ᐅ Massivhaus: Welcher Stein / Ziegel?
Erstellt am: 06.09.2010 21:12
11ant 12.12.2019 16:23
Das wichtigste vorweg:
Schüttungen sacken generell deutlich stärker, da auf lange Sicht betrachtet "kontinuierlich" thermische Arbeit und kleine Vibrationen zu einem tetrisähnlichen Abbau von Zwischenräumen führen. Wohlgemerkt gilt dies b) auch hier wieder nur innerhalb eines Steinlagentaktes und a) kommen wir zum Eingang des Beitrages
Das wichtigste vorweg:
Mal ganz im Ernst: die Neigung der Bauherrengeneration "aufgeklärte Verbraucher" zur Pränataldiagnostik ihrer Traumhäuser hat m.E. pathologische Dimensionen erreicht. Der Spruch, daß der Teufel im Detail stecke, wird oft viel zu wörtlich genommen, und in einen Generalverdacht gegenüber jedem Detail verwandelt.
Ich kann - wohlgemerkt bei allem Respekt vor dem "Einmal-im-Leben"-Gefühl ! - gar nicht so viel lachen, wie manche Leute ein vielstimmiges Geschrei um jeeheeheedes Detail in allen Facetten machen, während gleich neben ihnen glückliche Bauherren ein schlichtes "Haus vom Nikolaus 113" ohne Rainshower und sogar mit Türenküche hinstellen. Die Leute Googeln zu viel nach Kleinsch**ß und zu wenig nach Pareto.
Ich wohne übrigens glücklich in Bims und habe meinen Vermieter noch nie angeschrieben, ob der glutenfrei wäre
face26 schrieb:So isses. Das kümmert den Mond nicht, ob ihn ein einzelner Bauherr anheult, oder ob Foristen einen Sängerstreit austragen. Dennoch möchte ich
Ich halte die Diskussion für völlig überbewertet.
guckuck2 schrieb:nicht unwidersprochen stehen lassen, denn da war nichts falsch: Ich habe darauf hingewiesen, daß 1. Mineralwolle ein Gewölle ist, d.h. aus in sich verschränkten Fasern besteht, und das Sperrigkeitsmoment dieser gegenseitigen Räumlichen Verschränkung der Schwerkraft der einzelnen Faser mehr als adäquat ist, folglich auch die Ermüdung der Struktur der einzelnen Faser nur schwach wirkt; 2. Jede einzelne Kammer eines solchen Hohlblocksteines im Querschnitt stark hoch und eng ist, also einen langhubigen Querschnitt hat, d.h. die zwischenraumdurchsetzte Feder aus Gewöllestruktur auf die Kompression durch ihre Schwerkraft kaum durch Flucht zur Seite reagieren kann. Ferner wird 3. das noch mögliche geringe Nachsacken dadurch begrenzt, daß alle Viertelmeter eine Lagerfuge den Fall sperrt - letzteres betrifft allerdings Schüttgut ebenso.
Ich habe auf 11ant's pyhsikalischem Grundsatz reagiert, der ist nun mal falsch.
guckuck2 schrieb:Das ist korrekt, wirkt sich aber in Mattenform in "Luftschichten" zwischen Mauerschalen eingebracht erheblich dramatischer aus als in Hohlblockstein-Kammern, die zudem erheblich geringer von möglichem Wassereindrang heimgesucht werden. In einer "Luftschicht" ist dieses Problem häufig(er), bei einer Hohlblockstein-Kammer müßte schon ein Riss vorliegen oder eine Lagerfuge Wasser führen, d.h. nach einem Rohrbruch ist das Phänomen zu erwarten.
Mineralwolle sackt bei Nässe.
Schüttungen sacken generell deutlich stärker, da auf lange Sicht betrachtet "kontinuierlich" thermische Arbeit und kleine Vibrationen zu einem tetrisähnlichen Abbau von Zwischenräumen führen. Wohlgemerkt gilt dies b) auch hier wieder nur innerhalb eines Steinlagentaktes und a) kommen wir zum Eingang des Beitrages
Das wichtigste vorweg:
face26 schrieb:zurück, dessen Kernerkenntnis lautet, daß die Welt davon nicht untergeht. Würden die beschriebenen Phänomene bei Steinfüllungen eine dramatsche Relevanz erreichen, müßte man in Thermografien solcher Häuser nach 20 Jahren schon merkliche Schichtlinien an der Oberkante jeder Steinlage erkennen können - sollte das wirklich ausschließlich meinem beschränkten Weltwissen geschuldet sein, daß mir solche Bilder nicht gegenwärtig sind ? - das hätte doch bestimmt schon irgendein Weltuntergangsdramatiker YouTube-gebroadcastet
Ich halte die Diskussion für völlig überbewertet.
