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ᐅ Öl raus, Gas-Brennwert+Solar rein?

Erstellt am: 18.03.19 09:21
P
Pianist
Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Neulich hatte ich, wie alle zwei Jahre, einen Einsatz auf der ISH in Frankfurt. Und nach so einer Messe bekommt man ja doch irgendwie Lust auf neue Haustechnik. Meine Öl-Zentralheizung (Viessmann Vitola 200) wird jetzt 20 Jahre alt und läuft vollkommen einwandfrei, auch der Schornsteinfeger ist mit den Messwerten zufrieden. Rein objektiv besteht also noch kein Grund zum Wechseln.

Auf der anderen Seite halte ich mich für einen verantwortungsvollen Menschen, der gerne seinen Anteil daran leistet, dass Dinge besser werden. So habe ich im vergangenen Jahr mein Dieselfahrzeug gegen ein Erdgasfahrzeug ersetzt, und beim Strom bin ich zu einem echten Ökostromanbieter gewechselt (Naturstrom AG). Rein emotional würde es mir durchaus gefallen, künftig kein Öl mehr zu verbrennen, weil ich das inzwischen für eine Todsünde halte.

In meiner Straße in einem Berliner Außenbezirk liegt Gas an. Meine Dachform ist nicht die beste für Solarthermie, aber auch nicht vollkommen abwegig. Es handelt sich um ein Krüppelwalmdach mit Firstlinie Nord-Süd, in welchem vier Gauben integriert sind. Im mittleren Bereich könnte man aber auf beiden Seiten durchaus 12 Quadratmeter Kollektorfläche unterbringen, schätze ich jetzt mal so aus der hohlen Hand. Wenn es konkret wird, müsste man sich das noch mal genauer anschauen.

Den Platz, der derzeit vom Öltank eingenommen wird, würde ich lieber für eine eigene Sauna nutzen und mich vom Fitnessstudio abmelden. Da zahle ich 1.000 EUR im Jahr und gehe kaum hin, weil es mir an passenden Zeitfenstern fehlt. Gleiches würde für meinen Vater gelten, dann sind wir schon bei 2.000 EUR im Jahr. Damit kann man wohl eine eigene Sauna refinanzieren.

Platz für einen ausreichend großen Pufferspeicher wäre ebenfalls vorhanden. Dann kommt noch folgender Aspekt hinzu: Im Keller befinden sich außerdem meine Hauptarbeitsräume. Die sind im Sommer eigentlich zu kalt. Ich stelle ja von April bis Oktober vom Heizen auf reine Warmwasserbereitung um.

Nun frage ich mich: Wenn ich Gasbrennwert plus Solar realisiere, dann habe ich im Sommer im Idealfall genug warmes Wasser und kann die Arbeitsräume im Keller etwas anwärmen, und verbrauche dabei wenig bis kein Gas. Und im Winter werde ich vermutlich weniger Gas verbrauchen als heute Öl, weil eine neue Anlage natürlich effizienter arbeitet als die von vor 20 Jahren.

Nachteil: Ich muss das Gas dann abnehmen, wenn ich es verbrauche, und kann nicht dann kaufen, wenn es gerade günstig ist. Beim Öl kann ich über mehr als ein Jahr puffern und dann kaufen, wenn die Kurve gerade ein wenig nach unten zeigt. Bisher verbrauche ich etwa 3.200 Liter Heizöl pro Jahr und versorge damit etwa 300 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Damit bin ich ja schon deutlich besser als der Bundesdurchschnitt.

Nun die Frage aller Fragen: Ist ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll oder nicht? Wird meine Energie- und Kostenbilanz dadurch überhaupt besser? In fünf bis zehn Jahren muss ich auf jeden Fall, vermute ich.

Danke für alle hilfreichen Gedanken!

Matthias
P
Pianist
18.03.19 20:45
Nein, keine Fußbodenheizung. Da war ich nie Fan von. Und bei Tiefenbohrungen sollen ja auch schon böse Sachen passiert sein...

Matthias
F
Fuchur
18.03.19 21:02
Pianist schrieb:
Über Wärmepumpe+Photovoltaik habe ich bisher nie nachgedacht, weil ich da immer das grundsätzliche Problem sehe, dass ich den Strom vor allem dann habe, wenn ich eh nicht heizen muss. Im Winter, wenn ich heizen muss, habe ich kaum Photovoltaik-Strom. Für mich eher zweifelhaft...
Dann sollte dir bewusst sein, dass das für die Solarthermie genauso gilt 😉

Beides ist eher ein kleines Zubrot in der Übergangszeit oder mal einem einzigen, richtig sonnigen Tag. Außer die Photovoltaik ist ordentlich groß, bei 20+kWp kommt schon was rum.

Aber im Sommer hast du mit Photovoltaik jede Menge Strom zum Verbrauchen oder Verkaufen. Mit ST hast du jede Menge heißes Wasser. Damit machst du was?
G
Garten2
18.03.19 21:13
Pianist schrieb:
Und bei Tiefenbohrungen sollen ja auch schon böse Sachen passiert sein...

Matthias

Frag mich grad - welche bösen Sachen könnten da passiert sein?
B
boxandroof
18.03.19 21:23
Pianist schrieb:
Es kann doch keine Dauerlösung sein, Heizöl zu verbrennen...
Es kann auch keine Lösung sein, jetzt ohne Not in veraltete Technik zu investieren und anzufangen Gas zu verbrennen für die paar % Ersparnis. Wenn es Dir nur um die Co2 Bilanz (auf dem Papier) geht, dann könntest Du auch Pellets verbrennen. Die einmalige Anschaffung kostet aber auch Co2 und Ressourcen.

Die Zukunft gehört Strom. Würde jetzt bei Öl bleiben und das Haus langfristig energetisch sanieren, um irgendwann mal eine Wärmepumpe sinnvoll betreiben zu können. Die werden immer besser.
Y
ypg
18.03.19 21:47
Pianist schrieb:
Gibt es denn irgendwo Online-Rechner, wo man mal grob abschätzen kann, wie viel Gas ich mit einem modernen Brennwertgerät samt Solarunterstützung verbrauchen würde, wenn ich heute etwa zehn Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbrauche?

Ich glaube, mit einem Energieausweis wärst Du gut bedient, um dann Daten zu haben, die man nutzen kann.

Ökonomisch wie ökologisch halte ich es für die falsche Idee, etwas Funktionierendes auszutauschen.
L
Lumpi_LE
18.03.19 22:08
Pianist schrieb:
Über Wärmepumpe+Photovoltaik habe ich bisher nie nachgedacht, weil ich da immer das grundsätzliche Problem sehe, dass ich den Strom vor allem dann habe, wenn ich eh nicht heizen muss. Im Winter, wenn ich heizen muss, habe ich kaum Photovoltaik-Strom. Für mich eher

Ja damit hast du nicht unrecht, jedoch geht der Strom im Sommer ja nicht verloren sondern wird eingespeist und vergütet. Mit dem Gewinn kaufst im Winter den Strom dann wieder ein. Ich habe somit etwa 0€ Heizkosten.
stromphotovoltaik