Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!
Neulich hatte ich, wie alle zwei Jahre, einen Einsatz auf der ISH in Frankfurt. Und nach so einer Messe bekommt man ja doch irgendwie Lust auf neue Haustechnik. Meine Öl-Zentralheizung (Viessmann Vitola 200) wird jetzt 20 Jahre alt und läuft vollkommen einwandfrei, auch der Schornsteinfeger ist mit den Messwerten zufrieden. Rein objektiv besteht also noch kein Grund zum Wechseln.
Auf der anderen Seite halte ich mich für einen verantwortungsvollen Menschen, der gerne seinen Anteil daran leistet, dass Dinge besser werden. So habe ich im vergangenen Jahr mein Dieselfahrzeug gegen ein Erdgasfahrzeug ersetzt, und beim Strom bin ich zu einem echten Ökostromanbieter gewechselt (Naturstrom AG). Rein emotional würde es mir durchaus gefallen, künftig kein Öl mehr zu verbrennen, weil ich das inzwischen für eine Todsünde halte.
In meiner Straße in einem Berliner Außenbezirk liegt Gas an. Meine Dachform ist nicht die beste für Solarthermie, aber auch nicht vollkommen abwegig. Es handelt sich um ein Krüppelwalmdach mit Firstlinie Nord-Süd, in welchem vier Gauben integriert sind. Im mittleren Bereich könnte man aber auf beiden Seiten durchaus 12 Quadratmeter Kollektorfläche unterbringen, schätze ich jetzt mal so aus der hohlen Hand. Wenn es konkret wird, müsste man sich das noch mal genauer anschauen.
Den Platz, der derzeit vom Öltank eingenommen wird, würde ich lieber für eine eigene Sauna nutzen und mich vom Fitnessstudio abmelden. Da zahle ich 1.000 EUR im Jahr und gehe kaum hin, weil es mir an passenden Zeitfenstern fehlt. Gleiches würde für meinen Vater gelten, dann sind wir schon bei 2.000 EUR im Jahr. Damit kann man wohl eine eigene Sauna refinanzieren.
Platz für einen ausreichend großen Pufferspeicher wäre ebenfalls vorhanden. Dann kommt noch folgender Aspekt hinzu: Im Keller befinden sich außerdem meine Hauptarbeitsräume. Die sind im Sommer eigentlich zu kalt. Ich stelle ja von April bis Oktober vom Heizen auf reine Warmwasserbereitung um.
Nun frage ich mich: Wenn ich Gasbrennwert plus Solar realisiere, dann habe ich im Sommer im Idealfall genug warmes Wasser und kann die Arbeitsräume im Keller etwas anwärmen, und verbrauche dabei wenig bis kein Gas. Und im Winter werde ich vermutlich weniger Gas verbrauchen als heute Öl, weil eine neue Anlage natürlich effizienter arbeitet als die von vor 20 Jahren.
Nachteil: Ich muss das Gas dann abnehmen, wenn ich es verbrauche, und kann nicht dann kaufen, wenn es gerade günstig ist. Beim Öl kann ich über mehr als ein Jahr puffern und dann kaufen, wenn die Kurve gerade ein wenig nach unten zeigt. Bisher verbrauche ich etwa 3.200 Liter Heizöl pro Jahr und versorge damit etwa 300 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Damit bin ich ja schon deutlich besser als der Bundesdurchschnitt.
Nun die Frage aller Fragen: Ist ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll oder nicht? Wird meine Energie- und Kostenbilanz dadurch überhaupt besser? In fünf bis zehn Jahren muss ich auf jeden Fall, vermute ich.
Danke für alle hilfreichen Gedanken!
Matthias
Neulich hatte ich, wie alle zwei Jahre, einen Einsatz auf der ISH in Frankfurt. Und nach so einer Messe bekommt man ja doch irgendwie Lust auf neue Haustechnik. Meine Öl-Zentralheizung (Viessmann Vitola 200) wird jetzt 20 Jahre alt und läuft vollkommen einwandfrei, auch der Schornsteinfeger ist mit den Messwerten zufrieden. Rein objektiv besteht also noch kein Grund zum Wechseln.
