Hallo zusammen,
nach längerem Mitlesen eröffne ich nun meinen ersten Thread hier, da ich jüngst Eigenheimbesitzer geworden bin, mir grade grundsätzliche Gedanken über energetische Sanierungen mache und einige Fragen zum grundsätzlichen Verständnis vom Sinn von Wärmepumpen habe, die ich auch nach längerem googeln und hier Mitlesen nie so wirklich gefunden habe. Ich habe grundsätzliches Verständnis von Thermodynamik, aber keinerlei Fachwissen von Heizungen. Stolpere aber immer wieder über gewisse Aussagen zu Wärmepumpen, die meinem Grundlagenverständnis zur Thermodynamik widersprechen. Threads hier im Forum oder über Google sind meist zu speziell im Detail, selbst ein Gespräch mit einem Energieberater hat mich da erstmal nicht weitergebracht, weil im Grund alles mit „es kommt drauf an“ geendet ist.
Meine Überlegungen bzw. das, was ich weiß oder verstehe:
Was ich nun nicht verstehe:
Ich möchte Aspekte wie „Unabhängigkeit von russischem Gas“, „Gas wird irgendwann teurer sein als Strom“ und auch Photovoltaik erstmal völlig rauslassen aus der Diskussion. Die verstehe ich selbst, aber ich möchte, wie gesagt, erst einmal meine Wissenlücken bzw. meinen Denkfehler klären, den ich scheinbar habe.
nach längerem Mitlesen eröffne ich nun meinen ersten Thread hier, da ich jüngst Eigenheimbesitzer geworden bin, mir grade grundsätzliche Gedanken über energetische Sanierungen mache und einige Fragen zum grundsätzlichen Verständnis vom Sinn von Wärmepumpen habe, die ich auch nach längerem googeln und hier Mitlesen nie so wirklich gefunden habe. Ich habe grundsätzliches Verständnis von Thermodynamik, aber keinerlei Fachwissen von Heizungen. Stolpere aber immer wieder über gewisse Aussagen zu Wärmepumpen, die meinem Grundlagenverständnis zur Thermodynamik widersprechen. Threads hier im Forum oder über Google sind meist zu speziell im Detail, selbst ein Gespräch mit einem Energieberater hat mich da erstmal nicht weitergebracht, weil im Grund alles mit „es kommt drauf an“ geendet ist.
Meine Überlegungen bzw. das, was ich weiß oder verstehe:
- um ein Haus auf einer konstanten Temperatur warm zu halten, benötigt es eine bestimmte Menge Energie, die über die Wände „flöten“ geht. Diese Energie muss von der Heizung ins Haus transportiert werden. Je besser die Dämmung, desto geringer die Wärmeverluste, und desto weniger Energie muss die Heizung folglich ins Haus bringen.
- Gas ist grundsätzlich (noch, selbst stand 06/22) je Kilowattstunde günstiger als Strom.
- Haben Wärmepumpe und Gastherme einen einigermaßen gleichen Wirkungsgrad beim Erhitzen des Wassers, müsste also jedes Kilowatt Wärme aus einer Kilowattstunde Energieträger (Strom oder Gas eben) grundsätzlich über die Gastherme erst einmal billiger sein.
- Wärmepumpen benötigen für eine gute Effizienz Flächenheizungen, bei Gas ist es egal, aber auch diese können grundsätzlich mit Flächenheizungen kombiniert werden. Der Einbau einer Fußbodenheizung erfordert also nicht zwingend auch schon den Wechsel zur Wärmepumpe, eröffnet aber natürlich das Potential, das irgendwann später ohne großen Aufwand zu tun.
Was ich nun nicht verstehe:
- In Diskussionen, in denen jemand den Einbau einer Wärmepumpe plant, wird stets davor gewarnt, dass, wenn sein Haus grundsätzlich eine schlechte Dämmung hat, sich die Wärmepumpe negativ auf die Heizkosten auswirkt. Aber müsste sie das nicht immer tun? Ist nicht, folglich meiner Überlegungen oben, auch bei einem gut gedämmten Haus die Gastherme günstiger, da ja auch wenig benötigte Energie mittels Gas als Energieträger dennoch billiger ist?
