ᐅ Auswahl Wärmepumpe bei Neubau über GU
Erstellt am: 11.10.23 17:08
S
Schnubbihh11.10.23 17:08Hallo liebe Community,
ich vergleiche derzeit verschiedene Angebote von GU für unseren Hausbau (KFW 40 mit QNG).
Nun stelle ich mir die Frage, wieviel Wert ich auf die Angebotene Wärmepumpe und Lüftungsanlage legen sollte.
Fragen:
- Gibt es hier signifikante Qualitätsunterschiede auf die man dringend achten sollte?
- Hat eine Wärmepumpe ohne Außeneinheit (siehe GU1) irgendwelche Nachteile?
- Ich habe außerdem erfahren, dass die Wärmepumpe von GU1 irgendwelche "älteren" Kältemittel verwendet, muss man da aufpassen?
- Wie sinnvoll könnte ggf. eine Sole/Wasser-Wärmepumpe sein? Ich möchte bald ein Bodengutachten fürs Grundstück beauftragen und überlege dafür direkt entsprechende Leistungen für die Eignung einer solchen Wärmepumpe unterzubringen. (1675€) Sinnvoll?
- Eigentlich finden wir die Kühlfunktion über die Fußbodenheizung ganz interessant, aber mit QNG-Förderung wohl nicht vereinbar. Gibt es hierzu Erfahrungen / "Workarounds"?
- Allgemein: Würdet Ihr Euch einfach nach der Standard-Wärmepumpe des GUs richten oder probieren eine Wärmepumpe der Wahl in das Angebot zu integrieren?
GU1:
Unsere Effizienzhäuser werden mit Luft-/ Wasserwärmepumpen der Fa. Tecalor (Stiebel Eltron) mit integrierter, zentraler Lüftungsanlage beheizt. (*THZ 5.5 eco bzw. THZ
504) ausgestattet. Die Wärmepumpen/Lüftungsanlagen verfügen über Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung. Es handelt sich um ein hochmodernes Komplettsystem zur Beheizung und Belüftung von Wohnhäusern. Die der Abluft entzogene Restwärme wird sowohl zur Heizungsunterstützung als auch zur Vorerwärmung der Zuluft (Frischluft) verwendet
GU2:
Bei einem KFW-Effizienzhaus 40 wird in Abhängigkeit von der Hausgröße eine Abluftwärmepumpe Typ Nibe F730/F735, eine Luft/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 2120 oder eine Sole/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 1255 jeweils mit Lüftungssystem inkl. hocheffizienter Verdichtertechnologie eingebaut. Das Abluftmodul mit Energierückgewinnung wird dabei direkt auf die Wärmepumpe montiert. Durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung werden Feuchtigkeit und Gerüche ständig aus den belasteten Räumen abgeführt und durch die frische gefilterte Luft ersetzt.
ich vergleiche derzeit verschiedene Angebote von GU für unseren Hausbau (KFW 40 mit QNG).
Nun stelle ich mir die Frage, wieviel Wert ich auf die Angebotene Wärmepumpe und Lüftungsanlage legen sollte.
Fragen:
- Gibt es hier signifikante Qualitätsunterschiede auf die man dringend achten sollte?
- Hat eine Wärmepumpe ohne Außeneinheit (siehe GU1) irgendwelche Nachteile?
- Ich habe außerdem erfahren, dass die Wärmepumpe von GU1 irgendwelche "älteren" Kältemittel verwendet, muss man da aufpassen?
- Wie sinnvoll könnte ggf. eine Sole/Wasser-Wärmepumpe sein? Ich möchte bald ein Bodengutachten fürs Grundstück beauftragen und überlege dafür direkt entsprechende Leistungen für die Eignung einer solchen Wärmepumpe unterzubringen. (1675€) Sinnvoll?
- Eigentlich finden wir die Kühlfunktion über die Fußbodenheizung ganz interessant, aber mit QNG-Förderung wohl nicht vereinbar. Gibt es hierzu Erfahrungen / "Workarounds"?
