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ᐅ Hausbau Finanzierung realisieren oder platzen lassen?

Erstellt am: 20.07.21 20:46
B
BauherrFranken
Hallo,

unsere Planungsphase hat sich durch die Auftragslage am Bau lange hingezogen. Seit einem halben Jahr haben wir nun die Baugenehmigung, seither sind die Preise quasi durch die Decke gegangen. Auf der Grundlage einer Ausschreibung durch den Architekten haben wir für jedes Gewerk nur ein Angebot. Insgesamt haben wir kein Gefühl mehr, ob alles noch realistisch ist.

Anbei die Daten:

Objekt:
Neubau Einfamilienhaus, Grundstück 750 qm, ländlich, 198 qm Wohnfläche
Massivbauweise, Keller, Doppelgarage, KFW55 (Standard), Luft-Wasser-Wärmepumpe, keine Photovoltaik, nichts.

Grundstück wurde aus Eigenmitteln bezahlt (130 TEUR.

Planlosen für Haus inkl. Architekt, Außenanlagen (50 TEUR), Küche (20 TEUR), sonstige Nebenkosten (20 TRUR) nach letzter Schätzung 805 TEUR. Da haut es uns schon ein wenig den Vogel raus.

Wir: Ehepaar (40 und 37 Jahre), ein Kind.

Sie: Beamtin, derzeit Teilzeit, nach Abzug der privaten Lebensversicherung 2.000 EUR netto.

Ich: Betriebswirt, 3.200 Euro netto (Geswitcht auf Steuerklasse 5 wegen geplantem zweiten Kind)

Finanzierung:

Weiterer Eigenkapital-Einsatz (zzgl. zum Grundstück, alles selbst angespart): 220 TEUR

Darlehenssumme: 585 TEUR

Als Annuitätsrate wollten wir rd. 2 TEUR aufbringen.

In der Kalkulation ist kein Puffer drin. Wenn, dann müsste ich Lebensversicherungen kündigen.

Wir beide sind grundsolide Menschen. Ist das noch solide?
B
BauherrFranken
20.07.21 22:08
Wenn wir ehrlich sind, haben wir dem Architekten zu viel Freiraum gegeben. Wir haben das Problem mit einem extrem niedrigen Kniestock, wollten unbedingt je 16 qm große Kinderzimmer im OG, hatten dem Architekt eine Budgetvorgabe gegeben und ihm auch vertraut. Raus kam dann das. Die Ausschreibung läuft angabegemäß seit Anfang Februar, er wollte immer auf ein Gegenangebot für das einzige Rohbauangebot warten, aber es kam nichts.

Das Kind liegt nicht im Brunnen. Die Archikosten und die Zeit – das ist Lehrgeld. Ich glaube, wir beginnen einfach nochmal ganz von vorne.
M
Myrna_Loy
20.07.21 22:13
ypg schrieb:

Kann ich verstehen. Mich hauen immer solche Wünsche von den Socken:

Ich hab es im parallelthread schon geschrieben: bei uns wählen viele das kleinere Haus, und das ohne Keller. Wo kommen diese Wünsche, die ja echt ne Marie sind..?
Euer Kapital ist super. Aber muss man es übertreiben mit den Qm?
Solche qm Zahlen kommen doch schnell zustande, wenn man sein ideales Haus plant. Küche 16 qm, Essbereich 24 qm, Wohnen 20 qm, Treppe, Gästebad, Flur, Garderobe… dann vielleicht noch ein Büro. Zack 100 qm.
B
BauherrFranken
20.07.21 22:17
Mir waren ob des Kniestocks wichtig, dass die Kinderzimmer 16 qm groß sind. So blöd das klingt, und zack ist das EG riesig.
M
Myrna_Loy
20.07.21 22:22
BauherrFranken schrieb:

Mir waren ob des Kniestocks wichtig, dass die Kinderzimmer 16 qm groß sind. So blöd das klingt, und zack ist das EG riesig.
oder so 😀
es hat schon seine Gründe, warum ältere Häuser kleine Räume haben.
K1300S20.07.21 22:24
Es sagt denn der Architekt zu dem Ergebnis? Wenn er eine Budgetvorgabe hatte, müsste er doch wissen, dass das so nicht geht.
B
BauherrFranken
20.07.21 22:30
Es handelt sich um einen Architekten Ü60. Ein augenscheinlich konservativer Mensch. Wir sind deshalb bewusst zu ihm gegangen, weil wir dachten, der baut keine Luftschlösser. Erstkontakt war im Februar 2020. Bis zum Eingabeplan hat es dann ein Jahr gedauert. Die größte Enttäuschung war dann aber die Ausschreibung. Alles zog sich ewig hin. Keine Ahnung, wie viel er überhaupt und vor allem wann angeschrieben hat. Morgen haben wir einen Termin bei ihm und werden, so haben wir das auf Grundlage des Threadverlaufs beschlossen, eröffnen, dass wir das Bauvorhaben beenden. Mehr als ein „tut mir leid, das liegt an Corona“ erwarten wir nicht.
architektenkinderzimmerbudgetvorgabe