Mal ganz im Ernst: die Neigung der Bauherrengeneration "aufgeklärte Verbraucher" zur Pränataldiagnostik ihrer Traumhäuser hat m.E. pathologische Dimensionen erreicht. Der Spruch, daß der Teufel im Detail stecke, wird oft viel zu wörtlich genommen, und in einen Generalverdacht gegenüber jedem Detail verwandelt.
ludwig88sta schrieb:Ich habe generell beim Thema "Füllen von Hohlblockstein-Kammern" das Gefühl, da seien Produktentwickler beim Anblick von Zitronenrollen in der Auslage der Bäckerei auf Gedanken gekommen, die man eigentlich eher Haschkeksen zugeschrieben hätte. Ich warte immer noch darauf, daß irgendwer in die Hohlblockstein-Kammern statt Fasern, Körnchen oder mörtelähnlichen Cremes ´mal Aloe Vera Gel einfüllt. Aktionswochen bei Baustoff Meier: Poroton mit Bärlauch, oder so. Früher gingen die Leute zum Lachen in den Keller ohne vorher zu fragen ob der aus WU-Beton ist, wennze verstehss´ ...
@11ant meinst du mit Cremeschnitten die Mineralwolle oder auch die Perlit-Ziegel? Wieso hältst du von denen nicht viel.
Ich kann - wohlgemerkt bei allem Respekt vor dem "Einmal-im-Leben"-Gefühl ! - gar nicht so viel lachen, wie manche Leute ein vielstimmiges Geschrei um jeeheeheedes Detail in allen Facetten machen, während gleich neben ihnen glückliche Bauherren ein schlichtes "Haus vom Nikolaus 113" ohne Rainshower und sogar mit Türenküche hinstellen. Die Leute Googeln zu viel nach Kleinsch**ß und zu wenig nach Pareto.
Ich wohne übrigens glücklich in Bims und habe meinen Vermieter noch nie angeschrieben, ob der glutenfrei wäre
face26 12.12.2019 16:30
lucciano-s schrieb:
Ich spiele gerade mit dem Gedanken gedämmte Ziegel mit Mineralwolle zu nehmen, aber Angst vor Schimmelbildung. Habt ihr dazu eine Meinung ?Jep...is Quark.
Bookstar 12.12.2019 16:39
lucciano-s schrieb:
Ich spiele gerade mit dem Gedanken gedämmte Ziegel mit Mineralwolle zu nehmen, aber Angst vor Schimmelbildung. Habt ihr dazu eine Meinung ?Brauchst du keine Angst haben. Bei wo soll der herkommen? Baufie 12.12.2019 16:45
guckuck2 schrieb:
Hast du denn schon mal eine Mauer aufgesägt und das Gegenteil bewiesen?
Habe ich behauptet, dass Mineralwolle in Mauerwerk zusammen sackt? Nein, habe ich nicht. Ich habe auf 11ant's pyhsikalischem Grundsatz reagiert, der ist nun mal falsch.
Mineralwolle sackt bei Nässe. Kannst du in jedem Verarbeitungshinweis eines solchen Produkts lesen. Ob es in Mauerwerk regelmäßig zu solchen Schäden kommt, können wir hier nicht wissen. Die physikalische Eigenschaft ist aber da, im Gegensatz zu Perlite, insofern ist 11ant's Aussage falsch.Klar sackt Mineralwolle wenn sie nass wird, allerdings nur wenn sie dauerhaft nass wird/ist. Und wie oft kommt sowas in nem Mauerwerk vor?Ich glaube ehrlich gesagt, dass Du noch nie einen Unipor-Stein in den Händen hattest. Bekannte von uns haben mit diesem Stein gebaut und zusammen mit meinem Kumpel haben wir vor der Bauphase mit 2-3 solcher Steine experimentiert, da er auch diese Angst hatte.
Selbst bei dauerhafter berieselung durch ne Handbrause über mehrere Stunden hinweg konnte nicht wirklich eine Sackung der Füllung festgestellt werden.
Sowohl er als auch ich haben daraufhin mit diesem Stein gebaut.
Während der Bauphase haben unsere Bauunternehmen, wir hatten unterschiedliche, penibel darauf geachtet, dass die Mauerkronen sauber abgedeckt waren.
ludwig88sta 12.12.2019 17:08
11ant schrieb:
Die Leute Googeln zu viel nach Kleinsch**ß und zu wenig nach Pareto.Danke für deine ausführliche Antwort.
