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ᐅ Finanzielle Lage des Rohbauers schlecht - Trotzdem mit ihm bauen?


Erstellt am: 16.08.18 19:02

Donradon16.08.18 19:02
Hallo liebe Forenmitglieder,
ich weiß nicht ob das Thema hier richtig ist - aber ich habe einmal ein Anliegen.
Wir wollen bauen und hatten uns eigentlich eine Firma raus gesucht.
Es ist ein Rohbaufirma die zusätzlich die Koordination und Planung übernimmt. Dafür verlangen sie einen Pauschalbetrag.
Ansonsten hat man mit den einzelnen Gewerken die Verträge.
Die Firma ist in unserer Gegend gut bekannt und man hört nur Positives. Sie sind seit 30 Jahren im Geschäft und ein Familienunternehmen..
Wir haben uns die Firma einmal im Bundesanzeiger angeschaut und da steht sie seit ein paar Jahren nicht so gut da. Soweit ich das einschätzen kann. Also das Eigenkapital ist quasi null... ich habe mal ein Jahr beigefügt...
Gibt es hier vielleicht jemanden der das etwas besser einschätzen kann und uns einen Rat geben kann.
Sollte man lieber die Finger davon lassen?
Lg und danke vorab

Bilanzseite mit Aktiva und Passiva Tabellen aus Finanzbericht.
nordanney16.08.18 19:18
Das Eigenkapital des Unternehmens steht eindeutig auf der falschen Seite ;-)

Ansonsten ist es branchenüblich, wenig Anlagevermögen zu haben und auch Eigenkapital ist ein seltenes Gut. Positiv ist, dass im Berichtszeitraum Geld verdient wurde.
Mit dem einen Jahr kannst Du allerdings keine wirklichen Aussagen treffen. Du musst schon mehrere Jahre anschauen, die GuV lesen als auch z.B. den Lagebericht.

Ansonsten liegt das weitere Risiko, wenn Du mit dieser Firma baust, in dem vereinbarten Zahlungsplan. Wenn dieser für Dich günstig ist, hast Du später höchstens das Problem, einen neuen Rohbauer zu benötigen.
garfunkel16.08.18 22:02
Kann man aus so einer Bilanz überhaupt wertige Schlüsse ziehen?
Meine ich erinnere mich an einen ehemaligen Lehrer für Rechnungswesen der die Daten die beim Bundesanzeiger üblicherweise zu sehen sind als "unbedeutend" dargestellt hat weil sie die Unternehmenssituation einfach nicht realistisch abbilden.

Manche Unternehmen schreiben ja schon sehr viel dort rein, andere haben nur das minimal nötigste. Ich als Unternehmer würde da auch nicht viel rein schreiben, so wenig wie möglich. Geht doch kein was an...

Wenn das Unternehmen seit 30 Jahren besteht und ein guten Ruf in der Gegend hat halte ich das jedenfalls für eine wertigere Aussage wie ein paar Zahlen die man nur schwerlich deuten kann.
Dazu ist die Wirtschaftslage auch einfach super, das da ein Unternehmen das 30 Jahre besteht kurz vor der Pleite ist finde ich unwahrscheinlich. Das heißt aber natürlich auch nichts.

Bin mal gespannt was Finanzexperten zu dem Thema sagen
Alex8516.08.18 22:36
garfunkel schrieb:
Geht doch kein was an...

Von diesen Angaben kann deine Bonität abhängen.

Aber ja, Bilanzen sind ziemlich stark gestaltbar. Ich weiß nicht, ob da wirklich jemand verlässliche Infos draus ziehen kann. Eher nur Indizien.

Man sieht dort ne Verschuldung aber gleichermaßen ein Abbau der Schulden. Drama?
Dazu sind die Daten nicht gerade top aktuell.
Knallkörper16.08.18 23:01
Ich bin kein Experte dafür. Aber wenn bei den Aktiva ein "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag", dann ist das Unternehmen buchhalterisch gesehen überschuldet bzw. die Insolvenz könnte kurz bevorstehen. Das Anlagevermögen ist auch für eine Baufirma sehr klein. Die hohen Verbindlichkeiten von rund 1 Mio Euro, mit einer Fälligkeit in weniger als 1 Jahr, sind wahrscheinlich noch nicht bezahlte Rechnungen von Lieferanten.

Und dann hast du einen Verlustvortrag, der seit Jahren vor sich her geschoben wird. Also rosig ist die Lage nicht.
Knallkörper16.08.18 23:15
Alex85 schrieb:
Man sieht dort ne Verschuldung aber gleichermaßen ein Abbau der Schulden. Drama?

Verschuldung - okay. Es ist ja normal, dass Fremdkapital im Unternehmen ist. Aber bei dieser Firma übersteigen die Schulden beispielsweise bei weitem das Anlagevermögen. Die Firma hat nicht nur 100% Fremdkapitalquote, sondern ist überschuldet.
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