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ᐅ Zu alt für ein Eigenheim?

Erstellt am: 08.04.14 04:09
C
Crusoe
Guten Morgen liebe Eigenheimbesitzer / -planer,

ich habe eine Frage oder auch mehrere... Ich vermute eher letzteres 😉

Ich bin jetzt 27, werde dieses Jahr vermutlich noch 28.
Meine Freundin schafft es auf stattliche 27 und erreicht die 28 erst nächstes Jahr...

Jetzt habe ich in meinem Leben viel falsch gemacht, was dazu geführt hat, dass ich noch immer (oder besser schon wieder) in einer Ausbildung stecke.

In gut 5 Monaten habe ich das aber auch geschafft und erhalte ein paar Euros mehr, um mein Leben zu bestreiten...

Ich bin seit 10 Jahren braver Mieter, gehe meinem Vermieter äußerst selten auf den Keks und repariere selbst soviel ich kann und habe nie eine Miete ausgelassen...

Nun hegen wir den Wunsch, uns ein Eigenheim aufzubauen...
Jetzt sehen wir uns zwei Problemen ausgesetzt:

- wir sind nicht mehr die Jüngsten
- und wir haben ein eher bescheidenes Einkommen

Wenn ich in ca. 5 Monaten endlich von der Geißel der Ausbildung befreit bin, stehen uns beiden lediglich spärliche ~4200€ im Monat zur Verfügung (mir 2100-2300€ als Beamter und meiner besseren Hälfte 2000€ im öffentlichen Dienst (unbefristet)).

Lohnt sich das in unserem Alter überhaupt noch und kann man mit unseren finanziellen Mitteln überhaupt etwas in die Richtung reißen?

Zu unseren (noch groben) Vorstellungen:
Es soll ein kleines Häuschen werden mit ca. 120-150m² Wohnfläche und einer Garage für meinen fahrbaren Untersatz. Ein Keller wäre noch das non plus ultra, aber wenn nicht, dann sammelt man wenigstens nicht so viel Pröll 😉
Draußen sollten ca. 150-200m² Grünfläche vorhanden sein, damit ich im Sommer draußen meinen Grill irgendwo hinstellen kann 🙂

Soviel zur ganz groben Planung...
Ich könnte in einem Haus die gesamte Elektrik selbst machen, ein Elektromeister ist auch vorhanden der mir das ganze abnimmt. Ein Gas-Wasser-Sch**** Meister folgt 🙂
Also könnte man in der Richtung wieder ein paar Euro sparen und ich kann mir sicher sein, dass zumindest in den Bereichen nicht gepfuscht wird...

Wie baut man denn am besten (und ggf. am sichersten) Eigenkapital auf?
Ich kann nach der Ausbildung bequem 600-800€ monatlich zurücklegen, wenn nichts dazwischen kommt auch Mal 1000€.
Ähnlich wäre das bei meiner Freundin...

Ich habe bei so Finanzgeschichten eher keinen Durchblick und vertraue den Bankberatern i. d. R. nicht weiter als ich sie werfen kann...
Ich kenne als "Anlageform" nur das klassische Sparbuch...
Die Postbank hat da ein System, dass ist nicht mit Geld zu bezahlen... Alles was am Monatsende zu viel auf dem Konto ist, wandert automatisch da rüber und wenn ich es brauche, dann überweise ich mir eben auf mein Girokonto was ich brauche...

Gibt's da noch was besseres? Können diese Bausparverträge was und was mache ich, wenn ich da jeden Cent rein investiere und ich brauche Mal ein paar Euro, weil mein Auto kaputt ist und ich Teile kaufen muss?
Komm ich dann da dran?

