Zuständigkeit des Architekten bei KfW-Interesse und weiteres

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Caspar2020

Ich habe gerade mal beim Containerdienst den Preis erfragt. Genau dieser 6 Kubikmeter Container kostet 350 Euro plus MwSt. Der Rohbauer hat uns 900 Euro plus Mwst abgeknöpft.
Das nennt man Wertschöpfung. Ist aber jetzt nicht ungewöhnlich. Im Sanitärbereich sind die Multiplikatoren meist noch höher.

Ne, ehrlich, schnapp deine Sachen und geh zum Fachanwalt. Alles andere ist kokolores. Eventuell ist das ein Schraube an der man drehen kann; allerdings nicht unbedingt vor Abschluss des Rohbaus...
 
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Ruhrgebiet23

Klar, die Arbeitsstunden sind da ja auch eingerechnet. Und aus dem Sanitärbereich ist mir das auch bekannt.
Allerdings finde ich es schon heftig, dass die Gewinnspanne bei jedem einzelnen Container so groß ist. D.h., ihm muss ja auch daran gelegen sein, möglichst viele Container abtransportieren zu lassen.

Ich finde, der Punkt ist eben, dass nicht neu kalkuliert wurde, als die Steigerung des Aushubs deutlich wurde. Da hätte man doch eine Entscheidung treffen müssen können.

Ich werde gleich erst mal unsere Rechtsschutzversicherung anrufen. Falls diese Leistung nicht abgedeckt ist, können die sicherlich einen Fachanwalt empfehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Zaba12

Mir ist es unbegreiflich warum du ausführen lässt ohne das Angebot und Preise zu kennen. Zumindest passiert Dir der Fehler nicht mehr. Keine Ausführung ohne screening der Positionen und Preise.
 
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Ruhrgebiet23

Mir ist es unbegreiflich warum du ausführen lässt ohne das Angebot und Preise zu kennen. Zumindest passiert Dir der Fehler nicht mehr. Keine Ausführung ohne screening der Positionen und Preise.
Das ist es mir rückblickend auch.
Juristisch vollkommen unhaltbar, aber vielleicht persönlich nachvollziehbar: Der alte Architekt ist ein entfernter Bekannter der Familie meines Mannes. Wir haben im Dezember nach 8 Monaten Wartezeit endlich eine Baugenehmigung erhalten und wollten loslegen. Der Archi legte dann das Angebot (nicht das ausgefüllte LV!) über etwas über 70k Euro vor und meinte, dass das schon passen würde. Wir haben ausdrücklich gefragt, ob der Preis ok wäre. Er bejahte. Dass es überhaupt LV gibt, wussten wir da noch nicht. Ja, unsere Schuld, klar! Aber wenn man mehrmals misstrauisch nachfragt, hätte ich einfach nicht gedacht, dass wir so verar**** werden.

Und dennoch sehe ich eben neben dem vereinbarten Wucherpreis das Problem, dass wir nicht informiert wurden, als die Arbeiten dermaßen verändert haben.
 
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Zaba12

Ich kann mich nur wiederholen. Verantwortung und Entscheidung kann man nicht delelegieren. Es ist wie in der freien Wirtschaft. Nur weil Du als Vorstand einen Projektleiter für ein Projekt hast, entscheidest Du, nicht der Projektleiter. Der Projektleiter ist nur zur Koordination da und legt Dir alle Fakten auf den Tisch. Wenn du vor Ausführung die 150€ je Kubik kanntest wirst hast Du falsch entschieden. Wenn nicht dann Fachanwalt.

Die Frage ist also kanntest Du den Preis vorab? Und das hat auch nicht mit einer falschen Kostenschätzung zu tun.

Das ist andere Baustelle!
 
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Ruhrgebiet23

Ich kann mich nur wiederholen. Verantwortung und Entscheidung kann man nicht delelegieren. Es ist wie in der freien Wirtschaft. Nur weil Du als Vorstand einen Projektleiter für ein Projekt hast, entscheidest Du, nicht der Projektleiter. Der Projektleiter ist nur zur Koordination da und legt Dir alle Fakten auf den Tisch. Wenn du vor Ausführung die 150€ je Kubik kanntest wirst hast Du falsch entschieden. Wenn nicht dann Fachanwalt.

