Steigen die Bauzinsen gerade?

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Es wollen doch gerade jetzt immer mehr raus, die früher vielleicht mit ner ETW zufrieden waren (was nicht so gut für mich ist, da ich in ca 5-10 Jahren, evtl. meine ETW verkaufen wollte).
Wer von Demografie redet darf nicht nur Geburten betrachten. Zuwanderung wurde schon genannt, wobei ich nicht glaube, dass die das ausgelicht.
Wichtiger ist aber, dass der Platzbedarf pro Person immens angestiegen ist. Es leben immer weniger Menschen auf immer mehr Raum. Die Familien werden zwar kleiner (weniger Geburten) aber beanspruchen den gleichen oder gar mehr Platz.
Früher lebten 4-5 Personen auf 100 m², jetzt müssen es schon 150-200 sein. Singles, die eine eigene Wohnung hatten gab es viel weniger, jetzt will das jeder und mindestens 50 m² nicht läppische 35m².
D.h. das Pärchen was früher in ner 50 m² wohnte zieht jetzt auf 80m², die früher dort lebende Jungfamilie mit einem Kind jetzt in die 100m² ETW oder RH usw usf.
Das ist der Ausgleich, warum die Preise auf absehbare Zeit nicht sinken werden.
Zumindest nicht in Gegenden, die nicht heute schon ausgestorben sind und riesigen Leerstand haben.
 
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Du hast halt große Synergieeffekte bei mehrere Personen. Eine große Küche habe ich auch gerne zu zweit, oder einen Hobbyraum auch. Der wird sowieso nur selten genutzt. Alles unabhängig der Personenzahl. Ein großes Bad mit Sauna wird auch von 2 oder 5 Personen gleich genutzt.

Somit kenne ich auch viele Pärchen die zusammen 250 m² bewohnen, was nach der Rechnung 125m² pro Nase wären. Luxus aber nachvollziehbar, auch wenn es den Grünen Veggi Gender Weltverbesserern nicht zur Nase steht :D.

Günstiger wird es erst werden, wenn ab Herbst RRG regiert und die Leistungsträger immer mehr das Land verlassen werden und Deutschland wirtschaftlich absteigt. Dann sind die Preise nicht mehr durchsetzbar und die Nachfrage wird stark abnehmen. Das wird aber eher ganz Europa betreffen als nur Deutschland. Die Zuwanderung zu uns sind doch alles leistungsschwache und schlecht gebildete Bevölkerungsgruppen mit Anschauungen aus dem 18 Jahrhundert, da darf die Frau nicht einmal arbeiten gehen. Das wird noch lustig, aber der Michel will es so :D.
 
Früher waren die Häuser dafür oft doppelt so groß, auch sehr gut ausgestattet (alles Echtholz, Kachelöfen, Naturstein, 3 Bäder usw) und vorallem es reichte zum abbezahlen locker ein Gehalt.
Es liegt immer im Auge des Betrachters, was man unter sehr gut ausgestattet versteht. Die Anzahl der Bäder ist da z.B. sehr nichtssagend. Will ich ein Bad haben mit Standardbadewanne und Duschbrause mit Vorhang oder eine bodenebene Dusche mit Regenduschkopf und Glaswand mit Glastür. Will ich im Bad einen normalen Heizkörper oder will ich Fußbodenheizung und einen seperaten Handtuchheizkörper. Will ich ein Idealstandardwaschbecken mit daruntergeschobenen Schränkchen oder will ich einen Doppelwaschaschtisch mit integrierten/dazu passenden Schrank. Will ich eine tapezierte Decke mit angebohrter Lampe oder will ich eine gespachteltete Decke mit integrierten Spots und Boxen?

Ich persönlich habe dann lieber "nur" ein Bad und das ist dafür dann meinen Wünschen entsprechend ausgestattet.

Ob für das Abbezahlen eines Hauses locker ein Gehalt gereicht hat kann ich so nicht bestätigen. In unserer ländlichen Gegend hat das z.T, geklappt, weil der Bauplatz von den Eltern geschenkt wurde oder das Grundstück eh schon im Familienbesitz war. Das Bauholz wurde aus dem eigenen Wald und hat dementsprechend nichts gekostet. Eltern, Großeltern und Geschwister haben auf der Baustelle mitgebaut. Der Bau hat sich z.T. über mehrere Jahre gezogen, Miete musste während der Zeit nicht bezahlt werden, weil man für Umme bei den Eltern wohnen konnte.

Auf der anderen Seite war der Lebensstandard ein völlig anderer. Hier nehme ich nur mal das Thema Telekommunikationskosten. Früher gab es einen Telefonanschluss im Haus und das wars. Heute gibt es einen DSL bzw. Glasfaseranschluss mit irgendwelchen Flatratetarifen,für 40 bis 50 Euro monatlich. Dazu gibt es Magenta, Netflix oder irgendein Streamingabo für 10 bis 30 Euro im Monat. Zusätzlich hat jeder in der Familie noch ein Handy, macht pro Nase auch nochmal 15 bis 40 Euro. Nur für dieses Thema landest du hier sehr schnell bei 100 Euro und mehr im Monat, für was du früher 20 Mark ausgegeben hast.

