ᐅ Lärmschutz für Grundstück wird noch errichtet - Katze im Sack?
Erstellt am: 22.08.18 20:45
B
bauzaun
Liebe Forenteilnehmer,
ich überlege ernsthaft, ein Grundstück etwa 50m entfernt von einer stark befahrenen Ortsdurchfahrt zu kaufen. Die Straße ist Tempo 50 und geht leicht bergauf Richtung Ortsausgang, so dass die Fahrzeuge bergauf beschleunigen. Vor allem LKWs sind aktuell sehr deutlich hörbar bei der Vorbeifahrt am Grundstück (derzeit ist freier Blick auf die Straße), insgesamt sind es etwa 10.000 Fahrzeuge am Tag mit 10% LKW-Anteil.
In der ersten Häuserreihe ist die Errichtung einer Häuserreihe geplant, welche laut Bebauungsplan mit Ihrer Vorderfront eine geschlossene Lärmschutzwand mit einer Mindesthöhe von 3m errichten müssen. Dadurch wird es in absehbarer Zeit am Grundstück also ruhiger werden, die Frage ist nur um wieviel ruhiger. Die verfügbaren Lärmschutzrechner im Internet ergeben eine zusätzliche Lärmreduktion von 10-15 dB. Macht das einen spürbaren Unterschied?
Ich bin eigentlich sehr unempfindlich, was Lärm angeht, habe schon über einer Disco und in der Nähe einer Bahnstrecke gewohnt. Allerdings wird man auch älter und ruhebedürftiger, und aktuell ohne den Lärmschutz ist es mir dort einfach einen Tick zu laut. Das Grundstück und seine Lage haben abgesehen von der Straße eine Menge Vorzüge, so dass ich ziemlich hin und her schwanke aktuell...
Wenn man dort baut, und zumindest im Haus Ruhe haben will: Was außer Lärmschutzfenstern sollte man einplanen? Sind luftgefüllte Ziegel noch ok oder muss man auf Kalksandstein + Dämmung ausweichen? Ist eine zentrale Lüftungsanlage ein Muss oder macht das nur das ganze Haus zwischen den verschiedenen Räumen hellhöriger? Muss man sich in der zweiten Reihe hinter dem Verkehr einer Ortsdurchfahrt überhaupt so viele Gedanken machen, sind solche Überlegungen also nur in der ersten Reihe tatsächlich relevant?
Würde mich über eure Gedanken dazu freuen.
Gruß,
Bauzaun
ich überlege ernsthaft, ein Grundstück etwa 50m entfernt von einer stark befahrenen Ortsdurchfahrt zu kaufen. Die Straße ist Tempo 50 und geht leicht bergauf Richtung Ortsausgang, so dass die Fahrzeuge bergauf beschleunigen. Vor allem LKWs sind aktuell sehr deutlich hörbar bei der Vorbeifahrt am Grundstück (derzeit ist freier Blick auf die Straße), insgesamt sind es etwa 10.000 Fahrzeuge am Tag mit 10% LKW-Anteil.
In der ersten Häuserreihe ist die Errichtung einer Häuserreihe geplant, welche laut Bebauungsplan mit Ihrer Vorderfront eine geschlossene Lärmschutzwand mit einer Mindesthöhe von 3m errichten müssen. Dadurch wird es in absehbarer Zeit am Grundstück also ruhiger werden, die Frage ist nur um wieviel ruhiger. Die verfügbaren Lärmschutzrechner im Internet ergeben eine zusätzliche Lärmreduktion von 10-15 dB. Macht das einen spürbaren Unterschied?
Ich bin eigentlich sehr unempfindlich, was Lärm angeht, habe schon über einer Disco und in der Nähe einer Bahnstrecke gewohnt. Allerdings wird man auch älter und ruhebedürftiger, und aktuell ohne den Lärmschutz ist es mir dort einfach einen Tick zu laut. Das Grundstück und seine Lage haben abgesehen von der Straße eine Menge Vorzüge, so dass ich ziemlich hin und her schwanke aktuell...
Wenn man dort baut, und zumindest im Haus Ruhe haben will: Was außer Lärmschutzfenstern sollte man einplanen? Sind luftgefüllte Ziegel noch ok oder muss man auf Kalksandstein + Dämmung ausweichen? Ist eine zentrale Lüftungsanlage ein Muss oder macht das nur das ganze Haus zwischen den verschiedenen Räumen hellhöriger? Muss man sich in der zweiten Reihe hinter dem Verkehr einer Ortsdurchfahrt überhaupt so viele Gedanken machen, sind solche Überlegungen also nur in der ersten Reihe tatsächlich relevant?
Würde mich über eure Gedanken dazu freuen.
Gruß,
Bauzaun
D
Deliverer23.08.18 09:01In meinem Heimatdorf wurde an einer Ortsdurchfahrt das gleiche gemacht. Neubaugebiet ausgeschrieben zu 250,- € den m² und versprochen, dass zur Straße hin Reihenhäuser als Schallschutz gebaut werden. Es kam auch so - allerdings mussten die Anwohner in den hinteren Reihen knapp 10 Jahre warten, bis sich jemand gefunden hat, der da auch wirklich die Reihenhäuser errichten wollte...
H
HilfeHilfe23.08.18 09:11würde ich mir überlegen
Das Haus kann man vermutlich irgendwie befähigen, einen gewissen erhöhten Schallschutz zu bieten. Aber man will doch auch mal im Garten sitzen.
Mir wäre das zu windig.
Hier in der Umgebung wurde für ein Baugebiet ein Schallschutzwall gebaut, der nach und nach zuwächst mit Efeu und so 'nem Rankzeugs. Die Grundstücke hinter dem Wall sind tatsächlich ruhiger als die, die etwas weiter weg liegen. Schall sucht sich manchmal ganz komische Wege...
