ᐅ Erneuerung Heizung Bestandsimmobile - Brennwert/Luft-Wasser-Wärmepumpe/BWWP
Erstellt am: 09.04.22 10:12
C
Chrizz72
Hallo liebes Forum,
ich bin neu hier und das ist mein erster Beitrag. Ich würde mich sehr freuen, wenn es den ein oder anderen gäbe, der mir bei meiner Frage-/Problemstellung weiterhelfen kann.
Ausgangslage:
Wir sind kurz davor ein Einfamilienhaus zu kaufen (BJ 1959/60; Wohnfläche ca. 170qm - 65qm 1. Stock, 65qm 2. Stock, 40qm Dachgeschoss). Fenster wurden 2005 erneuert (Ug-Wert 1,2), Dach werden wir neu decken und dämmen (U-Wert 0,14), ggf. noch Dämmung der Kellerdecke - ansonsten ist alles im "Originalzustand". Wir werden das Haus zu viert (2 Erwachsene + 2 Kinder) bewohnen. Das Dachgeschoss wird zum Wohnraum ausgebaut. Im Keller steht ein alte Gastherme (kein Brennwert) und im ganzen Haus sind ausschließlich alte Gusseisen Heizkörper verbaut. Zudem werden wir die Elektrik neu machen und alle Stockwerke sanieren/renovieren.
Die Frage aller Fragen ist nun: Welche Heizung soll es werden?
Da das Haus vorher ausschließlich von einer alten Dame bewohnt wurde, gibt es keine verlässliche Quelle für eine Abschätzung unseres zukünftigen Wärmebedarfs. Gerne würden wir natürlich weg von fossilen Energieträgern und uns eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, kombiniert mit Fußbodenheizung und Photovoltaik anschaffen (ohne Abzug der Förderung wären wir hier sicherlich bei 65K) - dieses Vorhaben würde jedoch unser Budget sprengen. Bei einem Verzicht auf Photovoltaik hätte ich zudem große Angst, dass uns die Stromkosten um die Ohren fliegen. Als Kompromiss haben wir uns nun auf folgende Möglichkeit "eingeschossen". Installation einer Gasbrennwerttherme zum Heizen und für die Brauchwasseraufbereitung eine BWWP - die Möglichkeit des Runterfahrens der Brennwerttherme in den warmen Monaten finden wir sehr attraktiv. Neben dem Kostenaspekt (der für uns hier völlig OK wäre, sowohl initial als auch laufen) spielt eben auch der nachhaltige Gedanke eine Rolle (klar, eine BWWP stellt hier keinen riesen Hebel dar). Gleichzeitig könnten wir uns vorstellen im EG auf Fußbodenheizung und im 1. und 2 Stock auf Niedertemperatur-Heizkörper umzustellen > Hintergedanke ist, dass wir eine Infrastruktur schaffen, die es uns später ermöglicht sehr leicht auf eine Wärmepumpe umzustellen. Wir hätten dann eben auch verlässliche Daten hinsichtlich Wärme- und Heizbedarf. Eine Photovoltaikanlage aus Dach packen, müssten wir jetzt nicht gleich machen, sondern könnten wir im Laufe der Jahre nachrüsten (entweder sukzessive oder auf einmal).
Wie schätzt ihr meine Überlegung ein? Klingt das für euch realistisch/vernünftig, vor allem auch vor dem derzeitigen Hintergrund (Krieg, Energiewende/-kosten etc.)? Mir ist auch klar, dass es keinen Königsweg gibt, allerdings würde ich gerne guten Gewissens eine Entscheidung treffen, die ökonomisch und ökologisch kurz-und langfristig sinnvoll ist. Vllt. gibt es ja auch noch Alternativen, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte.
Kurz zu mir. Technisch bin ich leider nicht wirklich begabt bzw. habe sehr wenig Erfahrung. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich mich relativ schnell in mir bisher fremde Sachen reindenken kann und eine steilere Lernkurve habe, als gedacht 🙂
Ich freue mich auf euer Feedback
Viele Grüße
Christian
ich bin neu hier und das ist mein erster Beitrag. Ich würde mich sehr freuen, wenn es den ein oder anderen gäbe, der mir bei meiner Frage-/Problemstellung weiterhelfen kann.
