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ᐅ Kleines Einfamilienhaus, wenig Eigenkapital aber gutes Einkommen, überhaupt machbar?


Erstellt am: 24.08.12 12:35

Daedalus24.08.12 12:35
Hallo,

ich bin neu hier und spiele mit dem Gedanken - wie fast alle hier - ein kleines Eigenheim zu kaufen.

Ein paar persönliche Daten vorab:

Einkommsenssituation:
Ich verdiene ca. 3200 Euro Netto.
Sie, ca. 1100 Euro Elterngeld bis 04/2013, danach 400 Euro-Job, ab 05/2015 900 Euro aus Teilzeit
Wir haben eine Tochter, 4 Monate alt. Weitere Kinder sind vorerst nicht in Planung

Eigenkapital:
20000 Euro

Wir leben momentan in einer engen 3-Zimmer Wohnung und bringen im Monat rund 1800 Euro auf die Seite. In 2013 steht allerdings noch der Kauf eines größeren Gebrauchtwagens an, ca. 15000 Euro.

Wir leben am schönen Bodensee und eben, weil es dort so schön ist, ist es auch sehr teuer. Ein gebrauchtes Einfamilienhaus mit ca. 400qm Grund bekommt man auf gar keinen Fall unter 240000 Euro. Und wenn, dann ist es eine alte Bruchbude mit Renovierungsstau.

Wir möchten maximal 25 Jahre an einer Hütte abzahlen und nicht aus dem letzten Loch pfeifen... mein Motorrad würd ich gerne ab und zu noch ausfahren und ein kleiner Familienurlaub mit 1500-2000 Euro sollte auch zumindest alle 2 Jahre noch drin sein. Allerdings leben wir sonst eher sparsam, gehen selten aus und haben zum Glück kurze Wege zur Arbeitsstelle. Ist alles mit dem Fahrrad erreichbar.

Meine Fragen dazu:
1. Wieviel Haus können wir uns leisten? Welche Preisgrenze seht ihr? 200000? 300000?
2. Welche Monatsrate haltet ihr für realistisch?
3. Lohnt es sich noch weiterzusparen, oder lieber die günstigen Zinsen ausnutzen und nur die Nebenerwerbskosten übernehmen? Ein Haus kaufen, wenn die Tochter schon 18 ist, macht dann auch keinen Sinn mehr...

Ich hoffe ihr habt ein paar Anregungen und Tipps.
Der Da24.08.12 12:54
Hallo,

dein Problem wird vermutlich das fehlende Eigenkapital sein, 20 000 sind sehr wenig. Und eigentlich is das ja schon weg mit dem Autokauf.
Selbst wenn was übrig bleibt, würde ich nicht damit rechnen. ihr werdet das brauchen um ungeplante Kosten zu tragen, die vielleicht der Kredit nicht abdeckt. (Küche z.B.)

Was kostet ein Einfamilienhaus? Ich würde sagen bei einer Wohnfläche ab 120 qm sicherlich zwischen 250 000 und 300 000 ohne Keller. Je nach Bauweise, und lokalen Preisen eben.
Den Bodensee kenne ich als nicht sehr günstiges Pflaster, vielleicht irre ich da. Was kosten denn die Grundstücke so in der Regel? 400qm braucht Ihr schon, wenn es ein freistehendes Einfamilienhaus sein soll.

So wie es aussieht werdet Ihr dann eine 100% Finanzierung abschließen müssen, und für wahrscheinlich 350 0000€ Kredit werdet ihr sicher 1500€ monatliche Kosten haben. Dazu kommen die Nebenkosten die ein Haus mit sich bringt... knapp 300€ monatlich.
Bei dieser Summe tilgt ihr aber nur mit 1% und dann wirds mit den 25 Jahren nichts.
Und ob das Geld am Ende reicht, wisst Ihr jetzt auch noch nicht.

Die zahlen die ich nenne sind alles nur grobe Schätzwerte. Genauere Infos kannst du nur bei deiner Bank, oder beim unabhängigen Finanzberater bekommen.
emer24.08.12 13:34
Bleibt auch die Frage nach der Steuererklärungsklasse und ist das Gehalt fix oder ein Variabler Anteil mit eingerechnet? Wie sicher sind die Jobs?

Vor 5/2015 würde ich schon einmal nichts machen. 400€ mehr haben oder eben nicht ist ein kleiner Unterschied. Die Bank wird sich mit nem 400€-Job bis dahin woh auch nicht ruhigstellen lassen.
Die Situation lässt dann dein Einkommen, auch wenn das mit 3200€ sicher nicht wenig ist aber in der Gesamtheit betrachtet schon schmal aussehen.
Ich nehme mal an, "Sie" bekommt volles Elterngeld und im 2ten Elternzeitjahr dann das Taschengeld durch Minijob aufpumpen.

Dann sollte man die Montaltichen kosten mal zusammen tragen, die Aufschlagen, sollte man finanzieren wollen.

