Steigen die Bauzinsen gerade?

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Letztlich ist es immer eine Komination aus beiden bzw. wenn man so will eine einfach Rechnung:

EK + Bonität = EFH bauen
Bin 100% bei Dir


Was bringt es mir jetzt mit dem Bauen noch zwei Jahre zu warten um 40-50 TEUR ansparen zu können, die dann von den Baukostensteigerungen im gleichen Zeitraum deutlich überkompensiert werden...
Das ist ja genau das, was ich vorhin geschrieben habe. Das EK hättest Du schon jetzt angespart haben müssen, sodass Du in dieses „Dilemma“ gar nicht hättest kommen müssen.
 
Einen Unterschied macht es dennoch.
0 EK und 400k Kredit = 100% Finanzierung
100EK und 500k Kredit = 80% Finanzierung

Und zu dem steigenden Zins:
Von 1% auf 1,5% sind mal glatt +50%. Absolute Betrachtungen sind da nicht sehr hilfreich.
Wenn man dann weiter davon ausgeht, dass der Wert des Hauses konstant ist, ich also das investierte Geld als Wert erhalte, dann sind die Kreditkosten die einzigen echten Kosten (im Sinne von Verlust) die ich habe. Und wenn diese um 50% Steigen (Zinseszins lass ich mal freundlicherweise weg) dann ist das doch schon sehr relevant! Eine Steigerung der Zinsen von 5% auf 5,5% sind immerhin nur eine Steigerung um 10%.

Gleichzeitig kommt dazu, dass man mit der Kombi aus teuren Haus/Grundstückskosten und niedrigem Zins Markttechnisch am doofen Ende liegt. In 10-20 Jahren mag es entweder immer noch so sein, oder andersherum niedrige Hauskosten und hohe Zinsen. Im Fall eines (Not-)Verkaufes eine wirklich, wirklich, blöde Kombination.
 
Gleichzeitig kommt dazu, dass man mit der Kombi aus teuren Haus/Grundstückskosten und niedrigem Zins Markttechnisch am doofen Ende liegt.
Genau so ist es. Ich habe immer geschrieben, das mir hohe Zinsen und niedrige Hausbaukosten lieber wären, da durch die Nutzung von SoTi, die Kombi aus Zinsen und Tilgung schneller kippt und damit sich das Haus schneller abzahlt als in der aktuellen Situation.

Das ist nur für die blöd, die nie vor haben das Haus abzuzahlen. Für alle die es abbezahlen können und es bis zum Altenheim nutzen wollen, ist es nur ein Ersatz für steigende Mieten und Schutz vor Altersarmut.
 
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In die Röhre schauen die, deren Vorfahren aus der ehemaligen DDR kommen, die aber jetzt im "Westen" leben und arbeiten.
denn das letzte Mal mit Eigentum beschäftigt haben sie sich 2004 in Ostdeutschland, Eigentumswohnung. Aber dann nicht gekauft und doch bei Miete geblieben.
Finde den Fehler. Hätten sie 2004 gekauft, da waren die Preise auf dem Tiefpunkt, wäre das heute ein staatlicher Gewinn.

Und auch in der DDR gab es Grundbesitzer. Tlw. sogar von 3-Fam Häusern. Freunde von meinen Eltern hatten eine schöne Jugendstilvilla in Dresden, insgesamt ca. 380m2 WFL. War kein Spaß, die Miete vom Staat festgelegt trug nichtmal den Unterhalt und die Mieter durften machen was sie wollen. Heute ärgern sie sich, dass sie 2010 verkauft haben.
 
Reichlich viel Konjunktiv in der Diskussion.. Die Entscheidung zu bauen kann sich nur an den jeweils aktuellen Konditionen in Kombination mit der jeweils aktuellen Lebenssituation und -planung orientieren. Ob es mal günstiger war spielt keine Rolle. Ob es wieder günstiger wird ist eine Wette.
Meine laienhafte Beobachtung ist: Bei sinkenden Zinsen steigen die Baupreise stark an. Bei anhaltend niedrigem Zinsniveau steigen die Baupreise weiter. Bei wieder steigenden Zinsen steigen sie nur noch moderat. Nach dem Platzen einer Blase kann man zwar günstiger kaufen aber nicht günstiger bauen.
 
EK + Bonität = EFH bauen

Wenn man von dem einen oder dem anderen im Vergleich zum „Durchschnitts-Bauherren“ zu wenig hat, muss man es mit dem anderen ausgleichen können.
Das ist ja der Punkt. Du kannst EK nicht immer kompensieren (Tricks mit Konsumkrediten außen vor). EK ist mittlerweile die Eintrittskarte. Wenn die Banken restriktiver in der Kreditvergabe werden (sind sie), kann ein Doppel-Beamten-Paar vielleicht noch ohne EK starten, der Rest eben nicht mehr - trotz eines vergleichsweise guten Einkommens.
Und auch die maximale Kreditsumme ist letztlich limitiert - durch das Haushaltseinkommen. Bei 6000€ - was sicher nicht Durchschnitt ist- vielleicht 660.000€ Kredit.

Und damit bekommt man heute ein Haus, was 2014 für 400.000€ zu bekommen war (siehe Diagramme hier im Thread). Inflation war nominell nicht wirklich hoch, und die Lohnsteigerungen haben sicherlich nicht 65% ausgemacht. Dieses Jahr wird das Referenzhaus dann mit 720.000€ im Angebot sein. Da fallen wieder mehr aus dem Erwerberkreis heraus - wie sollen sie es auch ausgleichen? Bei 50% Sparrate schaffen sie "gerade" 36.000€ im Jahr. Selbst EK zerschmilzt hier - egal ob 100.000€ oder gar 200.000€ - wenn es nicht mit 10% p/a verzinst ist, wird es weginflationiert.

Die „Durchschnitts-Bauherren“ werden damit immer mehr zu Exoten, ohne Trendumkehr unweigerlich. In 1-2 Jahren läge der Preis des Referenzhauses bei 800.000 und mehr. Mit Makler und Steuer also fast 900.000€. Selbst mit 200.000€ EK wird da eine Rate von 2500€ und damit mindestens ein Haushaltseinkommen von 7500€ notwendig.
 
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