Steigen die Bauzinsen gerade?

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zu face 26
Das ist nicht gefühlt so, sondern war real. Unsere Nachbarschaft im REH 1997 bestand aus Krankenpflegerm Friedhofsgärtnern, Sachbearbeiterinnen, Bauhof Arbeitern beim städt. Klärwerk, KfZ Mechatronikern, Sekretärin beim Grenzschutzkommando etc.
 
Und ich bin in den 80er aufgewachsen. Ich kenne da Massenhaft Beispiele. Schule/Vereine etc. Die Freunde deren Eltern ein neues EFH hatten waren, obige Sonderfälle oder eben Beamte, Ingenieure usw.
Die hab ich jetzt um mich rum. Pensionäre, Selbstständige, Ingenieure oder Angestellte von Konzernen.

Sehe das so wie @Nordlys.
In den 80ern hatten die Nachbarn meiner Eltern die normaleren Berufe (Dienstleistung, Handwerk, auch kfm Angestellte), dann zog ich in mein erstes Haus, gleiches BJ wie das meiner Eltern: gleiche Art der Eigentümer. Allerdings wohnen wir auch beide nicht im Umfeld Stuttgart.
 
Die Normalverdiener konnten dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nur bauen, weil es eine Finanzspritze aus der Familie gab (Erbe, Schenkung) oder weil massive EL ins Haus geflossen sind, da Handwerker aller möglichen Gewerke im familiären Hintergrund/Freundeskreis.

Hier bei uns im Mainzer Umland bauen Normalverdiener jedenfalls kein Haus mehr, schon gar nicht in Neubaugebieten, in denen der Quadratmeter sogar >40km weit draußen schon 320€ kosten soll. Pro 10km näher zur Stadt kann man dann mit etwa 50% Preissteigerung rechnen. Da strampeln selbst "Akademiker", wenn der Partner nicht auch mindestens überdurchschnittlich gut verdient. Sobald ein Teil die Arbeitszeit dann aber aufgrund von Nachwuchs reduzieren möchte, benötigt es quasi schon wieder 2 deutlich überdurchschnittliche Gehälter, sprich i.d.R. 2 "Akademikergehälter".

Man muss sich in solchen Regionen wie der unseren einfach damit abfinden. Entweder geht man an die absolute finanzielle Schmerzgrenze mit haarsträubenden Finanzierungskonstrukten und tilgt mit etwas mehr 2% bis der Deckel irgendwann zugeht oder, die meiner Meinung nach vernünftigere Option, man begräbt den Traum vom freistehenden Einfamilienhaus.
...oder es wird ein REH, DDH oder Eigentumswohnung. Zwischen bauen und nicht bauen, gibts noch genug dazwischen um Eigentum zu erwerben.

Klar ist auch, wenn man vor dem Bauwunsch nicht auf eine Hausbau gespart hat, hat man es natürlich schwer. Viele wollen und können gar nicht mehr sparen, weil man ja immer alles sofort haben will, das gilt natürlich dann auch fürs Haus, nur klappt es halt beim Haus nicht.

Nun haben aber viele die Rechtfertigung ausgegraben das Sparen „nichts bringt“, weil die Preissteigerungen alles auffressen. Aber zw. selbst ersparten 100k€ EK und 0€ EK, liegen immer noch Welten in der notwendig aufzubringenden Rate und den enthaltenen Zinsen.
 
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