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ᐅ Baufinanzierung in bar - welches Konto?


Erstellt am: 29.09.14 13:15

N
Neubauer777
29.09.14 13:15
Wir sind in der angenehmen Lage, durch den Verkauf unseres alten Hauses das neue in bar finanzieren zu können.

Das Fertighaus-Unternehmen fordert nun, dass wir zur Finanzierungssicherung das Geld auf ein spezielles Konto einzahlen, das folgende Anforderungen erfüllt:
- Geld kann von der Baufirma mit meiner Zustimmung abgebucht werden (nach Baufortschritt)
- Das Geld ist quasi an die Baufirma verpfändet, kann also von mir nicht mehr ohne weiteres abgebucht werden (als Sicherung, verständlich).

Hat jemand damit Erfahrung und/oder Tipps zu diesem Vorgehen?
Insbesondere, welche Art von Konto am besten geeignet ist?

Am liebsten würden wir das Geld natürlich gerne auf ein einschlägiges Online-Tagesgeldkonto einzahlen, das aber die Bedingungen i.d.R. nicht erfüllt.
Konten bei lokalen Banken/Sparkassen dagegen liefern nur einen Mini-Zinssatz, wenn überhaupt, und kosten evtl. sogar noch Gebühren.
Das sind schon Unterschiede von mehreren tausend Euro, über die ganze Laufzeit.

Ich bin dankbar für jeden Tipp...
F
f-pNo
29.09.14 13:51
Um ehrlich zu sein, finde ich die Forderung der Firma einerseits komisch, andererseits teilweise nachvollziehbar.

Nachvollziehbar: Viele Firmen wollen auch eine Finanzierungsbestätigung haben, aus der abgeleitet werden kann, dass Zahlungen nur an sie gehen.
Das Ganze geht ja wohl in die Richtung: Bei einem Kredit achtet die Bank darauf, dass das Geld zweckgebunden an uns gezahlt wird. Bei einem Guthaben kann der Inhaber jederzeit verfügen.

Komisch:
Rein theoretisch könntet Ihr Euch auch dazu entschließen, Euer Geld für 6 - 7 % Rendite anzulegen und einen Kredit von 3 % aufzunehmen. Jaja - ich weiß - Rendite von 6 - 7 % gilt als utopisch bei vernünftiger Sicherheit, aber es wäre möglich.


Persönlich würde ich mich dagegen wehren - ich mag entsprechende Einschränkungen nicht. Was passiert denn, wenn die Firma pfuscht und man nach langen Hin und Her eine andere Firma mit der Fertigstellung / der Fehlerbehebung beauftragt? Dann kann man nicht über sein Guthaben verfügen, da die erste Hausbaufirma zustimmen muss (die werden sich hüten).
N
Neubauer777
29.09.14 14:05
Danke für die Antwort!

> Rein theoretisch könntet Ihr Euch auch dazu entschließen, Euer Geld für 6 - 7 % Rendite anzulegen und einen Kredit von 3 % aufzunehmen.
> Jaja - ich weiß - Rendite von 6 - 7 % gilt als utopisch bei vernünftiger Sicherheit, aber es wäre möglich.

6-7% gibt es sicherlich nicht mit 100% (oder zumindest 99%) Sicherheit, und zocken in irgendwelchen Schwellenländern kann ich mit dem Hausgeld natürlich nicht.
Zudem muss das Geld kurzfristig freizubekommen sein, da heute noch nicht klar ist, wie lange die Bauphase genau dauert.
Also kein Festgeld für 12 Monate, Wertpapiere etc...
Unter den Gesichtspunkten sind 1,3% (Tagesgeld mit Tendenz nach unten) schon Ende der Fahnenstange, und selbst mit Baufinanzierung-Zinsen von 2% würden wir Verluste machen.

> Persönlich würde ich mich dagegen wehren - ich mag entsprechende Einschränkungen nicht.
> Was passiert denn, wenn die Firma pfuscht und man nach langen Hin und Her eine andere Firma mit der Fertigstellung / der Fehlerbehebung beauftragt?
> Dann kann man nicht über sein Guthaben verfügen, da die erste Hausbaufirma zustimmen muss (die werden sich hüten).

Natürlich ist die Einschränkung unangenehm, aber bei jeder anderen Baufinanzierung ist das Vorgehen ja analog.
Eine Bank zahlt die Kreditsumme ja auch nicht auf mein Konto, sondern nach dem Nachweis direkt an den Bauträger.

