Steigen die Bauzinsen gerade?

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Früher waren die Häuser dafür oft doppelt so groß, auch sehr gut ausgestattet (alles Echtholz, Kachelöfen, Naturstein, 3 Bäder usw)
Redest Du gerade über Melmac?
Ja, wir hatten Echtholz: Kieferdielen, alles selbst eingebaut, für 25.-DM/qm Materialpreis, an der Decke Kiefer Nut und Feder (natürlich auch selbst alles) für ca.-DM/qm 2.Wahl. Normale Holzfenster, normale graue/beige Rolladen, 1 Bad und 1 Gäste-WC für Vier, Kaminofen für 4.000.-DM kam dann 5 Jahre später nach Sparen, Fliesen im Schnitt zw. 2p0-25.-DM/qm, außer Bad und Treppe Alles selber verlegt (das erste Mail als völliger Laie mit Ehefrau). Eine riesige Terrasse haben wir per Hand und Betonmischer selbst gebaut als Ehepaar, Grundstückseinfassungen haben wir übr die Jahre im Wald gesammelt aus Sansdteinen (auch weils Spass gemacht hat).
Da steckt so viel Handarbeit drin! Der Bau hat bestimmt 5-10 J gebraucht (fertig wird man eh nie)
Diese kleinen Nebensätze werden leider oft überlesen und "viel" Handarbeit oftmals mit einmal durchfegen verwechselt oder der Stress beim Gang zur "Bemusterung". Dazu kennen wir die persönl. Vorraussetzungen Deines Vaters nicht. Wer früher gebaut hat war nach 5-10 Jahren selbst ein kleiner Handwerker, heute oft nicht mehr. DAS hat sich heute defintiv geändert. Ich wundere mich doch, wie Leute über etwas schreiben, obwohl sie da manchmal gerade erstmal geboren waren. Und dieses heutige Gejammere....auweia....meine Eltern hatten nie gejammert.....obwohl, die hatten es ja noch besser, weil noch früher......
und vorallem es reichte zum abbezahlen locker ein Gehalt.
Mannomann @Bookstar , wie alt bist Du denn und woher weißt Du das denn so genau? Ich war Beamter, die Frau studiert und halbtags tätig wg. Kindern und es ging dennoch nur zu bauen, weil wir mit den Eltern zusammen gebaut haben, von ihnen 250.000.-DM EK bekamen aus deren Verkauf eines Minireihenhauses und dafür Pflege im Alter, Versorgung plus Wohnrecht in ihrer mitgebauten, großen Wohnung übernommen haben. Damals war der Zins ich glaube bei ca. 8,5%, Tilgung 1%.
Baukosten Rohbau weiß ich noch lagen bei 210.000,.-DM, bei anschließend ordentlicher Eigenleistung im Innenausbau über mehrere Jahre schätze ich gesamt grob auf 600.000.-DM plus jedes Jahr Weiters für Markisen, zwei Raffstore u.a. Zeugs, Außenanlagen nach 5 Jahren gemacht. Bauplatz gabs für 70TDM auf dem Minidorf in BaWü ohne Öffis, weit weg von Städten Fahrtzeit zur Arbeit 70 Minuten.
Soweit ich mich erinnere hatten fast alle Beklannte jeweils nur 1 bis max. 2% Tilgung im Vertrag. Verdient habe ich Steuerklasse 3 mit zwei Kindern 2.700.-DM-netto, als privilegierter Beamter. Ohne Nebenjobs o.ä. war da nix mit Bauen. Jetzt kannst mal gerne nachrechnen und ich war zumindest gefühlter Mittelstand.
Bei der Scheidung einige Jahre später ging das eigentlich schöne Haus mit 2 Wohnungen und top in Schuss, für 250TE NICHT weg, die Bankkosten blieben. Zum Glück, denn 10 Jahre später sind die Preise extrem gestiegen, nur deswegen können wir heute nochmal bauen.
Und....wir waren kein Einzelfall. Wer will den heute noch die Eltern zuhause aufnehmen? Dann könnten viel mehr junge Leute auch bauen! Aber das mag man nicht so gerne.
Ohne das hätte ich also nie ein neues EFH bauen können, ich hätte mir vlt. ein älteres Reihenaus aus den 60-70gern kaufen können, das haben einige Kollegen so gemacht.
Das, was ich heute so lese an Ausstattung oder nun auch selbst haben werde ist doch vergleichsweise schon dekadenter Luxus (ich liebe Dekadenz) und das meist noch in so jungen Jahren. Ist doch schön so, mich stört es nicht aber red doch nicht solches Zeugs daher von Dingen, die Du erkennbar nicht wirklich kennst. Welcher heutige Bauherr BAUT denn noch wirklich....also ich meine mit den Händen und Arbeit und so......also die Fremdworte. Einige sind es und genau diese plappern nicht so daher, weil sie wissen, welche Entbehrung das bedeutet.
Natürlich gabs auch andere Situationen oder in SH an der Küste etc. aber im Allgemeinen musste man früher auch körperlich anders buckeln als heute für ein Haus bzw. Nebenjobs haben bzw. erben. Damit war es aber damals noch nicht so viel, heute ist das anders und dennoch steigt die Bauherren-Jammerquote exorbitant.
Mir gehts gut heute und ich beschwere mich nicht aber dieses wiederkehrende "ach früher war ja Alles so einfach und noch früher wars noch einfacher" aus meist verwöhntem Munde zu hören geht mir dann doch auf den Senkel.
 
