Finanzierungsvolumen für unser Bauvorhaben realistisch?

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Mich macht es immer sehr skeptisch, wenn jemand, der von Beruf „Geschäftsführer“ ist, Dritte um eine Einschätzung zu (s)einer (zugegeben größten) privaten Investition bittet. Wie triffst Du denn in Deinem beruflichen Leben Entscheidungen?
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Mein Tipp wäre: Weniger Grundstück (ggf. in zwei oder drei Grundstücke aufteilen) und den Luxus Pool erstmal weglassen (kann man sich ja auch in ein paar Jahren noch nachträglich gönnen).
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Kleines Beispiel aus unserer EFH-Planung. Wir haben uns allein in den letzten 4 Wochen abweichend von der Ursprungsbudgetierung für folgende Upgrades entschieden:
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- Dornbracht-Armaturen in allen Bädern (+15k) entschieden.
Da sehe ich keinen Widerspruch, auch als Geschäftsführer bin ich ja nicht Kraft des Titels auf meiner Visitenkarte intelligenter oder wissender als andere. Wie jeder treffe ich Entscheidungen auf Erfahrungswerten aus meinem bisherigen Berufsleben und falls ich zu einem besonderen Thema keine oder zu wenig habe, mache ich mich kundig oder hole mir eine externe Expertise dazu. Der Unterschied zum Beruf ist einfach, dass wir bisher noch kein Haus gebaut haben, der Hausbau meiner Eltern liegt 30 Jahre zurück. In einem solchen Forum ist viel Expertise vorhanden, von der ich nur lernen kann, egal ob ich Geschäftsführer oder Geringverdiener bin. Heutzutage geht viel auf Pump und zulasten der Zukunft, da fände ich es schwierig, sich völlig sorglos ins Abenteuer zu stürzen ohne über die Summen, die langfristigen Auswirkungen und Folgen nachzudenken. Selbst wenn das Gesamtvolumen nur 500.000 oder 700.000 Euro wäre. Es bleibt die für uns wahrscheinlich größte Investition unseres Lebens, da halte ich es fast für zwingend, darüber intensiv nachzudenken.

Das Grundstück geht nicht kleiner, ich wäre auch mit 1.000 m² schon völlig glücklich gewesen, unsere Größe war nur leider die definierten Mindestgröße der Parzellen, kleiner war nicht zulässig. Der Pool ist wie schon geschrieben ein absoluter Streichkandidat, falls wir uns mit dem Kostenrahmen nicht wohlfühlen. Dornbracht kannte ich bisher nicht, die sehen wirklich toll aus, ich würde jedoch keine 15.000 Euro dafür einplanen. Nicht weil sie nicht schön und extrem wertig aussehen, ich persönlich würde bei begrenztem Budget für mich nur andere Prioritäten setzen.
 
Ich spreche deshalb mittlerweile in jedem Erstgespräch an, dass ich eine Vorbemusterung für notwendig halte, um da einen besseren Eindruck zu bekommen. Die Firmen sind da jedoch fast alle sehr zurückhaltend, die mit Bemusterungszentrum mauern i.d.R. mit schwammigen Verweisen auf Corona, die anderen mit dezentralen Handelspartnern eiern generell ein wenig herum. Da muss ich dranbleiben.
Das Erstgespräch wäre m.E. etwas zu früh und mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Das ist eher ein To-Do für die Zeit zwischen finalem Grundriss und der Endverhandlung. Wenn jemand schon im Erstgespräch meine komplette Handwerkerliste haben will, wäre ich auch skeptisch.
Aber wenn Corona es zulässt, macht euch doch schon so auf den Weg. Bei uns war im BLB sehr genau beschrieben, welche Badausstattung oder Schalterprogramm Standard sind. Damit kann man sich auch schon Badausstellungen und dergleichen anschauen und mal gucken, wie groß die Differenz zu den Wunsch-Badewannen ist. Bei Fliesen und sonstigen Böden ebenso.