Es waren doch ein paar mehr Fragen 🙂
Erst Mal vielen Dank für's lesen und ich hoffe, dass mir hier ein paar (unabhängige) Personen ein paar Tipps geben können 🙂

Viele Grüße
Chris
C
Crusoe
10.04.14 11:55
milkie schrieb:
Kinder und Modeerscheinung? M.m.N. gehören Kinder zum Kreislauf des Lebens (sonst gäbe es uns ja alle nicht mehr!).
Mein Leben wird durch meine Kinder bereichert und ich fühle mich in keinster Weise benachteiligt oder eingeschränkt! Lebensumstellung ja - aber dessen ist man sich ja eigentlich bewusst. Schlechter wurde mein Leben deshalb nicht!
Bei deinen Kommentaren dazu ist es allerdings wirklich fraglich, ob du dich als Vater eignest. Aber das ist off topic.

Nun... Ich versuche mir immer vorzustellen, was ich davon habe wenn ich mir etwas "anschaffe".
Beispiel:
Auto: Mobilität, Eigenständigkeit, Komfort
Haus: Eigenständigkeit, Unabhängigkeit (wenn es bezahlt ist), freie Gestaltung meiner "Wohnumstände"
Kind: Hm... Ja... "Kreislauf des Lebens" ist nicht gerade ein "Vorteil" für mich...

Ob ich mich als Vater eigne, lasse ich Mal offen... Meine beiden kleinen Schwestern sind unter meiner Obhut nicht verhungert oder mussten anderweitig leiden.
Ich habe auch schon das eine oder andere Baby den einen oder anderen Tag betreut und es ist keins davon gestorben oder hat sonstige Nachteile durch mich erlitten.
Ich sehe mich also durchaus in Lage ein Kind zu versorgen ohne vor Hilflosigkeit schreiend im Kreis zu rennen...
milkie schrieb:
1/3 der Bausumme (inkl. Grundstück, Baunebenkosten und Einrichtung) sollte man eigentlich mindestens ansparen

Ich hatte weiter oben schon gefragt, wie eine Bank das sieht...
Was "finanziert" mir denn die Bank an sich?
Umfasst eine 100% Finanzierung den reinen Kaufpreis des Hauses (also das was an Material und Arbeitsstunden anfällt) oder gehören zu den 100% auch Makler, Notar, Steuern, ggf. Erschließungskosten usw.?

Wie soll ich das bloß ausdrücken...
Beispiel:
Hausbau (Material + Arbeit): 300.000€
Baunebenkosten (was auch immer alles dazu gehört): 50.000€

Muss ich dann für das eine Drittel 100.000 oder ~116.000€ mitbringen...
Und stockt die Bank dann den Rest auf 300.000 oder auf 350.000€ auf?
Das erschließt sich mir noch nicht ganz...
milkie schrieb:
Für unvorhergesehenes sollte man einen Teil des Eigenkapital zurückhalten UND auch während der Finanzierung Rücklagen bilden.
D.h. nicht nur Rate, Nebenkosten und Lebenshaltungskosten einkalkulieren sondern auch eine nicht zu knappe Sparrate!

Wie hoch müsste denn eine angemessene Sparrate in deinen Augen sein?
Hast du da einen Prozentwert oder machst du das vorrangig an den Umständen fest?
Z.B. 3500€ Netto, Neugeborenes, Auto, Haus (Neubau)...
So in etwa stelle ich mir den worst case vor...
Was wäre denn da eine angemessene monatliche "Rücklage"?
B
backbone23
10.04.14 14:36
Übers Elterngeld weißt du ja jetzt Bescheid. Ob es zu einer Steuernachzahlung kommen wird kann man sich ja ausrechnen und dementsprechend vorsorgen, als einfach eine Teil davon beiseite legen. Aber es steht euch frei, es überhaupt zu beantragen.

Baunebenkosten siehe Liste im Forum Baukosten.

Und Hartz 4 ist doch eine ganz andere Baustelle.

Strampler und Kinderwagen braucht man auch nicht unbedingt neu kaufen ... .
M
milkie
10.04.14 15:15
@TE: Ich wollte dir keinesfalls unterstellen nicht für ein Kind sorgen zu können.
Ob man Kinder will oder nicht ist ein Thema unter Partnern. Definitiv nicht hier im Forum. Geht mich ja nichts an. Nur sollte man bei Finanzierung und Hausbau/-kauf wissen was für die Zukunft geplant ist. Was sie wirklich bringt ist wieder eine andere Baustelle.

