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ᐅ Wieviel Ersparnis durch Baumaterial zum Quasi-Großhandels-Eigenkapital?

Erstellt am: 11.02.22 00:07
J
Johnny82
Hallo Forum,

wir sind gerade in der Informationsbeschaffungsphase zum Thema Häusle bauen.

Heute habe ich etwas zu Mitarbeiterkonditionen erfahren:
Ich arbeite seit kurzem für ein Unternehmen, das u.a. auch sehr viel mit Baustoffen handelt und ich bekomme da das Material für den Eigenkapital +x% + MwSt.
Ich habe mit der Baustoffabteilung nichts zu tun, sitze aber mit zwei Baustoffdamen quasi in einem Büro.
Heute habe ich eine mal angesprochen, wie das denn wäre, wenn ich bauen wollte etc.
Sie meinte, das wäre bei den Handwerkern kein Problem, wenn man selbst das Material besorgen würde. Es ist ja quasi 1:1 das gleiche Material, gleiche Quelle und für den Handwerker selbst wohl auch noch weniger Koordinationsaufwand. Sie sagte dann auch noch sinngemäß: "Das bring ich denen im Zweifel schon bei!" Nehmen wir das jetzt also mal als Fakt an.

Meine Mutter arbeitet im Schwarzwald bei einem Garten- und Landschaftsbauer-Bauunternehmen, das zu einem Bauunternehmen gehört, das u.a. auch Einfamilienhäuser baut. Ihr Hochbau-Chef hat für ein schlüsselfertiges Haus mit 140-160 qm rund 600.000 Euro veranschlagt.
Die Zahl haben wir jetzt aktuell mal als Orientierung im Kopf.

Auf der Garten- und Landschaftsbauer-Seite wird das Material mit XX% Aufschlag an den Kunden weiterverrechnet, nehmen wir mal an, dass es das Hochbauunternehmen auch so macht und dieser Aufschlag marktüblich ist.

X% und XX% sind mir natürlich bekannt. (Ich will nicht mysteriös wirken, sondern verhindern, dass morgen ein Handwerker bei den Kollegen steht und sagt: "Ihr verkauft das Zeug euren Mitarbeitern für XX % weniger als ihr es mir verkauft!" und einen Aufstand macht. Der eine oder andere kann sich sicher schon ausrechnen, bei welchem Unternehmen ich arbeite.)

Was gibt es alles an Material bei meinem Arbeitgeber:
Alles für den Rohbau, Fenster, Türen, Bodenbeläge, Dämmung, Farben, Putz, Gips, Treppen, Badausstattung, alles für den DachINNENausbau etc.

Ich bin mir nicht sicher, ob wir folgendes haben:
Sanitärmaterial (Rohre für Leitungswasser, Heizung etc.), Elektroinstallationsmaterial, Heizungen/Wärmepumpen.
ABER: Wir haben ein Haustechnikinstallations-Team (dreistellige Mitarbeiterzahl, also ein großes Team) für Wärme/Wasser/Luft/Strom (auch Photovoltaik), ergo sollte das Zeug auch bestellbar sein.

Was wir nicht haben:
Holz (sprich Balken) für den Dachstuhl selbst und "dekoratives" Holz, also nix was hinterher nach was aussieht, sondern nur Dachlatten und ähnliches.

So, lange Rede, jetzt zur Frage:
Gibt es einen Faktor/eine Faustregel, mit dem man schätzen könnte, wie viel günstiger das 600.000 Euro Haus denn werden würde, wenn ich das Material quasi zum Großhandels-Eigenkapital plus x % plus MwSt. bekäme?

Oder evtl. wenn das Haus 600 kostet, dann kostet der Rohbau 100 und davon sind 30% Material. So in der Art?
Und das eben auch für die anderen Gewerke.

Und dann noch eine Frage, auch wenn es dafür vermutlich noch etwas früh ist:
Was ließe sich denn circa sparen, wenn man folgendes selbst machen würde:
Streichen innen + außen
Bodenbeläge selbst legen in Schlafzimmer, 3x Kinderzimmer, Flur 1. Stock und 2. Stock, Keller (also so die "nicht-öffentlichen" Bereiche)
Dachausbau
Der Schwager ist Malermeister und macht auch Außendämmung, evtl. auch verputzen, der würde wohl auch zur Verfügung stehen zum verminderten Verrechnungssatz.

