Zuständigkeit des Architekten bei KfW-Interesse und weiteres

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R

Ruhrgebiet23

Das bringt nur Leider nichts, wenn die Leistungsbeschreibung/das LV Mist ist, und die dahinter stehenden Massen fehlerhaft/gewürfelt sind.
Beim Aushub und der Entsorgung fehlt mir beispielsweise nach Einbauklasse/Zuordnungswert (Z0-Z2). Alleine das deponieren von Z2 kostet >50€/t. Zzgl. Deponieannahmegebühren, Handling und Beprobung kommt da schon ein nettes Sümmchen auf die Tonne zusammen. Das Risiko, auf eigene Kosten Z2-Material entsorgen zu müssen, tragen bei unklaren Vorgaben die wenigstens/niemand.

zl;ng: Baukosten bei der Einzel-Vergabe stehen und fallen mit der Güte der Ausschreibungsunterlagen. Ist das LV schlecht/unscharf, entstehen Hohe Kosten bei Einzelpositionen, Zusatzkosten bei Mengen-Mehrung und Nachtragsforderungen, die schon vor Auftragsbestätigung fertig formuliert in der Schublade liegen.
Hast du irgendeinen Tipp, dass wir dennoch nicht wieder so auf die Nase fallen? :-(
 
R

Ruhrgebiet23

Ja. Der Kostenanschlag deines Architekten nach DIN 276 aus HOAI LPH 4 sollte hier als Richtschnur herhalten.
Die haben wir leider immer noch nicht, haben sie aber gefordert. Heute kam per Email: "Herr xy [alter Archi] und ich arbeiten zurzeit an eine aktuelle Kostenschätzung."

Man sieht daran ja recht deutlich eine Pflichtverletzung - er plant weiterhin keinen Kostenvoranschlag.
 
Zuletzt bearbeitet:
D

Domski

Eine Idee habe ich noch, evtl kann mich jemand korrigieren: Ist der Rohbauer nach VOB beauftragt? War sein Angebot auf Grundlage der ausgeschriebenen Massen? Abrechnung der tatsächlichen Massen zum angebotenen Einheitspreis?

Dann ist a) seine erbrachte Leistung auch zu vergüten (teuer für die TE).
Aber der Rohbauer hätte die Pflicht gehabt Massenmehrungen beim Erkennen derer unverzüglich anzuzeigen. Die ursprünglich angebotenen Massen darf dann nach dem angebotenen Einheitspreis abgerechnet werden, die Mehr Masse muss er auf euer Verlangen hin neu kalkulieren und diese Kalkulation auch nachweisen. Evtl lassen sich daraus noch ein paar Euro zurückholen.
 
Dr Hix

Dr Hix

Der Kostenanschlag deines Architekten nach DIN 276 aus HOAI LPH 4 sollte hier als Richtschnur herhalten.
Den Kostenanschlag gibt es logischerweise erst zur Vergabe (LP 7) und der gibt ja auch bloß wieder, was die Firmen im LV eingesetzt haben, bewahrt also auch nicht vor Nachträgen und/oder falsch geplanten Mengen.

Einfordern könnte man zum jetzigen Zeitpunkt einzig die Kostenberechnung (LP3). Aber ob die bei dem Architekten tatsächlich gehaltvoller ausfällt, als die Schätzung, wage ich zu bezweifeln.

Ich bleibe allerdings dabei: Es kostet am Ende was es kostet. Einsparen könnt ihr lediglich bei "nicht lebensnotwendigen" Positionen wie eben z.B. dem WDVS oder der Garage oder eben durch "Abmustern" bei der Ausführungsqualität.
Es ist natürlich wünschenswert vorher zu wissen, wo die Reise hingeht, aber der Zug ist in eurem Fall abgefahren - der Kreditvertrag unterschrieben, der Bau gestartet. Also wieso noch groß Energie darauf verschwenden, wie es hätte sein können/sollen?
 
R

Ruhrgebiet23

Eine Idee habe ich noch, evtl kann mich jemand korrigieren: Ist der Rohbauer nach VOB beauftragt? War sein Angebot auf Grundlage der ausgeschriebenen Massen? Abrechnung der tatsächlichen Massen zum angebotenen Einheitspreis?
Im LV steht "1. Es gilt die VOB in ihrer bei Angebotsabgabe gültigen Fassung."
Außdem weiter:
"2. Der Bieter ist verpflichtet, sich Kenntnis über die Örtlichkeit und Planung des Bauvorhabens zu beschaffen. Unterlagen hierzu können nach Absprache beim Bauherren oder Planer eingesehen werden. Nachforderungen aufgrund der Unkenntnis von Örtlichkeit und Planung sind ausgeschlossen."

