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ᐅ 250000€ Baukosten Brutto für Einfamilienhaus im südlichen BW


Erstellt am: 10.09.18 23:29

B
Bookstar
11.09.18 11:21
montessalet schrieb:
Oh doch.... Und du hast ja noch Hanglage. All-In planen wir ebenfalls (ohne Grundstück) mehr als 450'000€ - und das ohne Hanglage, ohne Keller, ohne Automation, ohne Smarthome, ohne Photovoltaik). Aber dabei sind nebst dem reinen Haus natürlich die Baunebenkosten (u.a. Anschlüsse usw.).
Und das in einer deutlich "günstigeren" Region als das südlichen BW.
Wenn du mal nur die (aus meiner Sicht zu knappen) 2000€/m2 ansetzt und die zusätzlichen Kosten (u.a. Hanglage) mit einbeziehst, kommst du ganz sicher >400'000€. Und das OHNE Luxus.

Ich bin wirklich ein Freund von hohen Schätzungen. Aber das kommt mir dann doch schon sehr bzw. zu teuer vor. Aber man muss immer Äpfel mit Äpfel vergleichen. Garten mit drin? Sind locker 30 Scheine. Küche? 20 Scheinchen.
M
montessalet
11.09.18 11:32
Ich empfehle einfach, sich mal die Sätze der Architektin auf der Zunge zergehen zu lassen.... Eigentlich hat sie alles gesagt, was es zu sagen gibt.
Z
Zaba12
11.09.18 11:44
Wiesentalbau schrieb:
Hallo liebe Community,

wir haben nach längerem Suchen einen Bauplatz mit 467qm finden können. Er befindet sich, wie mein Forumname vielleicht vermuten lässt, im Wiesental. Für die Meisten, die das nicht kennen...Das liegt im äußersten Süden Baden-Württembergs. Die Stadt liegt ca. 25km von Basel entfernt. Der Flecken ist also rein vom Baugrund, der in natürlich nicht in den 250000€ drin ist, für eine einigermaßen ländliche Gegend recht teuer.
Wir sind bald eine 4-köpfige Familie und würden gerne eben dort, in leichter Südhanglage mit drückendem Grundwasser ein Haus mit ca. 120qm bauen lassen. Es soll kein Keller her. Die Bodenplatte müsste allerdings als Weiße Wanne ausgeführt sein. Es sollte neben Wohn-/Esszimmer ein Elternschlafzimmer, sowie zwei Kinderzimmer und ein Zimmer zur flexiblem Nutzung als Gästezimmer/Büro eingeplant sein. Eine Ausführung als zwei Vollgeschosse wäre ideal aber keine Voraussetzung. Es soll wirklich nur das Nötigste vorhanden sein. Es muss nix Smartes dabei sein, die Rollläden können wir ebenfalls gerne selbst bedienen. Das Bad muss nicht groß sein und teure Armaturen braucht im Grunde auch kein Mensch. "Einfache Ausstattung" wie es so schön heißt. Spaßeshalber habe ich verschiedenen Architekten geschrieben. Einer hat geschrieben, es sei möglich aber eher mit einer Fläche von 100qm. Die Antwort der anderen Architektin möchte ich gerne auszugsweise ebenfalls einstellen:

Ausgehend von 250.000 € brutto gesamt,
würden sich diese durchschnittlich (nach bundesdeutschem Baukosten-Index)
ca. wie folgt verteilen:

193.000 € Baukosten, davon:
154.400 € Bauwerk (ca. 80%)
38.600 € Haustechnik (ca. 20%)
plus
6.500 € Herrichten & Erschließen (ca. 3-4% der Baukosten)
12.000 € Außenanlagen (ca. 6-7% der Baukosten)
38.500 € Baunebenkosten (ca. 20% der Baukosten)


Diese %-Sätze sind Durchschnittswerte für Bauvorhaben dieser Art (1 - 2 Familienhaus, nicht unterkellert).

Die Baukosten von 193.000 € werden zugrunde gelegt für die Umrechnung / den Wert Baukosten / m2 Wohnfläche.