Die Frage ist also kanntest Du den Preis vorab?
Wir wussten vorab den GESAMTpreis. Chronologisch:
- 4.12.18 morgens: Treffen mit dem alten Archi aufgrund der endlich vorliegenden Baugenehmigung. Er spricht von einem Angebot mit Rohbauer xy (keine weiteren zum Vergleich). Wir fragen, ob es sich aufgrund der guten Auftragslage um einen hohen Preis handelt und sind irritiert, dass es kein Vergleichsangebot gibt, obwohl es mit dem Archi vereinbart war. Der alte Archi verneint und betont, dass er mit dem Rohbauer schon das ein oder andere Mal gearbeitet hätte. 70.000 EUR seien schon ok. Ein LV sehen wir nicht und bekommen wir auch nicht mit nach Hause oder zugeschickt.

- 4.12.18 mittags: Wir schicken eine Gesprächsnotiz an jungen und alten Archi (weil diese nie etwas mitschreiben und die Hälfte immer vergessen): "Voraussichtlich wird die Baugesellschaft xy mit dem Rohbau beauftragt. Alter Archi wird noch mal versuchen, den Preis etwas nachzuverhandeln, da Herr Rohbauer schon signalisiert hat, dass dieser noch nicht in Stein gemeißelt ist [Anmerkung: Ist nicht geschehen]. Ein Treffen ist für Montag, 10.12., 14.30 Uhr angesetzt.

-10.12.18: Treffen der Architekten, Rohbauer und mir auf der Baustelle. Nur grobe Sichtung. Keine Nachverhandlung des Preises wie angekündigt.

19.12.18: Wir bekommen vom Archi den Bauvertrag und Skontovereinbarungen postalisch zugeschickt. Dort ist unter Punkt 4 Vergütung (zu Paragraph 2 VOB/B) zu finden: "Als Vergütung für die in Nr. 1 bezeichnete Leistung wird vereinbart die vorläufige Summe von (...) Auftragssumme 70.163,01 EUR". Keine weitere Aufschlüsselung.

2. KW 19: Baubeginn

23.1.19: Wir bekommen per Email die 1. Teilrechnung Rohbau vom jungen Archi, die am 18.1. bei ihm eingegangen ist. Aufgrund der Skontovereinbarung bezahlen wir am nächsten Tag.

25.1.19: Wir bekommen nach wiederholter Nachfrage den Preisspiegel des Rohbauers per Email. Dort sehen wir erstmalig die 150 Euro pro Kubikmeter.

Der Rest ist bekannt...
 
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Zaba12

Habs mir durchgelesen. Ihr habt den Architekten einfach machen lassen. Man führt halt nichts aus wenn man die Details nicht kennt. Solange blockieren bis ihr vollumfänglich informiert seid. Blöd gelaufen.
 
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Ruhrgebiet23

Ok, für die folgenden Gewerke werden wir das beherzigen. Ganz klar. Selber wenn es bedeutet, dass wir die Angebote erst eine Woche studieren müssen.

Ich habe gerade über meine Rechtsschutzversicherung mit einem Anwalt telefoniert. Er sieht 3 Probleme beim Rohbauer:
1. Wodurch ist der dreifache Bodenaushub angefallen? Der junge Archi schreibt heute dazu: "Herr Rohbauer hatte mir während einer Baustellenbegehung mündlich mitgeteilt, dass die Menge der Erdarbeiten das ausgeschriebene Volumen überschreitet. Die genaue Menge habe ich auch erst mit der 1. Abschlagsrechnung erfahren. Ich habe Herrn Rohbauer gestern angewiesen uns über Nachträge / Mengenüberschreitungen frühzeitig zu informieren. Wie ich Ihnen schon gestern geschrieben habe, werde ich Herrn Rohbauer trotzdem noch mal auf den Preis ansprechen. Die Menge ist unter anderem deshalb gestiegen, da Herr Rohbauer einen geschotterten Aufstellplatz für den Kran benötigte. Durch die Auskofferung und Schotterung der Garagenzufahrt entfallen Kosten im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus."

2. Warum war dies nicht absehbar? (Es gab Besichtigungen vor Ort, für den Bagger ist die oberste Bodenschicht ausschlaggebend)

3. Warum wurden wir nicht unverzüglich informiert? Der Rohbauer rief mich am 12.1. an, dass der Baustrom nicht funktioniert, wenn der Kran auf Stufe 3 läuft. Da muss ja kurz vorher die Sache mit dem Boden im Baggerbereich gelaufen sein. Da dies nicht im LV aufgeführt war, wäre hier ja eine Info nötig gewesen. Dazu kam aber nichts.
 
Zuletzt aktualisiert 27.05.2022
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