ᐅ Estrich zu dünn im Neubau, wie vorgehen?
Erstellt am: 13.01.26 19:00
Bierwächter13.01.26 19:00
Hallo Forum,
Kurzversion
Estrich ist zu dünn, Firma will wahrscheinlich nachbessern statt rausreißen und neu zu machen.
Lange Version:
unser Bau läuft eher nicht so wie gewollt. Nun haben wir den Fall, dass unser Estrich zu dünn ist.
Situation ist folgendermaßen. Wir bauen ein Einfamilienhaus mit GU auf Bodenplatte. Nicht ganz schlüsselfertig, aber Estrich ist noch vom GU. Auf der Bodenplatte ist Dämmung (Styroporplatten), darauf ist die Fußbodenheizung gelegt und darauf der Zementestrich gegossen. Bei der Duschwanne ist kein Estrich. Dort habe ich also freie Sicht seitlich und konnte messen, dass wir nur 45mm Gesamtaufbau Estrich haben. Die Din besagt aber, dass der Estrich 45mm ÜBER den Heizleitungen haben muss, also haben wir definitiv zu wenig.
Bauleiter kontaktiert, dieser hat eine Reklamation beim Estrich Subunternehmer rausgegeben. Er sagte auch, dass man mehr Aufbau über den Leitungen braucht. Er hätte mit der Estrichfirma gesprochen und es gäbe da Möglichkeiten eine weitere Schicht (mit Verbindungsschicht etc.) aufzubringen. Angeblich hat er das auch schon ein Mal gehabt ohne Probleme.
Hier habe ich jetzt Foren durchsucht und finde eher Aussagen, dass man zwar nachbessern kann, aber nur, wenn bereits 45mm ÜBER den Heizleitungen vorhanden sind. Ist in unserem Fall ja bei Weitem nicht so. Jetzt habe ich auch noch erfahren, dass die Estrichfirma nicht glaubt, dass wir nur 45mm haben und will es sich vor Ort ansehen. Können sie gerne machen, Termin mit Bauleiter und Sub ist vereinbart.
Ich habe jetzt aber sehr große Bedenken, weil es sich für mich so anhört als müsste der Estrich inkl. Heizleitungen raus und komplett neu gemacht werden um das mängelfrei zu bekommen. Ich will mir keine Nachbesserung andrehen lassen, und dann in 15 Jahren sprengt es mir die sehr großen Fliesen und das Parkett. Lieber raus und neu meiner Meinung nach. Ich dachte nun daran ein oder zwei Fachmeinungen einzuholen bei anderen Estrichfirmen oder notfalls einem Gutachter.
Gibt es hier ein paar Estrichexperten und wie seht ihr die Situation?
Welche Möglichkeiten habe ich?
Wir haben auch Folgekosten, da uns das Problem genau an dem Tag aufgefallen ist an dem die Hausbaufirma in den Winterurlaub ging und wir erst jetzt Bescheid geben konnten. Fliesenleger wollte eigentlich jetzt loslegen. Mietwohnung ist bereits gekündigt. Diverse Lieferungen müssen umgebucht oder zwischengelagert werden. Dazu beginnt nun die volle Kreditrate.
Kurzversion
Estrich ist zu dünn, Firma will wahrscheinlich nachbessern statt rausreißen und neu zu machen.
Lange Version:
unser Bau läuft eher nicht so wie gewollt. Nun haben wir den Fall, dass unser Estrich zu dünn ist.
Situation ist folgendermaßen. Wir bauen ein Einfamilienhaus mit GU auf Bodenplatte. Nicht ganz schlüsselfertig, aber Estrich ist noch vom GU. Auf der Bodenplatte ist Dämmung (Styroporplatten), darauf ist die Fußbodenheizung gelegt und darauf der Zementestrich gegossen. Bei der Duschwanne ist kein Estrich. Dort habe ich also freie Sicht seitlich und konnte messen, dass wir nur 45mm Gesamtaufbau Estrich haben. Die Din besagt aber, dass der Estrich 45mm ÜBER den Heizleitungen haben muss, also haben wir definitiv zu wenig.
Bauleiter kontaktiert, dieser hat eine Reklamation beim Estrich Subunternehmer rausgegeben. Er sagte auch, dass man mehr Aufbau über den Leitungen braucht. Er hätte mit der Estrichfirma gesprochen und es gäbe da Möglichkeiten eine weitere Schicht (mit Verbindungsschicht etc.) aufzubringen. Angeblich hat er das auch schon ein Mal gehabt ohne Probleme.
Hier habe ich jetzt Foren durchsucht und finde eher Aussagen, dass man zwar nachbessern kann, aber nur, wenn bereits 45mm ÜBER den Heizleitungen vorhanden sind. Ist in unserem Fall ja bei Weitem nicht so. Jetzt habe ich auch noch erfahren, dass die Estrichfirma nicht glaubt, dass wir nur 45mm haben und will es sich vor Ort ansehen. Können sie gerne machen, Termin mit Bauleiter und Sub ist vereinbart.
