Vernünftige Finanzierung und Rate bei Hauskauf im konkreten Fall

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rdm0815

Hallo zusammen,

ich konnte schon viele sinnvolle und konstruktive Beiträge in anderen Threads lesen, die ein ähnliches Thema behandelt haben, aber ich würde gerne die Schwarmintelligenz des Forums zu unserem konkreten Vorhaben befragen.

Ist der uns angestrebte Hauskauf, unabhängig der wahrscheinlichen Bankenzusage, vernünftig und tragbar?


Zur Situation:
Wir sind eine Familie mit zwei Kindern mit 4 und 6 Jahren und gehen auf die 40 zu.


Finanzielle Situation:
monatliches Einkommen:
3900 + 4200 Netto
500 Netto aus freischaffender Tätigkeit
500 Kindergeld
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9100

aktuelle monatliche Ausgaben:
Wohnen: 1300 (Warmmiete, Strom)
Kommunikation/Internet/Streaming: 150
Kindergartenausgaben: 550
Essen/ Waren des täglichen Bedarfs/Kleidung: 1200
Mobilität - 2 Autos mit allen Kosten - ohne kalkulierten Wertverlust: 600
Urlaub: 500
Versicherungen: 100
Hobbys und allgemeine Anschaffungen (Technik, Haushaltsgeräte etc.) im Schnitt: 500
---
Summe der Ausgaben: 4900


Der Rest in Höhe von 4.200 geht aktuell auf ein 3,5% verzinstes Tagesgeldkonto.

Unser Eigenkapital liegt bei 220.000.
Unser Wunschobjekt ist wahrscheinlich für ca. 800.000 zu bekommen, wobei noch 25.000 als Renovierungskosten zu kalkulieren sind. Das Objekt wurde in den 30er Jahren gebaut und in den 90ern saniert. Größere Investitionen sind aktuell nicht zu erwarten.
Laut unserer Veranschlagung würde das Objekt folgende Kosten erfordern:
- Kreditrate 2750
- zusätzliche Nebenkosten 350
- Rücklagen Instandhaltung 300
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Mehrausgaben von: 2100 (3400 - 1300 aktuelle Ausgaben)
Damit sinkt die Sparrate auf ca. 2100 Euro, von der perspektivisch auch einige Investitionen, wie Photovoltaik, getragen werden wollen.
Ist laut eurer Meinung der Kauf des Objekts tragbar?

Beste Grüße
 
H

Haus123

Schlag dir mal die 25k aus dem Kopf, außer du willst das Haus quasi unverändert beziehen. Das macht man bei einer Mietwohnung, bei einem Haus ist das nicht so clever, weil du dort die Baustelle lieber hast bevor du einziehst und nicht wenn du dort schon ein paar Jahre wohnst. Ich sag dir aus eigener Erfahrung: schon für moderate Änderungen (Küche, Bad, ein paar Böden) bist du trotz Selbstanpacken schnell 100k los. Klar, man kann auch überall ganz billig machen, aber ehrlich gesagt passt das nicht zu eurer Finanzlage.
 
R

rdm0815

Vielen Dank für die Antworten.

Das sind auch schon 30 Jahre her.
Der Allgemeine Zustand ist sehr gut, so dass hier tatsächlich wahrscheinlich nur die avisierten Kosten lauern. (neue Böden in zwei Räumen und Streichen in Eigenregie)

Sicher nur Renovierung? Keine größeren Posten wie Heizung oder so?
Eine neue Gastherme wird in den nächsten Jahren anstehen. Eine energetische Sanierung nach aktuellem Standard mit Wärmepumpe und flächendeckender Fußbodenheizung ist bei dem Objekt sehr kostspielig, aufgrund der teilweisen Parkettböden aufwändig und allgemein wahrscheinlich nicht rentabel.

9.000 EUR Netto. Fragt ihr euch das wirklich oder sucht ihr nur Bestätigung?
Wir sind uns noch unsicher, da eine Investition in der Höhe ein Novum für uns ist und wir ungern auf Haferflocken zurück greifen wollen, wenn eine unbekannte "Kostenexplosion" unsere grobe Laienkalkulation sprengt. Man liest von Vorhaben, bei denen 2500 Rate mit 6000 Netto finanziert wird, was aus meiner, wahrscheinlich konservativen Position, recht gewagt anmutet.

Schlag dir mal die 25k aus dem Kopf, außer du willst das Haus quasi unverändert beziehen...
Das ist ein interessanter Einwand. Tatsächlich war unser aktueller Plan das Haus vorerst (kaum) unverändert zu beziehen, da der Zustand für unsere Ansprüche ausreichend ist und ggf. im Laufe der Zeit einzelne Räume zu sanieren, wenn die Zeit und der Bedarf gekommen ist.

Ich bin auf jeden Fall recht positiv gestimmt, da hier lediglich sinnvolle Anmerkungen ergänzt wurden und nicht von dem Vorhaben abgeraten wurde. Vielen Dank .
 
M

MachsSelbst

Verständlich. Auf der anderen Seite gebt ihr nach deiner Angabe 12.000 EUR/Jahr für Technik und Urlaub aus. Das ist schon ne ordentliche Hausnummer. Bei eurem Gehalt verständlich, keine Frage.
Aber da ist halt auch noch ordentlich Potenzial.

Was ihr an "Fixkosten" habt, haben nicht wenige, die ein Haus gebaut haben, insgesamt zur Verfügung.

PS:
Ob ihr damit leben könnt, wenn ihr erstmal nix macht bzw. machen lässt... das könnt nur ihr beurteilen, nur ihr wisst wie das Haus aussieht und was für Ansprüche ihr habt.
Es muss allerdings auch nicht alles bei Einzug fertig sein. Diese irre Anspruchshaltung werde ich nie verstehen...
 
Zuletzt aktualisiert 17.07.2024
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