Auf der anderen Seite halte ich mich für einen verantwortungsvollen Menschen, der gerne seinen Anteil daran leistet, dass Dinge besser werden. So habe ich im vergangenen Jahr mein Dieselfahrzeug gegen ein Erdgasfahrzeug ersetzt, und beim Strom bin ich zu einem echten Ökostromanbieter gewechselt (Naturstrom AG). Rein emotional würde es mir durchaus gefallen, künftig kein Öl mehr zu verbrennen, weil ich das inzwischen für eine Todsünde halte.
In meiner Straße in einem Berliner Außenbezirk liegt Gas an. Meine Dachform ist nicht die beste für Solarthermie, aber auch nicht vollkommen abwegig. Es handelt sich um ein Krüppelwalmdach mit Firstlinie Nord-Süd, in welchem vier Gauben integriert sind. Im mittleren Bereich könnte man aber auf beiden Seiten durchaus 12 Quadratmeter Kollektorfläche unterbringen, schätze ich jetzt mal so aus der hohlen Hand. Wenn es konkret wird, müsste man sich das noch mal genauer anschauen.
Den Platz, der derzeit vom Öltank eingenommen wird, würde ich lieber für eine eigene Sauna nutzen und mich vom Fitnessstudio abmelden. Da zahle ich 1.000 EUR im Jahr und gehe kaum hin, weil es mir an passenden Zeitfenstern fehlt. Gleiches würde für meinen Vater gelten, dann sind wir schon bei 2.000 EUR im Jahr. Damit kann man wohl eine eigene Sauna refinanzieren.
Platz für einen ausreichend großen Pufferspeicher wäre ebenfalls vorhanden. Dann kommt noch folgender Aspekt hinzu: Im Keller befinden sich außerdem meine Hauptarbeitsräume. Die sind im Sommer eigentlich zu kalt. Ich stelle ja von April bis Oktober vom Heizen auf reine Warmwasserbereitung um.
Nun frage ich mich: Wenn ich Gasbrennwert plus Solar realisiere, dann habe ich im Sommer im Idealfall genug warmes Wasser und kann die Arbeitsräume im Keller etwas anwärmen, und verbrauche dabei wenig bis kein Gas. Und im Winter werde ich vermutlich weniger Gas verbrauchen als heute Öl, weil eine neue Anlage natürlich effizienter arbeitet als die von vor 20 Jahren.
Nachteil: Ich muss das Gas dann abnehmen, wenn ich es verbrauche, und kann nicht dann kaufen, wenn es gerade günstig ist. Beim Öl kann ich über mehr als ein Jahr puffern und dann kaufen, wenn die Kurve gerade ein wenig nach unten zeigt. Bisher verbrauche ich etwa 3.200 Liter Heizöl pro Jahr und versorge damit etwa 300 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Damit bin ich ja schon deutlich besser als der Bundesdurchschnitt.
Nun die Frage aller Fragen: Ist ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll oder nicht? Wird meine Energie- und Kostenbilanz dadurch überhaupt besser? In fünf bis zehn Jahren muss ich auf jeden Fall, vermute ich.
Danke für alle hilfreichen Gedanken!
Matthias
Pianist schrieb:
Nein, keine FußbodenheizungOhne Fußbodenheizung mach dir mal über die Wärmepumpe keine Gedanken. Das wird zu teuer, da die Jahresarbeitszahl deutlich zu hoch liegt. Mit Austausch aller Heizkörper gegen überdimensionierte Nidertemperaturkonvektoren mit 40/30 °C vielleicht machbar, aber immer noch deutlich teurer als dein Öl oder neues Gas.Fuchur schrieb:
Dann sollte dir bewusst sein, dass das für die Solarthermie genauso giltNa das ist das schon anders. Photovoltaik ohne sündhaft teuren Akku kann ich nur bei exakter Gleichzeitigkeit von Bedarf und Erzeugung nutzen. Warmwasser kann man günstig zwischenspeichern und in den Abendstunden oder morgens nutzen. Solarthermie lässt sich in den Übergangsphasen zur Heizungsunterstützung gut nutzen. An Süddächern auch an sonnigen Wintertagen, hier natürlich nur bedingt.