Ausgangslage:
Wir sind kurz davor ein Einfamilienhaus zu kaufen (BJ 1959/60; Wohnfläche ca. 170qm - 65qm 1. Stock, 65qm 2. Stock, 40qm Dachgeschoss). Fenster wurden 2005 erneuert (Ug-Wert 1,2), Dach werden wir neu decken und dämmen (U-Wert 0,14), ggf. noch Dämmung der Kellerdecke - ansonsten ist alles im "Originalzustand". Wir werden das Haus zu viert (2 Erwachsene + 2 Kinder) bewohnen. Das Dachgeschoss wird zum Wohnraum ausgebaut. Im Keller steht ein alte Gastherme (kein Brennwert) und im ganzen Haus sind ausschließlich alte Gusseisen Heizkörper verbaut. Zudem werden wir die Elektrik neu machen und alle Stockwerke sanieren/renovieren.
Die Frage aller Fragen ist nun: Welche Heizung soll es werden?
Da das Haus vorher ausschließlich von einer alten Dame bewohnt wurde, gibt es keine verlässliche Quelle für eine Abschätzung unseres zukünftigen Wärmebedarfs. Gerne würden wir natürlich weg von fossilen Energieträgern und uns eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, kombiniert mit Fußbodenheizung und Photovoltaik anschaffen (ohne Abzug der Förderung wären wir hier sicherlich bei 65K) - dieses Vorhaben würde jedoch unser Budget sprengen. Bei einem Verzicht auf Photovoltaik hätte ich zudem große Angst, dass uns die Stromkosten um die Ohren fliegen. Als Kompromiss haben wir uns nun auf folgende Möglichkeit "eingeschossen". Installation einer Gasbrennwerttherme zum Heizen und für die Brauchwasseraufbereitung eine BWWP - die Möglichkeit des Runterfahrens der Brennwerttherme in den warmen Monaten finden wir sehr attraktiv. Neben dem Kostenaspekt (der für uns hier völlig OK wäre, sowohl initial als auch laufen) spielt eben auch der nachhaltige Gedanke eine Rolle (klar, eine BWWP stellt hier keinen riesen Hebel dar). Gleichzeitig könnten wir uns vorstellen im EG auf Fußbodenheizung und im 1. und 2 Stock auf Niedertemperatur-Heizkörper umzustellen > Hintergedanke ist, dass wir eine Infrastruktur schaffen, die es uns später ermöglicht sehr leicht auf eine Wärmepumpe umzustellen. Wir hätten dann eben auch verlässliche Daten hinsichtlich Wärme- und Heizbedarf. Eine Photovoltaikanlage aus Dach packen, müssten wir jetzt nicht gleich machen, sondern könnten wir im Laufe der Jahre nachrüsten (entweder sukzessive oder auf einmal).
Wie schätzt ihr meine Überlegung ein? Klingt das für euch realistisch/vernünftig, vor allem auch vor dem derzeitigen Hintergrund (Krieg, Energiewende/-kosten etc.)? Mir ist auch klar, dass es keinen Königsweg gibt, allerdings würde ich gerne guten Gewissens eine Entscheidung treffen, die ökonomisch und ökologisch kurz-und langfristig sinnvoll ist. Vllt. gibt es ja auch noch Alternativen, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte.
Kurz zu mir. Technisch bin ich leider nicht wirklich begabt bzw. habe sehr wenig Erfahrung. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich mich relativ schnell in mir bisher fremde Sachen reindenken kann und eine steilere Lernkurve habe, als gedacht 🙂
Ich freue mich auf euer Feedback
Viele Grüße
Christian
i_b_n_a_n schrieb:
und die Photovoltaik (einziger Investment der sich insbesondere im Zusammenhang mit einer Wärmepumpe rechnet) später? Nö, noch sind die Zinsen niedrig, gleich mit dem neuen Dach (gute Photovoltaik = Dach voll) mit machen wenn das finanziell irgendwie darstellbar ist.Würde definitiv nur zu Lasten der anderen Renovierungskosten/-arbeiten gehen. Ob überhaupt finanzierbar, muss ich schauen...D
Deliverer09.04.22 13:35Die Photovoltaik ist völlig unabhängig zu betrachten. Die ist ein (sehr sinnvolles) Investment. Eines das sich auch dann lohnt, wenn man es finanziert (KfW). Sie hat aber gar nichts mit dem Rest zu tun. Das Bisschen, was sie zum Heizstrom zuliefern kann, ist nicht kriegsentscheident.