...
Die „Durchschnitts-Bauherren“ werden damit immer mehr zu Exoten, ohne Trendumkehr unweigerlich. In 1-2 Jahren läge der Preis des Referenzhauses bei 800.000 und mehr. Mit Makler und Steuer also fast 900.000€. Selbst mit 200.000€ EK wird da eine Rate von 2500€ und damit mindestens ein Haushaltseinkommen von 7500€ notwendig.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass (auch) die "Durchschnitts-Bauherren" immer anspruchsvoller werden und damit die Kosten in die Höhe treiben. Wir hatten damals zwar je ein kleines Bad auf jeder Etage (oben Dusche, unten Badewanne), aber die waren sehr klein. Unten Wohnzimmer, Esszimmer, Bad (froschgrün) sowie Küche und oben drei Schlafzimmer und ein Bad (zartrosa). Waschküche und Werkbank im Keller. Anfangs habe ich gar das Kinderzimmer mit meiner Schwester teilen müssen, weil der Opa oben wohnte.
Heute müssen es - neben der üblichen Ausstattung - mind. ein/zwei Arbeitszimmer, ein Gästezimmer, ein 15 qm Bad etc. auf mind. 180 qm sein. Sicher, die Kosten steigen auch durch Vorgaben und ggfs. durch andere äußere "Zwänge", wie Homeoffice, trotzdem ließe sich so mancher Euro sparen.
 
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Ja, wir hatten Echtholz: Kieferdielen, alles selbst eingebaut, für 25.-DM/qm Materialpreis, an der Decke Kiefer Nut und Feder (natürlich auch selbst alles) für ca.-DM/qm 2.Wahl. Normale Holzfenster, normale graue/beige Rolladen, 1 Bad und 1 Gäste-WC für Vier, Kaminofen für 4.000.-DM kam dann 5 Jahre später nach Sparen, Fliesen im Schnitt zw. 2p0-25.-DM/qm, außer Bad und Treppe Alles selber verlegt (das erste Mail als völliger Laie mit Ehefrau). Eine riesige Terrasse haben wir per Hand und Betonmischer selbst gebaut als Ehepaar, Grundstückseinfassungen haben wir übr die Jahre im Wald gesammelt aus Sansdteinen (auch weils Spass gemacht hat).

Diese kleinen Nebensätze werden leider oft überlesen und "viel" Handarbeit oftmals mit einmal durchfegen verwechselt oder der Stress beim Gang zur "Bemusterung". Dazu kennen wir die persönl. Vorraussetzungen Deines Vaters nicht. Wer früher gebaut hat war nach 5-10 Jahren selbst ein kleiner Handwerker, heute oft nicht mehr. DAS hat sich heute defintiv geändert. Ich wundere mich doch, wie Leute über etwas schreiben, obwohl sie da manchmal gerade erstmal geboren waren. Und dieses heutige Gejammere....auweia....meine Eltern hatten nie gejammert.....obwohl, die hatten es ja noch besser, weil noch früher......