Wobei ich finde, dass das Suchen im Internet nach Informationen über die Art des Steins, mit welchem er sein Haus baut, was a) eine Menge Geld kostet und b) auch möglichst lang so halten soll, wie versprochen, nichts mit Kleinsch**** zu tun hat
Was sind deine Parteo-Punkte?
@ welchen Stein konkret? UNIPOR oder?
11ant 12.12.2019 18:14
lucciano-s schrieb:
gedämmte Ziegel mit Mineralwolle zu nehmen, aber Angst vor Schimmelbildungface26 schrieb:
Jep...is Quark.Treten wir den Quark dennoch breit, d.h nehmen als Arbeitshypothese die Angst einmal ernst: was passiert also im Worst Case ?Unsere Annahme sei also, ja, da bilde sich Schimmel in den Kammern. Was wird der also wohl am ehesten besiedeln ? - die Fasern der Mineralwolle. Viel Wind ist in den Kammern nicht, die Pilzsporen siedeln also (in unserer Annahme wohlgemerkt !) die Fasern entlang, bis zu den Kammerwänden, die sie letztlich irgendwann auskleiden. Können sie dann aus den Lagerfugen Nahrung ziehen ? - eher nein. Können sie durch diese weiter bis in den Putz wandern ? - eher auch kaum: einerseits aus chemischen Gründen, andererseits ist der osmotische Druck hier wohl zu schwach. Bliebe also - wohlgemerkt unter der Annahme der "befallenen" Kammer - die Möglichkeit, letztere würde angebohrt, und durch das Loch sei eine Ausbreitung möglich. Zu einer relevanten Raumluftkontamination wird das aber auch nicht führen. So weit meine Langform - man sieht also: ja, es ist Quark, dies war der "Rechenweg" dazu
ludwig88sta schrieb:
dass das Suchen im Internet nach Informationen über die Art des Steins, mit welchem er sein Haus baut, was a) eine Menge Geld kostet und b) auch möglichst lang so halten soll, wie versprochen, nichts mit Kleinsch**** zu tun hatDas Suchen nach den Informationen an sich ist durchaus verantwortungsvoll handelnd. Allerdings empfehle ich die Tiefe der Untersuchung der Streubreite der Angebote - die weder die Extreme "Messias" noch "Luzifer" und oft noch nicht einmal die Vize-Extreme "Ei des Kolumbus" bzw. "Pest" enthält - angemessen zu halten. Ferner habe ich meine Zweifel an der Hoffnung, daß Excel-Tabellen ein geeignetes Enzym wären, all´ die Parameter der Datenblätter aus den Weiten des Internets zu verdauen. Ohne Bereitschaft zum Restrisiko ist Bauen nur in der Theorie möglich. Und auch wenn die Welt schlecht ist: nicht jeder Baustoffhersteller kann ein Scharlatan sein. Manche Bauherren leben aber offenbar in der ständigen Befürchtung, einige Baumaterialien seien wie eine Art Zaubertinte, und ihr schönes Haus wäre kurz nach dem Abbezahlen plötzlich unsichtbar, nur weil sie "den falschen Stein" genommen hätten (den es m.E. ebenso wenig gibt wie den der Weisen). Und jeder Baustoff hat seine Vor- und Nachteile, die Wolpertinger Baustoffwerke wurden noch nicht gegründet - vermutlich aus Daniel-Düsentrieb-Mangel am Fachkräftemarkt.ludwig88sta schrieb:
Was sind deine Parteo-Punkte?Ich verstehe die Frage nicht, entnehme ihr aber Unkenntnis der erwähnten Person: der italienische Ökonom Vilfredo Pareto hat ein Theorem formuliert, dem zufolge die Flankensteilheit eines Aufwand-Nutzen-Verhältnisses jenseits einer achtzigprozentigen Zielerreichung so stark zunimmt, daß die Unzufriedenheit des sich dennoch weiter Anstrengenden quasi nur noch von Sisyphos "getoppt" werden könne. Und das meine ich dabei mit "Kleinsch**ß": nicht den Stein selbst, sondern die Weitersuche nach einem noch besserereren Baustoff, wenn man einen schon weit mehr als ausreichend guten gefunden hat - der noch mögliche weitere "Gewinn" ist die mit "Informations"suche vertane Lebenszeit dann nicht mehr wert.Ähnliche Themen