Zum Thema Pfusch: Ich muss ja der Freigabe des Geldes auch zustimmen, also wird kein Geld fliessen, wenn das Ergebnis nicht stimmt.
Aber richtig, im extremen Streitfall, wenn man sich von seinem FH-Bauer trennen will, kann u.U. das Geld lange auf diesem Konto "gefangen" sein.

Allerdings traue ich unserem Hausbauer schon zu, dass er uns zumindest ein Haus hinstellt; für das Gehakel bei Mängeln gibt es dann einen (leider nicht besonders üppigen) Puffer am Ende.
T
toxicmolotof
29.09.14 14:40
Die Forderung des Bauunternehmens ist verständlich, für mich aber ein KO-Kriterium. Ihr sitzt am längeren Cash-Hebel, es sei denn, der Vertrag sieht etwas anderes vor.

Und kurz für mein Verständnis:
Die Direktbank, die ach so tolle Zinsen gibt möchte dafür keinen Aufwand(Arbeit) haben.
Die Bank vor Ort gibt weniger Zinsen, leistet Extras (Verpfändung, Haftung im Schadefall, etc) und verlangt für diesen Aufwand auch noch Geld? Unverschämtheit!
F
f-pNo
29.09.14 14:55
toxicmolotow schrieb:

Und kurz für mein Verständnis:
Die Direktbank, die ach so tolle Zinsen gibt möchte dafür keinen Aufwand(Arbeit) haben.
Die Bank vor Ort gibt weniger Zinsen, leistet Extras (Verpfändung, Haftung im Schadefall, etc) und verlangt für diesen Aufwand auch noch Geld? Unverschämtheit!

Ich glaube, er hatte dies eher allgemein gemeint - im Sinne von:
"Lieber würde ich es bei einer Tagesgeldbank mit 1,XX % anlegen und bei Bedarf (Rechnungszahlung) dort herunter nehmen, als bei einer "Vor-Ort-Bank" mit 0,1 % Verzinsung."
Wobei die Bank vor Ort trotzdem nicht die 1,xx % zahlt - auch wenn sie keine weiteren Extraleistungen erbringt (abgesehen von Ansprechbarkeit, Berater um die Ecke, etc., was die Bank ja auch den einen oder anderen Taler kostet)

Ist ja irgendwo nachvollziehbar, dass man sein Cash noch so anlegen will, dass es ein paar Kinder bekommt.
Da die Direktbank aber eben keine entsprechenden Zusatzleistungen anbietet, würde die als mögliche Wahl wegfallen. Es gibt eben nicht die eierlegende Wollmilchsau.
F
f-pNo
29.09.14 14:59
Neubauer777 schrieb:
Danke für die Antwort!

> Rein theoretisch könntet Ihr Euch auch dazu entschließen, Euer Geld für 6 - 7 % Rendite anzulegen und einen Kredit von 3 % aufzunehmen.
> Jaja - ich weiß - Rendite von 6 - 7 % gilt als utopisch bei vernünftiger Sicherheit, aber es wäre möglich.

6-7% gibt es sicherlich nicht mit 100% (oder zumindest 99%) Sicherheit, und zocken in irgendwelchen Schwellenländern kann ich mit dem Hausgeld natürlich nicht.
Zudem muss das Geld kurzfristig freizubekommen sein, da heute noch nicht klar ist, wie lange die Bauphase genau dauert.
Also kein Festgeld für 12 Monate, Wertpapiere etc...
Unter den Gesichtspunkten sind 1,3% (Tagesgeld mit Tendenz nach unten) schon Ende der Fahnenstange, und selbst mit Baufinanzierung-Zinsen von 2% würden wir Verluste machen.

Zu der Theorie schicke ich Dir mal ne PN, welche bitte in keinster Weise als Werbung, Beratung o.ä. gesehen werden soll. Dies hatte ich 2013 selber mal gemacht, braucht aber entsprechende Kenntnisse in Bilanzen lesen, Informationen einholen, bewerten, etc.. Sowie in der Abwägung von Chance und Risiko.
Soll nur zeigen - möglich ist vieles, wenn man sich entsprechend mit so etwas beschäftigt (bei mir jetzt schon seit > 20 Jahren).
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