Es gibt keine Alternativen zu Wärmepumpen (auch wenn das manche meinen). Deine Aufgabe ist jetzt, es der Wärmepumpe und dir so gemütlich wie möglich zu machen.
Es gibt keine Alternativen zu Wärmepumpen (auch wenn das manche meinen). Deine Aufgabe ist jetzt, es der Wärmepumpe und dir so gemütlich wie möglich zu machen.
B
Benutzer20009.04.22 14:03Chrizz72 schrieb:
Also du meinst, wenn ohne Photovoltaik, dann sollte es aber defintiv durchgerechnet werden. Deiner Erfahrung nach würde dann wohl rauskommen, dass es wirtschaftlich vertretbar ist. Klingt gut wie ich finde. Was würde denn so eine Berechnung kosten? Das kann auch ein ordentlicher Energieberater, oder?Auch mit Photovoltaik muss es gerechnet werden. Die raumweise Heizlastberechnung nebst Fußbodenheizung-Auslegung bitte NICHT beim Energieberater machen, sondern beim Planungsbüro. Kostet vielleicht 150-200€. Z.B. Büro Heckmann.Danke für eure Antworten. Es liegt jetzt an uns eine Entscheidung zu treffen. Im Grunde hört man von vielen das gleiche: Wärmepumpe, im Idealfall kombiniert mit Photovoltaik.
Eine Frage hab ich jetzt aber noch: auf Basis der raumweisen Heizlastberechnung kann der Heizungsbauer die passende Wärmepumpe sowie Fußbodenheizung und/oder Niedertemperatur-Heizkörper entsprechend auswählen und einstellen? Der Energieberater könnte es dann nochmal kontrollieren (auf Basis des Angebots o.ä.) und die Anträge bspw. bei der BAFA machen?
Eine Frage hab ich jetzt aber noch: auf Basis der raumweisen Heizlastberechnung kann der Heizungsbauer die passende Wärmepumpe sowie Fußbodenheizung und/oder Niedertemperatur-Heizkörper entsprechend auswählen und einstellen? Der Energieberater könnte es dann nochmal kontrollieren (auf Basis des Angebots o.ä.) und die Anträge bspw. bei der BAFA machen?
D
Deliverer10.04.22 11:47Theoretisch ja. Praktisch sind die meisten Heizungsbauer und Energieberater schlecht. Aber im Prinzip hast Du recht... Selbstkontrolle ist angeraten. Das sind am Ende Zahlen, die man addieren kann.
Die Bafa-Anträge kannst Du selbst stellen. Dafür würde ich niemandem Geld zahlen.
Nachtrag: Wenn Du HK und Fußbodenheizung mischst, solltest Du darauf achten, dass die HK so gerechnet werden, dass sie die gleiche Vorlauftemperatur wie die Fußbodenheizung bekommen. Einen Mischer willst Du NICHT einsetzen.
Und: Die maximale Heizlast gibt die Größe der Wärmepumpe vor. Keine Zuschläge fürs gute Gefühl oder Warmwasserbereitung.
Die Bafa-Anträge kannst Du selbst stellen. Dafür würde ich niemandem Geld zahlen.
Nachtrag: Wenn Du HK und Fußbodenheizung mischst, solltest Du darauf achten, dass die HK so gerechnet werden, dass sie die gleiche Vorlauftemperatur wie die Fußbodenheizung bekommen. Einen Mischer willst Du NICHT einsetzen.
Und: Die maximale Heizlast gibt die Größe der Wärmepumpe vor. Keine Zuschläge fürs gute Gefühl oder Warmwasserbereitung.
B
Benutzer20010.04.22 11:51Chrizz72 schrieb:
Eine Frage hab ich jetzt aber noch: auf Basis der raumweisen Heizlastberechnung kann der Heizungsbauer die passende Wärmepumpe sowie Fußbodenheizung und/oder Niedertemperatur-Heizkörper entsprechend auswählen und einstellen? Der Energieberater könnte es dann nochmal kontrollieren (auf Basis des Angebots o.ä.) und die Anträge bspw. bei der BAFA machen?Die Fußbodenheizung lässt Du auch vom Profi planen. Denn er legt sie dann passend zu einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur aus. Der Heizungsbauer sagt: Haben wir schon immer so gemacht. Und er Energieberater ist Berater und nicht zwingend ein technisch versierter Mensch.Ähnliche Themen