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ᐅ Tecalor THZ 5.5 eco Erfahrungen - Probleme Grundeinstellung?

Erstellt am: 06.11.22 18:29
R
Reimemonster
Hi zusammen,

ich habe kürzlich neu gebaut und benötige dringend grundlegende Hilfe für die Einstellung meiner Wärmepumpe.
Es handelt sich um eine Tecalor THZ 5.5 eco.
Ich habe bereits mehrfach versucht, mich in das Thema einzulesen, aber während ich mit anderen Dingen sehr gut klar komme, stößt das Thema Heizungstechnik bei mir auf ein sehr begriffsstutziges Hirn.
Hydraulischer Abgleich und alles wurde natürlich durchgeführt und der Installateur hat die Heizung auch eingestellt - allerdings erfahrungsgemäss sicher nur auf irgendwelche Standardwerte, sodass die Heizung zwar funktioniert, aber alles andere als effizient arbeitet.

Folgende Probleme habe ich:
- Die Zahl der Verdichterstarts ist sehr hoch. Zwischen Februar und September haben sich da schon über 3000 angesammelt
- Die Heizung scheint sehr oft, sehr kurz mit sehr hoher Leistung zu laufen (diese Vermutung wird durch die Verdichterstarts und Infos meiner Photovoltaikanlage untermalt)

Ich möchte nach Möglichkeit von Anfang an so viel richtig machen wie möglich, damit ich nicht nach 10 Jahren bereits die Heizung austauschen lassen muss.
Mein Ziel wäre also, dass die Heizung mit möglichst niedriger Leistung möglichst lange durchläuft. Das sollte Voraussetzung für ein gleichmäßig warmes Haus bei angemessener Abnutzung sein, oder? Gleichzeitig wäre die Heizung damit recht effizient.

Hier nun einige Fakten:
- Die Heizung heizt etwa 150m² Fläche, 35m² davon Keller
- Ich habe eine 5,3kWp Photovoltaikanlage auf dem Dach inkl. Batteriespeicher (das reicht, um durch den Sommer zu kommen, im Winter wird der Speicher wohl selten bis nie ganz aufgeladen werden)
- Ich habe keinen extrem hohen Wärmebedarf - Temperaturen über 21-22 Grad sind unnötig.
- Falls es an ein paar Tagen im Winter bei extremen Außentemperaturen (-15C° und niedriger) nicht ganz für die sonstige Temperatur reicht, ist das nicht schlimm (es ist noch ein kleiner Kaminofen im Wohnzimmer geplant, der Abhilfe schaffen könnte, sonst aber nicht ins Konzept einfließen soll)

- Wegen Photovoltaikanlage und Außentemperaturen wird Warmwasser nur zwischen 11:00 und 17:00 Uhr aufgeheizt. Durch Dämmung und Menge des Wassers reicht das auf jeden Fall für den Tagesbedarf (und darüber hinaus).
- Ich muss nicht das letzte halbe Prozent Effizienz herausschlagen, aber eine vernünftige Einstellung wäre mir wichtig.
- Nachtabsenkung wäre absolut OK, wenn das irgendwelche Vorteile hat
- Bisher war der Plan, die Heizung von 8:00 - 18:00 Uhr heizen zu lassen, sonst nicht. Grund für den Gedanken war der potenzielle Energieüberfluss tagsüber durch Photovoltaik (heizen statt einspeisen) und die Nachtabsenkung. Ggf. sollte ich das aber überdenken, denn einerseits wird Nov-Feb wohl nicht genug Energie erzeugt, sodass wie oben geschrieben die Batterie eh nie ganz aufgeladen wird, andererseits läuft die Idee direkt gegenläufig zu "Heizung auf niedrigem Niveau möglichst lange laufen lassen"

Ich habe die Heizung noch nicht ordentlich eingestellt, sodass wohl vermutlich ein deutlicher Wärmeüberschuss produziert wird. Man möge mich korrigieren, aber ich sollte wohl so vorgehen:
  • In einem Referenzraum das Thermostat auf das Maximum stellen
  • Heizung so runterregeln, dass in diesem Raum die maximale Temperatur erreicht wird, die im Haus nötig ist (klassischerweise Badezimmer, weil es da oft am wärmsten sein soll)
  • Die einzelnen Räume mit den Thermostatreglern herunterregeln, z.B. max. im Bad, max.-1 im Wohnzimmer, max.-2 in der Küche und so weiter
Ich habe in einer Tabelle mal alle Daten und Einstellungen zusammengefasst, die ich für relevant halte.
Gern Bescheid sagen, wenn bestimmte Werte interessant wären, die ich nicht aufgeführt habe.

