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ᐅ Kosten Bodenplatte/Keller und Innenausbau Faktencheck

Erstellt am: 25.04.25 09:21
P
PurpleBee
Wir tasten uns gerade an den Hausbau heran (Plan: 120-130qm Wohnfläche, 2 Geschosse, ca. 70-80qm Grundfläche) und hatten gestern einen ersten Termin mit einem Schwörerhaus Verkäufer. Wie so Gespräche eben laufen haben wir alle mögliche Themen, unsere Bedürfnisse, Budget etc. besprochen. War soweit auch ganz ok, auch wenn mich der Preis (für ein Fertighaus) schon etwas abgeschreckt hat. Der Berater meinte man läge derzeit bei etwa 3.300 EUR/m². Die 3000er-Marke war mir ja bereits bekannt, dachte jedoch dass das bei Fertighäusern etwas tiefer liegt. Gehört Schwörerhaus zu den teureren Anbietern?

Wie dem auch sei. Es gab einige Aussagen vom Verkäufer, die mir als "informierter" Laie etwas komisch vorkamen:
  • Keller vs. Bodenplatte:
  • Uns war im Voraus bereits mehr oder weniger klar, dass wir uns einen Keller nicht leisten werden können. Das habe ich im Gespräch auch so kommuniziert. Aussage Verkäufer: bei dem Boden kann es sein, dass die Bodenplatte genauso teuer oder nur minimal billiger sein wird als ein Keller. Wenns blöd läuft müsste man die Grube für die Platte genauso tief graben (bis zu einer tragfähigen Schicht) und auffüllen, d.h. Kosten für Bodenplatte könnten hier schnell bei 50k EUR liegen. Der Keller würde bei Schwörerhaus wohl bei 55k EUR liegen. Man könne sich so die oberirdische Fläche sparen, was ggfs. ein Nullsummenspiel wäre. Als Laie konnte ich nicht widersprechen. Ich bin bei der Bodenplatte von Kosten von etwa 20k EUR ausgegangen, Keller hatte ich nach viel Recherche bei rund 100k EUR eingeordnet. Der Schwörerhaus Keller kommt mir da sehr günstig vor.

    Es gibt für das Grundstück noch kein Bodengutachten, aber das Gebiet wurde von der Stadt erschlossen und in der Nähe des Grundstücks erfolgte damals eine Probebohrung, Ergebnis siehe unten. Auch wenn das natürlich kein Bodengutachten ersetzt, kann man dadurch vielleicht erste Schlüsse ziehen.

Bodenprofil mit Bodenschichten, Wassergehalt und Legende

  • Einsparpotenzial Ausbauhaus/Innenausbau:
  • Wir möchten gerne einen Teil der Arbeit (insb. Innenausbau) in Eigenleistung ausführen. Auch da meinte der Verkäufer, dass das natürlich möglich sei, man aber nicht zu hohe Erwartungen haben dürfe, da der zu einsparende Lohnkostenanteil "nur" 50% betrage. Er hat mir dann für ein anderes ähnlich großes Haus die Kosten mal aufgezeigt (Wand/Decken 17k EUR, Boden 18k EUR, Sanitär 7k EUR). Einsparpotenzial bei 50% also unter 20k EUR, dafür ggfs. mehr Zeit und Zusatzkosten (Miete, Gerätschaften etc.). Da Schwörerhaus eine große Auswahl an hochwertigen Materialien biete würden sich auch die Zusatzkosten bei Aufmusterung in Grenzen halten. Ich bin (vielleicht etwas naiv) davon ausgegangen, dass man bei Ausbauhäuser etwas günstiger wegkommt, das scheint aber wohl nicht der Fall zu sein?

Wollte das nur mal hier reinstellen und eure Meinung erfragen. Wir sind noch am Anfang unserer Reise und haben natürlich noch weitere Termine mit Hausanbietern geplant.

Schonmal vorab besten Dank!
M
MachsSelbst
07.05.25 18:22
Lüftermax schrieb:

(...)
Was das Ausbauhaus angeht: Ja, Eigenleistung spart prinzipiell, aber auch nur dann, wenn du Zeit, Können und Lust hast, dich da reinzuhängen. 50 % Einsparung bei den Lohnkosten ist ein realistisch angesetzter Wert, wenn du ein Gewerk komplett selbst machst, sparst du den Einbau. Aber Material musst du trotzdem kaufen, vielleicht sogar teurer im Einzelhandel. Mietgeräte, längere Bauzeit (mit Miete), eventuell Fehler und Nachbesserungen, das summiert sich. Viele Bauherren überschätzen sich da gerne mal, gerade beim ersten Hausbau. Wenn’s bei euch passt: machen. Aber lieber ehrlich zu sich selbst sein.
(...)

Aha. Also das komplette Material inkl. Trockenbauschleifer (gekauft), Rotband für die Decken, Farbe, Rollen, Pinsel für meine 152m² Bude haben mich 2.000 EUR gekostet.
Das würde ja bedeuten ein professioneller Maler hätte das für 4.000 EUR gemacht?
Glaubste selbst nicht oder?

Fertigparkett und Laminat hab ich selbst verlegt, dafür hatte ich mir ne Kappsäge gekauft für 250 EUR, ein Zugeisen, so nen Klopfholz und nen Hammer. Welche teuren Mietwerkzeuge hätte ich mir da noch kaufen sollen? Ach so ein Cuttermesser für den Trittschall, klar, und 10 Ersatzklingen.

Für die Innentüren müsste ich mir für 25 EUR 3 Spreizer kaufen...

Und für die Fliesen im HAR hat ein Fliesenschneider für 25 EUR gereicht, die Flex hatte ich eh schon.
Aber ja, Diele und Küche hab ich machen lassen, 60x60cm plus Zeitdruck im Bauablauf, das hab ich mir damals nicht zugetraut.
C
Cronos86
08.05.25 10:56
Moin,
wie schon geschrieben wurde empfehle ich auch erstmal für das Grundstück ein eigenes Gutachten anfertigen zu lassen.

Meine Empfehlung anhand des Bodenprofils ist besser mit Bodenplatte zu bauen.
Oben kommt Lösslehm, der ist nicht gut, aber auch keine Katastrophe. Je tiefer man geht, desto höher der Wassergehalt und desto schlechter wird der Boden. Bis bei 2,8 m eine Wasserführende Schicht angeschnitten wird. Das heißt wenn mit Keller gebaut wird läuft die Baugrube voll, bzw. muss eine Wasserhaltung betrieben werden. Eine Menge nasser Bodenaushub (wir nach tonnen entsorgt) und der Keller muss Druckwasserdicht ausgeführt werden. Darunter kommt Fels, also wird es fest.

Daher lieber Bodenplatte und nicht so tief in den Boden eingreifen, Arbeiten in einer trockenen Periode (nicht November bis März) ich würde zur Sicherheit 1 m Bodenaushub empfehlen, wenn das Planum weich ist eine Lage Grobschlag (0/100) einbauen und darauf dann das Schotterpolster aus FSS Material.

Wie gesagt meine "grobe" Einschätzung des Baugrundes anhand der wenigen Informationen.
bodenplattekellerbodenaushub