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ᐅ Hochlochziegel und mineralische Dämmung ungünstig?


Erstellt am: 08.11.17 16:44

crion09.11.17 21:22
Hallo Alex85!
Alex85 schrieb:
Und ich ziehe dir gerne den Zahn, dass dies eine günstige Alternative sei. Aufpreis liegt bei ca. 35€ pro qm im Vergleich zu WDVS mit EPS. Neben dem höheren Materialpreis ist der Verarbeitungsaufwand höher, da EPS auf glattem Grund (der sollte bei Neubau ja gegeben sein ) einfach geklebt wird, Mineralwolle wird gedübelt. Die Dübel kosten Geld und vor allem Arbeitszeit.
Da kommen je nach Haus auch mal 10T€ Aufpreis zu EPS bei raus. Ist nicht ohne.

Stopp, ich meine nicht, dass mineralische Dämmung eine günstige Alternative ist - aber günstiger als monolithische Bauweise für KfW 55 oder gar Kfw 40, wenn ich das bisher richtig verstanden habe, also preislich zwischen Plaste-WDVS und monolithischer Bauweise.
10k€ Aufpreis sind ok, gerade für ein besseres Wohnklima, wenn man dem Geschriebenen Glauben schenken darf.
Und ganz in Plastik einmauern will ich uns auch einfach nicht *brr*
Alex85 schrieb:
Neben der Mineralwolle, die nicht gerne in Wasser getaucht wird (zügig verarbeiten und Außenputz darauf, dann ist das erledigt) weil sie dann ihre Dämmwirkung verliert. "Mineralische Dämmung" muss aber nicht gleich Mineralwolle bedeuten. Es gibt auch Mineraldämmplatten z.B. Ytong multipor oder Webertherm MD. Die gibts allerdings auch nicht für lau und ihr Nachteil ist die schlechtere Wärmeleitgruppe 045 (Mineralwolle und EPS 035, Neopor 032), dh. die Platten sind etwas dicker um die gleiche Dämmung zu erreichen.

Ytong multipor klingt klasse!
"Verträgt" es sich auch mit Hochlochziegeln bzw. mit Hochlochziegelmaurern, oder gibt es eine besser zu Hochlochziegeln passende Alternative?
Webertherm MD scheint Innendämmung zu sein? Die WeberWDVS, die ich gefunden habe, die mineralisch zu sein schienen, hatten alle einen EPS-Sockel - braucht man den? Falls ja wäre es irgendwie witzlos, falls optional würde ich darauf verzichten, dann wäre das ggf. eine Möglichkeit, scheint teilweise auch von den Fotos her speziell für Ziegel beworben zu werden.
Alex85 schrieb:
Bitte sehe, egal welcher Wandaufbau, Horrorgeschichten nicht zu ernst. Alle Baustoffe haben ihre Vor- und Nachteile und Totalausfälle verbaut niemand vorsätzlich.
Baufirmen proklamieren immer das als supidupi, was sie selber gerne verbauen.

Aber Plaste-WDVS ist Murks

Beste Grüße & vielen Dank,
Christian
Alex8509.11.17 21:38
crion schrieb:
Stopp, ich meine nicht, dass mineralische Dämmung eine günstige Alternative ist - aber günstiger als monolithische Bauweise für KfW 55 oder gar KfW 40, wenn ich das bisher richtig verstanden habe, also preislich zwischen Plaste-WDVS und monolithischer Bauweise.

Das kommt darauf an und würde ich pauschal nicht unterschreiben.
Mit WDVS erreicht man aber eine bessere Dämmwirkung bei dünnerem Wandaufbau, was auch einen Gegenwert in Form gesparter Fläche hat.
crion schrieb:
10k€ Aufpreis sind ok, gerade für ein besseres Wohnklima, wenn man dem Geschriebenen Glauben schenken darf.

Darf man nicht, das ist Voodoo. Jeder der seine Baustoffe anpreist, sabbelt irgendwas von Wohnklima. Alles non sense. Wände atmen übrigens auch nicht, falls das das nächste sein sollte.
crion schrieb:
Und ganz in Plastik einmauern will ich uns auch einfach nicht *brr*

Das ist ok. Du musst dich mit deiner Entscheidung wohl fühlen (nein, nicht im Sinne von Raumklima wohl fühlen ). "In Plastik einmauern" ist allerdings nur ein Kopfding und rational unbegründet (was nicht heißen soll, dass EPS WDVS keine Nachteile hätte - die hat es).
crion schrieb:
"Verträgt" es sich auch mit Hochlochziegeln bzw. mit Hochlochziegelmaurern, oder gibt es eine besser zu Hochlochziegeln passende Alternative?

Ich würde eher sagen, Hochlochziegel sind nicht die sinnigste Grundlage für ein WDVS. Kalksandstein ist dein Freund. Die sind plan, bieten Schallschutz, lassen sich gut dübeln usw.

