ᐅ Verschiedene Wandsysteme von Häusern, Befestigungsfähigkeiten, Stärke
Erstellt am: 13.07.25 14:48
Flo&Steffi13.07.25 14:48
Hallo liebes Forum.
unser Name ist Florian und Stefanie, beide Mitte 40. Wir haben bereits in unserem Leben zwei Häuser gebaut, jedoch massiv. Das dritte steht jetzt an, in welches wir hin umziehen und die beiden anderen verkaufen wollen. Unserem Traum zur Folge (konnten wir bebauungsplansrestrektiv vorher nicht umsetzen), soll es ein Haus im Alpenchalet-Stil werden, 1,25m Dachüberstände, unten verputzt, oben Holzverschalt, kleine Sprossenfenster, usw, stehend an einem traumhaften Hanggrundstück mit Ausblick.
Es geht nun um die verschiedenen Aufbauweisen der Holzständerhäuser. Habe mich intensiv mit allen möglichen Herstellern und deren Aufbauten der Wände beschäftigt. So wirklich was zur nach dem Bau folgenden Praxis habe ich ich mit Recherche nicht gefunden, und da man auf die Vertreiber, die alle das beste Wandsystem des Universums haben, eventuell nicht ganz zu 100% hören kann, würde ich gerne für den Bereich Fertigbau, eine Frage in den Raum werfen.
Anbieter, wie z.B. Schwabenhaus, haben teilweise heute noch Wandaufbauten, die "nur" 12mm Gipskarton außen, sowie innen aufweisen. Ich stelle hier als nicht ganz unerfahrener Handwerker mal die Frage: Wie bitte befestigt man denn in solchen Häusern was vernünftig, ohne gezielt das Gefach treffen zu müssen?
Dass Rigips auch tragende Eigenschaften hat, das ist klar, besonders mit den Trockenbaudübeln. Aber: Wenn ich einen solchen verwende, verletze ich jedes Mal die bei allen Anbietern direkt danach folgende Dampfsperre. Das ist doch ein Riesen Manko, oder sehe ich hier etwas falsch?
Bien-Zenker geht z.B. einen anderen Weg, die verbauen innen das Knauf Hardboard und das kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung bereits. Ist wie Beton, ich würde es sogar noch tragfähigkeitstechnisch besser kategorisieren, als Ziegel. Ebenfalls verbaut Schwörerhaus (oder auch andere) hinter der Trockenbauschicht eine Holzwerkstoffplatte innen, die ebenfalls super Tragfähig ist. Die Gesamtdicke ist ja immer im Bereich von 12,5+18mm, also ungefähr 30mm und da kann man ordentlich was befestigen mit 5-6x30mm Holzbauschrauben. Bei deren exakter Verwendung, kann ich schrauben, an welchem Ort ich will und treffe niemals die Dampfsperre. Schwörerhaus hat sogar, anders als alle anderen, außen eine Verbundplatte mit sehr hoher Lastaufnahmefähigkeit unter dem Putzträger.
Wie ist es bei Schwabenhaus zum Beispiel gedacht? Rein technisch, ist dieser Anbieter bereits wegen dieser einen Sache ausgesondert, oder ist das wie gesagt falsch?
Bester Gruß an alle.
unser Name ist Florian und Stefanie, beide Mitte 40. Wir haben bereits in unserem Leben zwei Häuser gebaut, jedoch massiv. Das dritte steht jetzt an, in welches wir hin umziehen und die beiden anderen verkaufen wollen. Unserem Traum zur Folge (konnten wir bebauungsplansrestrektiv vorher nicht umsetzen), soll es ein Haus im Alpenchalet-Stil werden, 1,25m Dachüberstände, unten verputzt, oben Holzverschalt, kleine Sprossenfenster, usw, stehend an einem traumhaften Hanggrundstück mit Ausblick.
Es geht nun um die verschiedenen Aufbauweisen der Holzständerhäuser. Habe mich intensiv mit allen möglichen Herstellern und deren Aufbauten der Wände beschäftigt. So wirklich was zur nach dem Bau folgenden Praxis habe ich ich mit Recherche nicht gefunden, und da man auf die Vertreiber, die alle das beste Wandsystem des Universums haben, eventuell nicht ganz zu 100% hören kann, würde ich gerne für den Bereich Fertigbau, eine Frage in den Raum werfen.
Anbieter, wie z.B. Schwabenhaus, haben teilweise heute noch Wandaufbauten, die "nur" 12mm Gipskarton außen, sowie innen aufweisen. Ich stelle hier als nicht ganz unerfahrener Handwerker mal die Frage: Wie bitte befestigt man denn in solchen Häusern was vernünftig, ohne gezielt das Gefach treffen zu müssen?