Das Gleiche gilt für Urlaub, Auto, Kleidung, Küchenausstattung, usw.

Dass die reine Gebäudegröße auch nicht der Hit ist sehe ich daran wie vergammelt viele dieser Altimmobilien sind und wie überfordert die Eigentümer damit sind, wenn sie nicht mehr mit den Kindern, sondern nur noch mit dem Partner alleine dort leben. Da ist dann plötzlich kein Geld da die Fenster in allen Räumen zu modernisieren oder den geliebten Echtholzparkett abzuschleifen und neu zu versiegeln...
 
Man darf aber auch nicht vergessen, dass (auch) die "Durchschnitts-Bauherren" immer anspruchsvoller werden und damit die Kosten in die Höhe treiben. Wir hatten damals zwar je ein kleines Bad auf jeder Etage (oben Dusche, unten Badewanne), aber die waren sehr klein. Unten Wohnzimmer, Esszimmer, Bad (froschgrün) sowie Küche und oben drei Schlafzimmer und ein Bad (zartrosa). Waschküche und Werkbank im Keller
Das ist es ja, was ich meine, Jeder von uns sollte selbst erkennen, dass die Ansprüche immens angewachsen sind!
"Früher" stand überwiegend Funktion und Nutzen im Vordergrund. Ich selbst finde es ja schön heute und freue mich genauso daran aber diese Vergleiche mit dem paradiesischen "Früher" sind doch völlig daneben, weil es Apfel-Birne-Vergleiche sind, schaut man sich die Ausstattungen, Ansprüche und Lebensweise von "Früher" an.
Anfangs habe ich gar das Kinderzimmer mit meiner Schwester teilen müssen,
Na klar, wir hatten ein immer zu dritt, später ein eigenes aber eben Durchgangszimmer (früher Küche der Mieter, Zentralheizung kam erst, als ich 12 war, davor das übliche Samstagsbaden zusammen mit Cousin und Cousine, die mit uns auf 90qm wohnten. Es ist doch gerade lächerlich, so etwas mit dem Wohnstandard von heute zu vergleichen. Natürlich wurde es dann nach und nach auch besser und hier und da kam Komfort dazu, aber eben erst dann, wenn meist durch Nebenjobs, Geld gespart wurde.
weil der Opa oben wohnte.
Thats the point !!!
Opa wohnt heute im Heim oder soll genügsam sein und ins 1-Zimmerappartement ziehen (Diskussion zuletzt), sein Geld soll aber zur (jungen) "Familie", er gehölrt da nicht mehr soi ganz dazu. Ich bin nicht der Meinung, dass es zwingend so sein muss aber die generelle Entwicklung, dass erwartet und geerbt wird wie der Teufel, man sich aber gleichzeitig aus der Versorgung der älteren Generation herauszieht und diese immer öfter im Heim vereinsamen ist mMn eine erbärmliche Entwicklung. Hätte ich meine Eltern nicht versorgen wollen hätte ich auch kein Erbe erwartet (zu Lebzeiten schon gar nicht) und mich selbst versorgt.
Sicher, die Kosten steigen auch durch Vorgaben und ggfs. durch andere äußere "Zwänge", wie Homeoffice, trotzdem ließe sich so mancher Euro sparen.
Ich hätte früher sehr gerne Homeoffice gemacht aber leider war es ein Fremdwort. Dadurch hätte ich jeden Tag 3 Stunden Fahrtzeit gespart plus €250.- Fahrtkosten mehr im Geldbeutel gehabt. Die aktuelle Zeit ist für uns alle schwierig, wir wollen nun aber das Thema Homeoffice nicht zur generellen Qual erklären. Es hat ganz ganz viele Vorteile und das ist doch auch schön so.
Es kommt auch hinzu, dass die "Durchschnitts-Bauherren" immer weniger Eigenleisungen einbringen (können). Ich denke, (fast) schlüsselfertiges Bauen war damals mehr als unüblich.
....einbringen WOLLEN, warum sollte man das nicht können? Wir konnten/wollten auch nicht aber es gab eben keine andere Option.
Ich finde das ja aber ok so, nur sollte man seine Luxusposition auch wahrnehmen, dass man nämlich entscheiden kann, ob man es will oder nicht.
Schlüsselfertiges Bauen ist doch gerade ein Privileg und ein deutliches Merkmal von Wohlstand. "Früher" hieß es dagegen: Ich schicke meinen besten Mann, ich komme gleich SELBST ! Das war nicht unbedingt gut, denn daran ist auch so manche Ehe gescheitert, wobei man an den noch steigenden Zahlen sehen kann, dass dies wohl auch nicht der überwiegende Grund dafür war.
Aber da war auch wesentlich mehr Unterstützung da von der Familie, das Privileg haben heutzutage nur noch wenige.
Was meinst Du denn mit "Unterstützung von der Familie"? Geld also vorgezogenes Erbe? Handwerkliche Hilfe?
