ᐅ Trittschalldämmung - Einschätzung zur Hellhörigkeit
Erstellt am: 18.05.26 16:18
S
Sophia29 Liebe Experten,
aus gesundheitlichen Gründen habe ich ein großes Problem mit tieffrequenten Geräuschen und bin daher auf der Suche nach einer ruhigen Wohnung. Ich habe nun die Möglichkeit, eine Wohnung im obersten Stockwerk (Altbau, Dachgeschoss) zu beziehen. Der Boden wurde vor etwa 5 Jahren erneuert. Im Eingangsbereich habe ich eine Türschwelle fotografiert, aus der ich den Bodenaufbau jedoch nicht sicher einschätzen kann.
Meine Frage ist, ob sich aus dieser Ausführung Rückschlüsse auf die zu erwartende Trittschall- bzw. Schallübertragung von unten nach oben ziehen lassen - kann jemand anhand der sichtbaren Materialien und der Aufbauhöhe eine grobe Einschätzung dazu geben?

Über eine Einschätzung wäre ich sehr dankbar!
Liebe Grüße
Sophia
aus gesundheitlichen Gründen habe ich ein großes Problem mit tieffrequenten Geräuschen und bin daher auf der Suche nach einer ruhigen Wohnung. Ich habe nun die Möglichkeit, eine Wohnung im obersten Stockwerk (Altbau, Dachgeschoss) zu beziehen. Der Boden wurde vor etwa 5 Jahren erneuert. Im Eingangsbereich habe ich eine Türschwelle fotografiert, aus der ich den Bodenaufbau jedoch nicht sicher einschätzen kann.
Meine Frage ist, ob sich aus dieser Ausführung Rückschlüsse auf die zu erwartende Trittschall- bzw. Schallübertragung von unten nach oben ziehen lassen - kann jemand anhand der sichtbaren Materialien und der Aufbauhöhe eine grobe Einschätzung dazu geben?
Über eine Einschätzung wäre ich sehr dankbar!
Liebe Grüße
Sophia
Hi,
nur anhand der Schwelle wird das leider ziemlich schwierig sauber zu beurteilen, auch wenn manche Makler ja schon aus 8mmLaminat „luxuriösen Schallschutz“ rauslesen wollen. Was man aber oft erkennt, ist ob überhaupt ein schwimmender Aufbau gemacht wurde oder ob einfach neuer Boden direkt auf die alte Konstruktion geklatscht wurde, was im Altbau leider erschreckend oft passiert.
Wenn der Boden vor 5Jahren erneuert wurde, heißt das erstmal gar nichts. Entscheidend wäre eher, ob damals auch eine echte Trittschalldämmung eingebaut wurde und wie die Decke darunter aufgebaut ist. Alte Holzbalkendecken übertragen tieffrequente Geräusche gern ziemlich charmant durchs ganze Haus, gerade dieses dumpfe Poltern oder Bassartige, auf das du empfindlich reagierst. Das kriegt man selbst mit modernen Belägen nicht immer sauber weg.
Falls du an der Schwelle einen weichen Randstreifen oder eine minimale Entkopplung siehst, wäre das immerhin ein gutes Zeichen. Wenn dagegen alles hart aneinanderstößt ohne Trennfuge, wäre ich eher skeptisch. Weißt du zufällig ob unter dem sichtbaren Boden Estrich liegt oder direkt Holzaufbau? Und wie dick wirkt der gesamte Aufbau ungefähr? 3cm oder eher Richtung 8bis10cm machen schon Welten aus.
Ich würde ehrlich gesagt weniger auf Fotos vertrauen als auf einen simplen Vor Ort Test. Wirklich. Geh mal abends oder früh morgens rein wenn unten jemand zuhause ist. Einmal normales Gehen, einmal etwas fester auftreten, vielleicht auch Stuhl schieben hören. Klingt banal, sagt aber oft mehr als jede theoretische Einschätzung. Tieffrequenter Schall ist nämlich genau das Thema, bei dem Zahlen aus Exposés gern mal ziemlich nutzlos werden.
Und Dachgeschoss hilft zwar gegen Lärm von oben, aber nicht automatisch gegen Körperschall von unten oder seitlich. Gerade Altbau hat da manchmal seine ganz eigene Persönlichkeit, nett formuliert.
nur anhand der Schwelle wird das leider ziemlich schwierig sauber zu beurteilen, auch wenn manche Makler ja schon aus 8mmLaminat „luxuriösen Schallschutz“ rauslesen wollen. Was man aber oft erkennt, ist ob überhaupt ein schwimmender Aufbau gemacht wurde oder ob einfach neuer Boden direkt auf die alte Konstruktion geklatscht wurde, was im Altbau leider erschreckend oft passiert.
Wenn der Boden vor 5Jahren erneuert wurde, heißt das erstmal gar nichts. Entscheidend wäre eher, ob damals auch eine echte Trittschalldämmung eingebaut wurde und wie die Decke darunter aufgebaut ist. Alte Holzbalkendecken übertragen tieffrequente Geräusche gern ziemlich charmant durchs ganze Haus, gerade dieses dumpfe Poltern oder Bassartige, auf das du empfindlich reagierst. Das kriegt man selbst mit modernen Belägen nicht immer sauber weg.