- Allgemein: Würdet Ihr Euch einfach nach der Standard-Wärmepumpe des GUs richten oder probieren eine Wärmepumpe der Wahl in das Angebot zu integrieren?
GU1:
Unsere Effizienzhäuser werden mit Luft-/ Wasserwärmepumpen der Fa. Tecalor (Stiebel Eltron) mit integrierter, zentraler Lüftungsanlage beheizt. (*THZ 5.5 eco bzw. THZ
504) ausgestattet. Die Wärmepumpen/Lüftungsanlagen verfügen über Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung. Es handelt sich um ein hochmodernes Komplettsystem zur Beheizung und Belüftung von Wohnhäusern. Die der Abluft entzogene Restwärme wird sowohl zur Heizungsunterstützung als auch zur Vorerwärmung der Zuluft (Frischluft) verwendet
GU2:
Bei einem KFW-Effizienzhaus 40 wird in Abhängigkeit von der Hausgröße eine Abluftwärmepumpe Typ Nibe F730/F735, eine Luft/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 2120 oder eine Sole/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 1255 jeweils mit Lüftungssystem inkl. hocheffizienter Verdichtertechnologie eingebaut. Das Abluftmodul mit Energierückgewinnung wird dabei direkt auf die Wärmepumpe montiert. Durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung werden Feuchtigkeit und Gerüche ständig aus den belasteten Räumen abgeführt und durch die frische gefilterte Luft ersetzt.
Schnubbihh schrieb:
- Gibt es hier signifikante Qualitätsunterschiede auf die man dringend achten sollte?Das sind beides Top-Anbieter von Wärmepumpen.Schnubbihh schrieb:
- Ich habe außerdem erfahren, dass die Wärmepumpe von GU1 irgendwelche "älteren" Kältemittel verwendet, muss man da aufpassen?Beide benutzen ältere Kühlmittel, die irgendwann verboten sind. Was dass dann in 10 Jahren bedeutet, ist schwer zu sagen.Schnubbihh schrieb:
- Wie sinnvoll könnte ggf. eine Sole/Wasser-Wärmepumpe sein? Ich möchte bald ein Bodengutachten fürs Grundstück beauftragen und überlege dafür direkt entsprechende Leistungen für die Eignung einer solchen Wärmepumpe unterzubringen. (1675€) Sinnvoll?Ein Bodengutachten ist in jedem Fall sinnvoll. Du bist doch dafür verantwortlich worauf gebaut wird. Sole/Wasser wird nur günstiger, wenn Du selbst einen Ringgrabenkollektor auf Dein Grundstück bauen willst. Und Du kein Außengerät haben willst. Eine Tiefenbohrung wird ca 20-30k Extra kosten, nach Tiefe der Bohrung und Anzahl der Bohrlöcher.Schnubbihh schrieb:
- Eigentlich finden wir die Kühlfunktion über die Fußbodenheizung ganz interessant, aber mit QNG-Förderung wohl nicht vereinbar. Gibt es hierzu Erfahrungen / "Workarounds"?Hast Du Photovoltaik auf dem Dach? Warum nicht einfach pro Stockwerk ein Klima-Split Gerät installieren. Das hat der Vorteil einer sehr viel besseren Kühlleistung, wenn Du eh zu viel Strom sammelst (mehr Eigenverbrauch), du kannst damit entfeuchten und im Winter schnell Zuheizen. Bei der Kühlfunktion gibt es immer ein Risiko von Tauwasser und es wird nur ein paar Grad kühler.Der Aufpreis einer Kühlfunktion reicht locker für eine Klima-Splitanlange. Ich habe auch oft in den Energie Foren gelesen, dass es viele bereuen, nicht gleich eine Klimaanlage eingebaut zu haben.
Eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung ist sinnvoll. Die spart viel Energie und kann Luftfeuchtigkeit zurück ins Haus holen (Enthalpietauscher). Bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung an Filter in der Zu und Abluft denken, damit der Enthalpietauscher lange sauber bleibt. Sinnvoll sind auch kleine Filter in den Abluftöffnungen. Dann bleiben die Rohre sehr lange sauber. Filter müssen aber regelmäßig gewechselt werden, sonst muss die Anlage stärker arbeiten.