Aber grundsätzlich weiß ich nicht, ob das eine sinnvolle Kombi ist. Gefühlt sieht man "rot" mit WDVS eher selten, aber das kann auch an der Region liegen.
crion schrieb:
WeberTherm MD scheint Innendämmung zu sein? Die WeberWDVS, die ich gefunden habe, die mineralisch zu sein schienen, hatten alle einen EPS-Sockel - braucht man den?

Ja stimmt, habe ich mich vertan.
Es finden sich aber durchaus auch WDVS aus noch anderen Materialien. Hanf, Holz, PUR, Resolplatten bis zur Vakuumdämmung.
Im Sockelbereich verwendet man auf Grund der Druckfestigkeit zumeist XPS, ja. Ebenso für Dämmung unter Bodenplatten, unter Fußbodenheizungen (wobei dort oft auch nur EPS) ... letztere Beispiele zeigen, dass auch ein monolithisch erreichtet Haus sehrwohl mit EPS in Berührung kommen wird. Aber ich wüsste auch nicht, wo da das Drama läge.
crion schrieb:
Aber Plaste-WDVS ist Murks

Kommt darauf an wen man fragt und woran man den Murks festmachen will.
Fakt ist, diese Diskussion steckt voller Leidenschaft Dies lässt sich über die Suchfunktion auch ausbuddeln.
Knallkörper09.11.17 21:50
Alex85 schrieb:
Aber grundsätzlich weiß ich nicht, ob das eine sinnvolle Kombi ist. Gefühlt sieht man "rot" mit WDVS eher selten, aber das kann auch an der Region liegen.

Bei uns, auch beim TE, wird sehr viel mit Poroton gebaut. Die Häuser mit Poroton + WDVS bilden hier die größte Gruppe bei den Neubauten. Ich finde aber auch, dass Kalksandstein die bessere Alternative darstellt, wenn man sich für ein WDVS entscheidet.
crion09.11.17 22:46
Hallo Ihr Zwei!

Nur ganz kurz: Das gerade von uns favorisierte FIBAV-Firmengeflecht (Königslutter bei Braunschweig) bietet den Baubeschreibungen zufolge Hochlochziegel mit WDVS (Brandschutzklasse B2, klingt sehr nach Styropor o. ä.) an - von Kalksandstein ist nicht die Rede.
Was würde Eurer Ansicht nach besser zu den Ziegeln passen? Unsere Dämmung soll nicht brennbar sein und auch nicht mit potenziell giftigen Gasen ggf. wegschmoren...
Auch sollte es nicht mit über die Jahre ausfließenden, giftigen Brandhemmern versetzt sein.

Das erscheint mir nicht sinnvoll, insbesondere die Worte "giftig" und "brennbar"/"Brand"...

Beste Grüße,
Christian
Alex8510.11.17 06:17
B2 klingt nach EPS ja.
HBCD ist seit 201x nicht mehr in EPS enthalten. Was da ausfließen soll, würde mich aber interessieren

Fassadenbrände in Einfamilienhaus sind sehr selten und B2 heisst auch nicht, es brennt wie Zunder. Da biste schon längst aus dem Haus raus.
Aber das ist meine Meinung und ein gutes Beispiel für die Dramatisierung dieser Themen. Natürlich heben Mineralwollhersteller den besseren Brandschutz ihrer Produkte hervor, er ist ja auch besser, aber ob die große Panik bei EPS so gerechtfertigt ist, bezweifle ich stark. Schaurige Geschichten von brennenden Häuschen lassen sicher die Kassen klingeln [emoji4]

Wohngebäudeversicherungen, die gegen Brand versichern, sind bei EPS Fassaden nicht teurer als bei monolithischen Fassaden. Dies mal als Indiz, wie Profis des Risikomanagements dies einschätzen.
11ant10.11.17 17:44
Ich denke, als Bauherr sollte man sich mit dem Sängerstreit um seiner selbst willen nicht zu sehr beschäftigen. Keine konkrete Hausplanung bringt es weiter, in Träumen von Bio-Ziegeln zu schwelgen oder sich sein Haus moosgrün und spechtzerpickt vorzustellen. Mit beiden Extremen wird dem banalen Bauteil Außenwand eine mythische Dimension aufgeladen, wo es doch eigentlich nur das Innen vom Außen abgrenzen und das Dach tragen soll. Das Handwerk des Bauens sollte man denen überlassen, die es schon beherrscht haben, als es diese Modediskussion noch gar nicht gab. Auch Aspekte, die nicht ganz unbedeutend sind, kann man dennoch erheblich überbewerten. Jeder Baustoff verfehlt das Ei des Kolumbus in seiner Perfektion an einem anderen Punkt. Sicher hingegen ist, daß man sich Qualitätsprobleme damit einhandeln kann, seine mit X erfahrenen Maurer zum Verarbeiten von Y zu nötigen.
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