Ich habe jetzt aber sehr große Bedenken, weil es sich für mich so anhört als müsste der Estrich inkl. Heizleitungen raus und komplett neu gemacht werden um das mängelfrei zu bekommen. Ich will mir keine Nachbesserung andrehen lassen, und dann in 15 Jahren sprengt es mir die sehr großen Fliesen und das Parkett. Lieber raus und neu meiner Meinung nach. Ich dachte nun daran ein oder zwei Fachmeinungen einzuholen bei anderen Estrichfirmen oder notfalls einem Gutachter.
Gibt es hier ein paar Estrichexperten und wie seht ihr die Situation?
Welche Möglichkeiten habe ich?
Wir haben auch Folgekosten, da uns das Problem genau an dem Tag aufgefallen ist an dem die Hausbaufirma in den Winterurlaub ging und wir erst jetzt Bescheid geben konnten. Fliesenleger wollte eigentlich jetzt loslegen. Mietwohnung ist bereits gekündigt. Diverse Lieferungen müssen umgebucht oder zwischengelagert werden. Dazu beginnt nun die volle Kreditrate.
derdietmar13.01.26 19:09
Hallo,
du baust mit GU. Daher hast du streng genommen kein Mitspracherecht. Du bekommst nur das Endergebnis. Wie genau nachgebessert wird entscheidet der GU.
Unabhängig davon würde auch nur einen neuen Estrich akzeptieren. Dazu muss der alte inklusive der Heizschleifen und vermutlich inklusive der Dämmung raus und alle neu errichtet werden.
Viele Grüße
du baust mit GU. Daher hast du streng genommen kein Mitspracherecht. Du bekommst nur das Endergebnis. Wie genau nachgebessert wird entscheidet der GU.
Unabhängig davon würde auch nur einen neuen Estrich akzeptieren. Dazu muss der alte inklusive der Heizschleifen und vermutlich inklusive der Dämmung raus und alle neu errichtet werden.
Viele Grüße
nordanney13.01.26 19:52
Dem schließe ich mich an. Eine DIN konforme Lösung ist ausschließlich "alles neu". Alles andere würde ich nicht akzeptieren (zwei im Zweifel unterschiedlich auf Wärme reagierende Schichten, mögliche Sollbruchstelle horizontal). Und da es dadurch zu eklatanten Verzögerungen kommt, kann es sein, dass der GU auch Eure Folgekosten übernehmen darf. Aber dazu bedarf es Kenntnis Deines Vertrags.
P.S. Es gibt auch (Zement)Estriche, die weniger als 45mm ermöglichen (und regelkonform sind). Was wurde konkret verbaut?
P.S. Es gibt auch (Zement)Estriche, die weniger als 45mm ermöglichen (und regelkonform sind). Was wurde konkret verbaut?
Bierwächter13.01.26 20:12
nordanney schrieb:
P.S. Es gibt auch (Zement)Estriche, die weniger als 45mm ermöglichen (und regelkonform sind). Was wurde konkret verbaut?In unserem Vertrag finde ich nur die Angabe, dass der Bodenaufbau 17,5cm betragen wird, davon 1cm Endbelag. (Wir haben 14,5cm ohne unseren Endbelag). Und grobe Angaben zur Ebenheit sind vorhanden aber nichts direkt zum Estrich selbst.Die Estrichfirma hat den Zementestrich vor Ort gemischt in einer Maschine, Sand + (glaube) Zementsäcke. Also definitiv Zementestrich schwimmend.
Ist es wirklich so, dass Dinkonform ausschließlich neu machen ist? In der Din finde ich nämlich nur, dass man diese Mindesthöhe über den Heizleitungen braucht aber ich sehe nirgendwo ob man das auch durch Nachbesserung Dinkonform bekommt.
Also könnte ich mich eventuell quer stellen und verlangen, dass es neu gemacht wird?
Hier mal ein Bild bevor der Estrich drauf kam.
[ATTACH alt="Screenshot_20260113_201511.jpg"]95031[/ATTACH]
nordanney13.01.26 20:33
Bierwächter schrieb:
Ist es wirklich so, dass Dinkonform ausschließlich neu machen ist? In der Din finde ich nämlich nur, dass man diese Mindesthöhe über den Heizleitungen braucht aber ich sehe nirgendwo ob man das auch durch Nachbesserung Dinkonform bekommt.Wenn ich mich richtig entsinne, steht in der DIN, dass der Estrich eine homogene Schicht ist. Mit zwei Schichten ist das gerade nicht der Fall.ypg13.01.26 23:05
Bierwächter schrieb:
Bei der Duschwanne ist kein Estrich. Dort habe ich also freie Sicht sWorauf schaust Du denn dort? Bekommt Ihr eine Duschtasse?Ähnliche Themen