Also ich wäre skeptisch muss ich sagen!
Mir wäre das zu windig.
Hier in der Umgebung wurde für ein Baugebiet ein Schallschutzwall gebaut, der nach und nach zuwächst mit Efeu und so 'nem Rankzeugs. Die Grundstücke hinter dem Wall sind tatsächlich ruhiger als die, die etwas weiter weg liegen. Schall sucht sich manchmal ganz komische Wege...
Also ich wäre skeptisch muss ich sagen!
Alle Häuser in der ersten Reihe sind komplett verkauft (von Gemeinde verbilligt abgegeben an junge Familien) und mit Bauzwang binnen zwei Jahren belegt, offenbar ist auch schon überall ein Baubeginn in diesem Jahr geplant. Das Bauamt betont dass es bei der Lärmschutzwand für die erste Reihe keinerlei Abweichungen zugelassen hat.
Dennoch, solange nicht alles steht, verbleibt ein Risiko. Und dann ist der Garten tatsächlich etwas zu laut, selbst für mich... Die Rückmeldungen von euch zeigen mir, dass das alles gut überlegt sein muss.
Dennoch, solange nicht alles steht, verbleibt ein Risiko. Und dann ist der Garten tatsächlich etwas zu laut, selbst für mich... Die Rückmeldungen von euch zeigen mir, dass das alles gut überlegt sein muss.
Wir haben in der Familie ebenfalls ein Haus in 2. Reihe am Hang an einer Hauptstraße. Es ist ein massives Haus mit 50cm Wänden von anno dazumal. Innerhalb der Wände ist es überhaupt kein Problem. Die Stadt hat für die 1. Reihe aber jetzt auch Lärmschutzfenster vorgeschrieben bei Neubau und diese würde ich in einem solchen Fall auch immer wählen.
Blöd ist tatsächlich, dass man im Garten quasi nie Ruhe hat. Da gewöhnt man sich auch nicht dran. Obwohl die Terrasse noch hinter dem Haus der Straße abgewandt liegt, ist es dennoch ziemlich laut.
Würde ich dort heute neu bauen, würde ich den Schallschutz exakt planen lassen. Dazu würde ich mir einen Experten suchen, der mir genau austariert, wo ich wie am besten irgendwelche Ecken, Kanten oder Wände setze, damit auf der Terrasse maximale Ruhe ist. Die Kosten würde ich auf jeden Fall von Anfang an mit einplanen, wenn das Land ansonsten optimal ist.
Blöd ist tatsächlich, dass man im Garten quasi nie Ruhe hat. Da gewöhnt man sich auch nicht dran. Obwohl die Terrasse noch hinter dem Haus der Straße abgewandt liegt, ist es dennoch ziemlich laut.
Würde ich dort heute neu bauen, würde ich den Schallschutz exakt planen lassen. Dazu würde ich mir einen Experten suchen, der mir genau austariert, wo ich wie am besten irgendwelche Ecken, Kanten oder Wände setze, damit auf der Terrasse maximale Ruhe ist. Die Kosten würde ich auf jeden Fall von Anfang an mit einplanen, wenn das Land ansonsten optimal ist.
bauzaun schrieb:
Dadurch wird es in absehbarer Zeit am Grundstück also ruhiger werden, die Frage ist nur um wieviel ruhiger.Sieht der Bebauungsplan eine Baureihenfolge vor? In der Regel wird das an Straßen so gemacht, dass zuerst die Riegelbebauung mit Grundrissorientierung stehen muss, bevor die 2. Reihe gebaut werden darf.
jan76 schrieb:
Und: Hast Du mal IST-Zustand Dezibel gemessen?Außer vom Laien nicht interpretierbarer Zahlensalat (am besten noch via iPhone-App) kommt dabei nix raus.bauzaun schrieb:
Laut einer Isophonenkarte aus einem Gutachten zum Baugebiet hat das Grundstück *ohne* Lärmschutz tagsüber einen mittleren Pegel von ca. 57 dB tagsüber und ca. 54dB nachtsWie sieht das Raster/die Isophone mit Riegelbebauung aus? Welcher Gebietscharakter liegt vor? allgemeines/reines Wohnen oder Kern/Dorf- und Mischgebiete?
bauzaun schrieb:
Wenn man dort baut, und zumindest im Haus Ruhe haben will: Was außer Lärmschutzfenstern sollte man einplanen? Sind luftgefüllte Ziegel noch ok oder muss man auf Kalksandstein + Dämmung ausweichen?57/54 entspricht Lärmpegelbereich II. Kein besonders dickes Brett, sprich keine erhöhten Anforderungen an das Schalldämmmaß der Außenbauteile. Mit Riegelbebauung und meinetwegen auch Schallschutzfenstern sollte die Straße in den Wohnräumen nicht mehr stören.
kaho674 schrieb:
Würde ich dort heute neu bauen, würde ich den Schallschutz exakt planen lassen. Dazu würde ich mir einen Experten suchen, der mir genau austariert, wo ich wie am besten irgendwelche Ecken, Kanten oder Wände setze, damit auf der Terrasse maximale Ruhe ist. Die Kosten würde ich auf jeden Fall von Anfang an mit einplanen, wenn das Land ansonsten optimal ist.Macht Sinn, wenn du drauf Wert legst.Mein Tipp: geh zu dem Büro, die auch die schalltechnische Untersuchung für den Bebauungsplan gemacht haben. Die haben das Rechenmodell bereit fertig vorhanden. Spart Geld, geht schnell.
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