Wie hoch die Rücklagen sind hängt definitiv vom Einkommen und vom Lebensstil ab. Aber Rücklagen sind zwingend erforderlich.


milkie 🙂
B
Bauexperte
10.04.14 15:51
Hallo,
Crusoe schrieb:

Kind: Hm... Ja... "Kreislauf des Lebens" ist nicht gerade ein "Vorteil" für mich...
Völlig OT ...

Kinder kosten in erster Linie jede Menge Zeit, Geld, Nerven und vordergründig Verzicht. Glaubst Du nicht? Erinnere Deine Kindheit und Jugend 😉

Wir haben zwei erwachsene Kinder. Unser "Goldhäuschen" steckt in der Erziehung beider Kinder; bei einem davon noch etwas mehr, da am Ende der Ausbildung ein Diplom in Biologie stand. Die ersten 2 Jahre Windeln satt, die Kleidung noch mehrheitlich gebraucht gekauft, da sie zu schnell raus waren. Gleiches bei Kinderwagen und Buggy. Dann geht es aber los: zu den Klamotten mindestens 3 Paar Schuhe pro Jahr (nix Deichmann, ordentliches Schuhwerk ist wichtig), wenn es krumm kommt und das Kind schnell wächst, alles mal 2. Im Kindergarten braucht es zudem extra Puschen und Staffage wie Tasche, Turnzeug etc. In der Schule angekommen, jedes Halbjahr einen bestimmten Füller und ggfs. Zirkel, die Bücher und die Hefte; später der Taschenrechner. Über so Kleinigkeiten wie Kopier- oder Milchgeld rede ich gar nicht. Mit der weiterführenden Schule beginnen zusätzlich die Späße der Lehrer, wenn es darum geht Klassenfahrten zu organisieren. Da waren ganz schnell DM 5/600,00 für eine Woche weg; ohne Taschengeld. Die Bücher, welche auf einmal von den Eltern gezahlt werden mußten, wurden auch immer preiswerter. Im Studium ganz krass, da konnte es uns passieren, daß wir mal eben DM 250,00 für ein Buch berappen mußten.

Ein bißchen Urlaub darf es vlt. auch sein - mach Dich davon frei, ein Schnäppchen finden zu können. Ab Kindergarten bist Du auf Gedeih und Verderb auf die Ferien in Deinem Bundesland angewiesen ... und die Veranstalter nutzen das redlich aus.

Taschengeld steigt auch von Jahr zu Jahr - dann die Wünsche nach, Dreirad, Roller, Fahrrad einem Mofa oder später Führerschein für das 1. eigene Auto. Letzteres haben wir so gelöst, daß unsere Kinder ihren Teil dazu beitragen mußten; bspw. Austragen vom Kirchenblättchen. Entlastete unsere Kasse, trug aber vor Allem dazu bei, daß sie beide lernten, daß Geld ausgeben leichter ist, als es zu verdienen 😉
Crusoe schrieb:

Meine beiden kleinen Schwestern sind unter meiner Obhut nicht verhungert oder mussten anderweitig leiden.
Ich habe auch schon das eine oder andere Baby den einen oder anderen Tag betreut und es ist keins davon gestorben oder hat sonstige Nachteile durch mich erlitten.
Ich sehe mich also durchaus in Lage ein Kind zu versorgen ohne vor Hilflosigkeit schreiend im Kreis zu rennen...
In dieser Situation bin ich seit 3 Jahren. Und ich genieße es - ich kann meine Enkelin nämlich wieder abgeben. Das machst Du mit eigenen Kindern nicht. Und Lass Dir sagen, wenn Du Dich einmal für das Vatersein entschieden hast, bist Du es für den Rest Deines Lebens. Von wegen, wenn sie draußen sind ... 😀

Trotzdem würde ich immer wieder so entscheiden; naja, den ein oder anderen Fehler auslassen, wenngleich an deren Stelle sicher andere treten würden. Kinder sind etwas wunderbares, bringen Leben in die Bude und halten Dich von Dummheiten ab; ich vermisse nix. Und - das stelle ich heute immer wieder fest; sie halten mich im Hier und Jetzt. Zwingen mich gerade zu, mich mit den Errungenschaften (ob gut oder schlecht außen vor) der jeweiligen Zeit auseinanderzusetzen; machen mich unbewußt wieder zu einer Schülerin, halten meinen Wissensdurst am Leben.