Dass Rigips auch tragende Eigenschaften hat, das ist klar, besonders mit den Trockenbaudübeln. Aber: Wenn ich einen solchen verwende, verletze ich jedes Mal die bei allen Anbietern direkt danach folgende Dampfsperre. Das ist doch ein Riesen Manko, oder sehe ich hier etwas falsch?
Bien-Zenker geht z.B. einen anderen Weg, die verbauen innen das Knauf Hardboard und das kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung bereits. Ist wie Beton, ich würde es sogar noch tragfähigkeitstechnisch besser kategorisieren, als Ziegel. Ebenfalls verbaut Schwörerhaus (oder auch andere) hinter der Trockenbauschicht eine Holzwerkstoffplatte innen, die ebenfalls super Tragfähig ist. Die Gesamtdicke ist ja immer im Bereich von 12,5+18mm, also ungefähr 30mm und da kann man ordentlich was befestigen mit 5-6x30mm Holzbauschrauben. Bei deren exakter Verwendung, kann ich schrauben, an welchem Ort ich will und treffe niemals die Dampfsperre. Schwörerhaus hat sogar, anders als alle anderen, außen eine Verbundplatte mit sehr hoher Lastaufnahmefähigkeit unter dem Putzträger.
Wie ist es bei Schwabenhaus zum Beispiel gedacht? Rein technisch, ist dieser Anbieter bereits wegen dieser einen Sache ausgesondert, oder ist das wie gesagt falsch?
Bester Gruß an alle.
derdietmar13.07.25 15:42
Hallo,
ihr wollt ein Haus im Alpenchalet Stil. Warum baut ihr dann nicht so? Unten Stein massiv und oben Holz massiv?
Viele Grüße
ihr wollt ein Haus im Alpenchalet Stil. Warum baut ihr dann nicht so? Unten Stein massiv und oben Holz massiv?
Viele Grüße
Cincer7713.07.25 15:44
Hallo,
Die Frage zur Befestigung in Fertighäusern mit klassischem Wandaufbau, der lediglich Gipskarton beidseitig vorsieht, ist sehr berechtigt. Entscheidend ist, dass eine Trockenbauwand mit bloßer Gipskartonbeplankung konstruktiv limitierte Tragfähigkeiten aufweist – unabhängig davon, was Vertriebsargumente suggerieren. Ohne eingebaute Holzwerkstoffplatten hinter dem Gips sind die Möglichkeiten tatsächlich stark eingeschränkt, da schon beim Bohren für Hohlraumdübel meist die Dampfsperre perforiert wird. Technisch sind Systeme mit zusätzlicher OSB/Verbundplatte oder Knauf Hardboard im Innenbereich klar im Vorteil: Tragfähigkeit, Flexibilität und Schutz der luftdichten Ebene sind in der Praxis dort überzeugender gelöst.
Die Frage zur Befestigung in Fertighäusern mit klassischem Wandaufbau, der lediglich Gipskarton beidseitig vorsieht, ist sehr berechtigt. Entscheidend ist, dass eine Trockenbauwand mit bloßer Gipskartonbeplankung konstruktiv limitierte Tragfähigkeiten aufweist – unabhängig davon, was Vertriebsargumente suggerieren. Ohne eingebaute Holzwerkstoffplatten hinter dem Gips sind die Möglichkeiten tatsächlich stark eingeschränkt, da schon beim Bohren für Hohlraumdübel meist die Dampfsperre perforiert wird. Technisch sind Systeme mit zusätzlicher OSB/Verbundplatte oder Knauf Hardboard im Innenbereich klar im Vorteil: Tragfähigkeit, Flexibilität und Schutz der luftdichten Ebene sind in der Praxis dort überzeugender gelöst.
Rübe113.07.25 15:46
Mal Vorab: wenn es denn ein Alpenchalet sein soll, würde mir keiner der genannten Anbieter einfallen. Da denke ich eher an einen Tiroler Holzhausbauer mit Tradition.
Zum Thema Dampfbremse/sperre: die besseren bauen deshalb mit Installationsebene. Diese ist in der Regel 60 mm stark, bis man auf die eigentlich Luftdichtschicht trifft. Ob dann der vordere Teil us GK plus OSB oder Hardboard, oder fermacell besteht, ist eine reine Preisfrage.
Und ab jetzt beginnen die Glaubensfragen: der eine schwört auf einen diffusionsoffenen Wandaufbau, also ohne Plastefolie (jetzt mal ganz einfach ausgedrückt) sondern setzt auf eine OSB als Dampfbremse. Oder auch ESB, wie schon gesagt, Preisfrage. Es geht weiter mit der Art des Dämmstoffes. Die Einen nehmen Mineralwolle, die Anderen "Naturdämmstoffe", wie Holzfaser, Hanf, Zellulose.
