lange warm. Davor sitzt 6 cm mineralische Dämmung, dann kommt ein Luftspalt von 4 cm und dann noch ein Klinker. Die Holzfenster haben Doppelverglasung. Das Haus hat einen zimmermannsmäßigen Dachstuhl mit 20 cm mineralischer Dämmung, und bei Innenausbau haben wir sehr stark auf präzise Winddichtigkeit geachtet.

Die Ölzentralheizung wird nun 22 Jahre alt, läuft aber immer noch sehr gut. Wir haben keine Fußbodenheizung, sondern Heizkörper in jedem Raum. Die Vorlauftemperatur liegt ungefähr bei 40 Grad und wir fahren eine Heizkurve, die ungefähr so flach wie bei einer Fußbodenheizung ist. Unsere Dachform (Krüppelwalmdach mit vier Satteldach-Gauben) eignet sich nicht für Photovoltaik, dafür aber haben wir auf der Garage (Satteldach mit etwa 30 Grad Neigung, Firstrichtung Nord-Süd) Platz für etwa 70 Quadratmeter Photovoltaik, zur Hälfte Ost und zur Hälfte West, frei von Verschattung durch Bäume. Zwischen Garagengebäude und Haus habe ich schon eine 5x16-Quadrat-NYY gezogen (50 m lang), weil dort die Autos geladen werden. Man könnte also wohl, wenn man dort Photovoltaik aufs Dach bringt, auch den Wechselrichter und die Regelung in die Garage hängen, auch wäre neben der Garage Platz für Batteriespeicher. Genug Gartenfläche für Erdkollektoren wäre ebenfalls.

Nun frage ich mich: Gibt es da ein vernünftiges Gesamtkonzept aus Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Flachkollektoren? Ich würde gerne den Öltank rausreißen, will aber auch keinen Gasanschluss haben. Kann man unter diesen Bedingungen einen relativ hohen Autarkiegrad über große Teile des Jahres schaffen, so dass man nur relativ wenig Strom dazukaufen muss, trotzdem aber kein Risiko hat, irgendwann im Kalten zu sitzen?

Am liebsten würde ich einen entsprechenden Konzeptauftrag an einen unabhängigen Energieberater vergeben, habe aber keine Ahnung, wie man so einen findet, der da wirklich technologieoffen rangeht, aber auch die politischen Richtungsentscheidungen im Auge behält, von denen man natürlich jetzt noch nicht wissen kann, wie sie in den kommenden Jahren aussehen. Wenn man zu früh was macht, ärgert man sich vielleicht, weil es später viel stärkere Förderung gibt, aber wenn man zu spät was macht, muss man sich vielleicht zu lange über explodierende Öl- und Strompreise ärgern. Mal abgesehen davon, dass ich es einfach nicht mehr akzeptabel finde, Öl oder Gas zu verbrennen.

Matthias
P
Pianist
19.12.21 14:12
Der Keller ist ja gedämmt: Die Kellerwände sind aus dem gleichen Material wie das restliche Haus, nur dass sie in einer Wanne aus wasserundurchlässigem Beton drinstehen. 3.000 Liter (meistens sind es so zwischen 2.500 und 2.700) finde ich für 300 Quadratmeter auch nicht besonders viel. Wobei ich korrekterweise erwähnen muss, dass drei Kellerräume (unbeheizt) keine Fenster, sondern Lüftungsdurchführungen haben, die ich im Winter mit einem Schieber verschließe. Da wird sicher einiges rausgehen. Das habe ich damals so gemacht, weil genau während meiner Planungszeit in zwei befreundeten Unternehmen der gleichen Branche mit Brachialgewalt eingebrochen wurde, und in diesen Räumen sehr teure Technik lagert. Da war es mir lieber, dort keine Fenster zu haben. Man kann zwar meine Fenster mit vertretbarem Aufwand nicht knacken, aber manche Täter sind ja so doof, dass die das nicht erkennen, und dann trotzdem einen riesengroßen Schaden verursachen.

Aber wenn es grundsätzlich so ist, dass die Fläche der Heizkörper zu klein ist, dann wird aus dem ganzen Projekt sowieso nichts, weil ich keine tiefen Eingriffe ins Haus vornehmen möchte. Die Räume im Keller sind auch mit sehr aufwändigen akustischen Wand- und Deckenverkleidungen ausgestattet, so dass man da nicht einfach neue Rohre in die oberen Etagen ziehen kann. Andererseits sind die Heizungsverteiler in jeder Etage gut zugänglich. Aber trotzdem muss man ja dann zumindest den gesamten Estrich (in mehreren Räumen stattdessen Holzdielen auf Balkenlage) rausreißen, um anschließend die Wandheizung einzubauen und dann sämtliche Räume zu renovieren. Das wäre eine Großbaustelle für viele Monate mit horrendem Lärm, Dreck, Arbeits- und Kostenaufwand. Das kann man vielleicht bei einem gebraucht erworbenen Haus machen, welches man als Ruine übernommen hat, aber doch nicht bei einem gerade mal 20 Jahre alten Haus.

