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ᐅ Neubau in Planung, welches Heizsystem?


Erstellt am: 27.04.10 01:00

johnny27.04.10 01:00
Hallo Zusammen,

wir planen demnächst eine Doppelhaushälfte zu bauen und stehen noch vor der Frage, welche Heizung!?!?!?

Wir waren nur schon bei mehrere Baufirmen um Angebote für unser Hausbau einzuholen, doch alle haben uns bei der Heizung was anderes vorgeschlagen.

Bei unserem Grundstück ist der Grundwasserspiegel relativ hoch (2,5m).

Die erste Baufirma hat uns eine Grundwasser-Wärmepumpe empfohlen, aufgrund des hohen Grundwassers.

Die zweite Baufirma hat uns eine normale Gasheizung empfohlen.

Und die dritte Firma hat uns eine Luft-Wasser-Wärmepumpe empfohlen mit Lüftungsanlage (Wärmerückgewinnung).

Und unser Versicherungsberater (Baufinanzierer), der auch ein guter Freund von uns ist, meinte wir sollen eine Fußbodenheizung mit Solarenergie machen. Kann man denn nur mit Solar eine Fußbodenheizung betreiben, reicht das aus?

Natürlich gilt für alle Angebote in kombination mit Fußbodenheizung und einen Kamin wollen wir auch noch dazu haben.

Unser Haus wird 2 Stockwerke haben, plus Keller und ca 140qm ohne Keller.

Bin für jeden Rat dankbar!
6Richtige27.04.10 11:45
Hallo jonny,

alle drei Firmen haben Recht, je nach dem was Dir wichtig ist, Investitionskosten, Betriebskosten, Ökologie und evtl. anliegende Medien.
Mit einer Solaranlage kann man kein Haus komplett beheizen.
Ich würde den Anbieter nehmen, der in seinem Angebot einen wasserdichten Keller anbietet, die anfallenden Mehrkosten helfen dann auch bei der Auswahl des Heizsystems 😉
johnny27.04.10 13:41
6Richtige schrieb:
Hallo jonny,

alle drei Firmen haben Recht, je nach dem was Dir wichtig ist, Investitionskosten, Betriebskosten, Ökologie und evtl. anliegende Medien.
Mit einer Solaranlage kann man kein Haus komplett beheizen.
Ich würde den Anbieter nehmen, der in seinem Angebot einen wasserdichten Keller anbietet, die anfallenden Mehrkosten helfen dann auch bei der Auswahl des Heizsystems 😉

Ok, einen Wasserdichten Keller haben sie alle angeboten, nur ist das ja auch eine Frage des Preises. Daher tendieren wir zum ersten Angebote, der den Rohbau mit Wasserdichtem Keller, Außenputz und Innenputz für ca. 60.000,- hinstellt, inkl. Dämmung. Und dieser hat die Grundwasser-Wärmepumpe empfohlen.

Die Heizung kann in der Anschaffung schon gerne etwas mehr kosten, wir wollen aber wenn möglich die monatlichen Kosten für den Verbrauch niedrig halten. Was ist da gut?
6Richtige27.04.10 14:08
Hallo johnny,

am günstigsten von den Betriebskosten her dürfte die Wärmepumpe fürs Grundwasser sein, dann Luftwärmepumpe dann Gas.

Hab ich Dich richtig verstanden daß Du mit 60.000 € für den Rohbau von 210 m2 Wohn/Nutzfläche inkl. wasserdichtem Keller und Dämmung kalkulierst?

Alleine für den Keller mit Dämmung und Wanne ohne Erdarbeiten würde ich ca. 40.000 € ansetzen, da fehlt wohl einiges im Angebot, oder? Wie wird der Keller denn ausgeführt, weisse, braune, schwarze oder orangene Wanne? Pumpenkosten während der Bauzeit schon drin oder liegt die Kellerdecke einen Meter über Gelände?
€uro27.04.10 16:38
Hallo,
johnny schrieb:
Wir waren nur schon bei mehreren Baufirmen um Angebote für unser Hausbau einzuholen, doch alle haben uns bei der Heizung was anderes vorgeschlagen.
Das ist überhaupt nicht verwunderlich. Würdest Du noch Weitere fragen, kämen X neue Varianten hinzu und die Verwirrung wäre komplett!
Das ultimative und allgemeingültige Heizungssystem existiert definitiv nicht! Es gibt jedoch für jedes Vorhaben, eine besonders vorteilhafte Lösung. Diese muss gefunden werden. Das Gebäude, Ausrichtung, Lage, Klimastandort, Nutzerverhalten etc. bilden eine Einheit. Auch ist die Haustechnik (Heizung., Warmwasser-Bereitung, Lüftung, etc.) stets im Komplex zu betrachten.
Ohne Kenntnis Eurer individuellen Randbedingungen, kann keine objektive Empfehlung, so sie denn sinnvoll und effektiv sein soll, gegeben werden.
johnny schrieb:

… Die erste Baufirma hat uns eine Grundwasser-Wärmepumpe empfohlen, aufgrund des hohen Grundwassers.
Ausschließlich ist die Höhe des Grundwasserspiegels allein kein Entscheidungskriterium für ein Warmwasser-Wärmepumpe! Es existieren aufgrund der Anforderungen an die Wasserqualität relative wenige Standorte, die für den effektiven Einsatz einer Warmwasser-Wärmepumpe geeignet wären! Auch hier müssten zunächst die Randbedingungen geklärt werden (Förder-, Schluckbrunnen; Verockerung). Stimmt die Peripherie, werden sehr gute Jahresarbeitszahl erreicht.
johnny schrieb:

… Die zweite Baufirma hat uns eine normale Gasheizung empfohlen.
Das kann eine Möglichkeit darstellen, es jedoch nicht gesagt, dass diese für Euch tatsächlich die günstigste Variante ist. Hier wird am häufigsten geschätzt, vermutet und nicht berechnet, was sich im späteren Betrieb als sehr nachteilig erweist.
johnny schrieb:
… Und die dritte Firma hat uns eine Luft-Wasser-Wärmepumpe empfohlen mit Lüftungsanlage (Wärmerückgewinnung).
Auch hier gilt das Vorstehend gesagte, erst müssen die Rahmenbedingungen geklärt werden! Luftwärmepumpe haben Kennlinien, der dem eigentlichen Bedarf (Gebäudekennlinie) am stärksten entgegenstehen! Daher werden sie überwiegend bivalent, d.h. bei niedrigen AT, mit einem zusätzlichen Heizstab betrieben. D.h., anteilige Elektroheizung! Andernfalls wären sie im Hauptbetrieb gnadenlos überdimensioniert, was zu erheblichen Problemen führen kann. Zudem wird hier eine weitere Komponente Lüftung angeführt, wodurch ein reeller Vergleich schon mal nicht möglich ist!
Es sollte vorab geklärt werden, ob eine Lüftungsanlage überhaupt erforderlich/ notwendig ist, oder aus Komfortgründen gewünscht wird! Bei der Wärmerückgewinnung werden überwiegend Wirkungsgrade beworben, die im praktischen Betrieb meist nie erreicht werden. Also ist diese Investition vorab auch genau zu überprüfen.
Dennoch können Luftwärmepumpe, trotz ihrer geringeren Jahresarbeitszahl im Vergleich zu anderen Wärmepumpe, für den Einzelfall eine gute Lösung darstellen, ausreichende Dimensionierung vorausgesetzt! Hier besitzt der Energieaufwand für die Warmwasser- Bereitung einen besonders großen Einfluß.
johnny schrieb:
… Und unser Versicherungsberater (Baufinanzierer), der auch ein guter Freund von uns ist, meinte wir sollen eine Fußbodenheizung mit Solarenergie machen. Kann man denn nur mit Solar eine Fußbodenheizung betreiben, reicht das aus?
Woher nimmt der Versicherungsberater sein Wissen? Eine Ausbildung in der TGA hat er sicherlich nicht! Bei Zahnschmerzen geht man nicht zum Bäcker!!!
johnny schrieb:
Natürlich gilt für alle Angebote in kombination mit Fußbodenheizung und einen Kamin wollen wir auch noch dazu haben.
Auch wieder 0815 und pauschal. Sowohl die Fußbodenheizung, als auch WH oder HK haben jeweils Vor- und Nachteile. Fußbodenheizung u. WH sind träge, daher ist eine Heizung nach Bedarf kaum möglich; d.h. es muss meist durchgehend geheizt werden! Der Kamin wird vorrangig für Erlebnis "Feuer" zuständig sein! Nachhaltige Einsparungseffekte in Verbindung mit einer Fußbodenheizung werden kaum möglich sein, da diese unzureichend auf die zusätzliche Wärmequelle reagieren kann. HK sind hierfür wesentlich besser geeignet. Ihr schnelles Regelverhalten ermöglicht eine Heizung "ad libitum". Fremdwärmequellen (Kamin) lassen sich wesentlich effektiver nutzen. Hierdurch sind je nach Nutzerverhalten und Dämmstandard des Gebäudes ohne Komforteinbuße z.T. deutliche Einsparungseffekte erzielbar.
Mit zunehmend sehr gut gedämmter Gebäudehülle werden diese Einsparungen jedoch geringer, so dass der Unterschied kaum noch wirksam wird. Wo die Grenze liegt lässt sich vorab berechnen.
Bei Wärmepumpe als Wärmeerzeuger ist eine Fußbodenheizung jedoch Voraussetzung für einen effektiven Betrieb. Warme Füße im Bad sind nicht mehr sinnvoll möglich. Häufig sind zusätzliche Heizflächen erforderlich.
Grundsätzlich gilt: vor Vertragsabschluss eine ausreichende Prüfung u. Berechnung. Hierzu zählen insbesondere Heizlast (DIN 12831) sowie Jahresenergiebedarf für Heizung. und Warmwasser! Davon ausgehend wird das Gesamtkonzept entwickelt. Die Ergebnisse aus dem Energieeinsparverordnung Nachweis sind hierfür grundsätzlich nicht geeignet!!!
Eine objektive und unabhängige Beratung bekommt man nur von einem qualifizierten Fachmann, der nicht verkauft, installiert oder vermittelt!

mfg
johnny27.04.10 16:40
So war das Angebot von der ersten Baufirma.

ca. 60.000,- für den Rohbau, inkl. wasserdichten Keller, Dämmung, Außen-/Innenputz, ohne Fenstereinbau.

Ob braune, weisse oder was für ne Wanne, hab ich keine Ahnung, ich kenn auch den Unterschied nicht, hab bis jetzt nur von einer weissen Wanne gehört, aber was das ist, weiss ich auch nicht wirklich.

Ob die Erdarbeiten mit drin sind, weiss ich nicht. Das genau Angebot sollte diese Wochen noch kommen, er hat nur "Pi mal Daumen" geschätzt und eben gesagt was alles dabei ist (Dämmung, Außen/Innenputz). Was nicht dabei ist hat er nicht gesagt und ich hoffe nicht das da jetzt dann der Hacken kommt mit dem Angebot.

Kannst mir die Unterschiede zu den Wannen sagen?
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