Falls du an der Schwelle einen weichen Randstreifen oder eine minimale Entkopplung siehst, wäre das immerhin ein gutes Zeichen. Wenn dagegen alles hart aneinanderstößt ohne Trennfuge, wäre ich eher skeptisch. Weißt du zufällig ob unter dem sichtbaren Boden Estrich liegt oder direkt Holzaufbau? Und wie dick wirkt der gesamte Aufbau ungefähr? 3cm oder eher Richtung 8bis10cm machen schon Welten aus.
Ich würde ehrlich gesagt weniger auf Fotos vertrauen als auf einen simplen Vor Ort Test. Wirklich. Geh mal abends oder früh morgens rein wenn unten jemand zuhause ist. Einmal normales Gehen, einmal etwas fester auftreten, vielleicht auch Stuhl schieben hören. Klingt banal, sagt aber oft mehr als jede theoretische Einschätzung. Tieffrequenter Schall ist nämlich genau das Thema, bei dem Zahlen aus Exposés gern mal ziemlich nutzlos werden.
Und Dachgeschoss hilft zwar gegen Lärm von oben, aber nicht automatisch gegen Körperschall von unten oder seitlich. Gerade Altbau hat da manchmal seine ganz eigene Persönlichkeit, nett formuliert.
Vielen Dank für deine Antwort!
Ich habe leider lediglich dieses Foto und kann die Wohnung vor Vertragsunterzeichnung nicht nochmal betreten - die Besichtigung war bereits. Die Infos der Verwaltung sind recht spärlich. Auf dem Foto kann ich auch nicht genau erkennen, ob da noch eine Zwischenschicht sein könnte. Deshalb bin ich nun etwas aufgeschmissen. Tieffrequenten Körperschall von unten hatte ich bislang am schlimmsten in Rot- oder Gelbklinkerbauten aus den 50er/60er erlebt, nicht in Gebäuden um die Jahrhundertwende. Aber was mich verunsichert ist die Aussage der Vormieters: er habe von unten gelegentlich Alexa-Wecker oder Videos gehört. Das hatte ich im Altbau bislang noch nicht. Ob das nun ein Indikator dafür ist, dass auch die tieffrequenten Geräusche durchkommen, kann ich gar nicht einschätzen.
Habe heute noch erfahren, dass es Holzbau ist mit Stroh dazwischen.
LG
Ich habe leider lediglich dieses Foto und kann die Wohnung vor Vertragsunterzeichnung nicht nochmal betreten - die Besichtigung war bereits. Die Infos der Verwaltung sind recht spärlich. Auf dem Foto kann ich auch nicht genau erkennen, ob da noch eine Zwischenschicht sein könnte. Deshalb bin ich nun etwas aufgeschmissen. Tieffrequenten Körperschall von unten hatte ich bislang am schlimmsten in Rot- oder Gelbklinkerbauten aus den 50er/60er erlebt, nicht in Gebäuden um die Jahrhundertwende. Aber was mich verunsichert ist die Aussage der Vormieters: er habe von unten gelegentlich Alexa-Wecker oder Videos gehört. Das hatte ich im Altbau bislang noch nicht. Ob das nun ein Indikator dafür ist, dass auch die tieffrequenten Geräusche durchkommen, kann ich gar nicht einschätzen.
Habe heute noch erfahren, dass es Holzbau ist mit Stroh dazwischen.
LG
Holzbalkendecke mit Strohfüllung ist beim Thema tieffrequenter Körperschall leider oft eher kritisch. Gerade dumpfe Schritte, Möbelrücken oder Bass werden über solche Konstruktionen häufig gut übertragen, auch wenn normale Stimmen teilweise weniger auffallen.
Dass der Vormieter Alexa-Wecker oder Videos von unten gehört hat, würde ich schon als Hinweis sehen, dass die Decke akustisch eher empfindlich ist. Wenn bereits solche Geräusche hörbar sind, können tiefe Frequenzen durchaus ebenfalls ein Problem werden, besonders wenn du darauf sensibel reagierst.
Fotos von der Schwelle helfen da leider nur sehr begrenzt weiter. Entscheidend wäre der tatsächliche Deckenaufbau und ob beim neuen Boden wirklich eine wirksame Trittschallentkopplung eingebaut wurde.
Wenn die Verwaltung kaum Informationen geben kann und keine zweite Besichtigung möglich ist, wäre ich an deiner Stelle eher vorsichtig. Gerade bei deiner Empfindlichkeit kann sich eine falsche Einschätzung später stark auswirken.
Dass der Vormieter Alexa-Wecker oder Videos von unten gehört hat, würde ich schon als Hinweis sehen, dass die Decke akustisch eher empfindlich ist. Wenn bereits solche Geräusche hörbar sind, können tiefe Frequenzen durchaus ebenfalls ein Problem werden, besonders wenn du darauf sensibel reagierst.
Fotos von der Schwelle helfen da leider nur sehr begrenzt weiter. Entscheidend wäre der tatsächliche Deckenaufbau und ob beim neuen Boden wirklich eine wirksame Trittschallentkopplung eingebaut wurde.
Wenn die Verwaltung kaum Informationen geben kann und keine zweite Besichtigung möglich ist, wäre ich an deiner Stelle eher vorsichtig. Gerade bei deiner Empfindlichkeit kann sich eine falsche Einschätzung später stark auswirken.