Bei den meisten Werten ist mir durchaus bewusst, worum es sich handelt bzw. was diese steuern. Und hier schlägt meine Begriffsstutzigkeit wieder zu:
Obwohl mir z.B. der Begriff der Heizkurve und was diese aussagt nicht fremd ist, hilft mir das (noch!) nicht dabei, die Heizung selbst einzustellen.
Ich will ja auch nichts kaputtmachen oder verschlimmbessern...
Bei einigen anderen Werten ist mir aber entweder die Bedeutung komplett unklar, oder aber wie ich diese Werte beeinflussen kann.

Die zentralen Fragen lauten also:
Ist meine oben beschriebene Vorgehensweise zur Einstellung grundsätzlich korrekt? Wenn nein, wie gehe ich besser vor?
An welchen Werten sollte ich drehen, um die Heizung effizient und auf den Heizbedarf einzustellen?
Von welchen Einstellungen sollte ich tunlichst die Finger lassen?

Ich bedanke mich im Voraus herzlich für jegliche Erfahrungen und Hilfe!


Viele Grüße,
Jakob


Vorab: RT = Raumtemperatur, AT = Außentemperatur, WW = Warmwasser, Waschmaschine = Wärmemenge, Wärmerückgewinnung = Wärmerückgewinnung, NE = ?? (was heißt das?)
Ich habe nur einen Heizkreis!

Zeitraum ca. Februar bis jetzt:
Raumtemperatur Soll HK1: 21 Grad
Verdichterstarts: 3353
Wärmemenge Heizen Summe: 1400 kWh
Wärmemenge WW Summe: 895 kWh
Waschmaschine NE Heizen Summe: 3000 kWh
Waschmaschine Wärmerückgewinnung Summe: 597 kWh
Laufzeit Verdichter Heizen: 550h
Laufzeit Verdichter WW: 149h
Elektrisch NE Heizen: 1296h
Leistungsaufnahme Heizung: 343 kWh
Leistungsaufnahme WW: 268 kWh

Menü-Ebene 1, Ebene 2, Ebene 3, Ebene 4: Wert
Einstellungen, Heizen, RT Tag: 21°C
Einstellungen, Heizen, RT Nacht: 18°C
Einstellungen, Heizen, RT Bereitschaft: 10°C
Einstellungen, Heizen, HK Soll Hand: 35°C
Einstellungen, Heizen, RT HK: 21°C
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Steigung: 0,28
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Fußpunkt: 3°C
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Raumeinfluss: 0
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Anteil Vorlauf: 30%
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Sollwert Max: 55°C
Einstellungen, Heizen, Heizkurve, Sollwert Min: 10°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Prop.-Anteil: 2,0%/K
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Integralanteil INV: 500
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Max NE Stufe HZ: 3
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Max Vorlauftemperatur HZ: 60°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Sommerbetrieb: 17°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Hyst Sommerbetrieb: 4,0 K
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Dämpfung Außentemp: 1h
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Bivalenzpunkt: -10°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Zeitsperre NE: 30min
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Korrektur AT: 0,0°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Unterdruck T Messung: 60s
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Temp Auslegung Heizen: -20°C
Einstellungen, Heizen, Grundeinstellungen, Leistung Auslegung Heizen: 100%
Einstellungen, Warmwasser, Temperaturen, Soll Tag: 47°C
Einstellungen, Warmwasser, Temperaturen, Soll Nacht: 10°C
Einstellungen, Warmwasser, Temperaturen, Soll Bereitschaft: 10°C
Einstellungen, Warmwasser, Temperaturen, Soll Handbetrieb: 45°C
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Hysterese, 2: 0K
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Zeitsperre NE: 90min
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Temp. Freigabe NE: -10°C
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Antilegionellen: 30d
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Max Dauer WW Erzeugung: 12h
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, WW-Temp Legionellen: 10°C
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, A.Legionellen Zeit: 2:00 Uhr
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, NE Stufe WW: 3
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Pufferbetrieb: Aus
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Max. Vorlauftemperatur. WW: 75°C
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, WW Eco: Aus
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, WW-Leistung Sommer: 80%
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, WW-Leistung Winter: 80%
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, Integralsensor: Aus
Einstellungen, Warmwasser, Grundeinstellungen, 2. WW-Speicher: Aus
Fachmann, Verdampfer, Temp. Abtauende: 30°C
Fachmann, Verdampfer, Max Abtaudauer Verdampfer: 10min
Fachmann, Verdampfer, Einfrierschutz NE: 15°C
Fachmann, Verdampfer, Abtauabbr.: 10°C
Fachmann, Kälteaggregat, Verdichter Taktung: 20min
Fachmann, Kälteaggregat, Drehzahl Fortlüft.: 50%
Fachmann, Kälteaggregat, Anlaufstrombegrenzer: 16A
Fachmann, Pumpen, Pumpendrehzahl WW: 80%
Fachmann, Pumpen, Pumpendrehzahl Heizen: 80%
Fachmann, Pumpen, Verhältnis Mischer-Heizen: 100%
Fachmann, Pumpen, Mischer-P Nachlauf HK2: 10min [Warum wird in den Einstellungen nur HK2 aufgeführt aber HK1 nicht? Zumal ich keinen HK2 habe...]
Fachmann, Pumpen, Mischer-P Typ: 0
Fachmann, Pumpenzyklen, Min. Zyklen: 01 1/d
Fachmann, Pumpenzyklen, Max. Zyklen: 100 1/d
Fachmann, Pumpenzyklen, AT Min. Zyklen: 20°C
Fachmann, Pumpenzyklen, AT Max. Zyklen: 0°C
Fachmann, Notbetrieb, Auto: Aus
Fachmann, EVU-Sperre: 0
OWLer26.11.22 17:10
Oventrop zudrehen. Das steht auf 200mbar und geht bis 500.
R
Reimemonster
26.11.22 17:53
OWLer schrieb:

