Steigen die Bauzinsen gerade?

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Die Frage ist halt auch wie die Eltern die 400k tatsächlich berechnet haben.
Das ist mMn ein ganz bedeutender Punkt in solch einem Rückblick. Man vergisst bzw. kann sich das rückwärts nicht mehr gut vorstellen, dass selbst bei meinem Bau 1990 kein Internet/Email u.a. gab bzw. der Computer noch lange nicht im allgemeinen Gebrauch stand. Die heute gefertigen Detail-Kalkulationen, Visualisierungen etc. waren seinerzeit unvorstellbar, unser Angebot für den Rohbau hat der Rohbauer mit mir an seinem Küchentisch und direkt aus dem Kopf per Hand aufgeschrieben; der konnte natürlich noch Schönschrift !

Ich habe im Nachgang mal den tatsächlichen Hauspreis vergeblich versucht nachzuvollziehen, der sich über die etwa 8 Jahre Bauzeit ergeben hat und bin geradezu erschrocken. Man musste warten und erst wieder etwas ansparen bevor es weiterging, daher erinnert man sich später oftmals nur noch an die anfänglichen Basiszahlen bzw. die größeren Brocken. Garagen kamen danach, Terrasse, Hobbyraum, Verschattung, Gartenhaus, gesamte Gartenanlage, Beleuchtung, Einfahrt pflastern.....all diese Dinge fließen ja heute in die Aufstellungen mit ein. Baunebenkosten ein ähnlicher Punkt, der bei hemdsärmeligem Rückblick auf den eigenen Bau eher unterging, weil man das eben immer aus dem Laufenden bezahlt hat.

Auch das mag sicher nicht für Alle gegolten haben aber so habe ich es bei mir und meinem Bauherrenumfeld wahrgenommen. Bei vielen Bauherren war es üblich, dass jahrelang die Glühbirne an der Decke baumelte, folglich fehlte bei der Kostenzusammenstellung auch das Thema Beleuchtung, um nir eines der Beispiele zu benennen.
Alleine das völlige Fehlen vomn Internet & Email, Handy etc. stellte ein völlig anders Bauen dar (nicht unbedingt schlechter), was sich heute keiner mehr so richtig vorstellen kann, das fällt selbst mir schwer, obwohl es bei uns ja so war.
Generell fand ich das aber auch ganz nett, weil man eben so nach und nach seine Räume oder auch den Außenbetreich gestalten konnte und sich Raum für Raum Zeit nahm.
 
Und wo soll die Rendite herkommen? Vermieten lohnt sich doch schon längst nicht mehr. Die Vielfachen der Jahrsnettomieten sind doch jenseits von Gut und Böse. Klar, du kannst Geld wegen Negativzinsen parken, aber "Gewinn" kannst du nur machen, wenn du das Objekt auch wieder für den heutigen Boompreis loskriegst. Und das ist nun mal eine reine, gehebelte Wette..
Du kannst mit Vermietung nach wie vor 3 bis 4 % Rendite vor Steuern erzielen - und das sind 3 bis 4 % mehr als bei einer klassischen Geldanlage auf der Bank. Nach Steuer bewegen wir uns hier im worst case bei 1,6 bis 2,4 % - auch das erreichst du mit einer klassischen Geldanlage bei der Bank nicht. Wenn du die Vermietungsimmobilie nicht komplett mit Eigenkapital finanzierst, sondern mit Fremkapital hebelst, erhöst du deine Nachsteuerrendite und hast langfristig sogar Kapitalaufbau.
 
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Du kannst mit Vermietung nach wie vor 3 bis 4 % Rendite vor Steuern erzielen - und das sind 3 bis 4 % mehr als bei einer klassischen Geldanlage auf der Bank. Nach Steuer bewegen wir uns hier im worst case bei 1,6 bis 2,4 % - auch das erreichst du mit einer klassischen Geldanlage bei der Bank nicht. Wenn du die Vermietungsimmobilie nicht komplett mit Eigenkapital finanzierst, sondern mit Fremkapital hebelst, erhöst du deine Nachsteuerrendite und hast langfristig sogar Kapitalaufbau.
Deswegen geht der MFH-Bau auch gerade zurück - weil es für Investoren weiterhin so lohnend ist. Und nicht etwa, weil Grund und nun Baukosten so explodiert sind, dass man hinten raus einfach nichts mehr verdient.
Natürlich mag es immer noch geeignete Objekte geben, aber auf breiter Front wird es nun langsam eng.
Und ob Private, die zu absoluten Höchstpreisen noch gehebelt irgendwo einsteigen gut fahren, wird sich zeigen - no pain, no gain. Muss man mögen. Spätestens wenn beispielhaft die gehebelte Traumrendite von 1% durch eine evtl. andere Bundesregierung mit einer Umlage der CO2-Steuer auf den Vermieter unter Druck kommt, wird es spannend.
 
Was man hier nicht vergessen darf ist:
Die 20-30 Jahre die du dort gelebt hast kann dir keiner mehr nehmen. Und es ist definitiv eine Art von Luxus ob ich in einem Haus oder in einer kleinen Wohnung lebe. Auch wenn es am Ende vielleicht schiefgegangen ist, ich glaube nicht das man diese Zeit missen möchte.
Merkt man am besten dann, wenn man sein zahnendes, weinerliches und extrem schlecht gelauntes Baby um 19.15 endlich davon überzeugt hat, dass Schlafen eine gute Idee ist und um 19.17 der Nachbar von schräg unter uns davon überzeugt ist, dass Bohren in der Wand eine gute Idee ist.
Selten so auf unser Haus gefreut.
 
Merkt man am besten dann, wenn man sein zahnendes, weinerliches und extrem schlecht gelauntes Baby um 19.15 endlich davon überzeugt hat, dass Schlafen eine gute Idee ist und um 19.17 der Nachbar von schräg unter uns davon überzeugt ist, dass Bohren in der Wand eine gute Idee ist.
Selten so auf unser Haus gefreut.
100% Zustimmung. Wir haben lange zur Miete gewohnt und auch eher günstig. Der Plan war, fünf Jahre lang möglichst viel Eigenkapital zu bilden. Man hat sich über das schmutzige Treppenhaus geärgert, über Nachbarn, die im ohnehin schon engen Innenhof so rücksichtlos geparkt haben, dass man ewig rangieren musste, um in die Garage zu kommen, über direkte Nachbarn, die uns sehr lautstark an ihrem Liebesleben haben teilhaben lassen etc.

Für mich ist es heute einfach eine Form von Luxus, nach Hause zu kommen und sich darüber zu freuen, wie schön man es hat. Die Ruhe, die Winterwochenenden am Kamin, die Sommerwochenenden auf der Terrasse, die gute Parksituation, die Tatsache, dass die Kinder schnell Anschluss gefunden haben etc. Das alles ist in meinen Augen unbezahlbar.
 
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