Steigen die Bauzinsen gerade?

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Schwiegereltern haben 1990 eine Doppelhaushälfte gebaut für 400.000 Mark.
Auweia......wenn das @Bookstar liest, wie die ihre Kohle rausgehauen haben, 400.000.-DM für ne DHH in 1990 :D :D (sorry bookstar, der musste einfach aus)
Danke @BBaumeister Das ist ein gutes Beispiel, wie unterschiedlich es sein kann, Wertsteigerung und -verfall. Nur 50km nebenan kann sie immer noch gut sein aktuell aber der Hauswert dennoch "nur" bei 350-400k liegen. Ich sage daher ja immer, dass hier öfter mal genannte Pauschalaussagen nie für ein gesamntes Bundesland, Branche etc. zutreffen. Die Krux liegt meist im Detail.....
Dafür hat sich die Wohngegend sehr positiv entwickelt.
Dieses Gück war nicht Jedem beschieden
Beide hatten eher einfache Berufe (Polizeibeamter und Verwaltungsangestellte).
So ändern sich die Zeiten bzw. die Sichtweise von Generationen. Früher hätte ich das zumindest als gute Mittelschicht bezeichnet. Früher war es der angesehene Beamte heute ist es der Consultant oder sog. Manager. Irgendwann in meinem Berufsleben ist gefühlt etwas gekippt, als nur noch Nachwuchs kam, mit lautstark eingefordertem Führungsanspruch. Als ich immer mehr einer der wenigen Indianer wurde, welcher durch die Neuankömmlinge geführt werden sollte habe ich die "Lust" verloren. Heute führen sie sich gegenseitig, von Indianern lese ich gar nix mehr, nur nich von titelbehafteten Häuptlingen; ein Ergebnis kann man jeden Tag in der aktuellen Krise sehen:D:D:D, lauter ergebnislose "Führer", die sich wegducken.......ich schmeiss mich wech......
Meine Eltern (beide Beamte im höheren Dienst, also mit recht gutem Einkommen)
"Früher" also absolute Oberschicht bzw. "Elite" in einer Kleinstadt.....in meinem Berufsstand gab es ca. 3-5 höhere Beamte bei ca. 1500 Mitarbeitern.
Ich finde diese Darstellung echt spannend @BBaumeister und aufschlussreich dazu, weil sie eben drei unterschiedliche Modelle zeigt und auch, dass sich Dinge quasi entgegengesetzt entwickeln können trotz finanziell besserer Vorraussetzungen. Oftmals liegt es eben auch daran, was man selbst zu einer solchen Entwicklung beiträgt, das beschreibst Du ja anschaulich.
Bei mir war es tatsächlich so, dass ich beim Scheidungsverkauf hätte nur drastisch unter Herstellungspreis verkaufen können. Mieter waren trotz schicker Wohnung kaum zu finden trotz Minipreisen. Glücklicherweise hat es damals nicht geklappt, ich habe die Wohnungen geteilt und in der Folge einzeln verkauft. Die DG-Wohnung anfangs viel zu billig, die UG-Wohnung als Büro ebenfalls aber die Hauptwohnung 10 Jahre später zu einem Superpreis und am Ende habe ich im Gesamten und im Hinblick auf den Herstellungspreis doch einen guten Schitt gemacht; einige Jahre dazwischen noch super als Fewo vermietet, was meine beste Idee war.
Will damit sagen, dass es ja oft auch abhängt von individuellen Lebensphasen der Eigenmtümer, aktuellem Immo-Markt, Entwicklung der Region etc. Das, was heute die supertolle Idee ist kann schon morgen nix Gutes bedeuten. Solche Einzeldarstellungen gefallen mir immer gut, Pauschales nicht. Wie hier beschrieben hängt es eben auch oft maßgeblich von den handelnden Personen ab.
Manchmal frage ich mich auch, ob wir verrückt sind, dass wir diesen Zirkus mitmachen und so dermaßen viel Geld dafür bezahlen, dass wir ein Zuhause haben und ich frage mich, warum wir trotz recht hoher Gehälter effektiv gar nicht sooo viel mehr Wohn-Luxus haben, als die Schwiegereltern, die ganz normale Berufe mit normalen Einkommen hatten.
Am Ende ist ja entscheidend, wo der Einzelne seinen Punkt der Zufriedenheit erreicht. Die Schwiegereltern schauen vlt. "neidisch" auf Euch, was ihr Euch wiederum gar nicht erklären könnt. Zumindest bestünde für Euch die Option, Eure Burg gut zu verkaufen, um bei Bedarf ein anderes Leben zu gestalten; stell Dir mal vor, Dein Haus wäre im Moment nur die Hälfte des Herstellungswertes wert und nicht einmal dafür hätte Jemand Interesse. Ich weiß, dass sich das hier kaum Einer vorstellen kann, weil es aktuell nur extrem aufwärts geht und daher sein eigenes "Glück" nicht wahrnehmen.
Ich persönlich erinnere mich aber bestimmt immer an die schlaflose Zeit als Keiner mein schönes Haus zum Minipreis kaufen oder mieten wollte und wie ich öfter zittrig als Bittsteller in der Bank stand. Auch das bzw. Ähnliches kann wieder einmal kommen....wer weiß....
 