Davon ausgehend, dass die von Ihnen erwähnten 120 m2 die nutzbare Wohnfläche sein sollen
(und nicht die Grundfläche mal 2 Geschosse = 240 m2 ?),
ergäbe dies ein Baukosten-Budget von

1.600 € / m2 Wohnfläche.


zum Vergleich:

Im Bundesdurchschnitt lagen die Baukosten für ein 1-2 Familienhaus, nicht unterkellert, Stand Anfang 2017
zwischen 1.530 € und 2.510 € / m2 Wohnfläche, je nach Standard.

Verglichen damit lägen Sie mit einem Budget von 1.600 € / m2 also sehr nah an der unteren Grenze,
also einfachstem Standard.


Von einem ganz einfachen Standard weichen allerdings diverse Faktoren bereits auf den ersten Blick ab:

• die Punkte Hanglage und drückendes Grundwasser / „weiße Wanne“
• Für den Landkreis Lörrach gilt außerdem ein Regionalfaktor von 1,095, d.h. hier ist das Bauen i.d.R. durchschnittlich knapp 10% teurer als im Bundesdurchschnitt und den Vergleichs-Preisen.
• Seit 2017 sind die Baupreise zudem um ca. 5-8 % gestiegen.
• Leider verteuert auch die aktuelle Konjunktur-Lage das Bauen weiterhin, da die Firmen kaum Kapazitäten haben und die Knappheit die Preise nach oben treibt.
• Eventuelle Fördermaßnahmen (KfW) oder auch Wünsche, die bspw. Haustechnik über dem einfachsten Standard fordern (Lüftungsanlagen, Solar-Anlagen o.ä.) erhöhen ebenfalls weiter die Kosten.
• Wir empfehlen außerdem immer und bei jedem Projekt eine Reserve von mindestens 10%!
• Nicht zuletzt beim Einfamilienhaus-Bau kommt im Laufe der Planung vieles mit der Zeit dann doch hinzu —> Garage/Carport, besondere Elektro-Ausstattung (Smart-Home, Bus-Technik) oder andere Haustechnik, steigender Standard bei der Ausführung
• Grundsätzlich hinzu kommt die Ausstattung —> Einbauküchen und Einbaumöbel schlagen hier in nicht unerheblichen Summen zu Buche


Selbstverständlich spielen unzählige Faktoren in die Rechnung hinein,
und wir kennen aktuell quasi keine weiteren Eckdaten des Vorhabens.

Unsere Erfahrung und die Projekte der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir hier in Süddeutschland eher bei Baukosten zwischen 2.000 und 2.300 € / m2 Wohnfläche landen, bei normalem / mittlerem Standard.

Ob bei sehr sorgfältiger Planung, einfachen, kompakten Grundrissen/Kubaturen, einfachem Ausführungs-Standard,
Ausführung ohne Zeitdruck / mit Vorlauf und evtl. einem hohen Grad an Vorfertigung das Budget ausreichen kann,
lässt sich also NICHT einfach mit JA beantworten.


Ungern aber wahrscheinlich realistischerweise höre ich da heraus, dass ein individuell geplantes Architektenhaus für uns eher nicht in Frage kommt, oder?
Wie sieht es mit Fertighäusern aus? Sind die wirklich so viel günstiger? Ich meine klar im Katalog stehen ja Traumpreise aber der gesund Menschenverstand sagt mir, dass da noch einiger obendrauf kommt.

Ich hoffe auf Eure Meinungen und ehrlichen Antworten.
Damit Du das richtig einordnen kannst die Architektin geht hier nicht von einem Architektenhaus aus, sondern von allgemeinen Baukosten in deiner Gegend für ein Einfamilienhaus ohne Erschwernisse. So wie es aussieht bzw. ich vermute (baue selbst mit Südhang) sind die 2300€ irgendwo dein Mittelwert bei Hanglage. Von den 1600€ kannst du dich getrost verabschieden.

Bau Dir keine Luftschlösser sondern beschäftige dich mit dieser Kalkulation. Sonst schadest Du dir nur selbst finanziell mit einer dicken fetten Nachfinanzierung. Die Nähe zur Schweizergrenze tut übrigens neben BW als Bauort ihr Übriges.

Ich wäre auch fürs anpinnen oder kopieren des Beitrags in einen Baukostenthread. Da nach so einer qualifizierten Aufschlüsselung viele viele schon gefragt haben.
Y
ypg
12.09.18 08:40
@Mycraft
Kannst Du den Eingangspost gesondert anpinnen oder so?
architektin