Bausparvertrag noch sinnvoll bei den aktuellen Zinsen

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Zuletzt aktualisiert 24.05.2024
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Jochen104

Jochen104

Der Habenzins ist auch nicht so toll: 0,5% und dann gehen jährlich noch 7-10 Euro Kontoführungsgebühren und Geld für die hauseigenen Zeitschrift weg.
Die Zeitschrift würde ich mit einem Schreiben an die Bausparkasse zum nächst möglichen Termin kündigen. Das Geld kannst du auch in andere Fachliteratur investieren. ;-)
 
lastdrop

lastdrop

Die Frage ist ja immer, was will ich mit einem Bausparvertrag bezwecken. Was bisher unter den Tisch gefallen ist, ist dass Bausparvertrag für Zinssicherheit in 5-10 Jahren sorgen können, in Deinem Fall in 8 Jahren.

Ich würde in Deinem Fall weiter besparen, da machst Du m.E. nichts kaputt. Ob Du das Darlehen nehmen wirst, wenn du bauen willst, oder Dir einfach das Guthaben holst, ist eine andere Frage.
 
V

Voki1

Ein Bausparvertrag ist immer dann sinnvoll, wenn er a) eh abgeschlossen ist (und damit auch die - sehr hohe - Abschlussgebühr bezahlt ist) und b) genug verfügbares Einkommen für die Zahlung der Ansparbeträge vorhanden ist. Dabei ist b) häufig ein Problem, wenn eine Wohneigentum finanzierende Rate bereits vorhanden ist.

Beim Bausparvertrag handelt es sich um eine "Beteiligung" an einem Solidarpaket. Die Bausparer zahlen ein und erwerben durch die Einzahlungen und den Zeitablauf "Bewertungspunkte", welche die Zuteilung steuern (schließlich müssen die - im Vergleich zu normalen Zinszeiten - niedrigen Zinsen und die Darlehen ja von irgendwem finanziert werden.

Die Bausparkassen haben gegenwärtig ein Problem (auch wenn sie das nicht so gern zugeben mögen). Fraglich ist also, ob es mit der prognostizierten Zuteilung bei Bedarf (Ablauf der Zinsbindung) dann so etwas werden wird. Weiß keiner, kann auch ganz anders (später) kommen.

Ein ähnliches Schicksal erlitten / erleiden die Kunden mit endfälligen LV tilgenden Darlehen. Die versprochene Ablaufleistung wird durch die stetige Reduzierung der Gewinnbeteiligungen (teilweise erheblich) niedriger, als bei Abschluss "versprochen". Die Zahlungen reichen nun oft nicht mehr aus, die vorhandenen Kredite zu tilgen. Ein seinerzeit abgeschlossenes Annuitätendarlehen wäre gesichert weg. Richtig ist, dass früher oft steuerliche Gründe den Ausschlag für diese Variante gaben.

Was ich damit sagen will: Eine Aufklärung über Vor- / Nachteile, eine vergleichende Darstellung der unterschiedlichen Modelle und eine vollständige Darstellung der Chancen / Risiken findet in den seltensten Fällen wirklich statt. Die nun auszuhändigen "vorvertraglichen Informationen" sind ein Witz. Diese sind mittlerweile so umfangreich, dass kaum jemand diese konsequent lesen mag und sich damit auseinandersetzt.

Empfehlung kann hier nur sein, sich von unabhängigen Institutionen rechtzeitig vor Abschluss jedweder eigentumserwerbsvorbereitenden (was für ein Wort) Vertragsabschlüssen beraten zu lassen. Hier bieten sich zum Selbststudium eine Vielzahl von Publikationen an (z.B. bei der Verbraucherzentrale). Klar ist, dass bei Banken / Versicherungen / Bausparkassen gerade KEINE objektive und auf die wesentlichen Belange zugeschnittene Beratung erfolgt (Ausnahmen bestätigen die Regel). ;-)