Als Putzträgerplatte haben die Einen Styropor, Andere Holzfaserdämmplatten, die gibts sogar schon vorverputzt. Das sind natürlich Qualitätsunterschiede.
Es ist alles eine Preis aber auch Glaubensfrage. Ohne Inst-Ebene würde ich heute nicht mehr bauen, genausowenig wie mit Mineralwolle. Es ist ein völlig anderes Wohnklima. Aber, das muß jeder für sich entscheiden.
Und gleich kommt bestimmt jemand, der sagt, nur Massiv bauen... (OK, das war ein wenig OT)
Zum Thema Dampfbremse/sperre: die besseren bauen deshalb mit Installationsebene. Diese ist in der Regel 60 mm stark, bis man auf die eigentlich Luftdichtschicht trifft. Ob dann der vordere Teil us GK plus OSB oder Hardboard, oder fermacell besteht, ist eine reine Preisfrage.
Und ab jetzt beginnen die Glaubensfragen: der eine schwört auf einen diffusionsoffenen Wandaufbau, also ohne Plastefolie (jetzt mal ganz einfach ausgedrückt) sondern setzt auf eine OSB als Dampfbremse. Oder auch ESB, wie schon gesagt, Preisfrage. Es geht weiter mit der Art des Dämmstoffes. Die Einen nehmen Mineralwolle, die Anderen "Naturdämmstoffe", wie Holzfaser, Hanf, Zellulose.
Als Putzträgerplatte haben die Einen Styropor, Andere Holzfaserdämmplatten, die gibts sogar schon vorverputzt. Das sind natürlich Qualitätsunterschiede.
Es ist alles eine Preis aber auch Glaubensfrage. Ohne Inst-Ebene würde ich heute nicht mehr bauen, genausowenig wie mit Mineralwolle. Es ist ein völlig anderes Wohnklima. Aber, das muß jeder für sich entscheiden.
Und gleich kommt bestimmt jemand, der sagt, nur Massiv bauen... (OK, das war ein wenig OT)
nordanney13.07.25 16:27
Flo&Steffi schrieb:
ein Haus im Alpenchalet-Stil werden, 1,25m Dachüberstände, unten verputzt, oben Holzverschalt, kleine Sprossenfenster, usw, stehend an einem traumhaften Hanggrundstück mit Ausblick.Wenn ich das lese, denke ich sofort: "Das ist ausschließlich etwas für einen Architekten". Ein typischer Fertighausbauer käme mit seinen auf flache Grundstücke gedachten Standardhäuser erst an Stelle 157. Ist ungefähr so, als würdest Du einen Humvee kaufen wollen und bei VW, Fiat und Peugeot nachfragen.Das aber nur mal so und nicht zur konkreten Frage.
Flo&Steffi schrieb:
Wie bitte befestigt man denn in solchen Häusern was vernünftig, ohne gezielt das Gefach treffen zu müssen?Was willst Du befestigen? Das ist doch die Frage. Normal ist einfach Gipskarton für etwa 40kg je laufenden Meter (bei 30cm Ausladung) vorgesehen. Doppelt beplankt etwa 70kg.
Im Badbereich wird auf entsprechenden Elementen befestigt. In der Küche kann man wie geschrieben mit OSB o.ä. arbeiten.
Fazit: Für alle normalen Anwendungen reichen die normalen Gipskartonwände aus, da Du zu 99% nicht so schwere Lasten hast. Die meisten schweren Lasten findest Du in der Küche oder ggf. bei z.B. Massivholzschränken, die schwebend montiert werden. Das weiß man aber i.d.R. schon vorher.
ypg13.07.25 16:35
Flo&Steffi schrieb:
Wie bitte befestigt man denn in solchen Häusern was vernünftig, ohne gezielt das Gefach treffen zu müssen?In dem man zb an bestimmten Wänden ein Upgrade im Sinne einer weiteren Platte installieren lässt, also mit Aufpreis. Das wird gern im Küchenbereich gemacht, aber auch in Bädern im Standard, dass man dort, wo gefliest wird, eine zweite Gipskartonplatte nach DIN installiert.
Unser Massivhaus hat im Obergeschoss die Innenwände als Trockenbau. Da wird dann vor Ort mit dem Trockenbauer besprochen, welche Wand man verstärkt haben möchte, zB für Hängeregale. Woanders macht es keinen Sinn.
Bei einem Fertighaus sollte man sich vorab Gedanken machen, ob man eine verstärkte Wand braucht oder nicht. Kostet halt Aufpreis, aber das ist bei den Häuslebauern und Typenhäusern quasi die Philosophie: erst günstig im Standardangebot, alles weitere bestellt man für Aufpreis on Top.
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