Also Monatliche Fixausgaben für: Moped und Kfz-Versicherung, -Steuern, Telefon, Internet, GEZ, Urlaubsrücklagen, Haftpflicht, weitere Rücklagen etc. ect. die ganze Palette die jeden Monat so dahin rauscht.
Dann die Schätzung der Wohnnebenkosten. Ich setze da ganz gerne 350€ an.
Dazu: Wie viel braucht ihr (ehrlich!) zum leben.
Der Rest kann für Zinsen und Tilgung darauf gehen.

Bei einem Budget (Steuererklärungsklasse 1 oder 4 beide) sind das inkl. Kindergeld ab 5/2015:

4100€ - das "hoch" würde ich eher als guten Durchschnitt für dein vorhaben sehen. Ich persönlich würde nicht weiter gehen. Beim aktuellen Zinssatz und dem Vorhaben in 25 Jahren fertig zu würde ich mit guten 500€ Monatlich pro 100.000€ Darlehenssumme reingehen.

Nun kannst du ausrechnen, was Monatlich über bleibt zum abbezahlen des Darlehens, dann kannst du dir ausrechnen wie viel du dir ca. Leisten kannst.

Natürlich kommt da eine Risikobewertung dazu etc.
Ich würde nicht auf biegen und brechen versuchen wollen den aktuell günstigen Zins mitzunehmen. nicht bei der Darlehenssumme.
Daedalus25.08.12 08:01
Vielen Dank für die Antworten.

Die Steuererklärungsklassen sind bereits so, dass ich die bessere habe und sie die schlechtere.

Meine Frau erhält ein Jahr Elterngeld, danach möchte sie einen 400 Euro Job machen. Sobald die Kleine 2015 in den Kindergarten kommt, kann sie Teilzeit wieder bei der Post einsteigen. Ich selbst arbeite bei einem renommierten Motorenhersteller, die Sicherheit würde ich mal vergleichen mit Unternehmen wie Bosch, Volkswagen oder Daimler.

Die monatlichen Kosten für Miete, Essen, Kleidung und Schuhe, Benzin, Strom, Internet, GEZ, Handys, Auto, Motorrad, Versicherungen, einen 2000 Euro Urlaub inklusive Reserven für Haushaltsgeräte, Kfz- und Moped-Instandhaltung, etwas Taschengeld habe ich mal ermittelt. Ich komme auf durchschnittlich 2400 Euro inklusive alles. Realistisch für 3 Personen?
Daedalus25.08.12 08:07
Mist, jetzt habe ich doppelt gepostet ... egal. Hier noch ein Nachtrag:

Das Gehalt ist fix ohne Provisionen oder variable Anteile, auch Weih Nachts und Urlaubsgeld sowie Sonderzahlungn sind nicht eingerechnet.
emer25.08.12 12:57
Daedalus schrieb:
Die Steuererklärungsklassen sind bereits so, dass ich die bessere habe und sie die schlechtere.

Habe ich mir fast gedacht. Dir / euch ist aber hoffentlich klar, dass es Lohnsteuer Jahresausgleich heißt. Da was du jetzt weniger an Lohnsteuer zahlst und sie weniger / gar nicht wird bei Lohnsteuerklasse 3 und 5 (bei der Wahl ist die Abgabe der gemeinsamen Steuererklärung Pflicht) am Ende Jahres zusammen in einen Topf geworfen. Und ohne das ihr gemeinsam weitere Dinge von der Steuer absetzt, steht dann mit Sicherheit ein dickes Minus vor dem Ergebnis. Es ist auch vollkommen egal wie sich das Gehalt der Ehepartner aufteilt. Ob das 50/50, 60/40; 100/0 ist.

Der Irrtum ist leider weit verbreitet. Viele gehen davon aus, sie sind nun verheiratet und der Staat schenkt ihnen auf einmal hunderte von Euros. Auf der Monatsabrechnung vom Gehaltszettel - ja; im Jahresausgleich - nein. Da bleibt nicht aus das Vater Staat im Mai nächsten Jahres das zurück haben will, was du Gerade Monat für Monat nicht zahlst. Hast du viel abzusetzen (Arbeitskleidung, Spenden, Arbeitsweg ect...) arbeitest durch langsam aus deinem Minus raus. In der 4/4 Teilung zahlst du Lohnsteuer wie eh un je. Bist aber im Jahresausgleich in der Regel bei plus-minus 0 Euro und kannst anfangen abzusetzen.

Wir haben 4/4. Das Geld was ich einmal im Jahr vom Finanzamt erhalte, kann ich auf Seite packen / sondertilgen (wenn es soweit ist).
Daedalus schrieb:
Die monatlichen Kosten für Miete, Essen, Kleidung und Schuhe, Benzin, Strom, Internet, GEZ, Handys, Auto, Motorrad, Versicherungen, einen 2000 Euro Urlaub inklusive Reserven für Haushaltsgeräte, Kfz- und Moped-Instandhaltung, etwas Taschengeld habe ich mal ermittelt. Ich komme auf durchschnittlich 2400 Euro inklusive alles. Realistisch für 3 Personen?

Miete und Nebenkosten - wenn der Rest alles ist was du monatlich an Fixkosten habt - abziehen.
Lebensunterhalt darauf.
Was dann übrig bleibt ist die Summe die ihr euch monatlich leisten könnt abzutragen.
Die Lohnsteuer noch mal genau betrachten.
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