Oventrop zudrehen. Das steht auf 200mbar und geht bis 500.
Was heißt hier "zu"? Die Markierung über 100mbar? 500mbar?
Auch wenn es offensichtlich erscheint: Das ist dann das Überflussventil, oder?
R
Reimemonster
26.11.22 18:28
Unter der Annahme, dass <100mbar zu bedeutet, habe ich jetzt mal alles "ein wenig" eingestellt.
Ich bin schon sehr gespannt... wird sicher ein paar Tage brauchen, da jetzt der Keller mitgeheizt wird, den ich bislang ausgeschlossen hatte.

Ich habe für "warme" Räume 1,5l/min eingestellt (Schauglas geht bis 2,5), kühle Räume bzw. Keller 0,5-0,75 und Dachgeschoss 0.
Aktuell werkelt die Heizung weiterhin mit ~24l/min.
Wenn das so bleibt, was bedeutet das für mich bzw. die Einstellungen? Runter mit Heizkurve oder Fußpunkt? Heizkreisverteiler weiter zudrehen?

Ist sch... anstrengend, weil diese blöden Ventile kaum zu bedienen sind, bei ein, zwei hätte ich mir fast die Finger abgebrochen 🙄
OWLer26.11.22 19:36
Ich glaube du solltest dich über die Grundlagen der Hydraulik informieren und besonders auch die Anleitungen und Datenblätter deiner verbauten Komponenten studieren. Ich bin ein bisschen besorgt.

Das ist das Überstromventil (ÜV).

Wenn du es jetzt AUF (100mbar) gedreht hast, ist die Weiche quasi immer auf. Zu heißt Richtung 500mbar drehen. Die Skala bedeutet, ab welchem Druck das Ventil und damit den Bypass öffnet. Du willst das Wasser aber immer in der Fußbodenheizung und nicht sofort in den Puffer bzw. Rücklauf haben. Das ÜV soll eigentlich nur im Worst Case öffnen, dass alle Thermostate schließen.
R
Reimemonster
26.11.22 21:01
OWLer schrieb:

Ich glaube du solltest dich über die Grundlagen der Hydraulik informieren und besonders auch die Anleitungen und Datenblätter deiner verbauten Komponenten studieren. Ich bin ein bisschen besorgt.
Ich bin schon dabei. Zu dem Ventil finde ich allerdings nichts und ich habe dazu auch keine Unterlagen erhalten - muss ich vielleicht dem Heizungsmonteur nochmal auf die Füße steigen!
Danke auch für deine Erklärung - jetzt wo ich die Funktionsweise kenne, macht es natürlich Sinn.

Ich versuche einfach, ohne halber Heizungstechniker zu werden, meine Heizung einigermaßen effizient zu nutzen.
B
Benutzer 1001
26.11.22 21:05
Hast du keinen Skala plus minus drauf?

Normalerweise auf plus drehen um einen höheren Differenz Druck zu Erzeugen.
ventil