Vinyl im Neubau Keller verkleben. Wie Wasserdicht hinbekommen?

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J

jolt

Hallo zusammen,

wir möchten im Keller unseres Neubau Hauses gerne Vinyl verkleben lassen. Der Keller ist als weiße Wanne ausgeführt und eigentlich erwarte ich kein Wasser im Keller, aber man weiß ja nie. In der Waschküche haben wir in der mitte einen Bodenablauf.

Der bisherige Bodenaufbau ist wie folgt:
  1. Perimterdämmung
  2. Bodenplatte
  3. Bitumendichtbahn
  4. PU Dämmung
  5. Fußbodenheizung
  6. Zementestrich
Für den Oberbelag, der vom Bodenleger verklebt werden soll ist aktuell geplant:
  1. Estrich anschleifen
  2. Grundierung
  3. Niveliermaße
  4. Nochmal schleifen??
  5. Vinyl verkleben
Damit wäre etwas Wasser (z.B Eimer mit Wasser fällt um) kein Problem, richtig?

Wenn das Wasser aber mal im Keller steht ist es spätestens an den Wandrändern ein Problem nehme ich an. Da müsste man dann wie im Bad vorgehen und mit Dichtband und Flächendicht arbeiten? Für den ganzen Keller ein nicht unerheblicher Mehraufwand. Vermutlich aber auch übertrieben.

Wie würdet ihr es machen? Was soll ich beachten?

Ich danke euch
 
S

Scout**

Hallo,

soll das als Bahnenware verlegt werden? Wenn das wirklich dicht sein soll dann musst du auch die Fugen zwischen den Bahnen versiegeln lassen.
Wenn ihr aber eh einen Bodenablauf habt, was sollte denn passieren, dass da unten auf einmal ein Schwimmbad entstünde? Ablauf verstopft und der Waschmaschinenanschluss geht im Urlaub defekt? Etwas weit hergeholt wie ich finde, und wenn, dann hat man eine Gebäudeversicherung, die man auf sowas im Vorfeld auf Versicherungsschutz überprüft hat.

Ich würde da nix weiter mehr machen. Vielleicht noch einen Wasseralarm neben den üblichen Verdächtigen wie der WaMa aufstellen. Und für den umkippenden Eimer Wasser Bodenrandleisten mit Gummidichtlippe einbauen lassen, die verhindern, dass größere Mengen Wasser in den Estrich laufen.
 
i_b_n_a_n

i_b_n_a_n

hatte mal für kurze Zeit ein ungewolltes Schwimmbad im Kellerbad (WM Zuleitung defekt, ausgelaufen, Raum ca. 30cm hoch geflutet)
Verlegt war Vinyl als Vollmaterial, ein früher Vorläufer von Klick (überlappend verklebt). Nach dem auspumpen und Trocken war alles wie vorher.
Die Wände waren allerdings rundherum gefliest, das Vinyl OHNE Dichtungsfuge an den Rand gelegt. Es ist also etwas Wasser darunter gekommen.
Viel zu viel Aufwand und damit Kosten. Wie Vorredner angeführt hat, WM mit Wasserwächter und fertig.
 
