Steigen die Bauzinsen gerade?

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Wie verrückt der Markt und wie individuell der jeweilige Lebensweg ist, erlebe ich hautnah:

- Schwiegereltern haben 1990 eine Doppelhaushälfte gebaut für 400.000 Mark. Finanziert wurde mit über 8% Zinsen. Heute ist das Objekt ca. 600.000 € wert, dabei ist es aus meiner Sicht nichts Besonderes. Dafür hat sich die Wohngegend sehr positiv entwickelt. Beide hatten eher einfache Berufe (Polizeibeamter und Verwaltungsangestellte).

-Meine Eltern (beide Beamte im höheren Dienst, also mit recht gutem Einkommen) haben bei der Finanzierung ihres Reihenhauses so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und sind einem Haufen dubioser Anlageberater auf den Leim gegangen). Getilgt ist so gut wie nichts (von den 500.000 Mark Kaufpreis sind noch 200.000 € offen nach 30 Jahren). Dazu wurde in 30 Jahren kaum was renoviert, der Stadtteil ist eher von Abwanderung geprägt, das Grundstück ist Erbpacht. Der Wert dürfte bei etwa 300.000 € liegen.

- Meine Frau und ich haben 2017 ein Grundstück gekauft. Seit Kauf ist der Bodenrichtwert nochmal massiv gestiegen, so dass alleine das Grundstück 70.000 € an Wert gewonnen hat. Wir sind quasi nach dem Studium mit nichts gestartet, haben in fünf Jahren etwa 150.000 € an EK zusammengespart. 700.000 €haben wir noch finanziert. Der Zinssatz liegt bei 1,8% also nicht gerade niedrig nach heutigen Verhältnissen. In 11 Jahren endet die Zinsbindung. Dann sind grob noch 400.000 € offen. Klar machen wir uns Gedanken, wie dann wohl die Zinsen stehen. Aber: Aktuell ist das Objekt 900.000 € wert. Auch falls keine weitere Wertsteigerung stattfindet, ist das Verhältnis zwischen Wert und Kredit sehr gut, was sich recht positiv auf den Zins auswirken dürfte. Dazu schaffen wir es, zusätzlich von der monatlichen Rate von 2.500 € jeden Monat 1.000 € für Sondertilgungen an die Seite zu legen, würden also auch bei einer Anschlussfinanzierung mit höherem Zins eine höhere Rate stemmen können. Irgendwann werden wir das Haus der Schwiegereltern erben.

Ich glaube nicht, dass die Zinsen massiv ansteigen werden. Mich umtreibt eher die Frage, wann unser Haus, dass gar nicht soooo abgehoben von Größe und Ausstattung ist, abgezahlt sein wird und wann wir in den Ruhestand gehen können.

Manchmal frage ich mich auch, ob wir verrückt sind, dass wir diesen Zirkus mitmachen und so dermaßen viel Geld dafür bezahlen, dass wir ein Zuhause haben und ich frage mich, warum wir trotz recht hoher Gehälter effektiv gar nicht sooo viel mehr Wohn-Luxus haben, als die Schwiegereltern, die ganz normale Berufe mit normalen Einkommen hatten.
 
Dann gehen Staaten pleite und es kommt zur Währungsreform. Freuen tuen sich dann alle die Schulden haben.
Woher kommt eigentlich dieser Irrglaube, man sei super dran mit Schulden bei einer Währungsreform? Die Vergangenheit zeigt da anderes.

Ansonsten beginnt hier nur wieder emotionales geblubber....auf den blödsinn mit "wer ist der da depp, dank immobilie gekauft vor 10 jahren" gehe ich mal nicht ein. sonst muss ich meinen pipimann zum vergleich rausholen und die rendite meines aktiendepots mal dagegen halten. aber da habe ich keine lust drauf, da ich nichts gegen immobilienbesitz habe.
 
Woher kommt eigentlich dieser Irrglaube, man sei super dran mit Schulden bei einer Währungsreform? Die Vergangenheit zeigt da anderes.

Ansonsten beginnt hier nur wieder emotionales geblubber....auf den blödsinn mit "wer ist der da depp, dank immobilie gekauft vor 10 jahren" gehe ich mal nicht ein. sonst muss ich meinen pipimann zum vergleich rausholen und die rendite meines aktiendepots mal dagegen halten. aber da habe ich keine lust drauf, da ich nichts gegen immobilienbesitz habe.
Schon mal selbst erlebt mit einer hyperinflation im Osten ;)
 
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die einzige hyperinflation kenne ich nur von weimar anno 1920...du lebst noch?

der rest der währungsreformen war immer mit allerlei dingen verbunden, bei dem es wenige klare sieger gab. auch nicht bei den immobesitzern/schuldner.

grundsätzlich ist es natürlich immer gut in sachwerte investierte zu sein (immos, aktien etc.)
 
@Hausbau2022 meinte im Osten.

Also nur auf die Schulden betrachtet waren 1923 und 1948 "gut" für die Schuldner da diese auf altem Wert belassen wurden während Löhne und Gehälter 1:1 umgerechnet. Die konnten also im Zweifel sehr schnell Ihre Schulden bezahlen.
Und das war ja auch der Sinn dahinter, dass wieder Investitionen getätigt werden um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
 
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