Der Rohbauer war vor Vertragsunterzeichnung auch vor Ort, teilte uns der Archi mit.

Außerdem im LV:
Bodenaushub für Bodenplatte
profilgerecht lösen, einschließlich
Grobplanum.

Aushub in Eigentum des AN übernehmen und
von der Baustelle entfernen, einschl. Grobplanum
Entsorgung zu einer zugelassenen Deponie bzw.
Entsorgungsstelle. Der Nachweis der der geordneten
Entsorgung ist zu erbringen. Deponie- bzw.
Entsorgungskosten sind einzurechnen.

Aushub ab Geländeoberfläche,
Aushubtiefe bis 0,80 m.
Bodenklasse 4 und 5.

34 m³ EP.............. GP..............

Der Rohbauer hat unter EP dann 150,- eingetragen und unter GP 5100,-
 
D

Domski

Versuche meinen Ansatz. 150e heißt den Aushub mit Packeseln zu transportieren. Das hätte sein Architekt Wissen müssen. Frag ihn welche Gründe diese teure Entsorgung rechtfertigen.
 
R

Ruhrgebiet23

Das habe ich bereits per Email am Freitag und heute nach seiner Antwort noch mal, da er darauf nicht geantwortet hat. Seine Antwort:

"Hallo Frau x,
Hallo Herr x,

ich habe Ihren Unmut zur Kenntnis genommen. Herrn Rohbauer werde ich darüber informieren, dass er vorläufig keine weiteren Erdarbeiten ausführt und uns über Nachträge bzw. deutlich abweichende Massen frühzeitig informiert. Des Weiteren werde ich Herrn Rohbauer auf seinen Preis für die Pos. 02.0.002 „Bodenaushub für Bodenplatte“ ansprechen, da sich das Volumen deutlich erhöht hat ist ein Nachlass auf diese Position eventuell möglich.

Herr älterer Archi und ich arbeiten zurzeit an eine aktuelle Kostenschätzung. Des Weiteren sind wir dabei die Angebote zu prüfen. Dabei ist uns bisher aufgefallen, dass bei den Elektroinstallationsarbeiten die Stückzahl für die Beleuchtung (33 Stück) überprüft werden sollte. Die Position 3.013 Rauchmelder würden wir auch überprüfen bzw. streichen. Im Angebot Sanitär und Heizungsarbeiten, würden wir den Titel Demontagearbeiten (2.108€ netto) streichen, da keine Demontagearbeiten mehr vorh. sind. Außerdem würden wir die Pos. 04.007, 04.008, 04.010 und 04.011 streichen, da diese Arbeiten durch den Estrichleger ausgeführt werden (4.410€ netto)."

-> Unmut ist gut... Es ändert sich aber nichts... Und auf die Spots hatten WIR bereits mehrmal hingewiesen. Aber gut, anderes Thema.

Wie soll ich da am besten vorgehen? Nochmal nach einer Begründung fragen? Diese wird sein, dass er keine Ahnung hat, was gängige Preise sind, er nicht darauf geachtet hat oder sowas. Aber das kann er natürlich nicht schreiben.
 
M

MayrCh

Den Kostenanschlag gibt es logischerweise erst zur Vergabe (LP 7)
Mea culpa. Gemeint war natürlich Kostenberechnung.

Aber ob die bei dem Architekten tatsächlich gehaltvoller ausfällt, als die Schätzung, wage ich zu bezweifeln.
Hier muss er zumindest schon mal in die 2. Ebene der Kostengliederung vordringen und Mengen wie Preise ermitteln. Diese lassen sich dann auch von "Laien" gut prüfen.

Es kostet am Ende was es kostet.
Das tut es sicherlich. Die Klarheit ist früher gegeben. "Weiter wie bisher" wird sicher zum Fiasko.

aber der Zug ist in eurem Fall abgefahren
Für die vergebenen Gewerke. Wenn man den "Tournaround" schaffen will: Besser jetzt, als nie.

Streich das Wort mal vorübergehend aus deinem Wortschatz. Ihr fragt nicht mehr, sondern fordert und verlangt.
 
Zuletzt aktualisiert 27.05.2022
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