Unser Haus ist "nur" 23,8k für schöne Dinge (Klinker, Stahlwangentreppe, Loft-Tür, Eingangstür, Fenster, Elektro, Deckenspots, Bad) teurer geworden. Im Bad haben wir uns allerdings im Vergleich zu den Nachbarn sehr zurückgehalten, sodass wir nur ca. 7k mehr einplanen mussten. Bei den Nachbarn ist keiner unter 10k aus der Nummer rausgekommen. Technische Notwendigkeiten nicht eingerechnet. In Summe ist unser Haus 10% teurer geworden, wofür wir allerdings den größten Teil in die Finanzierung als Puffer eingeplant hatten.

Übrigens eine Küche für 15k sehe ich bei dem Gesamtprojekt niemals. Mindestens 25k einplanen, wenn nicht mehr! Geht doch zum Spaß mit den derzeitigen Entwürfen zu einem X-beliebigen Küchenstudio und lasst euch etwas planen. Das Ergebnis wird euch überraschen! Eventuell habt ihr in den Miethäusern Erfahrungen gesammelt, aber im Eigenheim möchte man doch schon etwas langfristigeres und da kommt so das ein oder andere kostenintensive Gimmick dazu.
 
Das Gehalt ist einfach erklärt, wir verdienen zusammen mit Kindergeld 9.100 Euro,
Ich habe das schon verstanden, aber ich finde es etwas befremdlich, mit den 9100€ teilweise rechnen zu wollen.
Gehe einfach von 7500€ aus, bei 3 Kindern funktioniert Vollzeit und Karrieresprung nicht mehr - nicht für beide.
und bei einem Projekt von ü einer Mille und einem Grundstück von 2900qm sehe ich da eher ganz andere Gedankengänge als Karriere, ich komme.
7500€ // 900000€
Das sehe ich nicht entspannt, wenn in den Nebenkosten Kita-Kosten von 3 Kindern drin sind, und auf Dauer 3Kinder auch finanziell bespaßt werden wollen.
dass sich manche die Finanzierung schönrechnen, in dem sie 50% Eigenleistung ansetzen,
Da passt schon die Bank auf, dass die ELen den Wert nicht überspannen.
 
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Ich weiß nicht, ob einem Aufmusterungen und Küche usw soviel Kopfzerbrechen machen müssen.

Wir haben uns vorher gut informiert und bisher keine ungeplante Aufmusterung. Das hat man doch selber in der Hand.

Genauso die Diskussion mit der Küche. Unsere Küche ist fertig geplant und kostet 11k. Mir ist schon klar, dass man viel mehr ausgeben kann, aber wir haben in unserer Küche eigentlich alles was wir wollten. Rondell, Apothekerschrank, Siemensgeräte.

Wenn ich viel mehr Geld hätte, würden mir wahrscheinlich auch an einigen Stellen noch mehr Upgrades einfallen, aber das kann doch jeder genau zu seinem Budget anpassen.
Solange das Einkommen mal grundlegend für das geplante Haus reicht, ist der Rest beeinflussbar.

Pool würde ich mir sowieso erst anschaffen, wenn die Kinder schwimmen können und bis dahin weißt du auch wieder viel besser, wie es finanziell läuft.
 
@Hausbautraum20

Berechtigter Einwand. Alles möglich.

Meine Erfahrung mit Geschäftsführern ist allerdings, dass sie sich eher an einem Audi A8 als dem A6 orientieren. Demzufolge gehe ich von einem gewissen Anspruchsdenken an Optik und Haptik aus + Prestige. Man kann die Kosten mit "Golf-Niveau" definitiv im Griff behalten. Ein Golf ist ein super Auto - habe ich auch. Ich unterstelle, dass ein Golf dem Geschäftsführer nicht ausreicht.

Da ist die Gleichung einfach: Es wird teurer!
 
Da sehe ich keinen Widerspruch, auch als Geschäftsführer bin ich ja nicht Kraft des Titels auf meiner Visitenkarte intelligenter oder wissender als andere. Wie jeder treffe ich Entscheidungen auf Erfahrungswerten aus meinem bisherigen Berufsleben und falls ich zu einem besonderen Thema keine oder zu wenig habe, mache ich mich kundig oder hole mir eine externe Expertise dazu.
Finde ich sehr sympatisch! Ist aber sicherlich nicht die Regel ;)

Es bleibt die für uns wahrscheinlich größte Investition unseres Lebens, da halte ich es fast für zwingend, darüber intensiv nachzudenken.
Und was sagt Euch Euer Gefühl?


