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ᐅ Welcher Massivwandaufbau?


Erstellt am: 26.09.2015 17:13

Joachim88 26.09.2015 17:13
Hallo liebes Forum,

danke das Ihr uns bis jetzt schon bei vielen Dingen unbewusst geholfen habt

Jetzt habe ich aber eine Frage, die ich noch nicht finden konnte...
Wir haben uns bei der Hausbaufirma Helma ein Angebot machen lassen und sind jetzt unschlüssig wegen dem Wandaufbau. Helma hat zwei Varianten:

1. 17,5cm Poroton mit 16 cm WLG 035 Wärmedämmung
2. 36,5 cm Poroton ohne Wärmedämmung.

Wir sind jetzt hin und hergerissen welche Variante die sinnvollere ist. Klar ist die 2 Variante teurer aber auch eventuell Stabiler ?
Würde ein 17,5 cm dicker Stein der Belastung stand halten? Kommt uns so dünn vor...
Habt ihr eventuell Erfahrungen oder könnt uns dabei weiterhelfen?


Vielen Dank im Vorfeld und grüße aus Südhessen

Manu1976 26.09.2015 21:24
Ach nee????
JETZT haben die tatsächlich nen Wandaufbau ohne Dämmung? Als wir vor 2 Jahren auf der Suche nach einem Partner waren, sind die genau deshalb rausgeflogen, weil sie nur MIT Dämmung angeboten haben. Ein anderer (monolithischer) Wandaufbau war zu dem Zeitpunkt nicht möglich.

Ja, ein 17,5er Stein hält der Belastung stand. Das ist kein Problem. Aber wir wollten in einem massiven Steinhaus wohnen und nicht halb Stein, halb Dämmung.
Stabiler ist ein Haus mit dickeren Steinen nicht, aber im Sommer dafür kühler

Wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich immer wieder die monolithische Bauweise bevorzugen.

Doc.Schnaggls 28.09.2015 11:23
Hallo,

wenn wir massiv gebaut hätten, wäre für uns auch nur ein monolithischer Wandaufbau in Frage gekommen.

Die Wärmedämmung mittels Styrodur (o.ä.) hat durchaus ihre Berechtigung, wenn man ein bestehendes Gebäude besser dämmen möchte - am Neubau wollte ich persönlich sie aber nicht haben.

Schon ein Fahrrad, dass ungünstig gegen eine derartig gedämmte Wand fällt kann (trotz Netzgewebe im Putz) schon den Putz eindrücken.

Auch ist eine Styrodurdämmung deutlich anfälliger gegen Insektenbefall als ein massiver Stein.

Zudem habe ich in meiner Zeit als Feuerwehrmann schon mehr als einen Fassadenbrand miterlebt, bei dem das verbaute Dämmmaterial fröhlich vor sich hinfackelte - das dürfte bei massivem Stein auch eher selten passieren.

Grüße,

Dirk

SirSydom 29.09.2015 09:28
Ich sehe die gleichen Argumente gegen WDVS wie Dirk, komme für mich aber auf ein anderes Ergebnis.

Das Veralgungsproblem ist beim WDVS ggf. auch noch etwas kritischer.


Argumente für WDVS sind:

- Günstiger bei der Herstellung

- Deutlich verbesserter Schallschutz bei der Wahl des richtigen Steins (Kalksandstein, Betonstein, bitte keine Hochlochziegel!!)

- Verbessertes Wärmespeichervermögen (Haus bleibt im Sommer länger kühl, im Winter länger warm)

- Geringere Neigung zu Rissen


Mit einer 24er Massivwand (Kalksandstein, Beton, ..) + 16er Dämmung WLG032 kommt man auf einen U-Wert von ca. 0.18.

Um das mit einem Poroton zu schaffen, brauchst du schon einen T8. Mit T9 wird es eher 0.20.


Ggf. kann man bei WDVS auch 17.5er Massivwände machen, dann spart man noch mal ordentlich. Kommt auf die Hauskonstruktion an.

Manu1976 29.09.2015 10:39
SirSydom schrieb:
Verbessertes Wärmespeichervermögen (Haus bleibt im Sommer länger kühl, im Winter länger warm)

Das unterschreibe ich ganz und gar nicht. Haben in der Nachbarschaft 2 Häuser, beide mit Poroton gebaut. Einer baute mit dünnen Steinen + Dämmung und einer mit dicken Steinen und keine Dämmung. Rate mal, wer im Sommer zuerst jammert, weil es im EG zu heiß ist? Der mit Dämmung. Wir haben auch mal nen Test gemacht, wo die übliche Dämmung (Styrodur) mit einem Heizstrahler bestrahlt wurde. Gleichzeitig wurden ein Ziegelstein und eine Hanfdämmung bestrahlt (mit dem gleichen Strahler, gleicher Abstand und alles). Nach kurzer Zeit durften wir jeweils mal die Rückseite anfassen. Die Rückseite der Dämmung war warm ohne Ende, während Ziegel und Hanf noch kühl waren.

Wir haben die T9er und haben bis jetzt noch keine Heizung und kein Kamin benötigt und haben täglich (abends) noch zwischen 23 und 24 Grad im Wohnzimmer. Und das liegt zum größtenteil auf der Ostseite - nur 1 Terrassentür geht Richtung Süden und die ist ca. 2 Meter überdacht.

Wir können über unserem monolithischen Ziegelbau also überhaupt nicht klagen. Klar, ist alles Ansichtssache und jede Bauweise hat seine Vor- und Nachteile. Was für wen wichtig ist, muss jeder selbst entscheiden.

Musketier 29.09.2015 11:12
Einen weiteren Vorteil sehe ich noch bei dem Monolithischen Aufbau. Wenn in ein paar Jahrzehnten die aktuelle Dämmstandards nicht mehr ausreichen, kann man noch zusätzliche Dämmung aufbringen, ohne das die alte Dämmung runter und entsorgt werden muß.
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