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ᐅ Kontrollierte-Wohnraumlüftung selber installieren, Zeitplan einhalten, Kosten?


Erstellt am: 12.01.16 12:57

andimann12.01.16 12:57
Hi Allerseits,

wir werden in wenigen Monaten bauen, Bauantrag wurde noch letztes Jahr eingereicht, um noch die alten Energieeinsparverordnung Bestimmungen nutzen zu können. Soweit, so gut.


Eigentlich wollten wir ohne Kontrollierte-Wohnraumlüftung bauen. Wir haben die auch aufgrund der Erfahrungen in unserem aktuellen Haus für unnötig erachtet.


Aus verschiedenen Gründen kommen wir nun aber doch ins Schwanken. Eine Kontrollierte-Wohnraumlüftung wird sich zwar niemals auch nur irgendwie amortisieren, aber als Komfortgewinn und Verbesserung der Marktchancen im Falle eines Hausverkaufs wäre es vielleicht doch nicht schlecht.

Es ginge um eine zentrale Anlage mit Wärmerückgewinnung. Wir reden über knapp 180 qm Wohnfläche auf zwei Etagen plus Keller.

Der GÜ ruft aber vollkommen irre Preise auf. Ich warte noch auf das konkrete Angebot aber erste Schätzungen lagen bei 15000 bis 18000 € (Anlage von Helios), mit Keller noch mehr. Also ein klassisches Abwehrangebot…


In einem Thread hier bin ich auf einen Lieferanten gestoßen, der die Anlagen designt, auslegt und das Material zusammenstellt und liefert. Die Installation erfolgt dann in Eigenleistung. Laut des Beraters wäre das nun wahrlich kein Hexenwerk und bei dieser Hausgröße zu zweit locker in 4-5 Arbeitstagen, (also 8-10 Manntagen) erledigt.


Es wäre ebenfalls eine Helios-Anlage (genauer Typ folgt) mit etwa 6-7 Zuluft und 6-7 Abluftkanälen. Installation erfolgt in der Trittschalldämmung, also auf der fertigen Betondecke. Pläne für die benötigten Durchbrüche in den Decken usw. kommen auch von ihm, so dass die beim Gießen der Decke direkt vorgesehen werden können.


Interessant wurde es bei seiner ersten groben Preisschätzung für das Material, die lag in etwa bei 1/3 des Preises des GÜs. Also für 10 k€ nehme ich wohl ‚ne Woche Urlaub….!


Nur, ist das wirklich so einfach machbar? Es ist halt ein Gewerk, was mitten drin stattfindet, da muss die Eigenleistung absolut pünktlich erledigt sein, sonst ist der Gesamtzeitplan hinfällig…


Meine Frage daher: Ist das halbwegs realistisch, dass man eine solche Anlage in einer Woche selber in die Hütte nagelt?

Wer hat das hier schon gemacht und könnte mir etwas von seinen Erfahrungen mitteilen.



Viele Grüße,



Andreas
wpic12.01.16 13:13
Dazu musst Du wissen, welcher Aufbau ab OKRD bis Oberkante Fertigfußboden ursprünglich geplant gewesen ist. Die Lüftungskanäle auf der Rohdecke brauchen ca. 60mm zusätzliche Aufbauhöhe. Wenn die Trittschalldämmung an den Stellen nicht mehr vorhanden ist und die Tackerplatte für die Fußbodenheizung oder der Estrich direkt auf den Kanälen liegt, bekommst Du eine Schallbrücke, die eventuell auf Jahre hinaus stört.

Was die Schätzung Deiner Arbeitszeit angeht: realistisch liegt sie bei bei ca. 2,5 x der angenommenen Zeit für alle handwerkliche Dinge, die Du zum ersten Mal ausführst. Meine Erfahrung aus langjähriger Bautätigkeit.
Sebastian7912.01.16 21:14
Ich antworte Dir mal hier

Unsere Kontrollierte-Wohnraumlüftung bei ähnlicher Hausgröße hat knapp 7.000 gekostet (auch Helios), aber mit Enthalpietauscher.

Wir haben 10 Abluft- und 7 Zuluftventile.

Der Einbau geht relativ einfach, aber die blauen Rohre lassen einen oft fluchen. Aber die hast Du ja nicht, weil Flachkanäle (wir in der Rohbetondecke) - viel Spaß dann bei der Estrichdämmung, ich kotze derzeit bei jeder Leitung, die auf dem Boden liegt .

8-10 Manntage kommen gut aus - locker, wenn man die wirklich voll Leisten würde.

Grüße an den Herrn Schliebe
andimann12.01.16 21:46
Danke für die Antworten.
Das Stückeln der Trittschalldämmung macht mir in der Tat etwas Sorgen, habe keine Lust mir da Schallbrücken einzufangen.

Ich war nur auf die Idee mit den Flachkanälen auf der Rohbaudecke gekommen weil man dann nicht dem Betonieren der Filigrandecken im Wege ist.

Was sind denn so die Vor- und Nachteile der beiden Bauarten

Flachkanäle in der Estrichdämmung oder Rundkanäle in de Rohbetondecke?

Viele Grüße,

Andreas
Sebastian7912.01.16 21:54
Wenn Du etwas googelst, wirst Du einige Expertenstimmen lesen, die die Statik in Gefahr sehen mit den Schläuchen in der Rohbetondecke.

Wir haben das vom Statiker mit den Plänen abnicken lassen - und ich sag Dir eines: Stahl wird nicht zu knapp im Einfamilienhaus verbaut. Die Sicherheiten sind da zigfach gegeben - zumindest sagt Dir das praktisch jeder. Ob es stimmt? Keine Ahnung...

Dann sind die Rohe erst mal weg - Du musst aber halt vor den Betiniervorgängen aktiv werden. Ich hatte davor einen Tag bzw. ein Wochenend Zeit zum legen - war locker zu schaffen und ich war allein.

Auf dem Rohfussboden ist natürlich der Vorteil, dass Du statisch nichts kaputt machst, Du kommt im Falle eines Falles ein Tickchen besser wieder dran (ich so gesehen nie wieder), aber Du musst halt bei der Estrichdämmung viel schnibbeln und die Höhen beachten. Wobei meine Warmwasserrohre auch 60mm hoch sind, daher ist das wohl kein Problem, wenn entsprechend geplant wurde.
oleda22213.01.16 08:55
Wir haben 12 cm Dämmung im OG, die letzte Platte passte genau über die Lüftungskanäle (rund, 85 mm).

War natürlich viel Arbeit alle Platten zu schneiden.

Aber keiner macht das genauer als der Bauherr...
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