Wenn Du überwiegend Alles richtig gemacht hast, findest Du Dich in einem Nest aus Zusammenhalt, Verständnis für den jeweils Anderen und Liebe wieder. Unbezahlbar!

Grüße, Bauexperte
C
Crusoe
10.04.14 16:24
Bauexperte schrieb:
Hallo
[...]
Grüße

Ich garantiere dir, meine Kindheit / Jugend möchtest du nicht geschenkt haben 😉
Lassen wir die emotionale Komponente des Kinder habens weg, bleibt als Quintessenz ein finanzielle Defizit 😉
Ich habe einen Job, der es nicht zulässt, dass ich geistig vereinsame 🙂 (Das entnehme ich jetzt Mal der Passage "[...]sie halten mich im Hier und Jetzt[...]")
Ich habe auch beruflich mit Kindern zu tun und davon möchte ich keins geschenkt haben 😕 Da sind in erste Linie die Erziehungsberechtigten dran schuld, da können die Kinder nichts für...

Ich kann eure Gefühle nicht vollends nachvollziehen, da mir dafür die eigenen Kinder fehlen.
Ich denke nun mal vorrangig mit meiner Brieftasche, denn von Luft und Liebe kann ich ein Kind auch nicht großziehen (auch wenn viele das nicht wahr haben wollen) 🙁
Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Kinderhasser... Ich freue mich für jeden der offen und ehrlich zu sich sagen kann "Ich habe mit der Entscheidung Kinder groß zu ziehen nichts falsch gemacht!". Da ich bisher noch keine Zeit hatte richtig zu leben, möchte ich solche beachtlichen Einschnitte in mein Leben noch nicht hinnehmen...

Aber darum geht es hier ja nicht... Ich gönne jedem sein Laster (was es auch sein mag)...

Ich bedanke mich bei euch für die vielen Tipps und Hinweise.
Dank eurer Hilfe weiß ich jetzt grob wo ich finanziell hin muss, damit das Risiko des Scheiterns in einem vertretbaren Rahmen bleibt.
Ich werde eure Tipps und Hinweise beherzigen und denke, dass in 5-10 Jahren einer soliden Finanzierung meines Eigenheims (ob gebraucht oder Neubau) nicht viel im Wege stehen dürfte 🙂
P
perlenmann
10.04.14 16:54
Crusoe schrieb:

Aber die erheblichen Nachteile die ein Kind mit sich bringt

Da muß ich aber nochmal einhaken. Finanziell, da brauchen man nicht drüber streiten, kostet ein Kind eine Menge. Aber wie du so schön den Nutzen des Autos die Mobilität hast, hat auch ein Kind einen Nutzen: Es bereichert dein Leben! Man darf das nicht nur finanziell sehen. Aber wie ich bei dir rauslese, brauchst Du evtl noch ein paar Jahre um auch so zu denken? Vielleicht auch gar nicht, das ist ja dann auch OK. Ich rechne meine Kinder jedenfalls nicht mit Geld auf! Die Nachteile die Kinder mit sich bringen sind: Keine Zeit für sich, nie mehr Ruhe im Haus.... Es ist aber eine Freude, wir schauen uns gerade die Videos von Geburt bis zum fast 5. Lebensjahr an. Da stehen mir ehrlich die Tränen in den Augen!!!

Wurde glaub ich nicht geschrieben: 100% Finanzierung mußt du so sehen, alle Kosten die beim Verkauf nicht bezahlt werden. zB muß die grunderwerbsteuer ja bei einem Verkauf, vom Verkäufer ebenfalls bezahlt werden, diese kriegst Du dadurch natürlich nicht bezahlt. Gleiches für Notar usw.
finanzierungnotarbaunebenkostenneubaubaustelle