Heizkosten von "0€" bekommt man nur hin, wenn man die 6-10k Euro für die Photovoltaikanlage nicht einrechnet.
Die Solarthermie-Anlage auf dem Bestandsdach mit Heizungsunterstützung bekommt man auch gut gefördert:
2000€ Basis + 500€ wenn zeitgleich eine neue Heizung angeschafft wird + 10% Zuschuss KFW + ggf. kommunale oder Landesbankenzuschüsse.
boxandroof schrieb:
Die Zukunft gehört Strom Soso. Noch haben wir ein gut ausgebautes, volles, funktionierendes Gasnetz. Bald mit zusätzlicher NordStream2-Leitung und das US-Imperium will auch von den europäischen Gaskunden finanzierte LNG-Terminals errichten. Das riecht nicht danach, dass da bald kein Gas mehr kommt. Preislich ist der Gaspreis auch vorhersehbarer als Strom. Letzterer ändert seinen Preis jährlich aufgrund politischer Entscheidungen deutlich stärker als Gas. Und In Bestandsbauten ohne Fußbodenheizung wird die Wärmepumpe auch in den nächsten 15 Jahren keine vernünftigen JAZs erreichen, und Strom wird garantiert nicht günstiger!
Alternativen aus ökologischer Sicht:
Brennstoffzelle auf Gas-Basis. Erzeugt auch Strom, aber nur wenige 100W. Da hast du einen sehr großen Eigenanteil in der Nutzung. Wird auch stark bezuschusst von der KfW-Bank.
Pelletofen, gibt auch BAFA-Zuschüsse und den Platz, den jetzt die Öltanks brauchen brauchen dann die Pellets. Die sind aber ökologisch, wie so vieles in Massenproduktion, auch fragwürdig (Pellets aus Ungarn = Karparten-Urwälder, oder aus Kanada mit dem Schiff angekarrt z.B.)
Holzscheit-Vergaserkessel. Gibt auch üppige Zuschüsse und von der Verbrennung und den Emissionen jedem Kaminofen deutlich überlegen. lohnt sich vor allem, wenn du günstig Holz bekommst, aber auch für Normalkunden nicht schlecht. Auf jeden Fall lokale Brennstoffbeschaffung möglich.
D
Deliverer19.03.19 11:05dertill schrieb:
Preislich ist der Gaspreis auch vorhersehbarer als Strom. Letzterer ändert seinen Preis jährlich aufgrund politischer Entscheidungen deutlich stärker als Gas.Ich gebe zu, ich habe es jetzt nicht anhand von Statistiken überprüft, aber trotzden: WHAT?!
Zwischendurch mal herzlichen Dank für die vielen nützlichen Gedanken.
Ich werde vielleicht wirklich mal einen unabhängigen Energieberater konsultieren. Eigentlich müsste man ja bei Betrachtung des Hauses und des Strom- und Heizölverbrauchs zu einem klaren Ergebnis kommen. Und wenn das Ergebnis lautet, dass alles erst mal so bleibt wie es ist, soll mir das auch recht sein.
Brennstoffzelle finde ich auch interessant, habe da schon viele Filme drüber gedreht. Könnte sogar meinen Grundverbrauch decken, aber da muss man eben bedenken, dass irgendwann der Stack gewechselt werden muss.
Matthias
Ich werde vielleicht wirklich mal einen unabhängigen Energieberater konsultieren. Eigentlich müsste man ja bei Betrachtung des Hauses und des Strom- und Heizölverbrauchs zu einem klaren Ergebnis kommen. Und wenn das Ergebnis lautet, dass alles erst mal so bleibt wie es ist, soll mir das auch recht sein.
Brennstoffzelle finde ich auch interessant, habe da schon viele Filme drüber gedreht. Könnte sogar meinen Grundverbrauch decken, aber da muss man eben bedenken, dass irgendwann der Stack gewechselt werden muss.
Matthias
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