Wahrscheinlich könnte man das KFW 40 Haus auch nur mit Klima-Splitanlagen heizen. Das wäre eine sehr günstige Variante, aber das ist noch eher selten umgesetzt.
Viele Grüße,
Jan
S
Schnubbihh11.10.23 20:33alles3d schrieb:
Hast Du Photovoltaik auf dem Dach? Warum nicht einfach pro Stockwerk ein Klima-Split Gerät installieren. Das hat der Vorteil einer sehr viel besseren Kühlleistung, wenn Du eh zu viel Strom sammelst (mehr Eigenverbrauch), du kannst damit entfeuchten und im Winter schnell Zuheizen. Bei der Kühlfunktion gibt es immer ein Risiko von Tauwasser und es wird nur ein paar Grad kühler.
Der Aufpreis einer Kühlfunktion reicht locker für eine Klima-Splitanlange. Ich habe auch oft in den Energie Foren gelesen, dass es viele bereuen, nicht gleich eine Klimaanlage eingebaut zu haben.
Eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung ist sinnvoll. Die spart viel Energie und kann Luftfeuchtigkeit zurück ins Haus holen (Enthalpietauscher). Bei einer zentralen Kontrollierte-Wohnraumlüftung an Filter in der Zu und Abluft denken, damit der Enthalpietauscher lange sauber bleibt. Sinnvoll sind auch kleine Filter in den Abluftöffnungen. Dann bleiben die Rohre sehr lange sauber. Filter müssen aber regelmäßig gewechselt werden, sonst muss die Anlage stärker arbeiten.
Wahrscheinlich könnte man das KFW 40 Haus auch nur mit Klima-Splitanlagen heizen. Das wäre eine sehr günstige Variante, aber das ist noch eher selten umgesetzt.
Viele Grüße,
JanBesten Dank für die ausführliche Antwort!
Ich nehme an eine Klimaanlage ist leider nicht mit der QNG Förderung vereinbar.
Bei KFW 40 ohne QNG geht eine Klimaanlage aber wahrscheinlich schon oder? Wäre tatsächlich eine interessante Überlegung.
W
WilderSueden11.10.23 22:07Schnubbihh schrieb:
Abluftwärmepumpe Typ Nibe F730/F735, eine Luft/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 2120 oder eine Sole/Wasser-Wärmepumpe Typ Nibe 1255Das sind aber doch drei unterschiedliche Preisklassen. Auf Abluftwärmepumpe würde ich mich auf keinen Fall einlassen. Sole-Wasser-Wärmepumpe ist an sich die bessere Technologie, rentiert sich bei EH40 aber selten. 20-30k für die Bohrung finde ich jetzt ein bisschen hoch gegriffen. Wir haben bei uns eine Bohrung 1x80m, ihr baut zwar etwas größer aber Hamburg ist auch etwas wärmer. Der große Tross muss aber trotzdem einmal anrücken.Und bezüglich der Tecalor muss man sich halt überlegen, ob man ein Kombigerät Heizung + Kontrollierte-Wohnraumlüftung will oder lieber zwei getrennte Geräte, die man später auch unabhängig ersetzen kann.
Schnubbihh schrieb:
ich vergleiche derzeit verschiedene Angebote von GU für unseren Hausbau (KFW 40 mit QNG).Du willst demnach einen GU ohne Ausschreibung beauftragen ? - das ist wenig ratsam: Ohne einen fachkundigen Sekundanten zu einem Bauunternehmen gehen nur Leute mit zu viel Geld. Der beste Weg zu einem GU ist, daß der sich auf die Ausschreibung des Bauvorhabens bewirbt. GU als Auftragnehmer sind gut, GU anstatt Ausschreibung sind meist mit Lehrgeld verbunden.Schnubbihh schrieb:
Allgemein: Würdet Ihr Euch einfach nach der Standard-Wärmepumpe des GUs richten oder probieren eine Wärmepumpe der Wahl in das Angebot zu integrieren?Mein Steinemantra gilt ganz klar auch für Wärmepumpen.https://www.instagram.com/11antgmxde/
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