- Wenn meine Überlegungen oben falsch sind, und die Wärmepumpe irgendwo im gut gedämmten Bereich die Gastherme in Sachen Kosten überholt (aufgrund irgendeiner Nichtlinearität der Effizienz von Wärmepumpe oder Gas) - gibt es irgendeinen Richtwert, bei dem man sagen kann, dass sich ab da eine Wärmepumpe grob lohnt (also beispielsweise ab „kleiner als 100kwh/(m2*a)“ oder ähnlich)?
Ich möchte Aspekte wie „Unabhängigkeit von russischem Gas“, „Gas wird irgendwann teurer sein als Strom“ und auch Photovoltaik erstmal völlig rauslassen aus der Diskussion. Die verstehe ich selbst, aber ich möchte, wie gesagt, erst einmal meine Wissenlücken bzw. meinen Denkfehler klären, den ich scheinbar habe.
D
Deliverer20.06.22 18:23Jop - eine Heizung muss man immer selber einstellen. Das galt aber schon bei fossilen Brennstoffen.
4lpha0ne schrieb:ist tatsächlich die effizienteste Variante, einen Verbrenner zu bewegen. So werden Spritsparwettbewerbe gefahren. Der Grund liegt in der Leistungskurve von Verbrennern: Der Sweetspot liegt bei fast Volllast und ~2/3 Nenndrehzahl. Also bisschen anders als bei Wärmepumpen. ;-)
... mit dem Verbrennerfahrzeug ständig im niedrigen Gang beschleunigen und ausrollen ...
D
Deliverer20.06.22 21:19Zu vielen Motoren kann man das Leistungsdiagramm im Internet finden. Da ist dann Drehmoment, Drehzahl und Leistung abzulesen. Daraus kann man dann einen (oder mehrere) optimale Betriebspunkte ablesen. Dabei ist zu beachten, dass die Leistung auch wirklich benötigt wird. Es hilft nichts, die optimale Drehzahl zu fahren, ohne dass man die dann theoretische Leistung überhaupt braucht. In dem Fall wäre weniger Gas sinnvoller. Oder eben (wir hatten es oben davon) Gas ganz weg und segeln.
Das mit der benötigten Leistung ist ja der Grund, warum Verbrenner im Realbetrieb irgendwas um 10-15% Wirkungsgrad haben. Die theoretischen 35% liegen genau dann für 10 Sekunden an, wenn man auf die Autobahn auffährt. Die restlichen 99% ist jedes Auto übermotorisiert und säuft bzw. läuft ineffizient.
Darum hat übrigens Toyota damals den Prius entwickelt: Ein Hybrid, ohne Stecker, der trotzdem sparsamer war/ist als jeder andere Verbrenner. Weil er bei ineffizienter Schleichfahrt den Betriebspunkt nach oben verschiebt. D.h. er belastet den Motor stärker und läd davon den Akku auf. Kurze Zeit später kann der Motor dann ganz ausbleiben, was ja der Optimalzustand ist, wenn es um Spritsparen geht.
So. Sorry für OT. Und wenn ich irgendwas schlecht erklärt habe, verbessert mich gerne - ich bin kein Experte und fahre nicht gerne Auto. ;-)
Das mit der benötigten Leistung ist ja der Grund, warum Verbrenner im Realbetrieb irgendwas um 10-15% Wirkungsgrad haben. Die theoretischen 35% liegen genau dann für 10 Sekunden an, wenn man auf die Autobahn auffährt. Die restlichen 99% ist jedes Auto übermotorisiert und säuft bzw. läuft ineffizient.
Darum hat übrigens Toyota damals den Prius entwickelt: Ein Hybrid, ohne Stecker, der trotzdem sparsamer war/ist als jeder andere Verbrenner. Weil er bei ineffizienter Schleichfahrt den Betriebspunkt nach oben verschiebt. D.h. er belastet den Motor stärker und läd davon den Akku auf. Kurze Zeit später kann der Motor dann ganz ausbleiben, was ja der Optimalzustand ist, wenn es um Spritsparen geht.
So. Sorry für OT. Und wenn ich irgendwas schlecht erklärt habe, verbessert mich gerne - ich bin kein Experte und fahre nicht gerne Auto. ;-)
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