Womöglich ist es dann doch besser, die Sache auszusitzen. Ich muss mein Haus sowieso immer im Zusammenhang mit dem Haus meiner Eltern sehen, welches direkt daneben auf dem gleichen Grundstück steht, und welches knapp 100 Jahre alt ist. Dort wurde vor wenigen Jahren die alte Ölheizung gegen eine neue Ölheizung ausgetauscht, weil mein Vater kein Fan von Änderungen ist. Und da mein Haus auf seinem Grundstück steht, ist es ja juristisch praktisch sein Haus, also hat er bei solchen Sachen natürlich ein Mitspracherecht. Alte Menschen sind nicht mehr so belastbar, vor allem wenn es um große Bauprojekte geht, so dass ich sie nicht überfordern darf. Daher gehen nur Lösungen mit überschaubarem Aufwand. Dass sich sowas alles niemals rechnen wird, außer wenn die Ölpreise sich vervielfachen, ist mir schon klar. Aber es geht ja auch um das bessere Gefühl, wenn man kein Öl mehr verbrennt.
J
Joedreck
19.12.21 15:42
Du kannst auch noch versuchen mit sehr großen Niedertemperaturheizkörpern zu arbeiten.
Ansonsten wäre die bivalente Variante auch möglich. Ich schätze bis 32/33 Grad Vorlauftemperatur geht es vertretbar von den Kosten her.
B
Benutzer200
19.12.21 15:43
1. Heizlastberechnung vornehmen lassen (Heckmann)
2. Vorlauftemperatur mit möglichst großen (33er) Heizkörpern berechnen lassen
3. Wärmepumpe kaufen und installieren (lassen)
4. Heizkörper tauschen
5. Glücklich sein

Photovoltaik und Speicher woanders besprechen lassen. Kann leider nicht sagen wo, da ich dafür schon gesperrt wurde.

Aber wenn aktuell max. 40 Grad Vorlauf reichen, funktioniert auch eine Wärmepumpe.
P
Pianist
19.12.21 16:38
Ein Austausch sämtlicher Heizkörper wäre ja ein vergleichsweise kleines Übel, und bei uns überall ohne Probleme möglich. Allerdings muss man sich dann schon eine Lösung überlegen, wie man verfährt, wenn man mal einen Raum renoviert, und die Heizkörper zeitweilig abbauen möchte, denn die 33er werden ja ein Drittel schwerer sein.

Wie findet man denn einen unabhängigen Berater in Berlin, mit dem man sowas alles besprechen kann, und der dann am Ende ein Konzept erarbeitet, welches dann von einem Heizungsbauer und einem Photovoltaik-Spezialisten realisiert werden kann? Würde da (zumindest für den Heizungsbereich) beispielsweise die SHK-Innung jemanden empfehlen, oder machen die sowas nicht?

Matthias
D
Deliverer
19.12.21 18:00
tomtom79 schrieb:

Ich würde erstmal schauen wo das Öl hin verschwindet.
Einiges davon sicherlich in der alten Heizung. Gerade für Warmwasser im Sommer ist der Wirkungsgrad bei den Dingern unterirdisch.

Von der Beschreibung des Projekts her würde ich auch sagen, dass Wärmepumpe problemlos funktionieren sollte. Du hast noch einen ordentlichen Restwinter, da kannst Du die üblichen Umstiegsübungen mal machen: Tagesdurchschnittstemperaturen und Ölverbrauch täglich protokollieren. Die Vorlauftemperatur an der Heizung zunächst auf 50° einstellen (ich schätze, die von Dir genannten 40° war die aktuelle, nicht die maximale Vorlauftemperatur) und alle Heizkörper immer voll auf. Wenn es zu warm wird, Vorlauftemperatur weiter runter, bis zum Minimum. Nachtabsenkung aus. Und dann nochmal hier oder in dem einen anderen Forum das Projekt angehen.

Zu Photovoltaik: Auch da gibt es einen Ort, an dem man gut und neutral beraten wird. Kurz: Man kann auch auf "schlechte" Dächer sehr häufig wirtschaftlich sinnvoll Photovoltaik installieren. Und dann hast Du ja noch eine ordentliche Garage. Das würde ich also auf jeden Fall einmal angehen. Speicher bitte weglassen, die sind aktuell noch ca. um den Faktor 4 zu teuer, als dass sie wirtschaftlich wären. Hohe Autarkie hilft dir nichts, wenn sie mehr kostet, als der Zukauf. Im Ggs. zur Ölheizung kannst Du aber immerhin relativ leicht 25% deiner Heizenergie selbst herstellen. Ohne Verrenkung.

Also: Schönes Projekt, loslegen!
In der Ruine19.12.21 18:11
Deliverer schrieb:

Die Vorlauftemperatur an der Heizung zunächst auf 50° einstellen (ich schätze, die von Dir genannten 40° war die aktuelle, nicht die maximale Vorlauftemperatur) und alle Heizkörper immer voll auf. Wenn es zu warm wird, Vorlauftemperatur weiter runter, bis zum Minimum. Nachtabsenkung aus.
Macht man das nur zum Testen oder kann ich das auch so generell einstellen im Altbau?
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