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ᐅ KfW BEG Förderung gestoppt 261, 262, 263, 264, 461, 463, 464


Erstellt am: 24.01.22 09:48

WilderSueden26.01.22 14:51
Benutzer200 schrieb:

Mal ganz ehrlich, welche Finanzierung wird "zerschossen"? Es gibt "nur" (Tilgungs)Zuschüsse. Das Darlehen bleibt unverändert (das bei der Bank teilweise sogar günstiger als bei der KfW ist), ohne Förderung genauso hoch wie mit Förderung. Das Risiko liegt sowie schon immer bei der Bank und nicht bei der KfW (und die Bank hat das Risiko ja schon bewilligt). Also kann ein Großteil auf eine klassische Bankfinanzierung umschwenken und verzichtet "nur" auf eine erhöhte Tilgung.
"Nur" ist gut. Obwohl ich für mich in Anspruch nehme dass ich mein Projekt relativ konservativ kalkuliert habe (oder vielleicht deshalb) macht der Tilgungszuschuss 9,6% des Fremdkapitals aus (woran man übrigens sieht wie absurd hoch die Förderungen waren). Dazu kommt Geld das eventuell schon für den Energieberater ausgegeben wurde obwohl man den jetzt nicht mehr bräuchte.

Klar, eine solide Finanzierung zerbricht daran nicht, das lässt sich auch so finanzieren. Problematischer ist dass jetzt nicht klar ist wie es weiter geht und eine Unterschrift jetzt wahrscheinlich eine Förderung in 2-3 Monaten verwirken kann (Vorhabensbeginn=Unterschrift). Gleichzeitig kann man ohne Unterschrift keine Preise mit dem GU fixieren und auch keine Finanzierung abschließen. Sicherlich eine sehr unangenehme Situation, gerade in einer Zeit in der man nicht weiß wo die Baupreise nächsten Monat stehen
Durran26.01.22 15:06
Was soll es denn bitteschön mit neuen und zusätzlichen Wohnraum werden.

Bei den Preisen ist aus wirtschaftlicher Sicht ein Neubau mit anschließender Vermietung kaum noch zu realisieren. Die Auflagen aus energetischer und städtebaulicher Sicht, die Grundstückspreise und andere Parameter machen es unwirtschaftlich.

Hinzu kommt eine Vermieter unfreundliche Rechtsprechung, Mietpreisbremsen, enorm gestiegene Nebenkosten und ein steigendes Vermieterrisiko bei Mietausfällen.

Ich selbst bin Vermieter, aber ein Neubauprojekt mit solch kleinen Renditen machen keinen Sinn.
Ohne staatliche Anreize wird es keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt geben. Zumindest nicht für die einkommensschwachen Bevölkerungsteile. Und die wird es zukünftig immer mehr geben.

Und wir haben ja auch enormes Dilemma. Selbst wenn die Gehälter anziehen sollten, durch die Steuerprogression und die immer gieriger werdende Staatsmacht, haben wir dann netto kaum Zuwächse.

Nur regt sich darüber kaum jemand auf. Die hohen Baukosten sind doch gar nicht das Problem. Das Problem sind die niedrigen Einkommen.
Wenn hier welche schreiben sie haben 6000 Euro Nettoeinkommen. Schön.

In der Schweiz verdient das jede Putzfrau. Alleine. Netto und Und soweit weg sind denen ihre Immobilien-Preise auch nicht mehr.
WilderSueden26.01.22 15:20
Durran schrieb:

In der Schweiz verdient das jede Putzfrau. Alleine. Netto und Und soweit weg sind denen ihre Immobilien-Preise auch nicht mehr.
Dafür kostet in der Schweiz auch alles das doppelte und dreifache. Den Wohlstand der Schweiz kann ich hier auf jedem Supermarktparkplatz und insbesondere Samstags besichtigen wenn die Leute von hinter Zürich eine Stunde (plus schweizer Einkaufsstau) nach Konstanz zum Einkaufen fahren...
Die Schweiz ist schön, aber dort dauerhaft wohnen wollen würde ich nicht
Durran26.01.22 15:28
Das ist immer relativ. Die deutschen Konsumenten fahren nach Polen oder Tschechien.

Ich kenne viele die in Schweiz zum Arbeiten fahren. Die lachen uns alle aus.
Hannes3426.01.22 15:51
Benutzer200 schrieb:

Warum stehen sie vor dem Aus? Bitte erkläre es mir. Das genaue Warum.

Wenn Du tatsächlich vom Fach bist, solltest Du das eigentlich wissen, was das bedeutet.

Ein Beispiel was mir im Gedächtnis geblieben ist: Mutter (Rentnerin) plant mit Tochter und deren Familien Zweifamilienhaus nach KfW40 auf extra gekauftem Grundstück. Sieben Prozent Preiserhöhung ab Anfang Februar waren vom GU bereits angekündigt. Finanzierung sollte daher noch schnell vor der Preiserhöhung klargemacht werden. Bank sagt am Mittwoch, das hat Zeit, machen wir nächste Woche in aller Ruhe, KfW55-Kunden haben aktuell Vorrang, da eilig. Montag Anruf von der Bank, die Finanzierung geht nicht durch, da die KfW das entsprechende Förderprogramm gestoppt hat. Ohne Finanzierungsbestätigung kein Vertragsabschluss mit GU. Preiserhöhung lässt sich nicht mehr vermeiden und muss zusätzlich geschultert werden. Keine Klarheit über künftige Förderung, alles ungewiss. Grundstück im Vertrauen darauf gekauft, nach KfW40 bauen zu können. Sollte das wie auch immer aussehende neue Programm mit den bereits angekündigten Verschärfungen die Verhältnisse übersteigen, wurde das Grundstück umsonst gekauft und Grunderwerbsteuer, Grundbuch und Notar in den Wind geschossen. Unklar, zu welchem Preis es sich wieder verkaufen lässt, wenn jetzt erstmal Zurückhaltung herrscht.
So geht man nicht mit Menschen um, tut mir leid.
Schwabe2326.01.22 16:03
Und dazu kommen noch vorgestreckte Planungskosten und massiv steigende Bauzinsen in den nächsten Wochen….
Ich kann also jetzt einen Haken dran machen und das ganze auf Kfw70 runter planen und loslegen (kostet aber auch nochmal einiges da die ganze Werkplanung umgearbeitet werden muss) oder unbestimmte Zeit warten bis es vielleicht eine neue Förderung gibt und den steigenden Zinsen tatenlos zusehen. Loslegen darf ich ja nicht um weiter förderberechtigt zu sein.
So lässt man die Bauherren einfach im Regen stehen.
finanzierungunterschriftförderunggrundstückvermieterkfw40