Am Ende ist ja entscheidend, wo der Einzelne seinen Punkt der Zufriedenheit erreicht. Die Schwiegereltern schauen vlt. "neidisch" auf Euch, was ihr Euch wiederum gar nicht erklären könnt. Zumindest bestünde für Euch die Option, Eure Burg gut zu verkaufen, um bei Bedarf ein anderes Leben zu gestalten; stell Dir mal vor, Dein Haus wäre im Moment nur die Hälfte des Herstellungswertes wert und nicht einmal dafür hätte Jemand Interesse. Ich weiß, dass sich das hier kaum Einer vorstellen kann, weil es aktuell nur extrem aufwärts geht und daher sein eigenes "Glück" nicht wahrnehmen.
Ich persönlich erinnere mich aber bestimmt immer an die schlaflose Zeit als Keiner mein schönes Haus zum Minipreis kaufen oder mieten wollte und wie ich öfter zittrig als Bittsteller in der Bank stand. Auch das bzw. Ähnliches kann wieder einmal kommen....wer weiß....
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Da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an. Auch wenn wir jeden Monat einen großen Batzen Geld bezahlen, sind wir froh, den Schwerpunkt so gesetzt zu haben. Es war auch viel Glück dabei, in dieser Wohngegend fündig zu werden. Für mich war der eigene Garten immer ein Traum und ich freue mich jedes mal, wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme. Ich fühle mich sehr wohl zu Hause und kann Urlaub auch gut zu Hause verbringen. Die Nachbarschaft ist nett, unsere Kinder haben viele Gleichaltrige in der Straße, es ist ringsherum sehr grün und behütet und trotzdem ist die Verkehrsanbindung und Infrastruktur sehr gut. Das alles hat in meinen Augen einen großen Wert.

Die Schwiegereltern schütteln eher den Kopf über den "modernen Schnickschnack" wie Lüftungsanlage, Smarthome etc, haben aber selbst gerade gefühlt ein zu großes Haus. Die wohnen jetzt zu zweit auf 160 Quadratmetern, haben zwei ungenutzte Zimmer und würden auch mit einem Bad gut zurechtkommen. Möglich, dass es uns in 15-20 Jahren mal ähnlich geht.

Für das "extreme Abwärts" habe ich übrigens auch ein krasses Beispiel aus dem Verwandtenkreis: Selbstständiger Handwerker, bei dem das Haus immer als Altersvorsorge dienen sollte. Er hat immer alles gut gepflegt und renoviert. Das Haus hatte gefühlt immer einen hohen Wert und sollte verkauft werden, wenn er in den Ruhestand geht. Die Grundschule drei Häuser weiter war dabei eher noch ein Pluspunkt für potenzielle Käufer. Dann wurde die Grundschule geschlossen und zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Selbst für die Hälfte des ehemals kalkulierten Wertes war kein Käufer zu finden. Ergebnis: Der gute Mann steht noch mit 71 Jahren jeden Morgen in seiner Schreinerwerkstatt.
 
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Ja, der große Nachteil an Immobilien als Altersvorsorge - Streuen ist schwierig bis unmöglich. Bei anderen Geldanlagen verteile ich alles so, dass wenn eine Anlage mal den Bach runtergeht die anderen noch gut dastehen. Bei einem Haus oder einer Wohnung habe ich Pech gehabt, wenn der Wert durch einen äußeren Faktor massiv sinkt. Daher - ein Haus ist eher eine Lifestyle-Entscheidung als eine Kapitalanlage
 
Ja, der große Nachteil an Immobilien als Altersvorsorge - Streuen ist schwierig bis unmöglich. Bei anderen Geldanlagen verteile ich alles so, dass wenn eine Anlage mal den Bach runtergeht die anderen noch gut dastehen. Bei einem Haus oder einer Wohnung habe ich Pech gehabt, wenn der Wert durch einen äußeren Faktor massiv sinkt. Daher - ein Haus ist eher eine Lifestyle-Entscheidung als eine Kapitalanlage
Was man hier nicht vergessen darf ist:
Die 20-30 Jahre die du dort gelebt hast kann dir keiner mehr nehmen. Und es ist definitiv eine Art von Luxus ob ich in einem Haus oder in einer kleinen Wohnung lebe. Auch wenn es am Ende vielleicht schiefgegangen ist, ich glaube nicht das man diese Zeit missen möchte. Für mich wäre das Haus auch keine Altersvorsorge. Im besten Fall kann ich bis zum Ende darin leben und ich vererbe es. Im schlechtesten Fall muss ich früher raus. Wichtig finde ich das spätestens zum Renteneintrittsalter keine Schulden mehr da sind.
 
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