Ich schreibe das deshalb, weil die Threats bzgl. "Wieviel Haus kann ich mir leisten?" oder "Was will die Bank sehen?" oder "Kann ich mir die Rate leisten." schon deutlich über die Grundaufklärung hinaus gehen. Vergleichbar mit der Situation, dass bei einem Konsumentenkredit die Kosten "egal" sind, solange der Kredit gewährt wird und der Kunde weiß, dass er monatlich 100 Euro für 24 Monate zahlen muss. Rest unwichtig. ;-)

Amen. ;-)
 
f-pNo

f-pNo

Der Habenzins ist auch nicht so toll: 0,5% und dann gehen jährlich noch 7-10 Euro Kontoführungsgebühren und Geld für die hauseigenen Zeitschrift weg. Habe den 2013 abgeschlossen um sicherzustellen, dass ich bei einem Ende der Niedrigzinsphase trotzdem irgendwann günstiges Geld bekommen kann.
Die 1% Kosten hast du ja sicher schon gezahlt. Die große Kostenposition ist also schon weg. Vom Sollzinssatz ist der Bausparer vielleicht etwas teurer als jetzige, aber noch lange nicht schlecht.
Die Zeitschrift würde ich mit einem Schreiben an die Bausparkasse zum nächst möglichen Termin kündigen. Das Geld kannst du auch in andere Fachliteratur investieren. ;-)
Die Frage ist ja immer, was will ich mit einem Bausparvertrag bezwecken. Was bisher unter den Tisch gefallen ist, ist dass Bausparvertrag für Zinssicherheit in 5-10 Jahren sorgen können, in Deinem Fall in 8 Jahren.
Meiner Meinung nach wurden alle Argumente schon gebracht - daher nur ein kurzes Statement von mir.
Zeitschrift - kündigen: Hatte ich ehemals auch so gemacht, als ich feststellte, dass die mir dafür auch noch Gebühren abgeknöpft haben.

Wie schon geschrieben, hast Du den größten Brocken an Kosten schon bezahlt. Diesen Aufwand würdest Du dann für umsonst gehabt haben. Somit wäre es aus meiner Sicht Blödsinn den Bausparvertrag jetzt aufzulösen.
Du weißt nicht, wohin sich die Zinsen entwickeln werden. Relativ sicher ist nur, dass die Zinsen irgendwann wieder anziehen werden. Wie lastdrop schon geschrieben hat: Du sicherst Dir eine feste Zinssicherheit.

Wie Du bei Zuteilungsreife den Bausparvertrag verwenden willst, bleibt Dir überlassen. Unser Bausparvertrag stellt die Reparaturrücklage dar (bzw. wird zum ersten Ende der Zinsbindung den Rest-KfW mittels Guthaben platt machen).
Du kannst zukünftig den Bausparvertrag verwenden für Reparaturen, für eine Sondertilgung (mit oder ohne Darlehen) oder einfach stehen lassen, damit Du ihn bei Bedarf später verwenden kannst. Kannst ja überlegen - wenn schon viel eingezahlt ist, ob Du Deine mtl. Einzahlung mit Beginn der Finanzierung absenkst. Da solltest Du Dir ausrechnen lassen, wann Dir unter diesen Umständen die 1,6% zustehen (da durch die Absenkung der Zahlung im letzten Jahr, die Ansparquote und Zuteilung später erreicht wird).
Persönlich würde ich ihn nicht in die angestrebte Finanzierung einfließen lassen - außer, die Zinsen haben sich in 3 Jahren schon so weit entwickelt, dass absehbar ist, dass der Zinssatz 2023 über 1,6% steht.

Ist jetzt doch etwas mehr geworden als ich dachte.


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PS: F-pNo - ich hab Deinen Text in leserliche Form gebracht ;-)

Liebe Grüsse, Bauexperte
Bauexperte
 
B

Bauanfänger36

Erstmal vielen Dank an alle, die mir hier geantwortet habe. Besonders bedanken möchte ich mich auch für die detaillierten und genau begründeten Argumentationen. Als Forumneuling möchte ich außerdem sagen, dass ich den Umgangston und Atmosphäre hier als sehr angenehm und sachlich empfinde. Vielen Dank auch dafür. :-) Das ist in anderen Foren nicht immer der Fall.
 
Zuletzt aktualisiert 24.05.2024
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