Viel hätte, wäre, wenn, ich weiß, aber Schätzwerte sind auch erstmal okay.

Wenn wir im Schwarzwald bauen würden, dann hätte ich:
nicht die Einkaufskonditionen
nur einen Schwager mit 10 Daumen in der Nähe
dafür einen Freund, der ggf. den Elektrokram machen könnte
einen Bekannten für Gas-Wasser-Schwimmbadtechnik
ggf. wären die Außenanlagen günstiger über die Kollegen der Mutter

Auf Grund der Entfernung könnte ich in Eigenleistung höchstens innen streichen und die Böden dort legen, wo man erstmal keinen braucht (also überschaubar) und später dann das Dach innen ausbauen. Also quasi komplett schlüsselfertig.

Diese Unterschiede versuche ich irgendwie in einen Betrag umzurechnen bzw. mir vorstellbar zu machen.

Danke für eure Einschätzungen!
H
henning181
12.02.22 18:27
Hallo zusammen,

Ich habe bei unserer Komplettsanierung des 200m2 Haus in Hannover auch gefragt ob ich Material stellen darf. Wurde immer bejaht mit dem Hinweis das die Garantie dann nur begrenzte übernommen wird.Wir haben es dann nicht gemacht. Du musst bedenken wenn du Material stellst, muss es auch da sein, ansonsten bekommst du weitere Probleme und vergiss nicht, das Handwerk hat es zur Zeit nicht nötig mit dir über Material ( Kosten) zu diskutieren. Die Arbeiten einfach beim nächsten....

Gruß
M
Martial.white
12.02.22 18:39
Sparst voraussichtlich gar nichts und findest keinen Handwerker.
H
HansDampf88
12.02.22 19:47
driver55 schrieb:

Überschrift müsste eher lauten, „Ein Schwabe baut im Schwarzwald“. 😀
mal ernsthaft, die x und xx kennst doch nur du und reine Dienstleister als Handwerker wird‘s kaum geben.
(Du bringst dann auch das Öl für den Ölwechsel mit in die Werkstatt? Die Genossen gibt’s ja wirklich.)

Ich bin einer davon. Warum soll ich 30 Euro für nen Liter Motoröl zahlen? Sehe ich gar nicht ein …

Zum Thema: Unser Maurer wünscht sich, dass wir das Material bestellen. Lt. Architekt sparen wir dadurch eine ordentliche Marge, die der Bauunternehmer normalerweise in der Kalkulation hat. Ich denke, es kommt aufs Gewerk an und auf den einzelnen Betrieb. Kann man pauschal nicht so sagen.
H
Haussuche85
12.02.22 19:52
Hallo Johnny82,

google mal nach geldwertem Vorteil.
11ant12.02.22 22:57
HansDampf88 schrieb:

Unser Maurer wünscht sich, dass wir das Material bestellen.
Das läßt mich befürchten, da wolle jemand im Handel keine Spuren hinterlassen, die Hochrechungen auf seinen Dienstleistungsumsatz ermöglichen könnten ...
https://www.instagram.com/11antgmxde/
https://www.linkedin.com/company/bauen-jetzt/
H
HansDampf88
12.02.22 23:03
11ant schrieb:

Das läßt mich befürchten, da wolle jemand im Handel keine Spuren hinterlassen, die Hochrechungen auf seinen Dienstleistungsumsatz ermöglichen könnten ...

Das könnte wohl ein Grund sein.
Es gibt aber auch sicher andere Gründe für Selbstständige, die keinerlei „Verwaltung“ haben … keinen Verwaltungsaufwand (Fahrerei, Telefoniererei, Bestellungen, Rechnungen prüfen, Rechnungen bezahlen), keine Kapitalbindung … einfach hinfahren, mauern, und wieder nach Hause und den ganzen anderen Kram auf den Bauherren abwickeln …. Der Tag hat halt auch nur 24 Stunden.