Mannomann @Bookstar , wie alt bist Du denn und woher weißt Du das denn so genau? Ich war Beamter, die Frau studiert und halbtags tätig wg. Kindern und es ging dennoch nur zu bauen, weil wir mit den Eltern zusammen gebaut haben, von ihnen 250.000.-DM EK bekamen aus deren Verkauf eines Minireihenhauses und dafür Pflege im Alter, Versorgung plus Wohnrecht in ihrer mitgebauten, großen Wohnung übernommen haben. Damals war der Zins ich glaube bei ca. 8,5%, Tilgung 1%.
Baukosten Rohbau weiß ich noch lagen bei 210.000,.-DM, bei anschließend ordentlicher Eigenleistung im Innenausbau über mehrere Jahre schätze ich gesamt grob auf 600.000.-DM plus jedes Jahr Weiters für Markisen, zwei Raffstore u.a. Zeugs, Außenanlagen nach 5 Jahren gemacht. Bauplatz gabs für 70TDM auf dem Minidorf in BaWü ohne Öffis, weit weg von Städten Fahrtzeit zur Arbeit 70 Minuten.
Soweit ich mich erinnere hatten fast alle Beklannte jeweils nur 1 bis max. 2% Tilgung im Vertrag. Verdient habe ich Steuerklasse 3 mit zwei Kindern 2.700.-DM-netto, als privilegierter Beamter. Ohne Nebenjobs o.ä. war da nix mit Bauen. Jetzt kannst mal gerne nachrechnen und ich war zumindest gefühlter Mittelstand.
Bei der Scheidung einige Jahre später ging das eigentlich schöne Haus mit 2 Wohnungen und top in Schuss, für 250TE NICHT weg, die Bankkosten blieben. Zum Glück, denn 10 Jahre später sind die Preise extrem gestiegen, nur deswegen können wir heute nochmal bauen.
Und....wir waren kein Einzelfall. Wer will den heute noch die Eltern zuhause aufnehmen? Dann könnten viel mehr junge Leute auch bauen! Aber das mag man nicht so gerne.
Ohne das hätte ich also nie ein neues EFH bauen können, ich hätte mir vlt. ein älteres Reihenaus aus den 60-70gern kaufen können, das haben einige Kollegen so gemacht.
Das, was ich heute so lese an Ausstattung oder nun auch selbst haben werde ist doch vergleichsweise schon dekadenter Luxus (ich liebe Dekadenz) und das meist noch in so jungen Jahren. Ist doch schön so, mich stört es nicht aber red doch nicht solches Zeugs daher von Dingen, die Du erkennbar nicht wirklich kennst. Welcher heutige Bauherr BAUT denn noch wirklich....also ich meine mit den Händen und Arbeit und so......also die Fremdworte. Einige sind es und genau diese plappern nicht so daher, weil sie wissen, welche Entbehrung das bedeutet.
Natürlich gabs auch andere Situationen oder in SH an der Küste etc. aber im Allgemeinen musste man früher auch körperlich anders buckeln als heute für ein Haus bzw. Nebenjobs haben bzw. erben. Damit war es aber damals noch nicht so viel, heute ist das anders und dennoch steigt die Bauherren-Jammerquote exorbitant.
Mir gehts gut heute und ich beschwere mich nicht aber dieses wiederkehrende "ach früher war ja Alles so einfach und noch früher wars noch einfacher" aus meist verwöhntem Munde zu hören geht mir dann doch auf den Senkel.
Ich weiß das so genau, da ich die Erzählungen von meinen Eltern natürlich kenne und auch in dem Elternhaus gelebt habe ;). Definitiv hat man früher noch mehr selbst gemacht am Haus und musste auch körperlich schwerer arbeiten. Aber da war auch wesentlich mehr Unterstützung da von der Familie, das Privileg haben heutzutage nur noch wenige.

Dennoch wird auch heute noch viel selber gemacht, von im Rohbau mitmauern bis Dachstuhl aufstellen. Bödenlegen, Fliesen, streichen, Kachelofen mauern, Elektrik wird mindestens mitgeholfen. Schlüsselfertig ein EFH mit guter Ausstattung hinstellen zu lassen konnte in unserem Baugebiet sich niemand leisten, das geht auch heute nur mit sehr viel Eigenleistung und zwei Top Verdienern in vielen Regionen.

Was ich aber auch sehe, heute muss gleich alles fertig sein. Bei den Elternhäusern war der Speicher und Keller über viele Jahre nicht fertig ausgebaut aus Mangel an DMark. Aber wie gesagt, die Häuser waren i.d.R. auch viel Größer. Balkone, Gauben usw. waren auch sehr oft verbaut, u.a. aufgrund der hohen Kosten sieht man sowas heute nicht mehr.

Dennoch hat sich das Gehalts-Baukosten Verhältnis massiv verschoben. Damals ging es mit einem Gehalt, heute eben nicht mehr. Das ist ein Fakt mein lieber Forumskollege. Aber das zeigen dir auch alle Studien und Artikel zu dem Thema, ist also nichts Neues.
 
Die Aussage ist jedoch im Bezug auf Bestandsimmobilien nicht haltbar, da nach wie vor Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.
[..]
Der Neubau eines EFH, da gebe ich euch abr Recht, wird zukünftig ein Privileg der Oberschicht sein.
Der Bestand läuft im Boom zu Preisen wie ein Neubau. Woher kämen denn sonst die Steigerungen in den "Bodenwerten"? Natürlich geht es dort wohl schneller wieder runter.

Beim Neubau ist auch Luft nach unten - der m² Grund im Neubaugebiet vor zehn Jahren für 90€, jetzt 390€ - warum nicht in zehn Jahren wieder zurück auf 200€?
Ebenso beim Hausbau selbst - die jährlichen Preissteigerungen der Anbieter kann mir doch niemand mit reinen Lohn- & Materialkostensteigerungen verkaufen. Irgendjemand hat da auch sehr gut verdient und schöne Renditepuffer gehabt.
 
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