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ᐅ Einheimischenmodell - ist das noch rechtens?


Erstellt am: 12.06.2018 11:55

Jean-Marc 16.05.2019 13:02
Man versetze sich doch nur mal selber in die Situation, man würde in seinem Wohnort - wo man aufgewachsen ist, die Eltern wohnen, man im Verein aktiv ist etc. - jahrelang vergebens Haus oder Bauplatz suchen und dann verkauft die Gemeinde die lang ersehnten Grundstücke an x-beliebige Leute von außerhalb und man selbst geht leer aus... da kann sich der Bürgermeister mal warm anziehen.
Es gibt immer noch genug Kommunen, die gezielt um Zuzügler werben und jungen Familien den roten Teppich ausrollen. Das sind vielleicht nicht diejenigen im Speckgürtel mit Bahnanschluss, aber zumindest dahinter. Flexibilität heisst das Zauberwort.

Nordlys 16.05.2019 13:23
Einheimischenmodell heisst ja nicht, Auswärtige sind raus, sondern nur Süderschmedeby First, dann Kiel, Hamburg und so.

Bava 16.05.2019 19:11
Vielleicht muss man in so einem Ort ein "Einheimischer" sein, um zu verstehen, was großer Zuzug bedeutet. Die vorher beschriebene Siedlung ist faktisch eine Insel. Die Kinder gehen in den Waldorfkindergarten, werden zur weiterführenden Schule in die internationale Schule gekarrt und fahren eigentlich nur im Grundschulalter, mangels Alternative, mit dem Bus in die selbe Schule wie die Dorfkinder. Sie lassen an Silvester nicht wie die anderen ihre Raketen in der Dorfmitte steigen, sie feiern extra in der Siedlung. Sie helfen nicht mit, wenn der Spielplatz auf Vordermann gebracht wird und feiern z.B. nicht beim Maibaumaufstellen mit. Sie müssen das natürlich auch nicht. Aber was passiert, wenn die jungen Einheimischen es sich irgendwann gar nicht mehr leisten können, hier zu wohnen? Dann fallen Feiern, Traditionen, das typische Lebensgefühl im Dorf weg. Wie gesagt, wir sind 350 Einwohner, früher kannte ich hier jeden. Jetzt kennt man viele Namen nicht mehr. Ich bin aber bewusst nach dem Studium aus München wieder nach Hause gezogen, weil ich diese Anonymität eben nicht möchte. Dann kommen halt noch die Forderungen dazu, die plötzlich gestellt werden, wie der besagte Bürgersteig und z.B. die Beschwerden über den zu lauten Gogl (Hahn für die Hochdeutschen ), der hier halt auch mal dazugehörte. Vielleicht ist es bei uns auch speziell weil das ursprüngliche Dorf mal sehr bäuerlich geprägt war und unsere "Zugroasten" der Oberschicht angehören und dies auch deutlich nach außen zeigen. Das verstärkt die Kluft noch zusätzlich und mag woanders anders sein.

Nordlys 16.05.2019 19:36
Wenn wer für sein Haus 500+ ausgibt und das völlig normal, sogar noch preiswert empfindet, wenn sie die 20 tsd. Euroküche will und die Dunstabzugsbärbel schon 3000 kostet und es KNX und Kamera und Fingerprinttür sein muss, dann ist das ein anderes Milieu, das da zuzieht, und das crasht, weil dieses Milieu leider auch raushängen lässt, dass man besser, reicher, smarter, biobiologischer und überhaupt was Besonderes ist, und die Kinder auch. Und das Ergebnis ist, dass die ursprünglich Dalebenden marginalisiert werden, der Hahn darf nicht mehr krähen, die Glocken der Kirche stören, der Zugezogene ist ja areligiös, mit so nem Aberglauben gibt er sich doch nicht ab, wie doof muss man sein...., dann darf der Bauer natürlich keine Gartenabfälle mehr abfackeln, was man aufm Dorf immer gemacht hat, Maifeuer, o Graus, da sterben Igel!, das wird unterbunden, beklagt, einstweilige Verfügung, der Herr Soundso vom Meisenstieg ist ja Anwalt, der macht das schon....es wird Krieg zwischen nein nicht Dorf und Stadt, sondern zwischen dem traditionell ländlichen Milieu und den ganzen modern performern, die da auf einmal zuziehen, es werden SUVs zerkratzt, es werden Reifen zerstochen,es eskaliert, und daher ist Einheimischenmodell sinnvoll, weil manche Milieus nicht kompatibel sind. Ich kann das gut nachvollziehen, was Du bei Deinen Münchnern erlebst, erlebe ich mit Teilen von Hamburg, nicht mit Barmbek Basch, aber den Näselnden und Neunmalschlauen aus Winterhude Eppendorf. Karsten

hampshire 16.05.2019 20:16
: Wer von den „Einheimischen“ hat denn einmal die „neuen“ zu den dorfüblichen Gesellschaftsanlässen eingeladen? Es ist so leicht zu sagen, dass die Zugezogenen sich nicht integrieren. Sie über einen Kamm zu scheren, sie argwöhnisch zu beobachten, ihre „Fehler“ zu registrieren. Ich bin in so einem Dorf geboren, kenne 2 Seiten aus langer Erfahrung.

haydee 16.05.2019 21:03
Maibaum, Kindergartenfest, Martinszug, Kinderkirche werden Familien explizit eingeladen.
Büchereifrühstück für Kinder in den Ferien
Landfrauenfrühstück für ältere Frauen
Ferienprogramm hängt aus
Usw.

Wir haben nur wenig Zuzug von Städtern (nicht Ballungsgebiet) und es gibt solche und solche.
Welche die Helfen und sich integrieren, welche die sich beschweren. Manche müssen noch lernen das Äcker mit dem Traktor bestellt werden, Kühe nicht lila sind und dass das in den Maisingen um 6 Uhr ist.
einheimischenmodellzuzughahn