Geld/Grundbesitz gab es aber meist eben NUR DURCH GEGENLEISTUNG (Stichwort Mehrgenerationenlösung). Genau DAS wollen doch aber die Jungen meist nicht, woher der Anspruch auf dieses Privileg, wenn ich es selbst nicht leisten möchte?
Handwerklich bekam man auch Hilfe, Ja. ABER (das vergisst offenbar auch Du gerade) diese Leistung musste erwidert werden, also waren wir jeden Samstag auf der Baustelle des Cosusins.......so vergehen Jahre ohne Urlaub oder viel Freizeit. JA, da war die Hilfe aber eben gegenseitig und das wäre heute immer noch genauso möglich. Warum wird es denn nicht gemacht ??? SAuf gehts zum Familienprojekt - jeder baut ein Haus und Alle helfen, bis Jeder eines hat. WUNDERBAR !!!
Wieviele ältere Leute haben denn heute noch das "Privileg", von der jungen Generation versorgt zu werden?
Wieso tut man das nicht und gleichzeitig steigen die Erwartungen an das Erbe zu Lebzeiten und die eigene Freiheit ins Unermessliche. Zuletzt gabs hier nen Standpunkt, dass meine Generation Schuld auf sich geladen hätte, weil die Jugend nicht ganz so einfach ein EFH bauen könnte. Höchste Ansprüche bei wenig Eigenleistung und gleichzeitigem Gejammer, das ist es, was ich kritisiere. Das von Dir genannte "Privileg" wäre heute mehr denn je da, in Form von Geld, es fehlt am Willen der notwendigen Gegenleistung. Es sollte weniger EFH geben dafür mehr Mehrgenerationenhäuser und weniger Akltenheime, dann wäre auch Bauen einfacher für Alle.
Dennoch wird auch heute noch viel selber gemacht, von im Rohbau mitmauern bis Dachstuhl aufstellen. Bödenlegen, Fliesen, streichen, Kachelofen mauern, Elektrik wird mindestens mitgeholfen.
Diejenigen hier im Forum, die selbst mauern und schuften jammern auch nie, die wissen, wovon sie reden. Elektrik mitgeholfen wird gerne bei KNX, Automation usw., also den heutigen Steckenpferden der Bauherren. Ich glaube nicht, dass Viele tatsächlich alle Schlitze klopfen, weil sie sonst nicht bauen könnten.
das geht auch heute nur mit sehr viel Eigenleistung
Heute "viel" und früher "viel" sind galaktische Unterschiede, das scheinst Du nicht zu erkennen.
Was ich aber auch sehe, heute muss gleich alles fertig sein. Bei den Elternhäusern war der Speicher und Keller über viele Jahre nicht fertig ausgebaut aus Mangel an DMark.
Na dann sind wir ja hier doch einer Meinung, wobei das ja nicht schlimm ist. Es ist aber ein Privileg im Vgl. zu dem "Früher" über das man sich doch freuen könnte anstatt immer über das heutige, schwere Leben zu jodeln.
Dennoch hat sich das Gehalts-Baukosten Verhältnis massiv verschoben. Damals ging es mit einem Gehalt, heute eben nicht mehr. Das ist ein Fakt mein lieber Forumskollege. Aber das zeigen dir auch alle Studien und Artikel zu dem Thema, ist also nichts Neues.
Dann geschah mein Leben und das meines Umfeldes außerhalb dessen, was Du als Fakt bezeichnset. Meine Zahlen habe ich Dir sogar aufgeschrieben. Hast Du das nachgerechnet? Nö, dann würde ja Dein Fakt wackeln. Ich könnte Dir dazu sogar noch Originalbelege über Einkünfte und Ausgaben zeigen, also nicht nur fabulieren.
Diese Story ist müssig, immer von den tollen, alten Zeiten zu träumen, als noch Riesling aus dem Wasserhahn kam. Genauso erzähle ich meinen Kindern auch nicht von den schweren, alten Zeiten. Ich nehme es so, wie es ist. Jammern geht mir auf den Keks; diejenigen, die Jammern könnten tun es nicht, weil ihnen eh Niemand zuhört (frei nach Gerhard Polt: Der Nichtschwimmer). Übrigens
....Jammerer gabs früher auch schon, die immer glaubten, die Anderen haben es besser, das ist nix Neues.
D.h. das Pärchen was früher in ner 50 m² wohnte zieht jetzt auf 80m², die früher dort lebende Jungfamilie mit einem Kind jetzt in die 100m² ETW oder RH usw usf.
So ist es. Wir leben zu zweit gerade auf knapp 200qm mit guten Standard. Ist doch toll so und macht Spass, früher hatten wir zu sechst aber eben nur 90qm bei niedrigstrem Standard. Man sollte sich dessen einfach bewusst sein und es genießen !!!
 
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