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ᐅ Fernwärmeverbrauch bei KW 55 Haus zu hoch?


Erstellt am: 21.11.2019 15:55

Tom1971 21.11.2019 15:55
Hallo,

Wir haben gerade unser Haus vom Bauträger abgenommen. Es ist ein freistehendes KfW-Effizienzhaus 55, der Blower Door Test wurde mit Bravour bestanden, das Haus ist also dicht. Wir haben Fußbodenheizung, die Heizungsanlage ist ein Nahwärmeanschluss (beheizte Fläche 230 Quadratmeter). Nun aber folgendes Problem:

1. In den ersten drei Tagen nach Abnahme wurden am geeichten Zähler 470 Kilowattstunden Verbrauch an der Fernwärme gemessen. Und wohlgemerkt, im Augenblick läuft nur die Fußbodenheizung auf 21 Grad, Bäder und Duschen sind noch nicht in Betrieb (wir ziehen erst nächsten Monat um). Das ist also ausschließlich der Verbrauch der Fußbodenheizung.

2, Wenn ich das hochrechne, komme ich bei 30 Tagen im November auf etwa 4700 Kilowattstunden Heizleistung. Im November werden erfahrungsgemäß etwa 11,4% der jährlichen Heizleistung abgerufen (Quelle: Stadtwerke München über alle ihre Fernwärmekunden gemittelt). Damit käme ich dann also im Jahr auf knapp 43000 Kilowattstunden, oder auf 185 Kilowatt pro beheiztem Quadratmeter und Jahr.

3. Laut Heizkostenspiegel 2018 für Fernwärme ist der Durschnittswert 133 KWh pro beheiztem Quadratmeter und Jahr, und da sind noch die Zigtausend 70er/80er/90er Jahre Bauten mit schlechter Dämmung drin. Wir liegen also fast 40% über dem Durchschnitt, und daher wahrscheinlich 70-80% über dem Wert von KFW 55 Häusern, wenn wir damit vergleichen würden.

Klingt das für Euch auch komisch?

Morgen kommt ein Techniker der Heizungsanlage vorbei, aber wenn der nicht was findet, was den Fehler erklärt, werde ich unverzüglich eine Mängelanzeige machen müssen.

Was meint Ihr?

Ein herzliches Dankeschön für Eure Antworten schon jetzt!

Viele Grüße
Thomas

guckuck2 21.11.2019 16:10
Drei Tage. Erstmal tief Luft holen
War die Bude vorher eiskalt? Tür die ganze Zeit offen wegen Handwerkern?

Scout 21.11.2019 16:19
KfW-55 dürfte in den meisten Fällen unter 30 KWh/m2*a benötigen. Du hättest im November hochgerechnet also beinahe deinen Jahresverbrauch durchgejagt.

Standen Fenster offen? Arbeitet der Wärmetauscher der Kontrollierte-Wohnraumlüftung korrekt?

Und: wie warm war der Bau bei Abnahme? 3,6 Tonnen Kalkssandstein um 1° aufzuheizen etwa benötigt 1 KWh. Estrich, Beton und Ziegel liegen in etwa identisch. Angenommene 180 Tonnen (selber rechnen!) und 6° C Differenz ergäben so etwa bereits 300 KWh.

Tom1971 21.11.2019 16:19
Du meinst ich hab zu viel Schnappatmung gerade? Ich hoffe, das stellt sich tatsächlich als Panikmache von mir heraus

Zu den Fragen:

1) Die Fussbodenheizung lief vor Abnahme schon 14 Tage, die Wände fühlen sich "normal" an, definitiv nicht ausgekühlt.

2) Wir machen 2-3mal am Tag fünf Minuten stosslüften um Feuchtigkeit herauszutransportieren. Kann das so einen großen Einfluss machen?

Tom1971 21.11.2019 16:21
Hallo Scout - ja das sind meine Bedenken auch: Den Jahresverbrauch faktisch im November schon rausgehauen.

Mit der Berechnung: Gute Idee, ich fang mal an zu rechnen. Wände sind nicht mehr kalt (Innenwände sowieso nicht, aber auch die Außenmauern fühlen sich normal warm an).

Tom1971 21.11.2019 16:31
Bonusfrage: Wäre es möglich, dass die Fussbodenheizung ein Leck hat und daher die Fernwärme immer nachgeschossen werden muss? Nirgends im Haus ist irgendetwas zu sehen, bei mindestens 3 Tagen Leckage müsste das ja zu entdecken sein inzwischen. Ich hoffe mal nicht, dass das noch Schlimmer ist, als es von den reinen Zahlen her aussieht...
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