Das Grundstück geht nicht kleiner, ich wäre auch mit 1.000 m² schon völlig glücklich gewesen, unsere Größe war nur leider die definierten Mindestgröße der Parzellen, kleiner war nicht zulässig.
Welche Gemeinde/Stadt macht solche Vorschriften? Ist schon sehr ungewöhnlich.
Und was ist wenn Ihr Euch mal noch nach einem anderen, kleineren Grundstück umseht?

Ich gebe nur noch folgendes zu Bedenken:
Ihr habt Euch doch bestimmt bewusst für drei Kinder entschieden. Wo liegt dann der Sinn, wenn man die Kinder tagsüber in die KiTa und am späten Nachmittag zu den Großeltern bringt, damit beide Vollzeit arbeiten und das Haus abbezahlen können. Hinzu kommt die Pflege der Außenanlage und des Hauses. Meine Frau und ich arbeiten auch beide Vollzeit und haben stressige Jobs. Wir haben uns (uns das aktuell ohne Kinder) dafür entschieden die Innenpflege des Hauses an eine Reinigungskraft zu geben. Einfach weil uns schon jetzt die Zeit dazu fehlt. Wie schafft Ihr das mit 2 Vollzeitjobs und 3 Kindern dann?

Ergo wird Deine Frau maximal eine halbe Stelle arbeiten und Du Dich am Wochenende um den Garten kümmern müssen. Das möchten wir Dir hier glaube nur mitgeben.

Einmal hier unsere aktuelle Kalkulation in der Endphase der Vorbauantragsplanung, jedoch schon inkl. der recht detaillierten Bemusterung der einzelnen Gewerke, da ich denke, dass Eurer EFH unserem in Größe und Ausstattung (durchaus als gehoben zu bezeichnen) recht ähnlich sein wird:

1620026035774.png

Die blau eingefärbten Positionen sind noch ohne Angebote.
Nicht mit einkalkuliert sind die aktuellen Baustoffspreiserhöhungen. Dafür ist ein Puffer von rund 77' vorgesehen.

Eckdaten Ausstattung:

- Baustil: Stadtvilla (2 Vollgeschosse) auf Bodenplatte mit Walmdach (Pfettendachstuhl = Ausbaureserve)
- Wasserführendes Heizsystem mit Fußbodenheizung (inkl. Kühlfunktion): Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Außen-Split-Gerät
- Zentrale Wohnraumlüftung mit Kühlfunktion
- Innen- und Außenfensterbänke an allen Fenstern im EG und OG aus Marmor/Granit in anhtrazit
- Holz-Alu-Fenster; Innen: Massivholz Eiche, Außen: anthrazit pulverbeschichtet
- Raffstores an den Fenstern auf der Süd-, West- und Ostseite im EG
- restliche Fenster mit Alupanzer und Rolläden mit Elektroantrieb
- Dach mit Schneefänger
- Kaminzug/Schornstein und Vier-seitiger-Panorama-Kamin
- gerade geschlossene Treppe in Echtholz Eiche mit Setzstufen
- Parkett in allen Räumen (außer Fliesen in Eingangsbereich, Bädern, HWR/Technik und Speisekammer)
- funkbasierte Smart-Home-Steuerung von elektrischen Raffstores/Rolläden und Licht
-Badarmaturen in allen Bädern (Eltern- und Kinderbad sowie Gäste-WC) vom Premium-Hersteller "Dornbracht" Serie "Meta"
- 12,5 kWp-Photovoltaikanlage mit 7,5 kWh Batteriespeicher und 2 Ladesäulen für E-PKW



Wenn Ihr Euch hier in etwa wiederfindet, kannst Du mit min. 2.800 EUR/m² (inkl. Einzelgarage bei uns) rechnen + Außenanlage + BNK.
 
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