KlaRa

KlaRa

Moderator
Hallo Fragesteller.
Nach dem vor Dir geschilderten Aufbau kann die Entwässerung nur ein "Notabfluss" darstellen. Eine ordnungsgemäße Verarbeitung einmal unterstellt wurde der Bodeneinlauf sicherlich an die Bitumenbahn dichtend angeschlossen.
Wenn ein Eimer Wasser umfällt, ist das vom Grundsatz her ein "nicht der vertraglichen Nutzung entsprechendes" Schadensereignis. Derartige Situationen können nicht nur überall im Hause auftreten, sondern man muss sie auch ausführungstechnisch nicht durch besondere Maßnahmen berücksichtigen!
Alle was man mit "Gummidichtlippe" etc. plant, ist eher eine Form der Selbsttäuschung. Technisch macht das jedenfalls keinen Sinn!
Der geschilderte Aufbau legt planerisch einen Raum mit erhöhten Anforderungen zugrunde: es ist ein Wohnraum geplant und so ausgeführt worden.
Und keine (nutzungsuntergeordnete) Waschlüche!
Wenn ein Bad eingebaut wird, gelten die Regeln gemäß DIN 18534.
Das bedeutet, dass ein Badezimmer in die Wassereinwirkungsklasse W1-I einzustufen ist. Das entspricht der Abdichtung über Badewannen und Duschen in Bädern, Bodenflächen im häuslichen Bereich mit Bodenablauf und Bodenflächen in Bädern mit und ohne Ablauf ohne hohe Wassereinwirkung aus dem Duschbereich.
Die Bodenflächen (und nur die) in der Dusche selbst fallen in die nächst höhere Einwirkungsklasse W2-I (Bodenflächen mit Abläufen oder Rinnen).
Hier müssen Wandflächen und Boden entsprechend abgedichtet werden (z.B. durch Flüssigkunststoffe) und die Boden-/Wandübergänge mit Dichtbändern ausgerüstet werden. Aber keinesfalls die gesamte Geschossebene !!!
Um Deine letzte Frage zu beantworten:
Ja, die Estrichoberfläche muss angeschliffen werden, Staub absaugen und grundiert werden. Darauf die Verlaufsmasse, welche im Regelfall (um entstandene "Pickel" zu entfernen) nochmals einem Reinigngsschliff unterzogen wird.
Erst auf dieser Ebene werden dann die Abdichtungmaßnahmen durchgeführt.
Auch daran denken, dass Dichtmanschetten an Wanddurchführungen verwendet und in die Abdichtungsebene integriert werden!!
------------------
Viel Erfolg und gutes Gelingen: KlaRa
 
J

jolt

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Beiträge.

Es sollen Vinyl-Dielen, also nichts von der Rolle verlegt werden. Mir geht es gar nicht so sehr um eine Defekte Waschmaschine o.ä. sondern viel mehr um eine (minimale) Hochwassergefahr und damit verbunden eindringendes Wasser über die Kelleraussentür. Davor gibt es zwar einen Ablauf, dessen Rohr in den Pumpenschacht führt. Nur wenn die Kanalsisation bei starkregen einmal voll sein sollte und das Wasser von der Pumpe nicht mehr schlucken kann, sprich bis zur Rückstauebene das Rohr voll ist, dann wird mir natürlich der Pumpenschacht überlaufen bzw. es wird wahrscheinlich vorher schon an der höchsten Stelle, nämlich dem Bodenablauf in der Waschküche hochdrücken. Wie wahrscheinlich das ist weiß ich nicht, aber die Extremwetter nehmen ja zu. Eine Überdachung der Terrasse und Kellertreppe würde die Schwachstelle auflösen und ist eine Überlegung.

Ich werde dann wie von euch überwiegend geschrieben nichts weiter planen, keine Dichtlippen etc. Im normalfall ist wie gesagt nur mit etwas Spritzwasser, mal einem kleinen Unglück etc. auszugehen und dann sollte das alles passen.
 
KlaRa

KlaRa

Moderator
@ jolt:
Sagen wir es einmal so: Wenn wirklich ein Wassereintritt, durch starke Regenfälle oder aus einer Waschmaschine, in die Fußbodenkonstruktion erfolgt, dann wirst Du -hoffen wir es nicht!- ganz andere Probleme in Hinsicht Trocknungsmaßnahmen bei einer beheizbaren Estrichkonstruktion haben, als lediglich den Oberbelag!
Insofern würde ich alles (!) daransetzen, diese Sicherheitslücke (Überflutung des Wohnraumes) sofort zu schließen.
Es ist dann nämlich nicht nur damit getan, irgendeine Sanierungsfirma mit einer Zwangstrocknung des Dämmmaterials (unter dem Estrich) zu beauftragen.
Was da von draußen hereinströmt, hat -um es neutral, doch verständlich auszudrücken- keine Trinkwasserqualität sondern ist durchsetz mit allerlei Dingen, Feststoffe wie gelöste Stoffe,welche man nicht im trauten Heim wähnen möchte..
Im Regelfall, wenn die Überflutung aus einem der Abwasserkanäle austritt, wird der komplette Neuaufbau (heißt: Rückbau des kompletten Heizestrichs + Dämmung) notwendig werden. Eine Zwangstrockung führt dann als Einzelmaßnahme auf keinen Fall zum Erfolg!
Das hier angesprochene Szenario ist kein theoretischer Fall - sondern ein praktisch möglicher.
Deshalb mein Vorschlag, dass die Wasserentsorgung gegen Rückschlag zuerst gesichert wird.
---------
Gruß: KlaRa
 
Zuletzt aktualisiert 20.03.2023
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